Bettler im Bellevue

Der Fall Wulff zeigt, was passiert, wenn klare Grenzen zwischen Staat und Unternehmen, Politik und Geld verwischen.

So wie der sprichwörtliche Elefant den Porzellanladen zerdeppert, gefährdet ein tapsiger Wulff das Schloss Bellevue: Manche empfinden schon Mitleid mit dem Gejagten, der mit verschwurbelten Aussagen haarscharf an Wahrheit wie Lüge gleichermaßen vorbeizielt und mit jeder Entschuldigung neue Verdächtigungen auslöst.

Bundespräsident Christian Wulff schlingert ohne eigenes Maß entlang der schwammigen Grauzone zwischen legitimer Interessenvertretung und problematischer Einflussnahme. Seit Jahrzehnten sind die Sommerfeste der Bundespräsidenten wahre Orgien des Sponsorings; Leistungsschauen deutscher Winzer, Bierbrauer, Würstchenfabrikanten und Autobauer. Jeder Besucher erhält einen Regenschirm geschenkt. Darf man auch der Präsidentengattin ein Kleidchen spenden, am liebsten mit Logo, logischerweise? Schließlich laufen ja auch Filmdiven Reklame für Haute Couture und steigen Prominente und Politiker aus gesponserten Edelkarossen. Der eine fährt billig, der andere drängelt billig sein Produkt auf die Bildschirme. Das heißt auf Neusprech Win-win-Situation. Oder zahlt vielleicht doch ein Dritter drauf? Häufig sind es die Farben staatsnaher Unternehmen wie der Telekom, die man bei solcherart Veranstaltung sieht; lange haben so Glücksspielindustrie und Zigarettenlobby gegen ihre öffentliche Ächtung gekämpft. Auch stark regulierte und daher vom Gesetzgeber besonders abhängige Branchen wie Pharma und Gesundheit sind auffällig. So werden die Grenzen verwischt: Wenn der Bundespräsident als oberster Repräsentant unseres Volkes sein Sommerfest von Sponsoren finanzieren lässt – warum nicht auch Bundesländer, Städte und Gemeinden? Dort springen die Stadtwerke, die regionalen Winzerverbände und die Ortsgrößen der Wirtschaft für etwas ein, wofür der Staat nur noch wenig Geld und noch weniger Mut hat: für Repräsentation und Selbstdarstellung. Wenn die Landesvertretungen den immer selben Gratis-Essern in Berlin zu ihrem Parcours der Eitelkeit verhelfen oder die Bundesländer den Tag der Deutschen Einheit begehen: Warum zahlen sie nicht selbst? Warum betteln unsere obersten Repräsentanten wie der Kassier des Schützenvereins beim Getränkegroßhändler um Freibier? Sie glauben, es zu müssen – weil wir eine Neidgesellschaft sind. Denn würde das Sommerfest im Schloss Bellevue auf Steuerzahlerkosten ausgerichtet, dann aber hallo! Die Schlagzeilen würde kein Gewählter überleben, in Berlin nicht und auch nicht in Kleinkleckersdorf. Am Nationalfeiertag in Frankreich marschiert die Truppe im Gleichschritt hinter dem Präsidenten, und oben fauchen die Kampfflieger; in Deutschland müsste, wenn wir uns überhaupt so etwas trauen würden, der Phantomjäger „Badische Versicherungskammer“ per Kondensstreifen an den Himmel schreiben – Sponsoring eben. Maßstab des Politischen ist heute der Hartz-IV-Empfänger: Irgendeiner rechnet immer aus, wie viel denen da unten durch die da oben gerade wieder verloren geht. Die Parteien haben die genauestens kontrollierten Parteispenden durch ungenau dargestelltes Sponsoring ersetzt; beim Parteitag lässt sich der Parteivorsitzende, der zufällig auch Ministerpräsident oder sonst was Hohes ist, gerne zu einem Plausch am teuren Stand herab mit offenen Ohren für großzügige Ohrenbläser.

