Produktiver Wahn

Nun platzt also die Dubai-Blase, wird der Traum von 1001 Nacht zur abgewrackten Shoppingmall. Scheich Mohammed bin Raschid al Maktum hat sein Emirat verzockt, und mit ihm bangen nun Banken und Investoren um ihre Milliarden. Eigentlich hätte man es ja gleich wissen können – die Arabische Halbinsel ist einer der lebensfeindlichsten Orte der Welt, und die hochgejubelten künstlichen Inseln aus Sand und Schlick haben den Charme von Sträflingskolonien. Angepriesen wurde das als Urlaubsparadies im XXL-Format, bombastisch-fantastisch.

Was heute Dubai ist, waren gestern US-Immobilien; ein paar Jahre früher waren es Internet-Aktien, ganz früher Eisenbahn-Papiere, und angefangen hat es mit der Spekulation um Tulpenzwiebeln: Wir alle waren dabei und hätten auch wissen können, dass eine Aktie der Deutschen Telekom niemals 100 Euro wert sein kann. Heute freut man sich schon, wenn sie an der Elf-Euro-Grenze kratzt.

Wenn Optimismus Kapital anlockt und Träume zu Gebäuden und Fabriken verfestigt – dann nennt man es Gründerzeit. Solche Zeiten leben vom Kredit, denn der ist in Zahlen geronnenes Zukunftsvertrauen. Wenn es gut geht, und anfangs geht es meistens gut, gibt es mehr Kredit, und Volkswirtschaftsprofessoren schreiben vom selbsttragenden Aufschwung. Erfolg schafft neue Fantasien, der Optimismus nährt sich aus den fantastischen Gewinnen der ersten Investoren. Die Grenzen des Wachstums und Bilanzregeln sind Bedenken der grauen, mutlosen Männer von gestern.

PR-Tricks und Medien befeuern die Gier und den Traum vom schnellen Profit bis zum Totentanz. Früher nannte man es Dienstmädchen-Hausse, heute ist es der Promifaktor in den Bilderblättern. Angeblich wohnen David Beckham und seine Victoria da, auch Michael Schumacher mit Corinna. Tatsächlich aber urlauben die wahrscheinlich lieber am Genfer See – nur wir glaubten sie am Golf.

Irgendwann platzt dann der Schwindel. Vielleicht bleibt in Dubai was über: ein großer Flughafen mit Shoppingmall, ein paar Büros und Hotels. Das wäre schon viel mehr, als vorher war in dieser Wüstenei. So sind auch nach den Eisenbahnpleiten die Züge weitergefahren. Der Wahn der Investoren hinterlässt produktive Strukturen, denn damit wurde Unmögliches ermöglicht. Wer die Pleitezeit überlebt, gilt als grandioser Gründer und visionärer Unternehmer, als Erbe der Krupps, als würdiger Nachfolger von Siemens, mit einem Platz in der Hall of Fame des Unternehmertums. Wer Pech hatte, wird als Hasardeur vergessen oder zur tragischen Figur wie Carl Friedrich Wilhelm Borgward, der nach der Pleite seiner Autofirma durch den Zaun auf sein Werk geschaut hat, das dann von einem Staatskommissar liquidiert wurde. Erinnert Sie die Story an, sagen wir: Madeleine Schickedanz oder Wendelin Wiedeking? The winner takes it all.

Investitionen sind in die Zukunft gerichtet, mit unbekanntem Risiko aufgeladen und ihre Erträge unberechenbar. Es gehört Mut dazu, der nicht die schmale Grenze zur Gier überschreiten darf, und Zukunftsvertrauen, das nicht in Wahn umschlagen sollte. Aber noch gibt es keinen GPS-gesteuerten Navigator durch die unübersichtlichen Gefilde von Spekulation, Investition und Zukunft.

Ist das alles Wahn, der wegreguliert gehört? Oder gehören nicht Übertreibungen und Pleiten dazu wie der Katzenjammer nach der Party?

Die Kanzlerin beklagt die Kreditklemme? Aber nicht Kapital ist knapp – uns fehlt nur der Mut zur Gründerzeit. Stattdessen regiert die Angst vor unternehmerischem Risiko. Aber Wohlstand kommt nicht vom Sozialamt. Sondern vom unternehmerischen Traum, auch von Gier und dem Beharren auf einer Vision, die Skeptiker Wahn nennen. Nur im Altersheim ist selten Rambazamba, und deshalb gibt’s auch selten Katzenjammer.

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Alle Kommentare [280]

  1. Darlehen und Investitionen für alle
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  2. Die WestLB als zentrale Bundes Bad Bank?

