Globaler Bildersturm

„Je suis Charlie“ – der Anschlag von Paris hat gezeigt: Große Symbole entstehen schnell, die offene Kritik hat es weiterhin schwer.

Eine seltsame Verdichtung hat stattgefunden nach dem Anschlag in Paris. Eine Verdichtung auf wenige Worte und Bilder. „Je suis Charlie“, mit diesem empathischen Satz haben Millionen von Menschen ihre Solidarität mit den Opfern des islamistischen Anschlags auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ bekundet. Inzwischen hat er sich verselbstständigt.

Seit vergangener Woche sind beim französischen Institut zum Schutz geistigen Eigentums zahlreiche Anträge auf Markenschutz für „Je suis Charlie“ eingegangen. Die drei Worte machen sich nicht nur auf Transparenten gut, sondern auch auf Taschen, T-Shirts oder Brillenetuis. Entsetzen und Trauer sind auch ein Geschäftsmodell, wenn die Symbolik cool genug ist.

Einzelne Exemplare der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ wurden unmittelbar nach dem Anschlag im Internet und am Kiosk für bis zu rund 100 000 Euro angeboten, die Auflage war blitzschnell ausverkauft. Während die Zeitschrift sonst mit einer Auflage von 60.000 Exemplaren in Frankreich auf den Markt kommt, sind es nun fünf Millionen, die in 25 Ländern der Welt verkauft werden sollen. Und auch das reicht kaum, um den Kundenansturm zu bewältigen.

Aus dem Zielobjekt islamistischer Terroristen ist ein Kultobjekt humanistischer Kunden geworden. After-Attack-Branding durch die globale Kommunikation macht es möglich.

Im Video: Chefredakteurin Miriam Meckel stellt die Ausgabe 04/2015 vor.

Innerhalb von Sekunden verbreiteten sich die Bilder des Attentats über das Internet. Ein Augenzeuge hatte gefilmt, wie ein Polizist von den Attentätern regelrecht exekutiert wird. Das Video hat er „aus Reflex“ auf Facebook gepostet. Nur 15 Minuten war es im Netz, aber das hat gereicht, um es einmal um die Welt zu schicken. Die Angehörigen des toten Polizisten sind entsetzt und traumatisiert, der Mann bereut. Das ist Reaktion. Die Aktion geht vor: Alles ist online, alles ist teilbar, es gibt keine Grenzen mehr, keine geografischen, keine technischen, auch keine der Empathie.

In dieser Zeit herrscht der Moment, der Impuls, das Symbol, das sich blitzschnell weltweit verbreiten lässt. Der Gedanke, die Haltung können oft gar nicht folgen. Und manchmal passt beides dann auch bald nicht mehr zusammen. Am vergangenen Sonntag reihten sich auch diejenigen Staatschefs und Regierungsvertreter als Demonstranten für die Pressefreiheit und zum Gedenken an die Toten von Paris ein, bei denen man hinter dem Symbol vergeblich nach der Substanz sucht: Vertreter Saudi-Arabiens, Katars, Russlands. Drei Tage nachdem der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sich ebenfalls für die Pressefreiheit unterhakte, sperrte ein türkisches Gericht Internet-Seiten, auf denen eine Mohammed-Karikatur von „Charlie Hebdo“ gezeigt wurde. Zwei ultraorthodoxe Zeitungen in Israel retuschierten flugs die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini aus dem Bild des Trauermarsches. Frauen sollen aus religiösen Gründen lieber nicht auf Fotos abgebildet sein.

Symbole sind die allgegenwärtige Sprache unserer Zeit. Sie funktionieren global, in Politik, Wirtschaft und Terrorismus als Währung der Aufmerksamkeitsökonomie. Aber sie verkürzen die komplizierte Welt auf Bild und Slogan. In dieser Kürze liegt nicht nur Würze, sondern in ihr kulminiert oft auch plakative Wut oder Hass. Der Philosoph Karl Popper hat vor Jahrzehnten begründet, warum es den offenen, kritischen Diskurs braucht, um eine liberale, menschliche Gesellschaft zu schaffen: „Wir müssen für die Freiheit planen und nicht für die Sicherheit.“

Mit ihrer Teilnahme am Trauermarsch in Paris hätten die Staats- und Regierungschefs ein großes Zeichen setzen können. Wären sie denn wirklich mit den Menschen gelaufen. Es wäre ein gefährliches, aber echtes Zeichen gewesen. Die Medienbilder haben nachträglich gezeigt: Es gab wieder eine Lücke zwischen Symbol und Substanz. Aus Gefährdungsgründen verständlich, aber an dieser Stelle entlarvend. Es wurde eben für die Sicherheit geplant, nicht für die Freiheit des offenen Wortes und klaren Bildes.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein von Miriam Meckel. Permanenter Link des Eintrags.

