Hellas in Berlin

Wir verdanken ja den Griechen viel, etwa die Erfindung der Demokratie. Wenn Griechenland darauf eine Lizenzgebühr erheben und bei jeder Wahl einkassieren würde, dann wären seine Schulden schnell gedeckt, hat die US-Außenministerin Hillary Clinton dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou vorgeschlagen, als dieser auf seiner globalen Betteltour in Washington Station machte. Clinton hat das eigentliche Versagen Athens benannt: Sie haben uns Philosophie und Kultur geschenkt, statt Wissen zu lizenzieren oder zu patentieren. Unser Beitrag zur Lösung der griechischen Finanzlage könnte also sein, dass wir die Politiker aus Athen bei der Pharmaindustrie ein Praktikum absolvieren lassen – einer Branche, die beispielhaft vorführt, wie man sich Innovationen vergolden lassen kann.

Bei aller Kritik an griechischen Schlampereien – es ist, als ob uns Griechenland nur erneut etwas voraus wäre. Auch wir verstecken unsere Schulden gekonnt: Legendär der Fonds Deutsche Einheit, in dem die Schulden versteckt wurden, die wir für die Wiedervereinigung gemacht haben. Frech, wie die Regierung Schröder/Fischer die Latte der strengen Maastricht-Kriterien zur Schuldenbegrenzung gerissen hat – und um Strafzahlungen zu vermeiden nicht gespart, sondern Maastricht-Regelungen aufgeweicht hat, basta! Wir Musterschüler Athens wissen auch: Aus einem geheimnisvollen Grund sind bei uns die Staatsschulden am Montag nach der Wahl immer höher als am Freitag vor der Wahl.

Nicht fremd ist uns die Kunst der kreativen Buchhaltung, wesentliche Verpflichtungen einfach zu vergessen: Derzeit werden im Bund und in einzelnen Ländern wie Hessen und Brandenburg gerade wieder Angestellte zu Tausenden verbeamtet. Das entzieht den Sozialkassen Beiträge, die diese Lehrer oder Behördenmitarbeiter bislang geleistet haben, und kostet uns zukünftig je Beamten 500.000 Euro an Pensionsleistungen. Diese aber tauchen in keinem Budget auf – weil diese Beiträge erst fällig werden, wenn Deutschland wegen fortgeschrittener Vergreisung der Bevölkerung längst bankrott ist. So verschiebt man Lasten aus der Gegenwart in eine ferne Zukunft – nach uns wird alles griechisch.

Wir geben uns gerne entschlossen und sind doch nur Meister des schönen Scheins: Gerne rechnen wir den Griechen vor, dass es bei uns die Rente erst mit 67 gibt, während dort der Ruhestand schon zehn Jahre früher beginnt. Dabei vergessen wir: Noch längst ist die Rente mit 67 nicht Realität, sie soll erst kommen. Und wenn sie überhaupt kommt, dann frühestens in zwölf Jahren. Vorerst liegt das Renteneintrittsalter bei 60 und bei vielen Beamten sogar auf griechischem Niveau. Ach ja, dass in den nächsten Jahrzehnten die jährlichen Pensionsleistungen von derzeit 36 Milliarden auf über 100 Milliarden Euro steigen, vergessen wir auch gerne. Denn sonst müssten wir uns eingestehen: Griechenlands Schulden sind nur Peanuts.

Längst sind wir so hoch verschuldet, dass wir die Griechen noch genauer studieren sollten: Was tut man eigentlich, wenn die Gläubiger dahinterkommen, dass bei uns nichts mehr zu holen ist? Die traurige Erkenntnis dieser Wochen ist ja: Wir stehen jetzt vor einer so dramatischen Neuverschuldung der Staaten, dass die Lehman-Pleite nur eine kleine Vorübung war. Und während die Griechen wenigstens versuchen zu sparen, haben wir noch nicht einmal damit angefangen, sondern dies aufs nächste Jahr vertagt.

Ehe wir also wieder Vorwürfe nach Athen tragen: Die Kunst der Griechen wird nicht nur auf der Berliner Museumsinsel gezeigt, sondern längst schon im Regierungsviertel praktiziert.

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Alle Kommentare [424]

  1. Was verbindet die griechen mit dem FC Bayern München?

    Ihre gemeinsamen erfolge liegen über zweitausend
    jahre zurück und die spitzen des FCB, Beckenbauer
    und Hoeneß und Rummenigge, waren zwar
    excellente fussballer, dann hörts aber auch schon auf.