    Die HSH wollte der weltgrößte Finanzier von Containerschiffen werden. Die WestLB glaubte, im globalen Investmentbanking mitspielen zu können. Die BayernLB wollte den Osten erobern – alle drei scheiterten grandios uns sollten radikal reformiert werden, so ist es aktuell im Spiegel zu lesen. Ein harscher Kommentar über und zur WestLB dazu von H.-J. Selenz

    Öffentlich-rechtliche Finanzkriminalität: Die WestLB als zentrale Bundes Bad Bank?

    Der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) hat erstmals eine \“Bad Bank\“ installiert. Und zwar für die WestLB, die Bank des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die WestLB befindet sich seit Jahrzehnten in schwerster Schieflage. Nun will man 85 Milliarden Euro ausgliedern, um heiße Luft aus der Bilanz abzulassen. Das kommt nicht wirklich überraschend. Schon vor einem Jahr sprachen Insider von großen Löchern in der WestLB-Bilanz. Deren Volumen bezifferte man auf bis zu 100 Milliarden Euro.

    In Cassel´s German-English/English-German-Dictionary findet sich der Begriff Bad Bank – noch – nicht. Das Wörterbuch übersetzt \“bad\“ mit schlecht, schlimm oder böse. So ganz toll kann eine Bad Bank folglich nicht sein. Warum gründet man dennoch eine derartige Böse Bank? Sollte man zudem nicht erst einmal klären, ob es eine Bad Bank vielleicht schon gibt? Schlechte beziehungsweise böse Bankgeschäfte haben bekanntlich einige deutsche Banken durchgeführt. Allen voran unsere Landesbanken. Denken wir nur an die NORD LB, die HSH Nordbank, die LB Baden-Württemberg oder die Bayern LB. Leuchtendes Vorbild für all diese mehr oder weniger bösen Banken ist indes die WestLB.

    Die WestLB hat eine lange Tradition in übelsten Bankgeschäften. Friedel Neuber, ihr legendärer früherer Chef, verbrannte zweistellige Milliarden-Beträge. In DM und später in Euro. Das Land zahlte. Als \“Gangster in Nadelstreifen\“ titulierte ihn die Süddeutsche Zeitung bereits am 23. Januar 2003. LTU, Preussag/TUI oder Babcock Borsig sind nur einige der Milliarden-Löcher der WestLB. Probleme gab es indes nie. Die WestLB hatte blendend vorgesorgt. Justiz- und Finanz-Häuptlinge hatte man bezirzt. Mit Luxus-Trips auf dem Rhein und Festen auf Schloss Krickenbeck. Die wichtigen Politiker hatte man ebenfalls für sich gewonnen. Allen voran NRW-MP Johannes Rau. Der nutzte für sein Leben gern den Flugdienst der WestLB. Die Firma PJC. Raus Flüge wurden von der Staatskanzlei direkt bei PJC bestellt. PJC rechnete dann auch mit Sekretärin Hedda Höbig ab. Die Rechnung bezahlte am Ende Raus Landesbank.

    Der Jet hatte die Kennung D-CLAN – Nomen est Omen. Er gehörte Peter Wichmann. Der hatte auch eine Ausbildung als Fotograph. Was sich in der Luft abspielte, dokumentierte Wichman heimlich. Die dabei entstandenen Bilder befand der SPIEGEL in seiner Ausgabe 7/2000 als \“unter SPIEGEL-Niveau\“. Auf jeden Fall waren sie beeindruckend. Friedel Neuber, der die Flüge bezahlte, bekam daher nie ernsthaft Ärger mit der Justiz. \“Auch das erinnert an Mafia\“, urteilte der SPIEGEL. Deutsche Staatsanwälte sind bekanntlich politisch weisungsgebunden. Sie wissen genau, was zu untersuchen ist und was nicht. Auch hochrangige Persönlichkeiten der anderen großen deutschen Partei nutzten den Flug-Service. Zum Beispiel der Präsident des Sparkassen- und Giro-Verbandes – Köhler. Dessen Telefon-Nummer trug Neuber stets bei sich. Damit war der Polit-Schutz perfekt. Und zwar gegen wirklich substanzielle Justiz-Nachstellungen. Sogar die Politiker in den neuen Bundesländern umsorgte die WestLB von Beginn an. Lothar de Maiziere wurde mit vier seiner Getreuen in Berlin-Schönefeld abgeholt. Am 8. September 1990 um 10:00 Uhr. Natürlich mit D-CLAN. Kurz vor Toresschluss verhandelte der letzte Chef der untergehenden DDR deren Spielbankenlizenzen. Übrigens von Vorgänger Modrow vorbereitet. Ein Untersuchungsausschuss des NRW-Landtages versuchte später, Licht in den trüben Fluss der Glücksspiel-Gelder zu bringen. Von 48 Millionen DM Nettospielertrag blieb leider nur ein armseliger Überschuss von 1,7 Mio. DM….

