Winterschlaf wäre schön

Die Regierung hat die Finanzreserven in Rekordtempo verpulvert. Leider kommt auch der Konjunkturknick viel schneller als gedacht.

Kennen Sie den Unterschied zwischen der Vorgängerregierung und der großen Koalition? Bei Schwarz-Gelb wäre man froh gewesen, wenn sie ihren Koalitionsvertrag umgesetzt hätten.

Während das frühere Kabinett in sturer Arbeitsverweigerung versprochene Reformen liegen ließ oder aus taktischem Ungeschick im Bundesrat scheiterte, haben die neuen Partner bereits in ihrem ersten Regierungsjahr vieles erledigt, was sie gemeinsam aufgeschrieben hatten. Eine gute Nachricht ist das freilich nur für jene, die politische Verlässlichkeit höher schätzen als ökonomische Vernunft.

Das AVG und das BuStEG sind bereits verabschiedet. Kennen Sie nicht? Doch, heißt offiziell nur anders. Das Arbeitsplatzvernichtungsgesetz firmiert gemeinhin unter „Mindestlohn“, das Beitrags- und Steuererhöhungsgesetz bringt die Rente mit 63 und die Mütterrente. Natürlich ist es legitim (und von der Mehrheit der Wähler gewünscht), derlei teure Vorhaben durchzusetzen. Redlich wäre es freilich, auch die wahren Kosten in Form von Jobverlusten und weniger verfügbarem Einkommen durch höhere Rentenbeiträge jetzt und höhere Steuern ab 2017 offen zu benennen.

Entlastung für Betriebe und Beschäftigung ist dagegen kaum in Sicht. Weder bei den Kosten für Formulare und Bürokratie (im vergangenen Jahr wieder 1,5 Milliarden Euro mehr) noch beim Mehrwertsteuer-Wirrwarr. Bald dürfte das Bundesverfassungsgericht die Bevorzugung von Betrieben bei der Erbschaftsteuer kippen – und damit eine neue Gefahr für Familienunternehmen heraufbeschwören. Um den Abbau der kalten Progression wird derweil ein jämmerlicher Schaukampf aufgeführt, bei dem am Ende nichts herauskommt – außer Enttäuschung beim Durchschnittsbürger, der unter dem Abkassieren stärker leidet als ein Besserverdiener.

Die bisherige Schönwetterpolitik steht im scharfen Kontrast zu den Gewitterwolken am Horizont: Kippt die Konjunktur, geht der großen Koalition das Geld aus. Dann sprudeln die Steuern langsamer, steigen die Ausgaben für Arbeitslosigkeit, beklagen die Krankenkassen Löcher. Die finanziellen Rücklagen hat die Regierung in ebenso atemberaubendem Tempo verpulvert, wie sie neue Gesetze verabschiedete.

Dieses Jahr wird das Wachstum noch ganz leidlich sein. Dass es 2015 und 2016 magerer wird, sieht man nicht in der Statistik, wohl aber in den Auftragsbüchern. Die Orders brechen weg, durch Krisen und Kriege vor der Haustür, durch Wackelbörsen und wiederkehrende Euro-Skepsis.

Ein Ende der geopolitischen Schrecken ist nicht in Sicht. Man ahnt, wie es weitergeht, selbst wenn die Brutalo-Terrororganisation IS vernichtet würde: Dann werden die vom Westen aufgerüsteten Kurden nicht ruhen, bis sie – quasi als Belohnung für den Einsatz gegen die Islamisten – einen eigenen Kurdenstaat im Nordirak ausgerufen haben. Das werden weder die irakische Zentralregierung noch die Nachbarn Türkei, Syrien und Iran mit ihren kurdischen Minderheiten hinnehmen. Dass es keine schnelle Perspektive für die Ukraine oder für die Konflikte im arabischen Raum oder in Afrika gibt, weiß jeder.

Schon wackelt Schäubles schwarz-rote Null im Bundeshaushalt 2015. Trotzdem bereitet die Koalition unverdrossen die nächsten Wunderwerke deutscher Regierungskunst vor: Einschränkung der Zeitarbeit, Beschneiden der Werkverträge. Die Versorgung und Bezahlung von Behinderten soll besser werden – menschlich löblich, aber auch hier geht es am Ende eher um zehn als um fünf Milliarden Euro. Dann kommt die Lebensleistungsrente. Die ist nicht nur unbezahlbar, sondern auch ungerecht gegenüber all jenen, die nur wenig mehr als die garantierten 850 Euro Rente bekommen, aber stets gearbeitet haben.