Seit der Affäre Wulff ist das vertraute Geben und gerne Nehmen in schiere Angst gekippt: Jetzt bleiben die Promi-Logen der Unternehmen bei Bundesligaspielen frei, kein Politiker traut sich mehr zum Firmenjubiläum. Oper und Uni bangen um die großzügige Dotation: Neuerdings deuten alle mit dem Finger auf alle, am liebsten in investigativen Enthüllungsorganen. Seit Wulff gilt als kriminell, was vorher als „Social Corporate Responsibility“ oder „Good Corporate Citizenship“ hochgelobt wurde. Aus der Grauzone wird eine Glaubwürdigkeitsfalle, und die Bürger reagieren genervt.

Wir sind ein Land, in dem keiner mehr weiß, was sich gehört. Und wir sind gründlich. Jetzt zählen wir Wulffs Hosenknöpfe und geben wie er den reuigen Schlawiner, denn wichtig ist jetzt eins: sich nur nicht erwischen lassen.

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Alle Kommentare [224]

  1. Pampa, danke der geneigten Nachfrage.
    Mein Medienberater hat mir geraten mich kurz zu fassen und beim Thema zu bleiben.
    Wegweiser gestern im Blog zum neuen Thema hat sich ja auch schon mokiert….
    Bei mir ist alles senkrecht bis auf den linken Arm. Habe mir eine Schultereckgelenksprengung eingefangen. So pflege ich jetzt eine Depressionsblase. Ich weiß nur nicht, welche Seite ich anstechen werde zum kontrollierten Entweichen.
    Ich habe tatsächlich mal ein paar Wochen völlig abstinent vom Blog hier gelebt.
    Wenn ich das so lese, gibt es eigentlich nichts Neues.
    Pampa, Deine geistreichen pragmatischen Auflockerungen sind für mich das Salz an der Suppe im Blog. Ich muss da immer sehr feixen. Das ist wie ein guter joke. Wenn es manche in die sexistische Ecke stellen wollen, von ir aus. Mach weiter so!
    Mit Klaus würde ich mal lieber diskutieren, ob beim Fußball gegen die Bayern aller guten Dinge 3 sind oder ob sich der Trend umkehrt.
    Magics Gedanken sind bei seinen Einlassungen so derart brachial, dass sich die Buchstaben bei der Wort- und Satzmanifestation immer wiedermal aus der Reihe tanzen.
    Hier zum Thema ist jetzt Schicht im Schacht und es hat sich ausgebettelt.
    Das war ja wirklich das beherrschende Thema der letzten Wochen. Als ob wir nichts wichtigeres anzugehen hätten. Das hat mich sowas von angewidert.
    Ich schau dann mal zu, dass ich meine persönliche Balance wiederfinde und lese ab und zu mal mit.
    Herzliche Grüße an alle Protagonisten hier.
    Null

  2. Originalkommentar Angela Merkel:
    „Wulff hat wichtige Impulse gegeben.“
    Womit die erste frau im staate ausnahmsweise nach
    allen seiten richtig liegt, ein absoluter knallböller erster güte.
    Wusste garnicht, dass die CDU der realatire so nahesteht.
    Im südwesten der republik nennt man das, den
    höhepunkt einer „Kappensitzung.“
    Wolle ma se roilosse ?

    Gruß aus der Südkurve, Zamir

  3. Lieber Null, (Eysel, Greg, RTY, all hier natürlich, ist doch öffentlich)

    da bist Du ja wieder, alles senkrecht?

    Wieso sollten Studenten denn einen Kapital-intensiven Caravan auf den Campus stellen? Wenn sie gut drauf, drunter, dahinter und davor sind, stehen die Mädchen doch Schlange, wenn man irgendwo übernachten möchte.

    Wer keine Kohle hat braucht Ideen. Das schult ungemein, solange die Herzensbildung in jungen Jahren gut war und man weiß, dass man ja jederzeit, wenn man denn möchte, sich wieder an den Familientisch setzen kann, sollte man nicht mehr alleine zurecht kommen.