    Immer mehr geld wird in sie hineingepumpt, mit
    dem ergebnis, dass die einen in weissrussland
    eingehen und die anderen im eigenen lande.

    Hirn und Kapital alleine genügen nicht, auch wenn
    sich das so manches unternehmerbürscherl
    so zurechtschneidern möchte, ohne den
    notwendigen kampfgeist, den unbedingten
    willen zum sieg und die auferlegte mühe,
    strampeln sowohl die bayern, als auch die
    lieben griechen noch weitere 2000 jahre
    umsonst in der dschämpiensligg herum,
    führungslos, orientierungslos und ständig
    die millionen/milliarden versenkend.

    „Europa wir kommen,“ fragt sich bloss wann?

    FC Bayern und die griechen, da wird so manche historische
    träne verdrückt, eine einzige misserfolgsgeschichte
    (im augenblick leider nur abwärtstrend), buuuh.

    Schönen Gruss aus der Welt der Würschdel-Oligarchie, Zamir

  2. Im heutigen Selbstverständnis haben moralisch handelnde Vorbilder keinen Platz mehr, Vorbilder, die fähig sind, Grenzen zu respektieren.
    Abzulesen an der heute so verbreiteten grenzenlosen Anspruchshaltung.

    karel

  3. Sehr treffend formuliert, allerdings müssen sich auch Vorbilder immer wieder neu beweisen. Bezüglich des Finanzhaushaltes könnte in diesem Fall also der Lehrling dem Meister zum Glück noch um einige Nasenlängen voraus bleiben.

  4. Lieber pedro,
    es gibt ja ein paar Leute hier mit denen ich mich ganz gerne streite, weil sie zumindest teilweise auch was zustimmungsfähiges Gescheites von sich geben. – Deine Beiträge allerdings machen mir keine Lust auf Streit.

  5. @Eysel,
    wenn die Bängsteraner des Sparkassen- und Giroverbandes nicht Einfältig waren und sind, in Ihrem Verhalten den Kunden gegenüber, jetzt und in der Vergangenheit, im Glauben der Betr… fällt nicht auf, bleit nur die Feststellung,
    alles war geplant.
    Von den vielen 1000end anderen erst gar nicht zu reden.
    Alles STUDIERTE Intelligenzler.

  6. @ Pampa
    natürlich gehört es nicht zu den primären Aufgaben eines BuBa Vorstandes den Mund so weit auf zu machen. – Eine gewisse „Prominenz“ oder/und Autorität ist aber unabdingbar um „Effekt“ zu erzielen, der über die Oberfläche hinaus geht. Und die hat ein BuBa Vorstand in D ganz sicher immer noch. – ~~ Selbstverständlich lässt sich nicht alles standardisieren. Gott sei Dank. – Muss auch nicht. – Aber alleine das Bereitstellen VERBINDLICHER Plattformen für möglichst viele Instrumente/Typen wäre ein Schritt in Richtung einer gewissen „Marktordnung“ die schon sein MUSS ( sag sogar ich ;-), Transparenz und Liqui schafft, Frühindikatoren aufscheinen lässt und auf diese Weise – ganz marktwirtschaftlich – Risiken eher reduziert als „enge Knebelung“ sie erst schafft.
    @pedro
    wenn irgendwas die „Finanzsachverdreherbängstover“ NICHT sind, dann „einfältig“.
    @ Römer
    klar war das ein „Splitter“ der dann ausgeschlachtet wurde. – War nicht einmal SO groß in DER Wirkung von S kalkuliert. -~~ Selbstverständlich ist „Sprache“ vermutlich DAS Kriterium, weil über Sprache auch zwangsläufig Denkweise/Kultur vermittelt wird. Der Grund, weshalb ich auch „Kanak“ für nicht lustig halte, sondern für bedenklich, weil es eine „Sonderkultur“ nicht nur zulässt, sogar kultiviert. – Lasst SPRACHE die Integrationsarbeit machen! – Man kann eine Sprache nicht sprechen, ohne AUCH die entsprechende Denkweise ein gutes Stück zu assimilieren.- Nicht nur fördern, sondern auch Druck schaffen. Das verhindert Ghettobildung, die ja auch starke sprachliche Hintergründe hat. Man kann auf diese Art einen „Filter“ schaffen der Integrationswillige von nicht Integrationswilligen trennt, gegen die man dann auch entsprechend vorgehen kann. Kriminalität alleine ist zu niedrigschwellig. – Sprache ist auch ein „Qualifikationsfilter“ und um mein Lieblingsreizwort ein zu streuen: Evolutionskriterium.

