Neid-Storm

Die Bundestagswahl wird zur gesamtgesellschaftlichen Neiddebatte. Der Streit um Peer Steinbrücks Honorare ist erst der Anfang.

Es gibt wenige Politiker, denen man so gerne zuhört, dass man dafür bezahlt. Peer Steinbrück ist einer von ihnen; mit der Melange von grandios überspitzter Rhetorik, auf Bestellung abrufbarer Empörung und vor Wut zuverlässig zitternder Stimme hat er eine seltene Kunstform perfektioniert: die Publikumsbeschimpfung. Denn er redet den zahlenden Bankern nicht nach dem Mund; er haut ihnen ihre Sünden so krawallig um die Ohren, dass sie sich lustvoll im Versagen baden, sich nach einer masochistischen Stunde der Selbsterniedrigung bis zur Selbstgeißelung, aber auch so gereinigt und geläutert fühlen dürfen, dass sie weitermachen wie bisher. Kein Wunder, dass Steinbrück einer der bestbezahlten ambulanten Vortragskünstler werden konnte, und vermutlich ist es das, was seine parteiinternen Gegner ihm noch mehr neiden als Geld und Würden. Andrea Nahles weiß, dass sie einem Publikum eher Geld anbieten müsste, damit man ihr zuhört.

Es ist die Ironie der Geschichte, dass Großverdiener Steinbrück plötzlich mit Vorwürfen kämpfen muss, die wie ein Echo seiner eigenen Schmähungen klingen. Man muss sich nur seine Gier-Attacken auf Banker, Unternehmer und Manager anhören; seine Angriffe auf Besserverdiener, vermeintliche Steuerhinterzieher und Steuervermeider, um sich vor Lachen zu krümmen, wenn jetzt seine Honorare nachgerechnet werden. Seinen Spruch, dass „Transparenz nur in Diktaturen“ möglich sei, können ihm alle entgegenhalten, deren wirtschaftliches Handeln gerade von Steinbrück prinzipiell unter Generalverdacht gestellt wird und die schon als Schwerst-Tatverdächtige gelten, wenn sie nur ein Konto in der Schweiz ihr Eigen nennen. Klar soll jeder brav die Steuer zahlen, die er zahlen muss; aber unter dem Finanzminister Steinbrück hat jene verbissene Jagd auf angebliche Steuerhinterzieher und Schwarzgeldschufte begonnen, bei der man den Eindruck hat, Steuern zahlen sei noch wichtiger, als überhaupt Geld zu verdienen und Arbeitsplätze zu schaffen. Steinbrück hat gehörig dazu beigetragen, dass sich das Bewusstsein nach links gewendet hat: Was verdient wird, gehört danach nicht mehr dem, der dafür arbeitet und davon gefälligst Steuern zu bezahlen hat – sondern was verdient wird, gehört dem Finanzamt, das großzügigerweise noch einen Restbetrag zur privaten Verwendung zuteilt.

Dafür werden die Fakten verbogen: 2007, im Jahr vor der Finanzkrise, wurden in Deutschland 538 Milliarden Euro an Steuern abkassiert. In diesem Jahr werden es mehr als 600 Milliarden sein. Obwohl der Staat im Geld schwimmt, lamentieren die Steinbrücks aller Parteien aber immer über den finanzklammen Staat. Selbst der Armutsbericht der Bundesregierung konstatiert, dass der Trend zur zunehmenden Einkommensungleichheit seit 2006 gestoppt sei und dass es gerade bei den niedrigsten Einkommen bergauf gehe. Trotzdem leiten daraus auch CDU-Politiker wie Ursula von der Leyen ab, dass die Abgaben erhöht, Vermögende hart bestraft und noch weit mehr umverteilt werden müsse: Dabei beginnt der regierungsamtliche Reichtumsbegriff schon beim Monatsgehalt von 6000 Euro. Kurz, Leistung darf sich nicht mehr lohnen, noch weniger Netto vom Brutto – der Königsweg zum gesellschaftlichen Wohlstand. Steinbrück hat ausgerufen, wovon er jetzt persönliches Opfer werden könnte: eine gesellschaftliche Neiddebatte, die im Wahlkampf gut funktionieren könnte. Darunter leidet das sogenannte bürgerliche Lager. Die jetzt geforderte Transparenz der Abgeordneten bis auf den letzten Cent trifft ja kaum Sozialdemokraten, deren Alimentation durch den öffentlichen Dienst ohnehin transparent ist – es trifft die Parteien, in denen noch der eine oder andere Unternehmer oder Freiberufler arbeitet, die nicht ihr persönliches Einkommen, aber die Daten der Firma bewahrt wissen wollen.