    Aber nur dann, richtige Huber lernen zu kämpfen, mit allen möglichen Methoden, die legal sind.

    Was spräche beispielsweise dagegen, wenn man als junger Krieger am Campus seine Freunde zu einem Fußballfest einladen möchte, aber keine Bude hat, die Szene von 9 1/2 Weeks mit einem Mädchen nachzuspielen, in der sie der Wallstreet-Banker füttert. Wenn sie dann schmachtend, mit verbundenen Augen auf dem Küchenboden sitzt und den Mund weit aufmacht, räumst du einfach erst mal den gesamten Kühlschrank leer und stellst, sagen wir, eine Schneiderweisse rein.

    Dann machst du den Fernseher an, schaltest auf Gladbach vs. Bayern, die Tür geht auf, 20 Jungs kommen rein, ein freundlicher Mann, nennen wir ihn Hermes, liefert eine Schneiderweisse palettenweise, Uli kommt rein und meint, also junge Männer haben nicht nur Durst, sondern auch Hunger, und bringt seine Würschtel und Brezen mit, und dann verbringen wir live auf TV einen Herrenabend.

    Was heißt hier chauvenistisch, gib ihr vom Ertrag aus dem Sponsorenvertrag was ab und sie wird sich freuen.

    Disclaimer: Ich habe mit der Brauerei und sonstigen Sponsoren (noch) nichts zu tun. 😉

    Mal im Ernst, dieses politisch hyperkorrekte geht mir auf die Cojones, man kann es mit allem übertreiben. Und Greg, nein, ich will nicht über die Abseitsregel mit Dir und Klaus dislutieren, Gnade! 😉

    Aber über die Medikative sollten wir wirklich mal diskutieren. Das geht doch gegen keinen hier, aber wenn sich ein Studienabbrecher wie Jörges in Talkshows aufführt, als sei er Medien-Richter, so kommt mir zumindest das kalte Grausen hoch. und das sage ich nicht als Stiefelleckerei oder sowas, da sehe ich mir deutlich lieber jemanden wie RTY an, auch wenn ich mir oft wünschte, dass er mal etwas bayrisch markanter in den Talkshows dazwischen hauen würden. Vollkommener Unsinn muss auch mal als solcher bezeichnet werden. Wo soll das denn hinführen, wenn wir mal an die Menschen in Europa als Menschen denken?

    Das denke ich zumindest, als gelegentlicher Zuschauer der Veranstaltungen

    Gruß
    Pampa

  4. @ Null
    Du hast selbstverständlich Recht damit dass nicht alle Menschen aus meinem Holz geschnitzt sind. )Und ob Gott sei Dank oder leider ist ein anderes Thema.) Und zutreffend ist auch, dass ich – zur Exemplifizierung – gerne mal überziehe. Und zutreffend ist auch, dass der Studenten es unter Umständen schwer hat eine „sichere“ Unterkunft zu finden.
    Nur, das hat nicht das Geringste mit dem Thema zu tun das da lautet „hat Staat selbst DEN zu schützen der gegen einfachsten Menschenverstand handelt“.

    Unterstellen wir Greg doch einfach mal, dass die Weiber ihn gestern arg strapzzzzzziert haben. Er in etwas gequälter Karneval-Lustigkeit-Manier sich selbst ironisierte. Und ich das einfach nicht mitgekriegt habe 😉

  5. Ich möchte auch noch etwas Zement in den Magerbeton des eingefallenen Studentenwohnheims geben. Greg hat recht mit seinem Veweis auf asymetrische Information. Selbst wenn ich als Student im Hinterkopf habe, dass im Bauwesen meines Landes gewisse Kreativität in der Gewinnmaximierung herrscht: was sollte er tun? Ein Zelt auf dem Campus aufschlagen, einen alten Caravan erwerben und auf den Campus stellen?
    Eysel Du überziehst wieder sehr mit Deinem Drang zur Eigenverantwortung. Es sind nicht alle Leute aus Deinem Holz geschnitzt….