Eines ist gewiss: Sozialministerin Andrea Nahles, die schon die Rentenverteuerung und den Mindestlohn auf den Weg gebracht hat, wird sich nach diesen Herkula-Taten nicht bis zur nächsten Bundestagswahl in den sozialpolitischen Winterschlaf begeben. Dabei täte das uns allen gut.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein von Henning Krumrey. Permanenter Link des Eintrags.

Über Henning Krumrey

Henning Krumrey, Jahrgang 1962, ist stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Hauptstadtbüros in Berlin. Er studierte Volkswirtschaft und Politik in Berlin und Köln und absolvierte parallel dazu die Kölner Journalistenschule. Nach vier glücklichen Jahren bei der WirtschaftsWoche trat er 1992 in die Gründungsmannschaft des Magazins FOCUS ein. Fünf Jahren als Bonner Korrespondent folgten elf Jahre an der Spitze der Parlamentsredaktion. Im Frühjahr 2009 kehrte der Diplom-Volkswirt zur WiWo zurück. Hauptthemen sind nach wie vor Wirtschaftspolitik, die Regierungsparteien, die Kanzlerin und seine Kolumne "Berlin intern". Krumrey ist ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Kölner Journalistenschule. In seinen Büchern „Aufschwung Ost – Märchen oder Modell?“ und „Kinder – ein Luxus“ (mit Co-Autorin Nicola Brüning) befasste er sich früher als andere mit den wirtschaftlichen Aspekten der deutschen Einheit und der Familienpolitik. Bei öffentlichen Diskussionen in Rundfunk, Fernsehen und auf Podien streitet Krumrey gern für Redlichkeit, Marktwirtschaft und fairen Journalismus – kurz: ein altmodischer Mensch.

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Alle Kommentare [80]

  1. In einem Artikel in der Washington Post (von Matt O’Brien) kann man lesen:
    „Worse than1930s: Europe’s recession is really a depression.“
    Das denke ich auch.
    O’Brien setzt noch eins drauf und nennt den Euro eine grosse Katastrophe.

    Was würde aus dem Euro ohne die Injektionen der EZB, ohne die Finanzschubkraft
    Deutschlands?

  2. … angeblich sollen ja auch amerikanische firmen
    hitlers machtergreifung und folgegrössenwahn
    finanziell unterstützt haben, damit wäre der kreis
    dann wieder geschlossen.
    Tja ein unikum der weltgeschichte, amerikas super-
    weltmachtstellung unter anderem mit dem leid der europäer
    aus zwei vernichtenden kriegen „erkämpft“.
    Wobei der zweite WK ohne den ersten nicht zu erklären ist.
    Der ewige kreislauf: Vermögen-Macht-Gesetz-Gewalt,
    bis heute vom einfachen, kleinen, bequemen menschlein
    nicht durchschaut, „Haut den Lukas bis die Fetzen fliegen“.

    Viele Grüsse aus dem vorletzten Gefecht, Zamir

  3. Pampa,
    nun denn, sei doch nicht sooho kleinkariert und lass
    den karel „auch mal ran“.
    Sieh mal, die daitsche geschichte der letzten hundert jahre
    ist derart „grossartig und aufgemüpft“, da kommts nun
    wirklich nicht auf jedes detail an, odda?
    Lassen wir doch die zimtsoldaten aufmarschieren und
    mit’m trömmelsche und gesang marschieren wir den
    ganzen ooh duuhuu schöner weeesterwaald entlang,
    das hat doch was, ich „kriege“ schon widda gänsehaut,
    wie früher bei den wildwestfilmen kauwboys gegen indianer,
    mit john wayne und rock hudson in de haubtrolle, woll.
    Hooch, wie bin ich mit einem schuß wieder jung geworden,
    mir juckts und zuckts in sämtlichen gliedern, hoooachjeehee …
    Du allda spielvadärba?!

  4. Dann studiere doch mal die Geschichte des dritten Reiches, Geldmangel und Größenwahnsinnigkeit machten den Treiber zum Getriebenen, bis zum bitteren Ende.

    Als hätten sie damals alle nichts gewusst, das glaube ich nie im Leben, einzige Unschuldsvermutung wäre für mich größtmögliche Einfältigkeit.