    Mit dem IC 72 hatte die WestLB sogar einen eigenen Spar-Club für VIPS. Bei bescheidenem Einsatz spielten Rau, Clement und Fernseh-Ikone Nowottny mit. Aber auch die CDU-Größen Worms und Linssen freuten sich über gute Tipps, satte Zinsen und (un-)heimlichen Einfluss im Lande.

    Es gibt mithin seit Jahren eine ganz reale Bad Bank in Deutschland. Die WestLB, das ist perfekt funktionierende, real existierende, organisierte Finanzkriminalität unter dem Dach des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Man bräuchte jetzt nur noch HSH Nordbank, NordLB, LBBW und Bayern LB auf die WestLB zu verschmelzen – zur zentralen Bundes Bad Bank. Die pragmatisch-praktische Lösung für fast alle deutschen Finanzprobleme. Das Rating? Junk = Müll. Was sonst?

    Prof. Dr. Ing. Hans-Joachim Selenz ist Wirtschaftsethiker und
    1. Vorsitzender der Initiative CLEANSTATE e.V.
    Für Recht und Gerechtigkeit in Politik, Staat und Wirtschaft

  3. @ Römer
    „Das meine ich mit wahrhaftig, wir brauchen nicht Politiker die sich “beeinflussen” lassen von der Großfinanz, sondern unabhängige Politiker die ehrlich mit uns umgehen und dann auch das Recht haben, daß wir fair mit ihnen umgehen. “
    So so die Grossfinanz.
    Hattest du weiter oben nicht geschrieben,
    dass man nicht so schlicht in Gut und Böse trennen soll???
    Und was tust du mit deinen Grossfinanz-Schelte?
    Ist es nicht AUCH so,
    dass Politik „im Auftrag ders Volkes“ ziemlich unrealistische Hoffnungen/Bedürfnisse erst weckt
    und sich damit VOM VOLK erpressbar macht???
    Wiederwahl betreffend???
    Ist es nicht AUCH eine Erpressung
    die Staatsgläubige da vornehmen???
    Genannt Demokratie / Pöbelherrschaft?
    Die dümmsten Lämmer möchten halt lieber von einer ausufernden Krake erwürgt werden,
    als von einer „Großfinanz“
    ( aus welchem Wörterbuch stammt der Ausdruck eigentlich,
    Nazi oder Markistisch- Leninistisch … merkst du wie die Sprache entlarvt? )
    als Konsumenten am Leben gelassen.

  4. @Greg
    „Die (zeitlich) unbegrenzte Konzentration von Macht auf eine Person findet sich in der EU doch gleich wo? „
    In diesem Fall nicht auf eine einzelne Person, sondern Personengruppe. Die kungelt zusammen mit den Regierungschefs.
    Die Frage ist nicht was geschrieben steht, sondern was hinten rauskommt.
    Es gibt kaum eine Diktatur, die einräumt eine solche zu sein. Formal, laut deren geschriebenen Gesetzen, sind sie auch meist keine.

    Gruß
    dtesch

  5. @ …. 12.12.2009 um 12:15 Uhr:
    Am Ende sollen natürlich keine Diktatoren stehen, daß ist nicht die Aussage meines Postings.
    Indem derzeit aber in Gut und Böse unterschieden wird und wir sehr einseitig darauf eingeschworen werden, ist es recht einfach sich selbst in die gute Ecke zu stellen.
    Wenn ich mir zum Beispiel die US und europäische Politik im Rahmen der Landwirtschaft anschaue, wurden und werden definitiv Märkte in Afrika massiv beschädigt. Durch Subventionierungen können solche Märkte gar nicht erst beginnen sich zu entwickeln. Für die Menschen dort sind wir vielleicht dann gar nicht die „Guten“, sondern eher imperialistische Mächte, die auf Kosten ärmerer existieren.
    Wir denken hier, daß wir Nabel der Welt sind, sind wir aber nicht. Die USA und die UDSSR haben im Kalten Krieg in anderen Ländern sehr auf Kosten derer Bevölkerungen Politik betrieben. Die Ausbeutung der Ressourcen findet auf Kosten ärmster Menschen statt, die nicht an den Erlösen beteiligt werden.
    Wir handeln gegenüber Menschen die weit weg sind also selbst von oben herab ausserordentlich diktatorisch, wenn uns die Politik der Regierungen nicht gefällt, wird ein Embargo verhängt, was wiederum die Bevölkerung der Länder massiv leiden läßt.
    Jetzt wird das Argument kommen, daß man lediglich die Diktatoren zu einem Umdenken zwingen will mit solchen Maßnahmen, daß Argument ist gut, aber es gibt ein Gegenargument, daß wir nämlich diesen Diktatoren nur zu gern die Waffen liefern. Dazu gehören die USA, Rußland und auch Deutschland. Die Kriegswaffenkontrollgesetze werden sehr oft umgangen, faktisch sind wir gar nicht daran interessiert, daß arme Länder sonderlich reich werden, sie sind später unsere Konkurrenten.