  6. @ Pampa,

    von welchem wissen bzw. nichtwissen schreibst Du hier
    eigentlich, in unseren modernen zeiten ?
    Wichtig ist heutzutage ein passabler kontostand,
    einige überlebenstricks und jaa, auch ein ganz klein
    wenig geheimwissen, um dem andrang der jüngeren in der
    arbeitswelt, schön gediegen und nett die grenzen aufzuzeigen,
    bis das rentenalter dann freundlich winkt.
    Das sollte dann auch schon reichen, das wissen von dem Du
    so begeistert bist, hat schon vor einigen jahrzehnten seinen
    geist aufgegeben, schau Dich um und mach Dich sachkundig,
    hier und heute; manche sprechen sogar von einer
    aufkomenden „Generation doof.“
    Soweit würde ich nun nicht gehen wollen, aber unsere
    kultur- und TV-programme sprechen da eine deutliche sprache.
    Nur soviel zum thema „Was man weiss und was man
    wissen sollte.“ Mach Dir nixx draus, alles wird goood.

    Gruß Zamir

  7. @ Pampa und seine Häscher in karnevalistischer Kampfeslaune,

    habt Ihr Greg nun alle gegenteile um- und hin und herbewiesen ?
    Wie die geier auf restbestände, wenn es Euch spass macht.
    Abba, Ihr solltet es besser wissen, wischtig ist nur was hinten-
    herauskommt, odda ?
    Pampa, bei unserem „näxxten treff“ holen wir alles nach,
    auch die sexuellen ausschweifungen, die Dir irgendwo
    in der pubertät bereits abhanden gekommen sein müssen.
    Es tut garnicht weh und bohren musst Du auch nicht,
    vertrau mir einfach, Genosse Banken-OberRegulator, gelle.
    Wir schauen uns die medien von unten und oben an um
    herauszufinden, warum GR so lange an der angel gehalten
    werden muss, evtl. für die ANARCHO-FIFFIS, weil die
    auch keine ordnung in ihren abbuchungsverfahren haben.
    Wir kümmern und um die deutsche staatsaffäfe, die sich
    schlicht und einfach „s‘ Wulferl“ nennt und mit der zeit
    werden wir herausfinden, warum auch die medien dieses
    künstliche hinauszögern bei den grosskopferten nicht
    verhindern können.
    Wenn wir dann noch ein paar stunden auf unserer lebensuhr
    haben, dann zeige ich Dir wie man einen äschdden
    bier-sex-werbespot dreht und produziert, so isses.
    Narhalla-Dingsda

    Helau, Zamir

  8. Gregor Neumann und andere Gesetzesgänger:

    früher waren´s die Götter, angefangen bei Zeus, denen wir gefolgt waren. Heute sind es die Götter in Berlin denen wir unsere „Naturgesetze“ anvertrauen. Für´s Weltklima haben sie sich schon verantwortlich erkärt und mit Statistiken heben Die auch noch die Schwerkraft auf…. Dabei müssen wir davon ausgehen, dass „Wir“ uns nicht verändert haben. Unser Seelenheil sucht nach wie vor nach Orientierung, unser Sein und unser sicheres Ende ist uns geblieben…. bequemer geworden, sind wir, vielleicht, ja, weil uns wurde ja Wohlstand für Alle (und für immer) versprochen….

    Die Alten Götter mit ihren Gesetzen hatten allerdings den Vorteil:

    1. Sie hatten zwar schon immer ihre Opfer verlangt, aber sie waren regelmässig billiger zu haben, sie haben nie die Hälfte der Lebens(arbeits-)Zeit beansprucht, mit 65 das Ende prophezeit und dann das Hoffen auf das Sterben verkündet…

    2. Weil die Götter nicht ´von uns und unter uns waren`, sondern von ´außerhalb` kamen, konnten sie davor warnen, nicht größer sein zu wollen, als sie selbst (Demut, wer das Wort noch kennt…) … schau Dir das Internet an: Ein jeder ist der Hohe Richter geworden und damit ein kleiner Gott. Dabei haben wir das 11. Gebot zum Gebot der Stunde erklärt, Vitamin B soll dabei helfen, lese ich gerade im HB, und wir verschleissen einen Bundespräse nach dem anderen. Oder wird der nächste die Unbefleckte in Person sein?