Gerechte Buße, wenn jetzt die Revolution der Umverteilung einen ihrer Verursacher frisst?

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Alle Kommentare [421]

  1. Eysel

    du verwechselst Bionik mit Bioökonomie.
    Du schwurbelst was das Zeug hält um dich zu rechtfertigen für dein galliges Temperament und deine hypothetischen Irrgänge ..
    Selbsterkenntnis ist der erste Schritt der Wissensvermittlung – man sollte schon wissen wovon man redet .. 🙂 🙂

  2. Aversion…kann ich gut verstehen. Man prügelt halt den Boten vom Ponyhof … falls er Unerwünschtes bringt.
    Reite weiter im Kreise.

    Aber Eysel
    du überschätzt dich mal wieder.
    Du bist einfach ein Mensch ,der sich selbst bloßstellt, indem er andere Personen bloßstellt – sich selbst darstellen möchte als überlegenes Mitglied der Gesellschaft , was ihm aber leider nicht glaubwürdig gelingt ..
    Wie sich das anfühlt solltest du ab und zu auch mal selbst spüren. Wie schon gesagt ,DU lieferst die Vorlagen .. öffentlich und musst dich damit abfinden , dass man / ich darüber reflektiert. Dafür schreibst du doch hier – oder ?

  3. Achso, Tanzkurse habe ich mehrere besucht. Das soll nicht heißen ich könnte das besonders, es hatte ganz andere Gründe, warum ich das tat. 😉 Ich nehme an, dass Du Dir vorstellen kannst, welche Gründe das hatte, blonde, brünette, rot- und schwarzhaarige Gründe, das ist so ähnlich wie bei Sprachkursen, ähm.

    Was tut Mann nicht alles zum Fortbestand der Zivilisation. 😉

    Gruß
    Pampa

  4. @Eysel
    „In the long run we are all dead.“ (J.M. Keynes)

    Das fällt mir immer ein, wenn ich mir die Argumentation der meisten Ökonomen anhöre. Mir kommt das immer so vor, als wollte man beim Schach einen Bauern gewinnen unter Inkaufnahme sich dabei die strategische Gestalt zu versauen, aus der langfristigen Balanz und Stabilität zu geraten, bis die Stellung kaputt und unhaltbar ist.

    So ähnlich sieht das volkswirtschaftliche Resultat in den meisten Industriestaaten ja auch heute aus, inklusive Verschuldung Oberkante Unterlippe und degenerierten, vollkommen ineffizienten Strukturen.

    Das wird ja nicht besser, es wird immer schlimmer.

    RTY schreibt a im neusten Kommentar ähnlich Gelagertes. Politik lebt doch in der besten aller denkbaren Welten und kommt dennoch langfristig gedacht nicht zurecht, baut Risiken auf, die im Prinzip kaum tragbar sind.

    1964! war der Höhepunkt der Babyboomer. Der Peak unserer Gesellschaft ist also um die 48. Nun rechne mal 20 Jahre und überlege, was der kommende Prozess für uns bedeuten wird. Noch stehen wir voll im Saft, was aber wird dann kommen, nach und nach?

    Das wird aber ausgeblendet, bewusst oder unbewusst, verdrängt. Oder siehst Du irgendwelche Weichenstellungen, die darauf Bezug nehmen, unser demographisches Problem auch nur ansatzweise diskontieren, in einen gesellschaftlichen Net Present Value einrechnen? Ich nicht.

    Greg steht imho irgendwie im Dilemma. Sein Job ist nunmal Dinge zu simplifizieren, allgemein verständlich zu halten. Dinge unnötig zu komplizieren ist mir auch ein Graus, das führt zu nichts. Andererseits läuft man Gefahr die Dinge einfacher wahr zu nehmen, als sie sind, Problemstellungen damit inhärent auszublenden. Das ist nunmal ein schmaler Grat.