Über Miriam Meckel

Dr. Miriam Meckel ist Chefredakteurin. Die studierte Kommunikations- und Politikwissenschaftlerin sowie Sinologin startete als Fernsehjournalistin bei WDR, RTL und Vox, bevor sie eine Professur für Journalistik an der Universität Münster übernahm. Meckel war danach fünf Jahre Regierungssprecherin und Staatsekretärin für Medien, Europa und Internationales beim Ministerpräsidenten in Nordrhein-Westfalen und wechselte dann zurück in die Wissenschaft. Sie ist Professorin für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen, Schweiz, und Autorin zahlreicher Wissenschafts- und Sachbücher.

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Alle Kommentare [183]

  1. Pampa,ja die Methode kenne ich, man müßte aber erst mal Erben um es anschließend in den Sand zu sätzen 😉 Ich kann also nur Eines aufbauen um es dann wieder verzocken.Da ich jedoch die Zockerphase hinter mir habe,müßte die Welt schon Untergehen um einen Totalverlust zu erleiden! Klar gibt es Einbrüche, wenn man die aber Aussitzen kann ist nichts verloren!
    Habe extra von einem kleinem °Guthaben° geschrieben, aber was nicht ist kann ja noch werden(„kleines“Vermögen“) so in zwanzig Jahren bei einem DAX stand von dreißigtausend.
    Draghi`s Bazookas werden schon dafür sorgen 😉

    Salve

  2. ;-))…du hast schon viel dazu gelernt, pampanobeer..wie sagen unsere chinesischen verwandten immer gerne: die hand, die du nicht abhacken kannst, solltest du schütteln…naja;-) zumindest so ungefähr~~~

  3. Ähm,

    was macht eigentlich unser blaublütiger Geist? Die Adelsfamilien sind auch alle mehr oder weniger blutsverwandt. 😉

    Vermutlich liest er gerade die Bunte und die neuesten Gerüchte über seine elendige, bucklige Verwandtschaft. Merke, auch Adelige haben es nicht leicht. Mal ehrlich gesagt, ich verstehe Ernst August von Hannover schon irgendwie, wenn er mal an ein Zelt pinkelt oder mit dem Regenschirm nach einem Paparazzi drischt. Das nenne ich noch stets gute Erziehung. Wenn sie derart lästig werden, also, ich weiß ja nicht, bei einem Bauernjungen wäre es da nicht mit einem Klapps mit dem Regenschirm getan, da könnte es ihnen durchaus passieren, dass sie mal jemand ansatzlos umhaut. Mehr als zweimal lass das, sage ich jedenfalls normalerweise nicht und habe dazu auch keinen größeren Diskussionsbedarf mit so einer Schmeißfliege. 😉

    Ja ja 🙂

    Gruß
    Pampa

  4. Magic,

    nun täusche Dich nicht, manchmal oder meistens höre ich absichtlich weg, oder lese es erst gar nicht. Nach drei Posts konzentriert Zamir lesen, wäre ich fix und fertig für den ganzen Tag. Da weißt Du ja gar nicht mehr, wo Du anfangen und aufhören solltest also ich jedenfalls nicht.

    Vielleicht habe ich dafür nicht genug moselfränkisches Blut in mir, nur ein paar meiner Adern stammen von der Mosel. Ja ja, wir sind alle miteinander verwandt, nicht wahr. 😉 Soll im finsteren bay. Wald ja auch so sein, die kennen sich nicht nur alle, die sind auch alle blutsverwandt. 😉

    Gruß
    Pampa

  5. ?..allerdings hat selbst extrem-zuhören seine pastoralen grenzen, beyond zuhören hilft nur eins…
    Beste grüße dein house

  6. Du sprichst mit einem extrem-zuhörer…pampabier…fast könnte man sagen vom erfinder des zuhörens, wären rogers und ein paar andere überragende vorfahren gewesen..;-))