    —-

    desweiteren wäre der Frage nachzugehen: Wie kommt die halbe Menschheit, die Analphabeten eigentlich ganz ohne (geschriebene) Gesetze und Regulierungen zurecht? oder haben die gerade deshalb grössere Chancen, weil sie Überleben im Leben gelernt haben, im Gegensatz zu einem, der auf verhartzte Gesetze vertraut hat und dann auf der Strasse verhungert…?

    Dabei sollten wir keineswegs vergessen, als dass das Spiel schon zuende wäre. Die Grundfrage bleibt: to be or not to be, täglich neu gestellt.

    —-

    auch Jonathan weiss: Wenn er fällt, dann fällt er auf den Hosenboden und er braucht nur wieder aufzustehen. Aber er weiss auch, je höher er auf der Leiter steigt, umso mehr tut´s weh! Weiter oben, da wird´s dann richtig gefährlich für ihn.

    ergo: Wenn wir fortschreiten wollen, dürfen wir nicht das Neue finden wollen, sondern müssen zu unserem Ursprung zurückgehen! (aus einem altem indischen Sprichwort, weit aus vorMerkel´schen Zeiten, wurde damals als Weisheit verkündet, was heute als Naivität abgetan wird, wir machen ja schließlich unsere Gesetze selbst…)

    Wüsste andererseits auch nicht, wie die Seele mit Argumenten zu beschreiben wäre…. müssen vielleicht auch zurück vom `rer. nat.` zum ´rer.null.1.` um Fortschritte sichtbar zu machen…

    Gnothi seauton,- lohnt sich wirklich, ja ja ja… sollten mehr beobachten, als beurteilen, dann könnten wir auch an dem Balken im eigenen Auge (und sei´s nur der der Berufung) etwas vorbeiblinzeln und uns selber besser sehen. Beim Urteilen, da kommen nämlich immer Schuldige raus, und, es wär´ doch grausig, wenn wir feststellen müssten, dass wir das eventuell selber wären….? Odda net?

  9. Nun vermische mir bitte nicht den Carne Vale mit den ernsthaften Diskussionen hier Greg. Du bist doch intelligent genug multi-using und multi-tasking zu kombinieren.

    Ich gehe davon aus, dass es hier alle gut miteinander meinen. Nur das zählt in the end my friend.

    Siehe es mal so, das hier ist doch nur Work-Out, was zählt ist die Perfomance an welchem Markt auch immer.

    Mädchen sind auch ein Markt. Aber ich muss mich jetzt mal um die Hauslelf kümmern, nicht dass sie mir wegläuft, Jungs sind leider auch ein Markt …. 🙂
    Gute Nacht
    Pampa

  10. @Pampa:
    „Wir werden aber mal alle gemeinsam eruieren müssen, was wirkliche Klasse ist.“

    Das ist die wohl schwerste Frage von allen, weil das eine Frage der Zielgruppe ist. Was ich von Justin Biber halte, ist völlig irrelevant, weil ich nicht zur Zielgruppe gehöre. Was Du oder ich „klasse“ finden, bringt uns in der Beurteilung seiner Musik deshalb nicht weiter.

    Ansonsten zitiere ich gerne den Film Amadeus. Die Szene am Anfang als Salieri dem Prister Melodien vorsummt, der sie aber nicht erkennt, obwohl sie früher erfolgreich waren. Und dann summt er die kleine Nachtmusik, die der Priester natürlich sofort erkennt, obwohl er nicht weiß, dass sie von Mozart stammt.

    Salieri sagt dann pikiert, dass Mozarts Musik immer größer und stärker geworden ist, während seine immer schwächer wurden. Klasse widersteht eben dem Zahn der Zeit.