  7. Das mag ja alles sein Römer, das Problem ist nur, dass Sarrazin nicht mehr Berliner Finanzsenator ist, sondern Vorstand bei der BuBa. Deren Mitglieder sind weder für Sozial- noch für Innenpolitik zuständig, eine sehr diskrete Institution, die sich auch nicht mit politischen Fragen so offen auseinander setzt und setzen sollte.

    Ob er da so gut aufgehoben ist und die nötige Qualifikation besitzt, wage ich zu bezweifeln. Aber seht selbst:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Thilo_Sarrazin

    Gruß
    Pampa

  8. eine Lanze für Sarrazin !

    ist ja wohl höchste Zeit ,dass jemand mal was zu seiner Verteidigung sagt.Wer das Originalinterview im LeLettre gelesen hat,weiss dass hier politische Spielchen gespielt werden und dass der umstrittene Text ein winziger Bruchteil im Interview war.
    Damit Ihr Euch mal selber eine Meinung bilden könnt und nicht nur das Geschwafel der Bildzeitung nachredet :
    http://zoelibat.blogspot.com/2009/10/das-ganze-sarrazin-interview.html
    hier die umstrittene Passage:

    Man muß aufhören, von „den“ Migranten zu reden. Wir müssen uns einmal die unterschiedlichen Migrantengruppen anschauen. Die Vietnamesen: Die Eltern können kaum Deutsch, verkaufen Zigaretten oder haben einen Kiosk. Die Vietnamesen der zweiten Generation haben dann durchweg bessere Schulnoten und höhere Abiturientenquoten als die Deutschen. Die Osteuropäer, Ukrainer, Weißrussen, Polen, Russen weisen tendenziell dasselbe Ergebnis auf. Sie sind integrationswillig, passen sich schnell an und haben überdurchschnittliche akademische Erfolge. Die Deutschrussen haben große Probleme in der ersten, teilweise auch der zweiten Generation, danach läuft es wie am Schnürchen, weil sie noch eine altdeutsche Arbeitsauffassung haben. Sobald die Sprachhindernisse weg sind, haben sie höhere Abiturienten- und Studentenanteile usw. als andere. Bei den Ostasiaten, Chinesen und Indern ist es dasselbe.

    Bei den Kerngruppen der Jugoslawen sieht man dann schon eher „türkische“ Probleme; absolut abfallend sind die türkische Gruppe und die Araber. Auch in der dritten Generation haben sehr viele keine vernünftigen Deutschkenntnisse, viele gar keinen Schulabschluß, und nur ein kleiner Teil schafft es bis zum Abitur. Jeder, der integriert werden soll, muß aber durch unser System hindurch. Er muß zunächst Deutsch lernen. Die Kinder müssen Abitur machen. Dann findet die Integration von alleine statt. Hinzu kommt das Problem: Je niedriger die Schicht, um so höher die Geburtenrate. Die Araber und Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Große Teile sind weder integrationswillig noch integrationsfähig. Die Lösung dieses Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun. Ständig werden Bräute nachgeliefert: Das türkische Mädchen hier wird mit einem Anatolen verheiratet, der türkische Junge hier bekommt eine Braut aus einem anatolischen Dorf.

    Bei den Arabern ist es noch schlimmer. Meine Vorstellung wäre: generell kein Zuzug mehr außer für Hochqualifizierte und perspektivisch keine Transferleistungen mehr für Einwanderer. In den USA müssen Einwanderer arbeiten, weil sie kein Geld bekommen, und werden deshalb viel besser integriert. Man hat Studien zu arabischen Ausländergruppen aus demselben Clan gemacht; ein Teil geht nach Schweden mit unserem Sozialsystem (mit dem deutschen Sozialsystem, welches den Migranten eine großzügige Unterstützung gewährt), ein anderer Teil geht nach Chicago (wo sie keinerlei soziale Unterstützung erhalten). Dieselbe Sippe ist nach zwanzig Jahren in Schweden immer noch frustriert und arbeitslos, in Chicago hingegen integriert. Der Druck des Arbeitsmarktes, der Zwang des Broterwerbs sorgen dafür. Das sind Dinge, die man nur durch Bundesrecht ändern kann. Für Berlin ist meine Prognose düster, was diese Themen betrifft. Aber es kann in einer Stadt, in der man prächtig leben kann, gleichzeitig kompakte und wachsende, ungelöste Probleme geben. Genauso wird es in Berlin werden.