    Mit dem Iran ist das so eine Sache, auch hier fällt es mir sehr schwer, eine Meinung für oder gegen den Mainstream zu haben, zu vielfältig sind die Informationen. Fakt ist aber, der Präsident wurde demokratisch gewählt. Im Nahen Osten ist der Iran eines der demokratischsten Länder. Wir erlauben uns, Saudi Arabien als befreundet anzusehen, obwohl dort die Bevölkerung nicht gerade am Reichtum beteiligt wird. Dubai ist ebenfalls keine Demokratie, Ägypten hat Riesenprobleme, wir fliegen aber gern hin, weil wir billigen Urlaub dort geniessen können. Die Menschen dort gehen uns doch am Allerwertesten vorbei.

    Zum Thema Finanzsektoren, es geht mir nicht darum so etwas abzuschaffen, oder in ein zu enges Regelwerk zu pressen, es geht nur darum, die Einflußnahme in die Politik weltweit zu brandmarken. Das ist der Kernpunkt, egal welcher Sektor in die Politik Einfluß hat, am Ende läuft es auf diktatorische Maßnahmen hinaus, weil Regierungen und Bevölkerung erpressbar sind.
    Wir sind auch erpressbar, wir wollen unser Leben so angenehm wie möglich haben, also stimmen wir vielem zu, wo wir eigentlich ablehnend sein müßten. Das beginnt mit unserer Herstellung von Waffen und endet mit Unterstützung diktatorischer Regime, wenn sie uns in den Kram passen, da schliessen wir die Augen. Sehr gern sind wir Gutmenschen, wenn es darum geht Robben zu retten und jeder Robbenjäger ist ein Monster, gleichzeitig haben wir hier Massentierhaltung und sind nicht die nettesten zu kleinen Ferkeln. Welche Anmaßung ist darin enthalten? Was wir niedlich finden muß geschützt werden, was wir nicht sehen, weil wir es nicht täglich im Fernsehen in aller Abscheulichkeit gezeigt bekommen, interessiert uns nicht, also essen wir es, unabhängig vom Leid was entsteht.

    Gleiches beim Klima, Obama hat deutlich gemacht warum er so erpicht auf den Klimaschutz ist. Wer hier die Nr1 ist, der ist die Weltmacht und das will er für die USA so haben. Fertig.
    Die Menschen machen sich wiederum keinen Kopf, was auf sie zukommt, wird alles so beschlossen wie umgesetzt. Was bedeutet das für die ärmeren Länder? Wie geht eine Industrienation damit um?
    Die Jugendlichen die sich in Kopenhagen stark machen, sind dorthin geflogen. Sie werden zu Hause einen PC haben, angenehm im Warmen sitzen und auch auf Autos nicht verzichten und ihre Waren werden von weither in die Geschäfte gebracht. Das alles wird bei der Umsetzung der Klimaziele wenn sie stirkt eingehalten werden sollen, nicht mehr möglich sein. Ich weiß nicht wie es umgesetzt werden soll, aber im Prinzip gibt es nur zwei Möglichkeiten, sie verarschen uns und zocken uns ab, sie nehmen es ernst und wir werden unseren Lebensstandard zurückschrauben müssen. Mit allen Konsequenzen für das tägliche Leben.

    Wo wird eigentlich über die immense Vergeudung von Ressourcen durch die Militärmaschinerie weltweit geschrieben? Wo wird auf die mit Uran angereicherte Munition hingewiesen, mit der verseuchter Boden hinterlassen wird? Wo wird der Reichtum mit seinem immensen CO2 Verbrauch kritisiert? Ein Motorboot der gehobenen Klasse bläst locker 100 Liter Sprit in der Stunde raus. Die Jungs die nach Kopenhagen mit privatflugzeugen geflogen sind, verhalten sich nicht CO2 sparsam, es wird also die breite Masse treffen, wenn es umgesetzt wird, nicht diejenigen, die alles im Überfluß haben.

    Darauf wollte ich aufmerksam machen und darauf, daß wir denken viel zu wissen, mich eingeschlossen, aber ständig mit Propaganda nur so zugeschüttet werden. Wir glauben gut informiert zu sein und erfahren später oder vielleicht nie, daß wir verarscht wurden.