    Das wird eine spannende Diskussion, auf die ich mich freue. Aber vielleicht besser nach Karneval 🙂

  11. Zamirowitschiskovskaia + Greg

    dieses Jahr ist der Prinz ein Schwuler, die Jungfrau ein Hetereosexueller und der Bauer, keine Ahnung, nächstes Jahr vielleicht ein Transvestit. Mit allem was Du über Katholizismus, Französiche Besatzung, Gothik, Notarrecht und Köln nicht weißt, könnten noch sex andere sitzen bleiben, also halte Dich an Potsdam, die sich die Berliner Preußen als Hofbelustigung halten.

    In der Nähe von Köln gibt es ein Mutantendorf mit Migrationshintergrund, dort sind die Mädchen so asozial, dass sie auf ihrer Prachtstraße Aral-Sekt, in Pelzen aus tiefgefrorenen Nagern vor dem Schlachten, saufen, und das für Champagner halten, während die Warmduscher von Männern sich Natursekt hinter die Binde kippen, das sehr kreative Menschen als Kölsch in den Rhein schifften und die Mutanten als Alt-Bier bezeichnen, dieses Dorf ist derart … ich wage es kaum, es beginnt mit etwas, das nach Dussel klingt und in der zweiten Liga dem Ball hinterherläuft. Ich sagte Dir doch Alt-68er Kommunist, gehe mir in der fünften Jahreszeit besser aus der Sonne in der Nacht, vor allem wenn Wieverfastoloafend is … 😉

    … Minimum drei Schlipse an solchen Tagen Zamir, denke an das Kreuz des Südens und Dein Torpedorohr, sowie die beiden Munitionskammern, die Du jeden Morgen kraulst.

    Träum genüsslich, was ist denn eine Nacht ohne Morgenständer … 😉
    Pampa

    Doch Greg, ich meine das bezüglich Medien ernst und danke Dir für Deine erste Antwort diesbezüglich. Wir werden das vertiefen, zumal ich diese Entwicklung ohnehin über kurz oder lang erwarte wird es darum gehen, dass sich Klasse und nicht schlichte Masse durchsetzt. Wir werden aber mal alle gemeinsam eruieren müssen, was wirkliche Klasse ist.

  12. @ Greg 20:14
    Das SOLL eine Retourkutsche sein … und ist barer Unsinn.
    Falls ich von Irgendwas eine geringfügige Ahnung habe,
    dann über Spiegelneuronen. Und die sind weiß Gott nur ein „Splitter“.
    Und deren Kenntnis entbindet garantiert nicht von der Berücksichtigung „übergreifender Zusammenhänge“ oder Logik.

    2.) Es geht hier nicht um „Markt“.
    Nicht einmal dem von Informationen.
    Wer verlangte denn Probebohrung von Studenten am Wohnheim wenn lediglich ELEMENTARES Wissen von der Qualität „wo ist mein Hosenknopf“
    und wo in meinem Land Wackeln die H(E)rdplatten
    und wie „flexibel“ wird mit Genehmigungen umgegangen gefordert ist.
    Du aber (indirekt) behauptest,
    Staat müsse SO WEIT SORGEN/REGELN
    dass er sogar Studenten von der Notwendigkeit zu DIESEm Elementarwissen entbinden kann!!!
    Das wäre die Forderung nach totaler Entantwortlichung selbst für Studenten
    und selbst für primitivstes Lebens-Wissen.
    Letztlich forderst du (indirekt) Staat auf, dumm zu halten und seine Bürger als dumme Deppen zu halten denen man erklären muss wie man die Hose mit der Kneifzange anzieht.
    Und behauptest nur 3 posts zuvor vollmundig,
    du habest gewisse Dinge die bei einem Zuviel an Regelung passieren verstanden,
    lehnest daher ein Zuviel an Regeln ab … ?!?!?!?

    Lieber Greg,
    du magst jede Menge Kenntnis über Thesen/Theorien/Literatur in deinem Fach akkumuliert haben. Hört sich wenigstens so an.
    Aber mit dem was du hier mit dem „gewissen Anspruch“ der „Logik eines VWLers“ vorturnst, disqualifizierst du dich für alles,
    was über das Referieren eines ganz und gar unbezweifelbaren Sachverhalts hinausgeht.