    Jedenfalls ist die Kritik für Berliner durchaus nachvollziehbar und keineswegs erstmalig geäussert worden,Ich erinnere nur an Buschkowskis Aussagen,der in Neukölln die Probleme direkt vor der Haustür hat.Man sollte doch nicht die Agen vor der Realität verschliessen.
    Ich habe selber sehr positive Erfahrungen mit Türken hier,freundlich,zuverlässig ,aber auch das Gegenteil : zu schnell auf dem Kudamm haben drei junge Türken ohne abzubremsen mein Auto in einen Totalschaden verwandelt,ihren allerdings ebenfalls.

    Inwieweit das Ganze hochgespielt wurde ,um Weber als künftigen Chef der EZB zu diskriminieren sei dahingestellt http://www.news4press.com/Die-Intrigen-gegen-Sarrazin_501995.html

    Gruß

  9. @Eysel
    Es kann schon sein, dass ich Einfältig bin.
    Aber was sind dann die Finanzsachverdreherbängstoverbrechster.

  10. @Karel
    Okay, verstehe jetzt, danke.

    Wohnungsbaugesellschaften sind ein eigenes Thema. Mir war nie richtig klar, wie die Investoren da gerechnet haben oder was sie eigentlich vorhatten. Märklin, hm, nun ja, eine lange, traurige Geschichte für große und kleine Jungs.

    Aber, Du wirst es nicht glauben, ich glaube in der Zeit lag das ursächliche Problem eher bei den Banken und „Schattenbanken“. Um über einen LBO ein Unternehmen zu kaufen und seine Finanzierungsstruktur auf deutlich mehr FK zu heben, brauchst du ja einen Finanzier. Das Geld für die Schulden muss dir ja jemand geben.

    So einfach geht das heute nicht mehr, hat der Markt reguliert. Zum einen brauchst du mehr EK um zu kaufen, zum anderen musst du auch länger drinbleiben können und wollen, Exit-Strategien sind schwieriger geworden.

    Die Deregulierung sehe ich da eher positiv im Rückblick, erhöhte natürlich den Druck auf operative Anforderungen. Geld und Risiko waren schlicht zu billig, einiges von dem Quatsch hätte nicht finanziert werden dürfen. Ich gestehe freiwillig einen Regulierungsvorschlag zu, Greg springt vermutlich zwei Meter hoch, wir könnten ja mal einführen, dass nie mehr als der Jahresüberschuss einer Kapitalgesellschaft ausgeschüttet werden darf. Warum nicht? Kann man aber auch in Kreditverträgen privatwirtschaftlich festhalten, also nicht zwingend regulatorisch.

    Generell fand ich die Entflechtung der Deutschland-AG eine gute Idee. Die Umsetzung war aber wie üblich handwerklich eine Katastrophe Marke BMF. Zamir, Super…lasse Deiner Fantasie und Wut freien Lauf.

    @Eysel
    Bzgl. Sarrazin, mal Tacheles zu reden, sehe ich auch für geboten an. Allerdings hatte Magic da damals schon recht, das ist nicht die Aufgabe eines BuBa-Vorstandes. Die BuBa ist ja ohnehin ein zahnloser Tiger, wenn kann nur die EZB handeln. Die dürfte nicht erfreut sein, dass ihr der Knabe da reinredet, schon gar nicht in dem Tonfall. Die hat Griechenland und Konsorten übrigens ohnehin schon geholfen, indem sie die Hinterlegung von Schuldtiteln bei Repo-Geschäften weiter auf dem niedrigeren Bonitätsniveau akzeptiert. Wäre dies nicht der Fall, würde es zumindest trockener und teurer.

    Ja, ein Marktplatz wäre besser als OTC. Haben wir zum Teil ja auch, Eurex z.B., aber bei vielen Derivaten und Strukturen ist das Problem, dass sie nicht standardisiert sind. Da geht das halt nicht, außerdem würde bei vielen wohl auch die Liquidität am Markt fehlen, um einen reibungslosen Handel zu sichern. Kannst Dich ja noch daran erinnern, als plötzlich selbst mal Pfandbriefe 80:90 gestellt wurden. Nachher sind wir schlauer, keine Liquidität am Markt. Das war und ist ja auch das Problem bei ABS und Konsorten, keine Liquidität am Markt, einige fragen sich ja noch immer, was für ein Portfolio an irgendwie besicherten Forderungen da eigentlich in den Büchern steht, kein Ei gleicht dem anderen.