    Aber wo wir gerade dabei sind, Greg versuchte dieser Tage mal Dinge von Dir vereinfacht zusammen zu fassen, wobei ich jedenfalls überhaupt nicht erkennen konnte, dass Du das so gesagt hättest. Eigentlich dachte ich mir, au weh, jetzt geht er (Du) hoch, kam dann aber wohl etwas mit Verspätung. 😉

    Übrigens leuchtet mir noch immer nicht ein, was die ganze Marktdiskussion sollte, alles so schwammig. Aber ich muss ja nicht alles verstehen.

    Gruß
    Pampa

  5. Warst du mal in einer gescheiten Tanzschule Pampa?
    Oder hast du GLEICH den „pelvis“ gegeben? 😉
    Weißt, was ein „one step“ ist? 😉
    Egal.
    So was rhythmisch Simples zum Tanz.
    Weißt du was ein Erstrundeneffekt ist?
    Klar, weißt du.
    Greg würde jetzt sein lexikographisches Wissen mit großer Geste auf den Tisch legen, von Lohnerhöhung und Preiserhöhung erzählen, das mit 17 Fachausdrücken aus deine Terminologie „würzen“ und feststellen, dass das in einer zweiten, dritten … Runde zu einer „Spirale“ führt.
    Darauf, dass sein Regulierungswahn zu einer ganz analogen Spirale führt, das würde er an Hand von unwesentlichen Detail zu bestreiten versuchen.
    – One Step thinking. –
    Worauf ich mir was einbilde,
    es sei hier geäussert obwohl es mir mit Sicherheit ne MENGE … Kommentare einbringt, ist mein Denken in Systemen, speziell in Analogien aus bzw. zur Naturwissenschaft.
    Das eher FRAGEN zu stellen, als Antworten zu wissen.

    Selbstverständlich ist die Aufgabe die VWL sich gestellt hat äusserst komplex und damit extrem anspruchsvoll.
    Im Grunde weit anspruchsvoller sogar als manch physikalisches Problem bei dem es durchaus ERLUBT sein KANN, es isoliert zu betrachten. Was in VWL SINNVOLL so gut wie nicht möglich ist.
    Auf Grund der Komplexität in VWL ist für „einfache Menschlein“ jede denkbare Bescheidenheit gefordert. Was ich bei Greg vermisse ist im Grunde die Bescheidenheit. Dass er, seine Disziplin erst mal sagt „ich weiß, dass ich nichts weiß“ und trotzdem versucht ein paar Vorschläge zu machen, wie es sein KÖNNTE.
    Stattdessen erweckt er schon dem Tenor nach den Eindruck
    den Stein der Weisen mindestens HALB schon ausgegraben zu haben.
    Da sind die VWL-Amis (mein Aufhänger der letzten Tage) wesentlich bescheidener als auch WEITER!
    Das Kommitee in Stockholm ehrt die Preisträger klugerweise auch immer NUR für den BEITRAG den sie geliefert haben.
    Niemals für das WISSEN das sie geliefert haben.
    Ein feiner und wichtiger Unterschied.

    Ähnlich wie Greg ist Zamir.
    Der offensichtlich fern JEDER Wissenschaft ist,
    -was keineswegs „schlimm“ ist –
    sich seinen Reim macht,
    – sein gutes Recht –
    in seiner Begeisterung jede Menge inkonsistentes Zeug fabuliert das zwar ganz nahe an dem ist was Viele FÜHLEN,
    dabei aber nicht bemerkt, dass sein ganzes „Gebäude“
    – realisierte man es denn – schon im zweiten Schritt ein Fiasko erleben würde WEIT größer als der BER.
    – Und das will – weiß Gott – was heißen 😉

  6. Danke Eysel. Nun, wie meine Frage gestellt war, ist mir schon klar. Ein paar links eingefordert, auf das Du Dir sagen wirst, lies mal drei Meter meiner Bibliothek. Mehr als Einstieg geht ja nicht, Grundlagen, ein bisschen was von Chemie, Bio, Physik, Mathe etc. kannst Du aber als bekannt voraussetzen. 😉

    Übrigens darfst Du mich auch einen Grünen nennen, nur nicht politisch. Der Schutz meiner Umwelt liegt mir durchaus am Herzen, ich verwüste auch nicht meinen Lebensraum oder den meiner Mitmenschen. Wie käme ich auch dazu?

    Allerdings sehe ich nicht so wirklich, wie grün die Grünen sind. Kannst Du ja mal versuchen, mit einem Grünen zu diskutieren, wie man artgerecht Schweine schlachtet oder Lämmer schächtet. Viel Spaß dabei!