    Somit bleibt nur die Politik und ihrer Verantwortung uns gegenüber, um Vertrauen aufzubauen. Hast Du dieses Vertrauen? Wenn ja, erfreulich, wenn nein, warum nicht ?
    Das meine ich mit wahrhaftig, wir brauchen nicht Politiker die sich „beeinflussen“ lassen von der Großfinanz, sondern unabhängige Politiker die ehrlich mit uns umgehen und dann auch das Recht haben, daß wir fair mit ihnen umgehen. Solange aber das in meinen Augen nicht stattfindet, müssen wir kritisch bleiben und hinterfragen, uns versuchen so gut wie möglich eine Meinung durch unterschiedliche Standpunkte zu bilden und haben beileibe nicht das Recht auf andere Länder zu zeigen und deren Politik zu kritisieren.

  6. @ Wim
    bei aller Begeisterung für Wiki etc: Viel wichtiger als die Akkumulation „nur nackten Wissens“ ist es, Strukturen/ Funktionsweisen 1.) zu identifizieren, 2.) die Kenntnis dieser Strukturen auf andere Zusammenhänge zu übertragen. Und in diesem Sinne dann „Nicht Dagewesenes“ zu analysieren oder und zu schaffen. –
    @ Greg
    definieren kann man wie man will.- Und enzyklopädisches Wissen ist ganz nett für Quizshows ( und auch sonst manchmal), führt aber prinzipiell weiter. Deine Definition verliert z.B. kein Wort über wesentliche konstituierende oder machterhaltende Elemente einer Diktatur. Ebenso wenig über immer nötige Selbst-Rechtfertigungselemente einer Diktatur. – Als da beispielsweise sind: Definition eines „einzigartigen“ Ziels bei gleichzeitiger Identfikation der Feinde dieses Ziels und daraus folgernd als Staatsziel die Elimination aller Elemente die das Ziel auch nur in Frage stellen. – Diese Elemente einer Diktatur sind hier und heute bei uns durchaus bei uns erkennbar. – Das ist es aber, um was es mir geht.
    @ Römer
    eine ziemlich unselige Melange aus Gemeinplätzen, Verurteilungen und „krudem“ undurchdachtem nichts desto trotz populären Zeug, das du da von dir gibst.

  7. Kaus.F

    Das Wort zum Sonntag

    Der TREND
    ist dein FRIEND
    wenn man ihn
    rechtzeitig
    ERKENNT

    Streng genommen gibt einem der Trend von gestern nur eine statistische Wahrscheinlichkeit für den Trend von morgen – sofern „nichts Gravierendes passiert“. In der Regel passiert auch nichts, so dass der gemeine Linienverlängerer (aka Trendfolgedepp) häufiger richtig als falsch liegt. Darauf weist er natürlich ununterbrochen hin – bis er, wenn es kracht, das Posten einstellt wie Vogel Strauß.

    Den Trend von morgen könnte man besser erahnen, wenn man die Geschehnisse von morgen im Voraus wüsste. Würde z. B. durchsickern, dass Goldman-Sachs ein gravierendes Derivateproblem hat, könnte man die Chart-Schnittmuster von gestern in die Tonne treten (siehe Enron).

    Hedgefonds-Fundi Doug Kass versucht das Problem zu lösen, indem er fundamentale Faktoren von morgen, die heute entweder noch nicht bekannt sind oder – branchentypisch – ignoriert werden, für die Vohersage von Trendwenden und Abstürzen heranzieht. Nach 30 Jahren Profi-Erfahrung (er verwaltet 4 Mrd. Dollar) verfügt er über ein Netzwerk von „Gnomen über den Alpen“, die ihm manches zuraunen, wenn sein Strich über Nacht unvorhergesehen „weggebrochen“ ist..

    Kass‘ Mantra – „short on the analysis, cover on the news“ – gekoppelt mit „tell me something I don’t know“ ist freilich keine Witwen- und Waisen-Strategie, mit der zaudernde Ariva-Rentner ihre „Life savings“ in kurzlaufende Puts hauen sollten 😉

    Umgekehrt ist das, was Alle jetzt schon wissen, mit Sicherheit nichts, was die Börse von morgen bewegen wird.

    „Was Alle jetzt schon wissen“ ist die Quintessenz dessen, was Bubblevision mehrmals täglich zum Besten gibt. Daher ist es systembedingt „tückisch“, ausgerechnet darauf seine Investment-Strategien aufzubauen.