    Du verstrickst Dich zunehmend in logische Widersprüche Karel.

    Gruß
    Pampa

  5. Ghost

    ich denke, die „Margot“ macht eigentlich nur das Beste
    aus den Hinterlassenschaften, die sie einst übernahm.

    Eysel,
    noch bevor der „Gröfaz“ wirkte,
    wirkten die vielen „Billionen“ nach, mit denen man das täglich Brot kaufte.

    Ursache und Wirkung….. lieber verschließen wir die Augen.

    Oder um mit Churchill zu sagen:
    Ohne das Eingreifen der „Ami´s“ (wie Pampa zu sagen pflegt)
    in den ersten Weltkrieg wären die verfeindeten europäischen Mächte gezwungen gewesen, einen Frieden auf Augenhöhe zu schließen.

    Wie so oft,
    erst nach den Auseinandersetzungen kann man erkennen,
    wofür sie gut waren.

    Naja, lieber verschließen wir die Augen. 😉

  6. das was karel da vollbracht
    passt irgendwie nicht in meinen schacht

    und Trumpf
    kenne die
    als ich noch klein
    war die frage wie
    kriegt man das programm
    in die laserstanze rein
    ohne Trumpf
    denn die waren zu fein
    kost viel

    dat moodel von trumpf (vieaageeraa)
    war schon immer
    (look auf paaampeeaaa)
    abhängigkeit zu generieren

    aber

    muß

    mann da mit machen

    im kaukasuß

    und wo sind die die dagegen halten

    now

    wau

  7. Eysel,

    mein „Miss“-Verständnis zu Columbus…..

    Columbus öffnete die Dose der Pandora…..
    Glaubten die Spanier, die Portugiesen, die Franzosen, die Briten, u.a.
    ihren Wohlstand in den Kolonien durch „Raub und Plünderung“,
    ähmmmm, ich meinte „Eroberungen“ zu mehren.
    Mußten sie mit der Zeit jedoch lernen,
    daß sie da nicht „Lemminge“ vor sich hatten.
    „Lemminge“, die eben ihre „Eroberer“ wieder dort hin schickten,
    wo sie her kamen.
    Und nun ist Europa eine „Kolonie“….. 😉
    Odda?

    Gruß
    karel

  8. Pampa,
    Auch die Europäer hatten ihre „große Pest“, die etwa 25 % der Bevölkerung dahinraffte.
    Erst viel, viel später starben sehr viele der Indianer an „Bleivergiftung“.
    Daß er Stamm der Chirokeesen heute den größten Anteil an den heutigen Indianern stellt, hat einfach damit zu tun, daß die „Bleivergiftung“ in den unendlichen und undurchdringlichen Weiten der Appalachen nicht sehr weit reichte. Andere Stämme wichen aus in die kanadischen Wälder.
    Auch sie haben jetzt gelernt, ihre wenigen verbliebenenen Rechte nicht mehr mit Waffen, sondern mit Hilfe der Justiz durchzusetzen.

  9. karel
    In Deutschland werden die Banken und ihre Manager doch milde abgestraft, wenn überhaupt, sie sind ja „systemrelevant“. In den USA, der Hochburg des Kapitalismus, ist das anders.

  10. Hat denn s’Ändschie schon mal in den letzten
    hunnert jooahr irgendetwas reguliert?
    Umgekehrt wird eine reinigungsmaschine
    draus, die wahren rädelsführer reichen unserer
    fussballbegeisterten kanzlerin die tontafeln
    mit den bestimmungen für die mindesthaltbarkeit-
    kriterien ihrer wünsche und subventionen.
    Das ist doch abba schnee von vorgestern, hooach …

  11. PIB kommt daher, weil ich im Alltag oft dreisprachig denke, schreibe und rede. Das geht sogar soweit, dass ich manchmal eine Konversation in deutscher Sprache plötzlich in Englisch oder Französisch fortsetze, ohne mir dessen sofort bewusst zu sein. Nur das irritierte Lächeln meiner Gegenüber alarmiert mich dann.
    Was im BIP enthalten ist, kann mir gleichgültig sein. Wie Du sagst, cash flow ist alles. Wir haben ohnehin keinen Einfluss auf die immens weise Politik in Berlin und Brüssel. Ich bin froh, dass mein Raumschiff schuldenfrei und gewinnbringend ist. Alles andere……..
    Mit Margot ist das Merkelchen gemeint; in Anlehnung an ihre ostdeutsche Herkunft. Aber irgendwie, ich weiss auch nicht weshalb, erinnert sie mich an die originäre Margot, wenngleich diese eine unkultivierte, mental steife Parteisoldatin war. Merkelchen hat immerhin promoviert, wenn auch in der Ostzone.