    Lauter Ideologen Eysel, wenn Du mich fragst, die meisten ziemlich weltfremd.

    Sei nicht härter als ich mit VWlern. Die gestellte Aufgabe ist nunmal extrem komplex. Ist das ein Grund zu sagen, na dann lassen wir es gleich bleiben? Natürlich nicht! Aber strikt wissnschaftlich muss das für rer.nats natürlich ein Graus sein. Unterschätze nicht Ökonometriker wie meinethalben Ochsenfels, das sind mathematische und methodische Tiere, Analytiker durch und durch. Aber das ändert natürlich nichts an der mickrigen Datenbasis der letzten, wenn überhaupt, letzten hundert Jahre. Da wächst eben Lambda … 😉

    Gruß
    Pampa

  7. Ich kann es einfach nicht lassen 😉
    @ Zamir
    ich bewundere die Stabilität der Bretter und Nägel vor deinem Kopf. Ebenso wie die Enge des Lichtspaltes den deine Scheuklappen noch durchlassen.
    Sicher ein Markenprodukt aus Natur-Elitenproduktion 😉
    Vermutlich genau eines dieser Naturprodukte,
    die dafür sorgen, das Oben nach oben kommt.
    Dass Unten nach unten gelangt.
    Und ich behaupte, es ist ganz gut so.
    Denn Anders, oder gar wenn Unten oben wäre
    und Oben unten wäre WEIT schlechter.
    Weshalb auch im globalen Verfahrens-Experiment
    sich heraus gestellt hat, dass die Herrschaft des Pöbels
    mit Abstand das kürzeste Verfallsdatum hat.
    Und wir alle würden andauernd Verdorbenes essen müssen.
    Schon mal dran gedacht???

  8. Der Markt wurde erfunden
    Wer hats erdacht
    jetzt wird er geschunden
    zum Zwecke der Macht
    regeln tun immer die Kleinen
    gottgegebenes sein ist der Einen

  9. @ Rand
    deine Aversion gegen Alles was und sogar wie ich es sage
    kann ich gut verstehen. Man prügelt halt den Boten vom Ponyhof … falls er Unerwünschtes bringt.
    Reite weiter im Kreise.

  10. Tut mir leid Pampus,
    da fällt mir nix dazu ein.
    Schnelles googeln brachte mir auch nur das allerdings grundlegende Rechenberg Experiment.
    1964!!
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46176161.html
    An dem Satz
    „Das mathematisch-technische Ausleseverfahren, das Rechenbergs erfolgssicherem Flugzeug-Roulette zugrunde liegt, hat sich bereits seit mehreren Millionen Jahren vorbildlich bewährt:“
    wird vielleicht deutlich wie ausgesprochen plump und wahnsinnig arrogant verbohrt der Ansatz ist, aus den bestenfalls 100 Jahre alten „quasi isoliert in Luft schwebenden“ Modellen der VWL Regularien ableiten zu wollen die besser sind als Natur in Millionen von Jahren
    mit quintillionene von Versuchen die das GANZE System berücksichtigen.

    So betrachtet:
    Nenn mich nen „Grünen“
    und ich stimme dir begeistert zu 😉

    Die Lösungen der Natur beobachten
    und daraus UNVOREINGENOMMEN das Beste machen.
    Und nicht verbohrt arrogant behaupten
    an Hand von irgendwelchen menschengemachten quasi synthetisch-moralischen WÜNSCHEN besser sein zu können als Natur mit ihren Millionen von Jahren Zeit und Hekatomben von Versuchen.
    Diese verbohrte Hybris ist es die mich aufregt.
    Eine Hybris die man bei mittelmässigen Geisteswissenschaftlern oft findet. Einem übermütig werdenden Rer.Nat. dagegen wird sie schon sehr bald von Mutter Natur mit heftigen Prügeln ausgetrieben.

  11. @ randnotiz,

    nun wird es zeit, dass Du endlich einmal kapieren lernst, dass es
    menschen gibt, die aufgrund ihres riesengrossen
    studifizierungsaufkommens, sämtliche weisheiten
    dieser welt, mit riesigen suppenkellen, sich haben
    einschenken lassen.

    Ohne irgendwelche titel im gepäck hast Du da
    so gut wie kaum eine schanze, so sagt jeder lebenslauf
    schon bei der geburt, wer, was, wo, wie, wem, wann
    sagen darf, einfaches und verständliches regelwerk, odda?