  7. Ja ja Magic,

    der einzige, der Dich seit 6,5 Jahren hier gebührend lobt, bist natürlich Du selbst, notfalls mit 1000 Pseudonymen. Vielleicht solltest Du Eysel gelegentlich doch mal zuhören, wenngleich natürlich keiner sakrosant ist. Außer Dir natürlich, Klassensprecher. 🙂

    Gruß
    Pampa, Dein wilder Stier mit dem Bier

  8. Roman,

    ich kann Dir sagen, wie Du ein kleines Vermögen am besten aufbaust, ganz einfach. Am besten fängst Du mal mit einem großen Vermögen an, das erleichtert den „Aufbau“ eines kleinen Vermögens ganz erheblich. 😉

    Oh, ich muss weg, Zamir ist hinter mir her … 😉

    Gruß
    Pampa

  9. Eyseliger Schlagetot, wat regste dir denn so uff, niemand außer dir weiß so genau wer den Lichtschalter in der Semper-Oper bedient, niemand kennt sich in Grundrechten besser aus als deine Omma. Du könntest der glücklichste mensch von allen sein, stattdessen giftest du Kritik an dir herunter, das es der Sau graust…äh..den Labs kaust. Du, die persönlichste aller Persönlichkeiten, machst hier den Bachmann, ich fass es nicht *+*

  10. Inkontinent im Sinne von anpiseln anderer ist seit 6,5 Jahren hier nur einer:
    Sein Name sei Eysel. Die Reihe seiner Opfer ist lang.

    Beste Grüße von Max Frischs Gantenbein in die braune Ecke.

  11. Es fällt auf,
    dass DER der vordergründig-magisch, neue Paradigmen verkündend von Freiheit labert, genau DER ist der jeglichen Anderen ans Bein zu pissen versucht, die sich auf die wenigstens ÜBERWIGEND funktionierende Vernunft einer Oma zurückziehen. VERSUCHT – letztere verunglimpgfend – die Freiheit der anderen Meinung zu beschränken. – S U U P E R ! ;-(((( –

  12. Dei Magie der Freiheit besteht darin, dass sie immer eine Reise in Ungewisse ist. Die Tragik der Unfreiheit ist dementsprechend in Omas Gewissheiten zu sehen.
    Mancheiner sucht seine Freiheit in den Fesseln ewig-gestriger Gewissheiten… und merkt nicht vor lauter Omauntertanentum aus welchen Zwängen heraus er sich als Apostel der Freiheit geriert.

  13. Übrigens, es fällt auf, dass zwei Names aus Tito noch nie bei Tichys Einblick mitdiskutiert haben. Woran das wohl liegt? Ist es womöglich den Redaktueren der WIwo-redaktion verboten Tichy zu frequentieren?
    Wäre eine echte zamiristische pamparei, tandaradei*~~* odda.

  14. Was 68er einst säten,
    ernten sie jetzt im Alter
    die Überdosis reicht:
    würgt jeden Zukunfts-Gestalter.

  15. Jawolll, Herr Eysel-Duce.ke! Licht an oder aus…du Labs ohne Kaus. Du schäumst ja nachgerade..zeigt sein Fernseher nur Testbild, dann greift, ein eysel zu Schwert und Schild…du bist das Recht, Ey, du hast Recht, alles anderen sind blöde, nimm deine Pillen, Paule.

  16. hm … vielleicht liegt deine Meinung aber auch daran,
    dass du beim dienstbeflissen eifrigen Schwurbel-Rumdidumduddeldidei-
    Hosianna-Singen auf deine Söchsiche Landesregierung nen Hörsturz eingefangen hast 😉
    Oder vielleicht daran,
    dass du dir vor lauter beflissenem dem „Zug der Zeit Quatsch“ huldigen,
    vor lauter hinter jedem Latrine-Parolen-Messias-Prediger herrennen
    im Hirn „nen Zug“ eingefangen hast? 😉
    EINE Fähigkeit jedenfalls ist dir zweifelsfrei NICHT abhanden gekommen.
    Das so regierungstreu wie auch konform Andere anzuwinkeln.
    Angela macht den Rechtsbruch vor, Tillch schaltet das Licht in der Semper-Oper aus. Obwohl SOLCHES gerichtlich längst als ungesetzlich verboten wurde.
    Aber wen schert solches das Recht brechende Verhalten noch!
    Bei DEM Vorbild!
    Klar, dass du MICH, meine auf Bewährtes aufbauendes (nicht blödsinnig dutscheske, wie su schwachsinnigerweise behauptest) Argumentation so verzweifelt wie mit aller letzten Kraft anzuzupinkeln versuchst. –
    – Was hältst du von DEM Oma-Satz: „Ohne Recht ist Alles Nichts.“ –
    Ist auch Quatsch, oder … ???
    KlarSelbstverständlich, denn wir haben ja – angeblich –
    „Neue Zeiten“ und „ganz andere Paradigmen“!!! ;-(((((((((