    Hier mal eine (teils karikierende) Aufzählung:

    – die V-Erholung in USA ist „for real“ und keine Bärenmarkt-Rallye
    – die Regierungs-Päppeleien werden in nachhaltiges organisches Wachstum übergehen
    – wir befinden uns in der Frühphase einer 45-Monats-Hausse wie nach 2003
    – die ECRI-Frühindikatoren sind auf 35-Jahres-Hoch
    – trotzdem wird die Fed die Nullzinsen frühestens 2011 anzuheben beginnen
    – und überhaupt: „never fight the Fed“
    – der Dollar wird zwar verfallen („shit happens“), beschert US-Firmen aber Billionengewinne im Export
    – der parallel zum Dollarverfall laufende Rohstoff-Boom untermauert die Hausse
    – der Boom wird den Arbeitsmarkt beflügeln und die AL-Quote nachhaltig runterbringen
    – das wird den Konsum und die Massennachfrage nach Allem, inkl. Aktien, hochtreiben
    – die Hauspreise werden wie 2005 steigen und überschuldete Hausbesitzer „ausbailen“
    – die CDS-Schrottpapiere der Banken werden wieder auf ihren Einstandspreis hochsteigen
    – dann kann auch mark-to-market statt mark-to-phantasy wieder eingeführt werden
    – Banken werden saubere Bilanzen ohne die bisherige FASB-Aufweichung ausweisen
    – das bisschen, was dann nach fehlt, holen sie sich aus Kapitalerhöhungen und Börsengängen
    – so werden die Banken wieder zu einem Bollwerk der Festung Amerika
    – GS wird darin zum goldenen Ritter mit der goldenen Nase
    – der finanziellen Revolution auf Derivate-Basis steht ein neuer Hyper-Boom bevor
    – das Derivate-Volumen wird vom 10-fachen des Welt-BIP auf das 100-fache anwachsen
    – alles völlig risikofrei, da AIG wieder alles versichert, inkl. der Fed
    – dann läuft es auch mit der Konsumenten-Verschuldung wieder rund (Haus-ATM 2.0)
    – all dies verstärkt sich gegenseitig und führt zu einem weltweiten Melt-up an den Börsen
    – unterdessen können die Chinesen gern weiter unsere Schirme und Hosenknöpfe fertigen
    – allerdings nur, wenn sie uns weiter unsere Staatsanleihen abkaufen
    – ersatzweise oder ergänzend zieht China die Welt als Konjunktur-Lok aus dem Dreck
    – und vor allem: Es gibt immer noch viel zu viel Liquidität an der Seitenlinie, die angelegt werden will

  8. Der Herr der Dinge und der Ringe spricht:

    Das menschlein ist ein armes wichtlein, denn es versteht die
    einfachsten dinge nicht und macht so weiter bis zum jüngsten
    gedicht.
    Sooo issses.

    Gruß aus dem Konsum, Zamir

  9. Was fuer eine schwachsinnige Analyse .
    Sage es doch einfach : das Leben und Handeln von Menschen ist paradox …auch in der Wirtschaft .
    Nur : hat das wenig mit Dubai zu tun, warum soll sich nicht in Dubai gut leben ? Wenn in Deutschland ab und zu Auslaenderheime angesteckt werden, spricht man auch nicht von ein gefaehrlicher Investitionsland Deutschland oder ? Wert einer Firma laesst sich auch nicht an Hand von Bilanzen in Ist-Zustand ablesen…ist wie fast alles in der Wertanalyse in der Wirtschaft, eine subjektive Angegelenheit .

    Probleme treten dort auf, wo klare wirtschaftliche Spielregeln und Kontrollen fehlen. Was den Scheichs in Dubai gefehlt hat ist sehr einfach : Controlling .

    Dubai

  10. @

    Scheinbar geschieht etwas, denn die Politik bemerkt, daß die Fäden der Macht nicht mehr verwoben sind, sondern einzigst noch in den Händen der Großfinanz liegen.
    Kern wird sein, ob es der Politik gelingt, Gestaltungsraum zurückzugewinnen und vor allem, ob es überhaupt gewollt ist.
    Die Besteuerung der Boni in Großbritannien und auch der Gesetzentwurf in den USA zeigen, daß zumindestens Versuche gestartet werden.

    Seltsamerweise werden die Bären immer für fallende Kurse verantwortlich gemacht, dabei sind es die Bullen, die mit Zügellosigkeit und Blindheit geschlagen sind, die keine Grenzen in ihrer Gier kennen und mit großer Wonne Blasen aufpusten, die regelmäßig zerplatzen. Das Aufpusten nimmt viel Zeit in Anspruch, weswegen sich die Bullen die meiste Zeit eben im Recht fühlen, kleinlaut tauchen sie dann einige Wochen oder Monate ab, aber sie kommen dann schon wieder zum Vorschein. Man erkennt es ja auch an den immer gleichen Analysten, die in Abwärtsphasen nie gesehen werden und in Aufwärtsphasen die Börse erfunden haben.

    So ist es auch in der Politik, es geht darum, sich selbst am besten zu verkaufen. Wie viele Politiker sind nach ihrer Amtszeit in gut gepolsterte Pöstchen gerutscht und man fragt sich dann doch, wie groß der Einfluß der Firmen in der Amtszeit war. Die Pöstchen während der Amtszeit brauche ich gar nicht ansprechen, so was sollte untenweg verboten sein.