    Gruß
    Pampa

  11. @ Pampus, dtesch 16:40
    Oma würde sagen: Wer nicht hören will muss fühlen.
    RTY übersetzt: Eine auf Recht basierte Gemeinschaft würde zu einer Beutegemeinschaft fluktuierender Mehrheiten.
    Gilt nicht nur für EU, hoffentlich ebenso für Bundesländer, Städte, bis hin zur kleinsten Einheit. – Wer sich nicht an die gebotenen Bedingungen anpasst, der … – Kam doch irgendwo in der Biologie vor, oder … 😉 ~~
    Sarrazin überzeichnet. Klar. Das weiss er ganz sicher auch. Genau dieses Überzeichnen brauchen wir als Korrektiv für all die Schönfärbereien die zu dem beträchtlichen Realitätsverlust – mindestens in der veröffentlichten Meinung – geführt haben.~~
    Zu Jupp A: „Als viertes Element nennt Ackermann eine „bessere Marktinfrastruktur“, die es erlaube, die Verflechtung der Marktteilnehmer untereinander zu reduzieren: „Unser Ziel muss deshalb sein, auch große und stark vernetzte Finanzinstitutionen im Falle ihres Scheiterns vom restlichen System zu isolieren und aus dem Markt ohne große systemische Verwerfungen ausscheiden zu lassen.“ Als Beispiel nennt er zentrale Gegenparteien für den Handel mit Derivaten und Devisen sowie die Standardisierung von Kontrakten.“ –
    In einem Wort: Marktplatz statt herumziehender Händler! ~~
    @ Pedro
    Sancta Simplicitas!

  12. @Pampas
    gestern, 22.07.
    Ich las vorher:
    Gagfah läßt hier Häuser verschimmeln, Investor Fortress fehlt´s Geld.
    Märklin, die Geplünderte, ist beim Insovenzverwalter nun saniert.
    Ratiopharm: die einst stolze Germany-Pharma-Szene ist dahin.

    Die Zeit-Schiene… das stimmt schon..
    Diesen Artikel mit AK Schröder meinte ich als Nachschau.
    Ganz wie Zamir.
    Wir merken hierzulande nicht, (Hahaha – und Basta)
    wie uns „leise“ das „Tafelsilber“ abhanden kommt.
    Und „Hellas“ bei uns ankommt.

    karel

  13. @Pampa
    „Nö, aber ich würde wetten dass Angie mit Deinem Geld einspringt,..“

    Das ist leider auch meine Befürchtung.

    Gruß
    dtesch

  14. @ Pedro
    Freute mich wirklich Ehrlich für Dich.\“

    Mein Freude hält sich in Grenzen.

    Gruß
    dtesch

  15. @dtesch
    Freute mich wirklich Ehrlich für Dich.
    Weil wer nicht´s bezahlt, der nicht´s verdient.
    Wir bräuchten mehr von Deiner Sorte.
    Sei froh BEZAHLEN zu dürfen und können, es gibt viele die bezahlen müssen und nicht können.
    In einem Land wie Deutschland Leben zu dürfen, sollte auch Dur das etwas Wert sein…….oder….?

  16. @dtesch
    „Noch was: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das GR seine Hausaufgaben wirklich macht? Würdest Du darauf mit Deinem Geld spekulieren?“

    Nö, aber ich würde wetten dass Angie mit Deinem Geld einspringt, so wie es aussieht, so lautet die Wette. Ohne diesen Put gäbe es ohnehin kein Geld mehr. Richtig ist ferner natürlich, dass D zwar im Rating noch gut dasteht, vergleichsweise, aber eigentlich auch kaputt ist, sprichwörtlich der Einäugige unter Blinden. Das Problem haben wir ja auch im Land, Brandenburg oder Meck-Pom, oder Berlin sind doch selber gar nicht existenzfähig, wir züchten Junkies heran. Das Problem sehe ich natürlich auch, zum Zuckerbrod gehört die Peitsche.