  17. hm,…vielleicht aber liegt es auch daran, dass du zuviel vorm Fernseher hockst (*?*)

    jedenfalls beeindruckt deine 68er Geharze…entweder -oder, schwarz oder weiß, Parole oder politische Korrektheit heutzutage keinen mehr.
    Was not tut ist mehr als doktorn an den Symptomen,k das geht weit darüberhinaus wie ein Wadenbeisser anderen Bekenntnise, Offenbarungen, Schuldeingeständnisse oder Haltung (möglichst stramm) abzuverlangen, das ist bester Dutschke-Stil…gewesen! R.I.P, Rudi.
    Eysel, du dutschke de Tito, bleib dran und verpass den Zug der Zeit nicht *;*

  18. Vielleicht.
    Aber besser das Gras wachsen hören,
    als regierungstreu-tragisch-tumpf die Backen aufzublasen 😉

  19. Immerhin MEHREN sich inzwischen
    sogar im Öff.-Rechtlichen die kritischen Stimmen
    was den Draghi-€-Kurs angeht.

  20. Nun denn, was nützt es einer bundesliga-mannschaft,
    wenn sie zwei gute verteidiger, einen passablen
    aufbauspieler und einen sehr schwachen angriff hat?

    Auf welchem tabellenplatz landet diese mannschaft,
    mit einer knapp unter 30% liegenden funktionsfähigkeit?

    Das konstrukt EU wird schneller zerfallen, als wir es
    uns vorstellen können, wenn die verantwortlichen und
    entscheider weiterhin eine notwendige systemanalyse
    verweigern und sich weiterhin im rückwärtsgang fortbewegen.

  21. Es ist dieses einseitige denken und ebensolches handeln,
    dass die europäischen länder in ihrer finanzschockstarre
    gefangen hält.
    Zur gesundung und stärkung der schwächeren südeuropäischen
    länder greift nun die EZB zu sehr risikobehafteten massnahmen.

    Ein breitgefächertes umstrukturierungs-programm, das an
    den grundfesten des übels hand anlegt, ist mit diesen
    polit-tölpeln und finanzheinis nicht zustande zu bringen.
    Es müssten die Arbeitsmärkte, die Wirtschaftsbedingungen,
    die Neuausrichtung ganzer Industriezweige und endlich die
    vielen Lücken in unserer gesamten, europäischen Konzeption
    zu schliessen. Garantiert hat jedes EU-Land in vielen Bereichen
    einen grossen Nachholbedarf, der wie z.b, in Deutschland,
    die komlette Infrastruktur einer Komplettsanierung bedarf.

    Wir haben ein riesengrosses Bildungsproblem und eine
    rückwärtsgewandtes Ausbildungs-schemata in Europa,
    hierfür fehlen bis heute Lösungsansätze.
    Zusammengefasst müsste ein Konzept erarbeitet und
    ein Zeitplan geschaffen werden, der allen diesen
    Problemfeldern, gleichzeitig und intensiv „auf die Bude rückt“.
    Ein solche konzertierte Aktion mit direkten Eingriffen und
    Untersützung aus Brüssel, finanzieller Absicherung durch
    die EZB würde sehr viel mehr bewirken können, als
    alle diese einseitigen akrobatischen finanz-seiltänze in
    luftiger Höhe.

    Warum es dazu in der EU nicht reicht und vermutlich niemals
    kommen wird, dies sollten wir unsere Politstrampler und -Innen fragen, aufgrund fehlender Hirnskastenzellen würden sie
    uns die Antwort schuldig bleiben, an erfundenen Ausreden
    hat es diesen Träumern ja noch nie gefehlt.
    So döst und humpelt der drittgrösste Wirtschaftsraum
    der Erde weiterhin auf Krücken durch die Landschaft und
    wir müssen uns nicht wundern, wenn der Niedergang
    seine Fortsetzungen erfahren wird.