    Frage: hat Dir der Herstatt-Skandal damals nicht etwas den Elan fürs Bankgeschäft gemindert? Das war ja damals der erste grosse Bankencrash, ich erinnere mich noch genau. Das sind Vergleich zu Heute Peanuts, damals war auch noch weniger cash im Umlauf, es galten noch gewisse Regeln – die spätrömische Dekadenz hatte noch nicht wirklich begonnen.

  12. falls das pferd am nil
    die ii düül
    hat gestört
    so sei gehört
    es tut ihm nicht leid
    denn der nil ist braid

  13. „Und die Regulierung treibt die Kosten hoch“

    Jaja, werte Angie, so gewinnt man keine Freunde….

    Odda?

  14. Jaja, die Welt ist schlecht………

    Wie schreibt CAPITAL?
    DAS ENDE DER BANKEN…….. (wie wir sie kennen)
    Weiter:
    Die Finanzbranche erlebt den dramatischsten Umbruch seit Jahrzehnten.
    Banken müssen reihenweise Milliardenstrafen zahlen.
    Die Regulierung treibt die Kosten hoch.
    Die Niedrigzinsen lassen die Margen schmelzen
    Und digitale Angreifer zerstören das Geschäftsmodell.

    Und Mittelstands-Firmen wie der Trumpf-Maschinenbauer übernehmen
    mit ihrem Cash immer stärker selbst die Absatzfinanzierung bei ihren Kunden.
    Wie eben auch bei den Automobilkonzernen…….

    Jaja, die Welt ist schlecht…..
    Odda: Hochmut kommt vor dem Fall….. (sagte immer meine Oma)

  15. da hat pampa nicht gründlich rescherschiert
    wenn ghost schon mal nen witz serviert
    (freud haft im un bewußt)
    pib als particel in the box
    im gegensatz zum gobalen ox
    einfach mal umgekehrt
    und schon wird Es dem pferd
    aber wie üblich versteht dies keiner
    und dann wills natürlich auch keiner gewesen sein

  16. Ohohoh Eyss-Bienchen,
    ein wahrhaft profisionaler beitraach,
    welche ehre wird mir da zuteil?

    Immer wenn Dir soo goarnixx einfallern
    meecht, dann versuchst Du den/die
    diskussionsteinehmer nieder zu ringen,
    mit recht pri-miefen mittelchen, wie
    gut, dass Dein obendraufliegendes
    hirnskästchen eingemacht daherkommt,
    wie ein hering in Gelee, da merkste
    dann auch nixx mehr, ahahahahahaha.

    Wo waren nochmal Deine wüstensachgebiete?

    Viele Grüsse aus Trans-Zylvanien, Zamir

  17. Ohhhhhhhhh,
    ja, die Welt ist sooooooo schlecht!
    Das gute an dieser Welt ist, Zamir, du bist NOCH weit schlechter 😉

  18. Von den vielen, guten vorsätzen und geboten, die fast
    alle religionen dieser welt künden ist nichts geblieben,
    keine glaubensgemeinschaft befolgt auch nur im ent-
    ferntesten die grundthemen und essenzen ihrer eigenen
    vorgaben und kernideen.
    Die menschliche gemeinschaft dieser tage zerstört sich
    selbst in auseinandersetzungen und kriegen, bei denen
    es zu allererst um bodenschätze, absatzmärkte und
    einfluss-sphären geht.
    Menschliches elend, not, hunger und leid werden billigend
    in kauf genommen und eine jede partei wähnt sich im besitz
    der einen, gütigen und gütigen wahrheit.
    geht und um sonst nichts.
    Reichtum, Macht, Neid, Habgier und Profitsucht sind die
    alten und neuen Götter einer verlorenen und ausgebrannten
    Sippschaft, die sich wähnt alles zu können, alles zu wissen
    und am ende sich auch alles erlauben zu dürfen.