    Ach übrigens, Sarrazin sollte lieber mal sein großes Maul halten, wenn er will kann er ja seine Meinung zu H4 oder sowas verbreiten, aber im Vergleich zu gelernten Notenbankern ist er doch nur eine Pfeife im Wald und wurde ganz sicher nicht in den BuBa-Vorstand ob seiner Sachkenntnis berufen. In Berlin wollte ihn keiner mehr, dann bekam er sein Abschiebungs-Pöstchen bei der BuBa. So ein Western-Saloon-Typ, riesige Fassade, kleine, schmierige Hütte dahinter. Die BuBa wird ohnehin seit Jahren geistig ausgeblutet, zumal es mehr um die Zukunft abgehalfteter Politiker zu gehen scheint, als um Fachkompetenz. Ich würde aus unserer Sicht heute gar nichts dazu öffentlich sagen, meine Meinung.

    Man darf die Kinder aber bei erzieherischen Maßnahmen auch nicht totschlagen, Du hast aber recht, wir sind vermutlich schon viel zu spät dran, um das Kind aus dem Brunnen zu holen.

    Gruß
    Pampa

  17. @Pampa

    Noch was: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das GR seine Hausaufgaben wirklich macht? Würdest Du darauf mit Deinem Geld spekulieren?
    Selbst wenn GR sich wirklich bemühen würde, ist der Ausgang immer noch offen.
    Ich sehe es genauso wie bei vielen Unternehmen, die vor der Insolvenz standen, selbst mit Anstrengungen war die Insolvenz oft nicht mehr abzuwenden. Es wurde viel zu spät reagiert. Bei GR sehe ich das ähnlich.

    Bei einer Insolvenz GR hätten einige Banken massive Probleme und einige davon könnten zusammenbrechen, mit allen Konsequenzen. Da brauchen wir uns nicht vormachen.
    Auf der anderen Seite hätte es für Staaten, wie für Banken einen hohen erzieherischen Wert, der die Eigenverantwortung betonen würde.

    Gruß
    dtesch

  18. @Pampa
    Ich gebe Dir ja Recht, dass dann eine Kettenreaktion einsetzten könnten.
    Nur mit „weiter so“ und der geplanten Unterstützung der Griechen vertagen wird doch nur das Problem in die nahe Zukunft. Je weiter wie das schieben oder den Ballon weiter aufblasen, um so größer wird der Knall.
    Darum lieber heute als morgen. Auch wenn es richtig weh tut. Und es wird schmerzen, da bin ich bei Dir.

    Ich sehe leider keinen vernünftigen Ausweg. Wir in DE stehen selbst vor dem Abgrund.

    Gruß
    dtesch

  19. @dtesch
    Das Problem ist doch letztlich Erpressung in Verbindung mit unkontrollierter Kettenreaktion. Wenn wir die Griechen hochgehen lassen, fällt der EU-Put auf Portugal, Irland, Spanien, UK etc. Dann explodieren deren Spreads auch, bei ohnehin schon extrem angespannten Haushalten. Das ist extrem gefährlich dtesch, wie ein Fass in einer Munitionsfabrik herauszusprengen.

    Auf der anderen Seite kann es ja nicht im Sinne des Erfinders sein, dass wir uns dauernd mehr oder weniger von den Griechen verarschen lassen und immer wieder, und sei es nur mit dem Rettungsschirm unserer Bonität als großer Bruder im Hintergrund, helfend zur Seite eilen. Sonst lernen sie nie etwas.

    Ein klassisches Dilemma, eigentlich pokert GR mit einem Bluff. Irgendwie müssen wir den Schein wahren, aber hinter den Kulissen deutlich machen, wir werden zwar nichts sagen, aber im Notfall auch nicht da sein. Macht eure Hausaufgaben. Sie werden Zeit brauchen, so schnell geht das nicht. Nur weil mal eine 5-Mrd.-Anleihe dreifach überzeichnet war, sind die noch lange nicht aus dem Schneider. Den Markt im Glauben zu lassen, wir würden helfen, wenn es hart auf hart kommt und gleichzeitig die Griechen wissen zu lassen, wir werden nicht helfen, wenn es hart auf hart kommt, ist die Crux an der Sache.

    So ungefähr sehe ich das jedenfalls,

    my two Cents
    Pampa

  20. @dtesch
    Bezahlst Du Steuern, oder beziehst Du Unterstützung ?.
    Habe die Erfahrung gemacht, das diese Gruppe gleicher Meinung sind wie Du.