    Viele Grüsse von den Sachverstand-Verängstigten, Zamir

  22. @ Mein Fact Sheet kannste haben 😉 (ist aber aus der Hand eines,ohne der dazugehörender Ausbildung, Hobbyanlegers der seit nunmehr dreisig Jahren, täglich,da ja Hobby) überlegt wie er ein „kleines Guthaben“ am besten aufbauen kann und als Optimist immer in Aktien investiert hat und der trotz Rückschlägen immer noch auf der Richtigen Seite zu stehen scheint!
    Kaufe Anteile von 20 der größten führenden Unternehmen der Welt die Artkel für`s tägliche Leben herstellen und lass sie liegen,ist eigentlich so einfach dass ich mich immer wieder frage wieso nicht mehr Menschen in Deutschland es mir gleichtun 😉
    Schau mal Pampa, es muß ja schlimm um Europa stehen, wenn man 60 Mrd.
    jeden Monat ausgeben muß um den Ramsch zu kaufen…hält sich ja keiner an irgendwelche Regeln….aber dafür sind die Gurken nicht mehr so krumm…Bloß was wäre die Alternative?
    Strassenkämpfe? wie bald in Griechenland weil die Menschen keine Zukunft mehr sehen und deswegen Populisten und Heilsversprecher an die VORÜBERGEHENDE Macht wählen werden!!
    Oder wollen wir es drauf ankommen lassen Europa in Süden und Norden zu teilen ohne vorher die Bazooka auszuprobieren?
    Die große Umverteilung geht weiter – allerdings muss man auch zugeben, dass die deutsche Wirtschaft am meisten von den Maßnahmen profitieren wird und dass das Wirtschaftswachstum hierzulande einen weiteren Schub bekommen wird.
    Irgendwann drückt Draghi oder sein Nachfolger auf die Löschtaste und die 1,2 Billionen für die aufgekauften Schrottanleihen sind im Nirwana,der eine oder andere Hedgefonds verzockt sich und verschwindet auch und, und, und wenn es sein muß lautet das Motto: sind die Bilanzen erst einmal ruiniert, so lebt es sich dann wahrscheinlich auch gänzlich ungeniert.
    Ich habe vor einigen Jahren begriffen, dass die Notenbanken stets Long-Investoren bevorzugen und das haben die Märkte gezeigt. Niemand sollte auf sinkende Kurse setzen, das ist glatter Selbstmord hier – die Maßnahemn der Politik und der Notenbanken haben alles bisher vorstellbare übertroffen und das werden sie weiter tun.
    Salve

  23. Es ist doch alles gaanz einfach meine herren,
    die herrschaft der finanzmärkte über die real-
    ökonomie hat diese teuflischen verwerfungen
    entstehen lassen.
    Sechseinhalb jahre nach ausbruch der grossen
    krise zeigt sich erneut, dass die politik ihre zusagen
    nicht einhalten kann, sie hat keinen masterplan
    für die zukunft europas und die grundlegende
    reformierung der kapitalistisch-bürgerlichen gesellschaft.

    Das ziel der herren der finanzmärkte ist die komplette
    ausbeutung der gemeinwesen durch diese Finanzmafia,
    die oberen zehntausend sind ihrem koller und ihrer gier
    erlegen, ihre religion der profitmaximierung und der
    gewinnsteigerung, stellt keinen New Deal in aussicht.

    Schönen Gruss von den unstrittigen, pornografischen
    Herrschaftsverhältnissen im Zeitalter der nackten
    Konsumenten und ihrer totalen Willenlosigkeit, Zamir

  24. z.B., dass die Verbindlichkeiten der BRD nicht mit dem Geld-Vermögen der privaten Deutschen verrechbar sind. Dass in der Verschuldung des Staates auch die ganzen Renten- und Pensionsverpflichtungen bilanziert sind, welche ein Vielfaches der ausgewiesenen Verschuldung darstellen, diese aber gegenüber den Bürgern hier eingegangen wurden, dass die öffentliche Infrastruktur nicht aktiviert ist, alle möglichen anderen Assets der BRD, dass das ganze letztlich nur Kraut und Rüben und zusammenhanglos ist, Fakten Zwang.