    Schönen Gruss von der Landesbildungsstelle, Zamir

  12. mit dem du nichts anderes suchst als Schlichte zu beeindrucken ..

    DAS ist eine persönliche Unterstellung mit einer Vermutung von Motiven der anderen Person .
    Ende des Dialogs,Beginn der Spekulation .

    Eysel kapiert das einfach nicht. Deshalb kein Gesprächspartner, sondern nur Gesprächsgegner.
    Und wer schwurbelt : das entscheidet nicht Eysel, sondern der werte Leser.

    …wie immer – wen willst du eigentlich beeindrucken ? Die Schlauen ?

  13. Breiter gefasst stellt die Bionik eine Denk- und Vorgehensweise dar, die Technik, Mensch und Umwelt stärker zusammenbringt .
    so what´s wrong ?

  14. @Eysel
    Kannst Du mir (uns) etwas bezüglich Bionik empfehlen, zwei, drei links?

    Bedenke wir sind Anfänger diesbezüglich, es sollte also etwas rudimentärer sein. Der Mensch strebt, solange er lebt. 😉

    Gruß
    Pampa

  15. @ Greg
    „“Warum sollte man Markt, Marktgeschehen wie ich es versuche nicht AUCH einmal im Sinne von Bionik betrachten dürfen?”
    Weil Du dann sämtliche Eingriffe in Märkte befürwortest“
    Wieso fordert bionisches Denken Markteingriffe???
    Google mal Bionik!!!
    Also …
    entweder du bist mir intellektuell 700 Schritte voraus,
    oder du hast keine Ahnung wovon ich rede,
    oder das ist grotesk verschwurbelnder Unfug
    mit dem du nichts anderes suchst als Schlichte (nicht den Steinhäger) versuchst zu beeindrucken.
    Wo ist da auch nur irgendein logischer Zusammenhang???
    Woher nimmst du, dass auf Grund von Bionik Jeder macht was er will? Und ich das sogar will, befürworte???
    Darüber hinaus:
    Hab ich etwa nie von Leitplanken gesprochen?
    Hätte ich gesagt, dass Natur keinem Plan folgt?
    Nur weil du nicht mal ne grobe Ahnung hast von den Vorgängen in der Natur folgt sie weder einem Plan noch ist sie deshalb undurchschaubar.
    Menschen sind nicht NUR von Natur aus skrupellos.
    Hier widersprichst du deinem Satz „jeder macht was er will“ der Skrupellosigkeit unterstellt.
    Entweder Hirnspaghetti oder indoktriniert oder verzweifelt.

    Also Greg, ich denke,
    ich hab einen Fehler gemacht.
    Gehofft, dass ich hier eine Umgebung finde in der ich ein anspruchsvolles Thema – den Hintergrund von Roths Gedanken – aufwerfen kann und klischee-ARM diskutieren kann. Ich irrte mich.
    Nicht schlimm, wenn du meine Gedanken ignorierst.
    Weit schlimmer, Roths Gedanken nicht zu verstehen zu WOLLEN. Behaupte ich.
    Schubladen über und unter Schubladen.
    Ende Fahnenstange.
    Abseits dessen … Fehlanzeige.
    Lassen wir es.
    Unterbreite weiter DEINE so inkonsistent gestrige wie hochanmassende als auch Roths Anregungen und den Menschen letztlich ignorierende Lehre von der Regulitis.
    Ich hab genug davon.
    Du weißt,
    wovon Oma sagte, dass es auf einem Holz wächst.

    Zu letztem Satz:
    Wenn das Nachdenken über sich selbst zu der Anmassung führt, dass die eigenen Maßstäbe Absolutheitsanspruch in Form von Moral bekommen, dann ist das eine Krankheit namens Hybris. Selbst wenn man damit voll auf der Höhe des veröffentlichten kollektiven Wahns ist.

    Gute Nacht.
    In doppeltem Sinne.

  16. Lieber Greg,

    irgendwie kann ich mir nicht helfen, Du scheinst bezüglich Märkte seien von Menschen gemacht, das könne man ja sozialverträglich irgendwie ummodellieren hoffnungslos romantisch veranlagt zu sein.

    Es gibt jede Menge von Regulierungen und jeder Eingriff darin bedeutet ein unüberschaubares Risiko, vor allem für diejenigen, die in der derzeit bestehenden Regulierung nicht fit sind.