    Ich persönlich glaube nicht, daß sich heutzutage viele Politiker dem Volk verpflichtet fühlen. Ausschlaggebend ist, wie man es verkauft. Da finden wir weltweit die tollsten Beispiele, der beste Verkäufer seiner eigenen Person ist derzeit Obama, dem es gelingt das ganze Gegenteil von dem zu tun, was er sagt und dafür noch gefeiert wird. Schröder war auch so ein Typ, in Deutschland waren Willy Brand und Helmut Schmidt die letzten großen Politiker unserer Zeit und in den USA wohl Kennedy. Clinton hatte bereits begonnen, vor der Finanzindustrie einzuknicken, Bush war der Bösewicht, der genialerweise alles auf sich persönlich gezogen hatte, was politisch eh umgesetzt worden wäre. Die kritischen Geister werden ebensowenig gehört wie hier auf Ariva oder anderswo. Es ist eben leichtet optimistisch und blind durch die Gegend zu laufen, als realistisch mit entsprechend aufwändiger Arbeit, um es besser zu gestalten.

    Der Machtkampf der stattfindet wird durch die Finanzindustrie gewonnen, dafür gibt es viele Gründe, zum einen sind die Regierungen komplett infiltriert, zum anderen hat die Finanzindustrie die Möglichkeit, die reale Wirtschaft so zu knebeln, daß die Politik dafür schuldig gesprochen wird.

    Nichtsdestotrotz hat auch die Finanzwirtschaft ein Interesse an funktionierenden Märkten und kann nur begrenzt zuschauen, daß Volkswirtschaften leiden. Somit ist die Arbeitslosigkeit bis zu einer gewissen Grenze kein Problem, sie übt Druck auf die Arbeitnehmer aus zu biligsten Löhnen zu arbeiten und maximiert die Gewinne der Arbeitgeber. Die mittelständischen Unternehmer werden mit hohen Zinsen gegängelt und über Steuern ausgenommen. Ein perfektes System zur Umverteilung.

    Staaten die sich dem zukünftigen System nicht beugen, werden gezwungen sich unterzuordnen. Man braucht sich nur die Ausweitung der Nato anzuschauen und der militärischen Macht, die dadurch entstanden ist. Dagegen kann sich niemand ernsthaft stemmen. Sollte es jemand tun, wird ihm etwas in die Schuhe geschoben und mit sanften Mitteln unter Druck gesetzt, später dann mit stärkeren Mitteln. Beispiel hierfür ist der Iran. Man kann zu dem iranischen Präsidenten stehen wie man will, aber es werden Dinge veröffentlicht, die nicht stimmen, um gegen sein Land Stimmungen zu erzeugen. Sollte der Iran die Atombombe haben, ist nicht die Angst vor Angriffen der Knackpunkt, sondern einzigst die Unangreifbarkeit des Landes, wie wir es in Nordkorea auch sehen. Damit hat jemand die Möglichkeit, sich ausserhalb des Systems zu stellen.

    Die Umweltpolitik ist genau das selbe. Die Menschen werden abgelenkt, um nicht festzustellen, daß die moderne Welt die Versklavung der breiten Schichten bedeutet und mit Demokratie nichts mehr zu tun hat.

    Somit sehe ich erst dann eine Veränderung, wenn in der Politik wahrhaftige Frauen und Männer sich hinter ihr Volk stellen und den Schwur den sie leisten auch umsetzen. Bis dahin dient alles was sie tun einzigst der Ruhigstellung der Menschen und leider machen selbst die, die es wissen oder ahnen gerne mit, anstatt zumindestens kritisch damit umzugehen.

  11. @dtesch:
    „Das ganze ist verkappte Diktatur, und Greg wird jetzt gleich erklären, das man das Demokratie nennt oder ist.“

    Warum sollte ich das tun? Das wäre eine Umdrehung der Beweispflicht 🙂

    Man kann natürlich jeden Begriff so definieren, wie es einem gefällt. Die üblichen Kennzeichen einer Diktatur sehen neben der Konzentration der Macht auf eine Person so aus:

    „In der Diktatur wird die neuzeitliche Gewaltenteilung aufgehoben und damit der Grundrechteschutz des einzelnen Bürgers. Die Macht des Diktators, sei es eine einzelne Person oder eine Gruppe, ist unbeschränkt. Er kontrolliert – neben der Gesetzgebung – insbesondere auch die traditionellen staatlichen Zwangsmittel der Exekutive selbst: Militär, Justiz, Polizei und staatliche Behörden. Besonders das Militär wird nicht vom Parlament kontrolliert, sondern vom Diktator, und kann nicht nur zur Landesverteidigung eingesetzt werden, sondern auch im Inneren gegen eine zu Staatsfeinden erklärte Opposition. Die Justiz kann nicht mehr unabhängig urteilen, sondern folgt diktatorischer Gesetzgebung oder direkten Weisungen.