    Über unterlassene Instandhaltung der Infrastruktur, wie unter Merkel, kann man auch eine SCHWARZE NULL schreiben, verfallende Infrastruktur kennst sie ja bestens aus der DDR, von der Substanz leben, Substanz verbrauchen.

    Was also stimmt da alles nicht? Was stimmt überhaupt noch ist wohl eher die Frage. Wer werden einfach von einer Horde ökonomischer Idioten regiert, aller Coleur.

    Gruß
    Pampa

  25. @Fakten Zwang
    Ich schrieb von „Staaten“ und „Privaten(weltweit)“, also immer Gesamtwirtschaftlich gesehen!
    Dann versuche ich es mal andersherum: Würden die Staatsschulden aller Länder von jetzt auf gleich auf Null reduziert, dann würde sich weltweit das Geldvermögen in gleicher Höhe reduzieren.

  26. „Somit bilden die Schulden der Staaten die Gegenbuchung in Form von Geldvermögen bei den Privaten “

    Das Geldvermögen der Bundesdeutschen soll die 5 Bio Grenze erreicht haben.
    die Staatsschulden dagegen etwa 2,3 Bio, also knapp die Hälfte.

    Was also, frage ich mich, stimmt da nicht?

  27. Die wirtschaft stagniert und das wachstum krepiert,
    wenn die vermögenswerte der super-reichen immer
    weiter wachsen und nach oben hin keine grenzen
    existieren, somit zeigen die schuldenberge der west-
    lichen industrieländer das ganze elend in zahlen,
    in bilanzen, in erwartungshaltungen und letztlich auch
    im weiteren dahinsiechen des westlichen, angeblich ach soo
    demokratischen und freiheitlichen kapitalismus.

    Der motor des systems kriecht im schleichgang vor sich hin
    und findet in seinem marktdiktatorischen verhalten keine
    weiteren verwendungs- , geschweide denn verwertungs-
    möglichkeiten.

    Die herrscher der kapitalmärkte sind sich einig in ihrer
    unentschlossenheit und versuchen mit letzter mühe das
    wasser aus dem sinkenden schiff zu schöpfen, ihre
    teelöffel sind jedoch nicht das geeignte mittel, den untergang
    zu vermeiden.

    Sie sehen mit weit geöffneten augen der nahenden katastrophe
    entgegen und haben dabei vergessen, dass man mit
    „Nur Geldanhäufen keine neuen Werte schaffen kann“.
    Schon die alten griechen kannten den ursprung aller werte und dem ständigen wechsel, den veränderungen mit der urformel:
    „Alles fliesst“.
    Wieviele Jahre muss man heute in ein Wiwi-Studium
    verschwenden, um diese beiden einfachen Worte zu kapieren?

    Schönen Gruss von den Jägern und Gammlern, Zamir

  28. @Pampa
    So wie ein Blick aus dem Fenster nicht die Kugelform der Erde offenbart, erschließen sich gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge nicht aus der begrenzten einzelwirtschaftlichen Sichthöhe auf den eigenen Haushalt. Solche Zusammenhänge sind heute immer noch so paradox wie einstmals die tatsächliche Form des Erdballs.
    Gesamtwirtschaftliche Betrachtungen besagen i. d. R. das genaue Gegenteil einzelwirtschaftlicher Betrachtungen. So erhöht z. B. das private Geldsparen einzelwirtschaftlich gedacht das Geldvermögen, gesamtwirtschaftlich gedacht jedoch nur die Verschuldung.

    Nehmen sie bei den Begriffen „Geldvermögen und Schulden“ mal bitte Abstand von der Sichtweise „Gut und Schlecht“, denn das Eine bedingt das Andere. Gäbe es gesamtwirtschaftlich gesehen keine Schulden(Verbindlichkeiten) mehr, dann gäbe es auch kein Geldvermögen(Forderungen) mehr. Somit bilden die Schulden der Staaten die Gegenbuchung in Form von Geldvermögen bei den Privaten.