    Bedenke das mal bei Regulierungsänderungsvorschlägen aus gut gemeinter Absicht. Jeder Eingriff stellt ein Risiko für Unfitte mit Halbwissen und eine Chance für Bewanderte dar, wenn es denn überhaupt global abgestimmt geht. Bedenke ferner den Faktor Zeit. In der Übergangszeit reißen die Wölfe reihenweise Häschen, das gibt regelmäßig wahre Blutbäder.

    Nachher heißt es immer wieder, so haben wir das aber nicht gewollt.

    Übrigens hätte ich Ghost ähnlich geantwortet, hörte ich richtig, dass da bei Dir auch Max Profit durchklang? 😉 Ganz einfach, aber nicht von Menschen gemacht, der Mensch ist nunmal so.

    Akzeptiere es oder nicht, jedenfalls respektiere es, sonst wird es meist teuer. 😉

    Gruß
    Pampa

  17. @Eysel:
    „Warum sollte man Markt, Marktgeschehen wie ich es versuche nicht AUCH einmal im Sinne von Bionik betrachten dürfen?“

    Weil Du dann sämtliche Eingriffe in Märkte befürwortest 🙂

    In der Natur wird der Hase nicht gefragt, ob der Fuchs in Fressen darf. Füchse diskutieren keine Fangquote für Hasen. Der Blitz schlägt ein, wo immer die Quantenladungen es vorgeben. Asteroiden stürzen auf die Erde. UV-Strahlen bringen die DNA durcheinander.

    In Deiner „alles ist ein Markt“-Welt, macht jeder was er will. Es wird ständig ausprobiert, ohne Rücksicht auf Verluste oder Konsequenzen.

    Prima, warum sollten Menschen nicht dasselbe tun? Das ist nach deiner Argumentation ein evolutionärer Prozess. Also können wir doch tun, was wir wollen, weil alles mit allem Zusammenhängt und die Natur auch keinem Plan folgt.

    Nun können Menschen über sich selbst nachdenken. Damit geben wir uns die moralische Verpflichtung, Dinge anders anzupacken als die Füchse. Und das tun wir. Menschen haben die Idee des Tausches von Eigentum erfunden.

  18. @ Rand 12:00
    kann es sein,
    dass du – wenn du schon Darwinismus sagst –
    eine Vorstellung von Evolution hast,
    die eher von weit verbreiteten Vorurteilen geprägt ist,
    als dass sie etwas mit den Gegebenheiten zu tun hat?
    Gegebenheiten, Möglichkeiten, das ist „Markt“ … m.E.
    Natur hat eine verdammt gute Möglichkeit aufgezeigt,
    daraus – über den Umweg Mensch – daraus sowohl die Wasserstoffbombe als auch das Penicillin entstehen zu lassen.
    Ist das NIX?

    Kann man den evolutionär entstandenen Instinkt von Hase und Fuchs nicht EBENFALLS als „Vermittler“ verstehen?
    Muss „Vermittler“ ein Mensch, eine menscjliche Institution sein?

    Ist es Roths Absicht besonders VIEL
    oder besonders GEEIGNET zu regeln???
    Geeignet ist was Effzienzen hebt,
    oder was besobders aufwändig geregelt ist???