  19. Es ist vergleichsweise, als wenn ich die gewinnpartie von
    Arkadij Naiditsch (Deutschland) gegen den Weltmeister
    Magnus Carlsen bei der gerade zuende gegangenen Schach-
    Olympiade in Norwegen, auf meinem mit vier prozessoren
    bestückten laptop analysieren möchte, dabei aber die
    verwendbare Hyper-Threading-Technik ausschalte und
    nur mit einem kern die einzelnen züge errechnen lasse.
    Eben vollkommener blödsinn und nutzlos noch dazu, da
    die vorhandenen möglichkeiten und ressourcen brachliegen
    und ungenutzt verpuffen.
    Aber gerade dies ist hochkapitalistische produktions- und
    verwertungstechnik, nach veralteten mustern wirtschaften,
    organisieren, produzieren, verwalten und finanzieren,
    siehe die sitaution derzeit weltweit.
    Hocheffektive technologische IT-Systeme und maschinen
    werden entwickelt und in den produktionsprozess eingebunden
    und dem gegenüber steht ein riesiges heer menschlicher arbeitskraft,
    das „verwelkt“ und dem arbeitsprozesse fernbleiben muss,
    nur weil einige nichtskönner und dummköpfe nicht die fähigkeit
    besitzen, die gesamten, sich bietenden möglichkeiten auszuschöpfen
    und systeme zu schaffen, die allen menschen ihre würde gibt,
    sie dazu zu befähigen, dass sie ihren eigenen lebensunterhalt
    bewältigen können.
    Wir sollten von daher die superoberunfähigkeit der elitären Schlamper
    messen, wiegen, errechnen und ähnlich der aktienkurse, in kürzeren
    zeitabständen zur schau stellen, dann würden wir so trauerisch das
    auch klingen mag, nicht mehr aus dem gelächter und gejohle herauskommen.

    Schönen Gruss aus Rüdesheim, Zamir

  20. Was wollen wir denn messen, wenn mehrere Millionen Menschen
    Im D-Ländle nicht aktiv am Prozess des Erwirtschaftens
    teilnehmen „dürfen“, sondern im krassen Gegensatz auch
    noch mitdurchgefüttert werden?
    Wenn wir völlig verkrustete Arbeitsmarktstrukturen haben,
    ein steuerliche Ungleichheit, wie noch nie und enorme
    Aufwendungen erbringen für eine völlig verkorkste Energiewende?
    Die Vermögensanteile der wirklich Reichen in unvorstellbarem
    Maße seit der Finanzkrise gewachsen sind, unsere gesamte
    Infrastruktur seit Jahrzehnten grottenschlecht vor sich hin dümpelt.
    Bildung und Ausbildung auf einem sehr niedrigen Niveau sich
    befinden und die Staatsschulden uns die Gestaltungsmöglichkeiten,
    politisch sowie wirtschaftlich stark eingrenzen?
    Aber ansonsten geht es Euch, inklusive unserer Hosenanzug-
    Lichtgestalt, vermutlich außerordentlich guuud.
    Na dann bin isch ja beheruhuischdd.

    Viele Grüße von den völlig verweichlichten Wirtschaftswissens-
    Schlachten, Zamir

  21. Ghost,

    zum einen, wer ist denn Margot Merkel und zum anderen, was bitte soll das PIB sein? Also ich nehme an, mit Margot ist uns Angie gemeint und mit PIB das BIP.

    Das ganze ist eine europäische Änderung der Berechnungsbasis des BIP, ohnehin recht willkürlich und wurde ursprünglich bei uns nach WK2 von den Amis mal eingeführt, um zu messen, was von der Wirtschaftsleistung nach dem GröFaZ noch übrig war (das war ein wahrer Held der Staatsinflationierung, alles auf eine Karte, alles oder nichts, ansonsten, oder … dead or alive), das kommt nicht von Merkel.

    Aber Ghost, ob Wirtschaftsleistung legal oder illegal erzeugt wird, spielt statistisch prinzipiell mal keine Rolle. Interessant wäre, um wie viel Prozent die Wirtzschaftsleistung schrumpfte, würde nur noch gemacht, was legal ist. Der Bausektor käme wohl ad hoc völlig zum Erliegen, eigentlich, nun … ein wahrer Diplomat ist ein Mann, der zweimal nachdenkt, bevor er nichts sagt. (Churchill)

