Kleine Kurspause in Sicht

Schritt für Schritt kommt der Dax voran. Jetzt wagt sogar die Bundesregierung eine Wachstumsprognose. Dennoch sollte der Dax kurzfristig eine Pause einlegen.

China schafft keine zehn Prozent Wachstum mehr sondern vielleicht nur noch sieben – und schon häufen sich Befürchtungen, dem Riesenreich könnte die Luft ausgehen. Doch trotz Immobilienblase und angespanntem Bankensystem, ein Ende der großen Erfolgsgeschichte Chinas ist nicht in Sicht.

Wie schon in den vergangenen Jahren sind kleine Rückgänge der Dynamik eher gut, schützen sie doch vor einer Überhitzung. Und so haben auch die innerchinesischen Märkte, also die Börsen in Shanghai, auf die jüngsten Meldungen von einem nur noch moderateren Wachstum mit Kursaufschlägen reagiert.

Metallpreise deuten auf Erholung

Noch etwas spricht für die generelle Stärke Chinas (und ist nebenbei auch für die gesamte Weltkonjunktur ein guter Indikator): Die Metallpreise ziehen wieder an. Aluminium (hier ist China der größte Produzent und Abnehmer), Kupfer und auch Nickel drehen nach den scharfen Preiseinbrüchen der vergangenen Monate wieder nach oben. Technisch haben sich hier mittlere Kursböden gebildet, nach denen es mehrere Monate wieder bergauf gehen könnte.

Dieses Kursbild passt zu den jüngsten Wirtschaftsprognosen, die – wie die Bundesregierung – im späteren Jahresverlauf von einer leichten, aber spürbaren Erholung ausgehen.

Und es passt auch zur Stärke zyklischer Werte im Dax wie BASF, den Autos und sogar Thyssen, die seit einigen Wochen deutlich anziehen.

Noch stärker zeigt der MDax die Konjunkturchancen. Der ist sogar einen Schritt weiter als der Dax, weil er die 200-Tagelinie schon genommen hat. Von Top-Werten wie EADS bis Nachholkandidaten wie Salzgitter zieht der Markt wieder an. Und um noch einen Schritt weiter zu kleinen Aktien zu gehen: Auch die Mittelstandsholding Indus dreht nach oben, ebenfalls ein guter Indikator für die Realwirtschaft.

2012 kann besser werden als erwartet

Es gibt immer mehr Anzeichen, dass es 2012 nach einigen schwächeren Monaten im Jahresverlauf eine Erholung gibt. An den Aktienmärkten wäre diese Entwicklung umso durchschlagender, da die Szenarien hier bis zum Weltuntergang reichten.

An den Börsen bemerkenswert war in diesem Sinne der Montag, als der Markt nur für ein paar Minuten noch auf die Herabstufungen der Ratingagenturen reagierte – und dann einfach durchstartete.

Mittelfristig hat sich die Lage im Dax aufgehellt, kurzfristig sollte nach dem jüngsten Hochlauf ein kleiner Rücksetzer erfolgen. Auf der Unterseite wäre bis 6210 noch eine Kurslücke offen.

 

 

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