  21. Welt-Online titelt: „Sarrazin empfiehlt den Griechen die Insolvenz“
    Die Folgen einer Finanzspritze würden unabsehbare Risiken beinhalten und seien schädlicher, als die Insolvenz Griechenlands und die damit verbundenen Kreditausfälle.
    Ich sehe das ähnlich. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
    Jetzt kommen bestimmt wieder die Schönredner, Beschwichtiger, Verharmloser und diplomatisch verbrämten Heuchler zu Wort.
    Nur mit salbungsvollen Reden lässt sich das Problem Griechenland nicht lösen.
    Bevor DE ebenfalls endgültig finanziell abrutscht sollte man den Griechen klarmachen, dass die Insolvenz die beste aller Lösungen für die EU und den Euro sind.

    Gruß
    dtesch

  22. @Zamir
    Vielleicht solltest Du mal lesen, was Karel geschrieben hat und was ich gefragt habe. Ein Besuch von Schröder bei Hank in 2003 kann ja wohl kaum dazu führen, dass 2001 stille Reserven über Beteiligungsverkäufe aus der Körperschaftssteuer genommen wurden. Ich habe ja nur höflich nachgefragt, auf was Karel genau anspielt. Das ist mir nämlich nicht klar. Zumal Karel davon ja Ahnung hat und eigentlich nicht zu Verschwörungstheorien neigt, sondern die Dinge meist sehr pragmatisch und sachlich sieht, habe ich halt gefragt.

    Vielleicht die Rücknahme des Steuervergünstigungsabbaugesetz II, in dem Verlustverrechnungen in einer Holding abgebaut werden sollten, wirtschaftspolitischer Wahnsinn. Alleine die Ankündigung dürfte hunderttausende Arbeitsplätze über Restrukturierungen gekostet haben. Aber das dürfte Hank mit Gas-Gerd wohl kaum abgestimmt haben, keiner von den beiden kennt sich doch im deutschen Steuerrecht aus. Wie Du siehst finde ich es etwas konstruiert, weiß aber nicht, was Karel genau meinte. Wenn einer von Goldman die deutsche Politik beraten hat, ist das imho eher Alex als Hank, aber gut.

    @7.53 Uhr
    Da pflichte ich Dir absolut bei. In jedem normalen Forum ist es Usus, dass man sich unter einem Namen registriert, kann gerne ein Nick sein. Das hat auch seine guten Gründe: Zum einen verhindert es, dass sich ein anderer dieses Nicks bedient, zum anderen bestimmt es den Avatar relativ eindeutig. Kommt jemand neues hinzu, kann man das auch erkennen. Hier jedenfalls kennt sich bald keiner mehr aus, zumal einer nicht akzeptiert, dass seine Freiheit da aufhört, wo die der anderen beginnt. Aber selbst wenn ich lange mit Engelszungen gesungen habe, es hilft ja doch nichts, trotzig wie ein kleines Kind. Vielleicht hört er auf Dich, aber ich befürchte da wirst Du auch auf Granit beißen. Wir haben nun mal nur Alice, schade dass wir das ohne Regulierung von oben offenbar nicht in den Griff bekommen.

    Schöne Grüße, auch an Deine Töchter, wann soll ich denn jetzt wegen der Unterstützungsenkel vorbei kommen? ;-))))) Keep cool.
    Pampa

  23. verehrte Signora,

    eine weitere Gemeinsamkeit aus der „Privatsphäre“, die nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die Voröieb für spanische Rotweine;-)
    Der Rioja aus der Rioja, einer Landschaft in Spanien, die mit erheblichen Mitteln (woher wohl?) eine Infrastruktur für den Weintourismus aufbaut, die ihresgleichen sucht.
    Für Griechen eventuell nachvollziehbar, für Deutsche – na sagen wir mal wenigsten geniessbar.
    Spanische und europäische Stararchitekten haben Meisterbauwerke entworfen, wie die Bodega Ysios in Laguardia (Calatrava) oder die kellerei Marques de Riscal (Gehry) die dem deutschen Kämmererwesen nie anzuringen gewesen wären. Den Griechen schon eher, vielleicht kommt’s doch noch….
    Die Rioja ist ein brillianter Beweis dafür, dass erst das Überwinden von Konventionen statt ihrer sklavischen Exekutierung der Zukunft -wenn auch nur ein Stücklein – abgewinnen kann.

    Wohl bekomm’s.