  13. Schade nur, daß der
    „Empörungsspektakel der Poltiker“ einfach“zeitgemäßer“ ist
    als eine Rückblende auf das „spektakuläre“ Versagen der Poltik
    zum Zeitpunkt des griechischen Euro-Beitritts.

  14. @Greg
    „Sie werfen Einzelfall und Prinzip durcheinander.“

    Im Prinzip richtig, aber die Realität hält sich meist nicht mit Prinzipien auf.
    Diese „Einzelfälle“ zeigen klar, das Regeln keine Sicherheit garantieren können.
    Das einige Grundregeln nötig sind, darüber muss niemand streiten. Die Betonung liegt auf „Grund..:“. Die Annahme, dass durch weiteres spezifizieren der Regeln die Sicherheit steigt ist nicht erwiesen. Erwiesen ist hingegen, das mit der Anzahl der Regeln auch deren Verletzung einhergehen, d.h. der beabsichtigte Zweck nicht erreicht wird, sondern oft sogar das Gegenteil eintritt.

    Der besagte Student weiß aber das er sich eben nicht auf die Regeln verlassen kann. Vielleicht wäre das in D auch mal angesagt, sich nicht immer auf (die Einhaltung der) Regeln zu verlassen. Womit wir wieder beim dem Sinn und Zweck von Regeln wären.

    Gruß
    dtesch

  15. @dtesch:
    „Haben wir nicht auch hier in D mehrere Vorfälle dieser Art erlebt, trotz strenger Vorschriften? Was kann man daraus lernen? Noch mehr Vorschriften?“

    Sie werfen Einzelfall und Prinzip durcheinander.

    Ihre Ausgangsfrage bezog sich auf die Prinzipien „Selbstverantwortung“ und „Infomationsasymmetrie“.

    Sie erinnern sich vielleicht:
    „Jeder Mensch kann und soll doch SEIN Risiko selbst abwägen und letztendlich auch tragen“ (Jeder = Prinzip)

    Tatsächlich kann man das in den meisten Situationen nicht, weil die Informationen fehlen. Unsere Beurteilung beruht auf der Annahme, dass sich die anderen Marktteilnehmer nach bestimmten Regeln verhalten. Dass das andere Auto bei Rot an der Ampel hält. Dass ein neues Gebäude in einem Erdbebengebiet nach den entsprechenden Bauvorschriften erreichtet wird.

    Kein Mensch kontrolliert im Alltag jedes Details, bevor er eine eigenverantwortliche Entscheidung trifft. Vielmehr verlassen wir uns jeden Tag 1000fach darauf, dass andere die Regeln einhalten. Das fällt nur nicht auf, weil Regeln in 99,9 Prozent aller Fälle dafür sorgen, die Informationsasymmetrie aufzuheben.

    Ein Pilot prüft ein Flugzeug vor dem Start, um zu sehen, ob es gewartet wurde. Der Passagier tut es nicht. Er hat auch gar nicht die Chance dazu. Weil der Passagier aufgrund der Informationsasymmetrie gar nicht die Chance hat, eine informierte und damit verantwortliche Entscheidung zu treffen, muss er sich darauf verlassen, dass Wartungscrew und Pilot sich an die Regeln halten.

    Dito bei einem Gebäude. Kein Student macht eine Probebohrung an einem Stützpfeiler, um die Art des verwendeten Betons zu prüfen, bevor er entscheidet, in ein Studentenwohnheim zu ziehen. Wegen der Informationsasymmetrie muss er davon ausgehen, dass die anderen sich an die Regeln gehalten haben.

  16. @Eysel
    „Das würde bedeuten: Bankrott, Verweigerung der Schulden, Rückkehr zur Drachme. Das wollen vor allem die Politiker nicht…“

    Das ist das eigentliche Problem.
    Die Banken haben, wenn sie klug sind, schon längst den Austritt GR berücksichtigt, auch wenn nach Außen was anderes verkündet wird.
    Die Politiker in GR wollen sich aber nicht von den Euro-Trögen vertreiben lassen, die sie fett und faul gemachten haben. Ebenfalls wollen die EU-Politiker keinen Bedeutungs- und damit einhergehenden Machtverlust durch einen Austritt GR hinnehmen. Wer wird dann wohl der nächste sein?