    Saubere Berechnung des BIP, an welchem See selbst Du doch gleich? Korruption italienischer Beamter konnte man nach der Abgabenordnung und auch mit umgekehrter Maßgeblichkeit im HGB noch bis vor gut einem Jahrzehnt steuerlich als Aufwand aus Gewinnerzielungsabsicht geltend machen. Frag mal Karel, in den guten alten Zeiten, war selbst die Gesetzgebung noch aufrichtiger. 😉

    Ja ja, früher in den guten alten Zeiten, war doch alles, selbst die Zukunft, auch noch besser. Im TV wurde nicht geraucht und nicht gesoffen, die Madel waren noch sittsam angezogen, ich rauchte noch nicht und hatte nichts mit Mädchen, und dann, 1975 unter Brandt und FJS, wurde ich eingeschult. Später dann, als junger Analyst, musste ich miterleben, wie u.a. Roche wegen Preisabsprachen verurteilt wurden. Die Börse strafte sie nur kurzfristig ab. Ein älterer, abgewichster Analyst meinte zu mir, warum die Aufregung, gut, dass sich kriegen ließen, spricht nicht für die Managementqualität, aber was sie dafür letztlich bezahlten, clever gemacht, STRONG BUY!

    Das war auch so, kurze Irritation, dann ging die Post ab …

    … was genau dürfte Deiner Ansicht nach denn im BIP drin sein und was nicht? Welches Schweinderl hättens denn gern? Möchtest Du die Wirtschaftsleistung hedonistisch berechnen, oder lieber nicht? Ist ein Computer von 1975 dasselbe wie einer von 2014?

    Das alles ist Geschmackssache Ghost, hat da Hund gsoagt und der Katz an Oarsch ausgschleckt. Es geht doch nichts über Cash Flow. 🙂

    Gruß
    Pampa

  22. Neuer Wohlstandsindikator…..Da lachen ja nicht einmal mehr die Hühner.
    Margot Merkel plappert mal wieder etwas nach, was Europa-Technokraten ausgebrütet haben, nämlich dass auch kriminelle und halbseidene Aktivitäten ins PIB einfliessen sollen, wie etwa die der Cosa Nostra und anderen. Warum auch nicht, denn die Daten für das objektiv einigermassen messbare PIB werden wohl weiter nach unten gehen.

  23. Zamir,

    auf der Erde wächst nichts nach, wer hat Dir denn das verklinkert? Mehr wird die Erde nur bei Meteoriten-Einschlag, an Masse jedenfalls.

    Asche zu Asche, Staub zu Staub, erwähnte ich schon, dass ich Win in Wasser verwandeln kann?

    Die junge Generation hat auch heute noch Respekt vor dem Alter, jedenfalls bei Wein, Whiskey und Möbeln.

    Gruß
    Pampa

  24. Hört Ihr Leut‘ und lasst mich klagen:
    Im Prinzip leben wir ab heute auf Pump, weil die nachwachsenden
    Ressourcen der Erde nicht mehr zur Verfügung stehen.
    Die Erde ist von daher ab heute nicht mehr verfügbar, weil diese
    erneuerbaren Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht sind=
    Erdüberlastungstag.
    Nun denn, was sagen die hier verfügbaren doktoren, professoren
    und hotelpreisträger aller schattierungen dazu?
    Wenn doch die bedürfnisse des menschen angeblich
    unbegrenzt sein sollen, laut urschleim-wirtschaftswissensverschachtlern?!

    Aber meine herren, doch nicht alle auf einmal, contenance …

  25. Jaja Eyss,
    Himmel und Hölle, das sind auch solche erfindungen
    für das einfache Leberwurstbrot mit Sämbft bestrichen.
    Die allerersten märchen-verzähler hatten noch sooviele
    freiheiten, dann später im Neueren Testament wurden
    dann die einfachen menschen schon argwöhnischer, gelle.
    Des menschen glaube macht den himmel weich …

  26. Nuuu iss ja klar ne, nach all den Eurigen, feurigen Kommentaren
    endet mit der Entdeckung Amerikas die Entwicklung des Menschen,
    sie geht gewissermaßen rückwärts, Richtung Schweinzeit, ohohoh.

    Viele Grüße vom kleinen Menschlein aus der Reh-Torte, Zamir

  27. „In der Hölle ist man weit ehrlicher …“
    😉 😉 😉
    Aber Pampas, leben wir nicht im Himmel???
    Genau dem Himmel den Mephisto
    – in Gestalt von Angela und Co. –
    dem „Volk“ versprach??? 😉 😉 😉