  29. Die einen sagen sooho und die anderen ganz andersherum.
    Es ist wie im normalen leben, regelungen und richtlinien,
    verordnungen und gesetze sind für die masse der menschen;
    wenn es anders wäre, hätten wir das blanke Chaos.
    Ausnahmen bestätigen das vorstehende und eine klitzekleine
    klasse, würde sich selbst über diese ausnahmen hinwegsetzen,
    wenn es denn für ihre interessen notwendig wäre.

    Viele Grüsse von den Spitzenklöpplern, Zamir

  30. Nein Herr Becker,

    das so auch nicht richtig, das ist eine Mildmädchenrechnung. Außerdem haben staatliche Ausgaben und privatwirtschaftliche Ausgaben auch nicht mit den gesamtwirtschaftlichen Forderungen und Verbindlichkeiten zu tun. Das eine kommt aus der Kapitalflussrechnung, das andere sind Bilanzpositionen. Staaten aber bilanzieren so eigentlich gar nicht, die buchen wie Tante-Emma-Bauchläden. So einfach ist es dann auch wieder nicht wie bei Tante Emma.

    Haben Sie schon mal eine korrekte staatliche Bilanz mit Aktiva und Passiva gesehen? Da geht gar nichts auf, die buchen kameralistisch wie Kraut und Rüben. Die Forderungen und Verbindlichkeiten verteilen sich weltweit, außerdem fehlt da etwas ganz Entscheidendes, eine Residualgröße, wenn Sie die Verbindlichkeiten von den Forderungen abziehen, das nennt sich Eigenkapital. Eigenkapital ist aber keine geldwerte Forderung. Vieles andere sind auch keine geldwerten Forderungen und Verbindlichkeiten, manches darf man bilanzieren, anderes wiederum nicht. Es gibt jurzum noch ganz andere Forderungen und Verbindlichkeiten als nur in Cash bilanzierbare. Kurzum, dass jeder geldwerten Forderung eine geldwerte Verbindlichkeit gegenüber stünde, ist schlichtweg Humbug, tut mir leid.

    Aktiva und Passiva müssen sich zwingend ausgleichen, nicht geldwerte Forderungen, um eine Bilanz zu erstellen. Wenn Sie die BGA ceteris paribus um 50% absäuft, sinkt zunächst mal das EK. Wenn Sie die Marke BRD, Made in Germany, aktivieren, was Sie nicht dürfen, steigt das EK. Cash ist nur eine Umrechnungseinheit. Je nachdem wie Sie bilanzieren, nach welchen Standards, sieht die Bilanz nachher aus ganz anders aus als vorher.

    Ihre Axiome stimmen so nicht, auch wenn sich das auf Anhieb plausibel anhören mag, dem ist nicht so. Cash, geldwerte Forderungen, kann auch im Kapitalstock gebunden sein, also allem möglichen Assets. Unterscheiden Sie bitte mal zwischen Erträgen und Aufwendungen (GuV), Einnahmen und Ausgaben (Kapitalflussrechnung respektive Bewegungsbilanzen, im Englischen Cash-Flow), Kosten und Erlösen (der innerbetrieblichen Kosten- und Erlösrechnung) sowie der Bilanz selbst (den Assets und Liabilities nach Bilanzstichtag abgegrenzt). Und das Ganze dann bitte noch nach verschiedenen Bilanzierungsstandards wie HGB, IFRS oder US-GAAP und so etwas primitiven wie staatlicher Bauchladenbuchführung für Dummies.

    Ist nicht persönlich gemeint, aber so einfach wie manche meinen und so klar, ist das bei WEITEM nicht. Die Geldmenge wächst ja auch, ceteris paribus wachsen dann auch (irgendwo weltweit) die Asset-Preise für Immos, Aktien, Kunst, Gold, Patente, was Sie wollen.

    Wenn die Flut kommt, steigen alle Kähne, wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt schwimmt. Natürlich können die Notenbanken fluten, die Frage ist nur, was das in the long run bewirkt. Ein Tsunami flutet den STrand auch schön, die Frage ist nur, wie der Strand nachher aussieht, wenn die Ebbe kommt.

    Das ganze ist eine gewaltige gloable Relation, mit einer einfachen Funktion kommt man da nicht weiter, im Gegenteil ist es sehr gefährlich so zu denken. Am besten kommt man dem mit Portfolio-Theorie und Portfolio-Management bei, das ist dann aber schon höhere Kunst. Verzweifeln Sie mir nicht daran. 😉

    Gruß
    Pampa