    Worum es Roth geht,
    worum es im Sinne von bestem Gesamtnutzens IMMER gehen sollte ist das Zusammenführen von Bedingungen die „Synergien“ bringen. Sodass 1+1 ein KLEIN wenig mehr als 2 wird.
    Nur im klassischen engen Sinne ein Angebot und eine Nachfrage zu matchen ist womöglich eine ZU ENGE Auslegung.Siehe Ringtausch von Nieren bei Roth.
    •••
    @ Rand 12:06
    Was du als sachlich bezeichnest mag dir so vorkommen.
    Ist es das für Andere zwingend auch?
    Kannst du dich etwa freisprechen von jeglichem Versuch
    jeglicher Hoffnung Andere zu überzeugen?
    Ich würde es dir nicht glauben.
    Welchen Sinn hätte rein frontaler Austausch von Meinungen
    ohne jede Hoffnung auf ein Ergebnis???
    •••
    @ Greg 12:24
    „ob ein Markt a) ein natürlicher Urzustand ist, in den den Menschen nicht eingreifen sollte
b) ein von Menschen gemachtes Hilfsmittel mit von Menschen gemachten Regeln ist“
    Ein lohnendes Thema.
    Theodizee, Oikodizee.
    Ich sage und meine das ganz unreligiös, ganz „ungrün“, ganz pragmatisch erfahrungsorientiert :
    Mensch sollte ausgesprochen vorsichtig damit sein etwas besser machen zu wollen als im weitesten Sinne Natur (oder eine zivilisatorische Entwicklung) uns das anbietet.
    Es hat sich beim Übergang vom (rel.) einsamen Nomaden zum Ackerbauernum, zur Verstädterung (als MIT einer der großen Vorteile) im Laufe von Jahrtausenden herausgestellt, dass Arbeitsteilung (outsourcing) Spezialisierung + Transaktion in der Regel effektiver sind als als Raub und „Köpfe-einschlagen“. – Ein zweifellos evolutionärer Vorgang. –
    (Was sich AUCH eingestellt hat ist – bei aller grassierender Technikskepsis – gleichfalls ein gewisser Machbarkeitswahn aufgrund vielfältiger SCHEINBARER menschlicher „Siege“ über Natur. Eine merkwürdige Melange von diversen Gegenläufigkeiten die Tiefenspsychologen und Neurowissenschaftler bereits beschäftigt.)
    Deshalb plädiere ich dafür primär „bionisch orientierte Verfahren “ zu entwickeln.
    Wobei einer nicht unbeträchtlichen Zahl von Menschen nicht klar sein dürfte, was Bionik ist und dass „Technik“ sich seit längerer Zeit schon immer mehr derart orientiert.
    Warum sollte man Markt, Marktgeschehen
    wie ich es versuche nicht AUCH einmal im Sinne von Bionik betrachten dürfen?Die Natur macht keine Sprünge und wo sind Sprünge in der Entwicklung des Menschen als Teil der Natur? Was spricht dagegen den Gedanken auf sene Schlüssigkeit zu untersuchen? Mir fällt – ausser der menschlichen Hybris die Menschen zum Sonderfall deklariert kein Grund ein.

    Dein immer wiederkehrendes Statement dass Marktgeschehen ZWINGEND zu kontrollieren sei, lediglich das Wie zu diskutieren ist zweifellos „zeitgemäss“.
    Für unvoreingenommen halte ich es nicht.
    Ganz im Gegenteil.
    Das Apfelbäumchen-Exempel ist sicher ein Gängiges.
    Roths Ansicht „Marktgeschehen“ weit weiter zu fassen ist dir sicher trotzdem nicht entgangen.

    @ Greg 12:47
    es ist zu kurz gesprungen zu sagen, die Anpassung sei einseitig. Sie ist es lediglich, wenn man den Blick für alle weiteren Schritten verschließt.
    Alles hängt mit Allem zusammen.
    In vielerlei Mechanismen.
    Es gibt nicht nur die angepassten Finken auf der isolierten Insel.

    Und die Begründungslose Wiederholung des Statements „Märkte sind menschengemacht und regulierungspflichtig“ trägt nicht zu einer Diskussion bei.
    Das Verengen des Blicks auf einen winzigen Ausschnitt ist zwar weit verbreitet, hilft selten weiter.
    Bringt fast regelmässig genau DIE Regularien/Entscheidungen hervor die in einem zweiten Schritt dann mit weiteren Entscheidungen/Regularien in korrigiert werden müssen … In unendlicher Spirale sich zur Planwirtschaft entwickelnd, nicht nur jegliche Effizienzen vernichtend sondern jede menschliche Vitalität erstickend.

    Besonders traurig – und zwar für dich – weil deinen Kenntnisstand illustrierend finde ich dein Statement „der Stärkere frisst den Schwächeren.
    Was ich gerne mal verschenke:
    Ernst Peter Fischer: „Der kleine Darwin.“
    Alles was man über Evolution wissen sollte.

    Nur so viel in Kürze und Eile.

  19. @Karel
    Noch bedenklicher wird es, wenn Du Dir mal ansiehst welche Ausbildungen Journalisten genossen, unabhängig vom Parteibuch. Ich sage nur zum Beispiel Jörges … ein Elend. Aber was in der Zeitung steht, stimmt ja. Täuscht mich das, oder bilden die Medien kein eigenes Korrektiv?

    Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus?!

    Hm. 😉

    Gruß
    Pampa