    Gruß
    dtesch

  17. @ Greg
    des ist der Versuch von grober Verschwurbelung.
    Vom Thema ablenkendes mitleidvolles Tränendrüsen-Drücken
    statt eines Arguments.
    Das ist „für DUMM verkaufen“.
    Und das weißt du ganz genau.
    Denn sonst müsste ich schwer an deiner Fähigkeit zur einfachster Logik
    als auch deiner Fähigkeit beim Thema zu bleiben zweifeln.
    Was hat die (mögliche) Trauer von Angehörigen (hoffentlich wenigstens ein wenig, falls der Flieger tatsächlichrunter fällt) damit zu tun, wenn einer sehenden Auges ein allgemein bekanntes Risiko eingehe.
    Si tacuisses …

  18. @ Gregor,

    wusstest Du, dass das kölner dreigestirn nur aus männern
    besteht, obwohl eine jungfrau dabei ist ?
    Wie kann man so etwas wissenschaftlich untersuchen ?

    Kölle Alaaf, Zamir

  19. @Greg
    „Deshalb haben alle Märkte Regeln, die Ungleichheiten ausgleichen.“

    Das ist nichts, als ein frommer Wunsch. Dieses „Ausgleichen“ produziert seinerseits oft Ungleichheiten, die nicht der Markt verursacht, sondern die Regulierungen selbst implizieren. Ein Mehr an Regulierung verursacht eben nicht mehr Sicherheit sondern oft aus der Kompliziertheit heraus mehr Unsicherheit.

    Um beim Beispiel der Studenten zu bleiben. Wäre der Bau nach „Vorschrift“ auf dem Papier gebaut, hätte es den Studenten auch nichts genutzt.
    Haben wir nicht auch hier in D mehrere Vorfälle dieser Art erlebt, trotz strenger Vorschriften? Was kann man daraus lernen? Noch mehr Vorschriften?

    Gruß
    dtesch

  20. @ Lieber Pampa,

    wass’n los ? Du bist ja heute ein ganz „reizendes Bürscherl.“
    Lass uns doch ein tänzchen wagen, nach alter wild-west-sitte.
    Sind wir noch nach allen seiten ein offenes forum, oder
    hat einer neue verhaltensformen verabschiedet ?
    Lasst den lieben Greg schön frei und luftig durchargumentieren, sonst muss ich die Schweizer Garde alarmieren, woll.

    Gruß Zamir

  21. @Pampa:
    Ich weiche nicht aus. Ich habe nur den Eindruck, dass Du die Frage nicht Ernst meinst. Aber gut, mal sehen, wo das hinführt:

    Erste Antwort zu den Qualitäten:
    http://www.amazon.de/Handbuch-Journalismus-Wolf-Schneider/dp/3499604345

    „Also nochmal, was zeichnet einen Top-Journalisten im jeweiligen Medium aus?“
    Ich würde sagen, 70 Prozent Glück, 30 Prozent Arbeit. Gute Stories muss man sich erarbeiten, aber gute Arbeit führt nicht zwangsläufig zu Top-Stories. Right time, right place. Der Rest ist Handwerk.

    „Wie riskant ist es denn als Journalist der Politik zu nahe zu kommen?“
    Wie nah ist zu nah? Wer über Zebras schreibt, muss in den Dschungel gehen. Die Frage ist, ob jemand seiner Neutralitätspflicht nachkommt oder nicht.

    „Wie viel Dreck haben Journalisten eigentlich am Stecken“
    In Kilogramm oder in Kilometer gemessen? 🙂

    „und warum explodiert die Zahl derer geradezu, die irgendwas mit Medien machen?“
    Weil es immer mehr Medien und Informationskanäle gibt.