    Diese Zwangsmittel reichen oft nicht zum Machterhalt aus, daher müssen weitere Bereiche der Gesellschaft kontrolliert werden. Die Diktatur unterwirft sich dann auch die wirtschaftlichen Einrichtungen, das Erziehungswesen, Presse und Medien sowie die Kommunikationsmittel wie Nachrichten- und Datenverkehr.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Diktatur

    Die (zeitlich) unbegrenzte Konzentration von Macht auf eine Person findet sich in der EU doch gleich wo?

    Merke: Wenn es nicht summt, nicht fliegt und keinen Honig produziert, handelt es sich bei einem Tier vermutlich nicht um eine Biene, auch wenn es vielleicht einen Stachel hat. 🙂

  12. **Zu Weimer: Dann bring mal gewissen Leuten die nötigen Konsequenzen aus diesen Beobachtungen bei. **

    ..ich mein Gregor hat´s gesagt: Hasen wollen niemals Hasenfleisch auf der Speisekarte…- ein Stoff aus dem Dramen geschnitzt sind..alle meinen es aber gut…

  13. @ Eysel

    **Mir ist es wichtig festzuhalten, dass lediglich innerhalb bekannter Möglichkeiten neu kombiniert wird.**

    …in einem Ausmaß aber, das wir bisher nicht gekannt haben! weltweit, nahezu zeitgleich! Das ist das Neue! Deshalb fragte ich ja auch: Welche Auswirkungen auf uns, geht ja los in der Schule – ist Wissensvermittlung in dem Umfang noch notwendig, wenn ich Wiki habe, – sollten wir nicht andere Fähigkeiten fördern, wie z. B. Kreativität, Risikobereitschaft etc. Wir müssen die Hintergründe kennen, warum wir tun oder lassen sollen!

  14. @ Wim
    Nachahmung ist nun nicht gerade was Neues. – Fast das Erste das jedes baby tut. – Durch neue Möglichkeiten ( beim Erwachsenen ) wird Vorhandenes bestenfalls auf neue Art verschaltet/kombiniert. – Das ist Alles was es an neuronaler Änderung gibt. – Insofern ist „Änderung“ im Sinne von „neu“ nicht präzise ….sorry für die Klugscheisserei. – Mir ist es wichtig festzuhalten, dass lediglich innerhalb bekannter Möglichkeiten neu kombiniert wird. Die beobachtbare nur Oberfläche ändert sich, keine Frage. Aber nichts originär Neues. – ~~ Zu Weimer: Dann bring mal gewissen Leuten die nötigen Konsequenzen aus diesen Beobachtungen bei. – Ich versuchs andauernd und die Zustimmung die ich ernte ist eher „bescheiden“. – Was ich höre ist more of the same old idiotic stuff.- Da ist die reset taste ganz offensichtlich vollflächig mit proprietärer Gutmenschen-Wohlfahrts-Paste verklebt. – Danke Karel für den Ausdruck.

  15. von Wolfram Weimer – immer lesenswert!

    Wir sind dann mal fort

    Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. An jedem einzelnen Tag verliert Deutschland ein ganzes Dorf, womit die Zahl der Auswanderer Dimensionen erreicht, wie seit 120 Jahren nicht mehr. Zum Weihnachtsfest 2009 bieten deutsche Fluggesellschaften sogar einen Weihnachtsbaumtransport für Auswanderer an.

    Was die Angelegenheit so heikel macht: Es sind die Besten und Jüngsten, die genug haben und gehen. Im Gegensatz zu den Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts verlassen nicht etwa Analphabeten, Bauern und verzweifelte Arbeiter das Land. Wir erleben keine Elendsflucht, sondern einen Exodus des gebildeten Mittelstands.

  16. @eysel
    Psychiater, eher ein Wohlfahrtsproblem.
    „Denn sie wissen nicht mehr, was sie tun“

    Setup, Bios, Betriebssystem?
    Neustart erst, wenn´s unterm Hintern brennt.
    Neuronen brauchen das.
    Die Reset-Taste, eher von der Wohlfahrts-Paste verkleistert.

    Konkrete Vorschläge? Veränderungen?
    Verheißt doch nichts Gutes. Wer will das schon……….

    Solange die Kids, auch die noch nicht Geborenen, die Zeche zahlen.

    karel

  17. @ Eysel
    Fällt mir ein Buch von Schirrmacher ein, ich glaube Minimum war es, da zitiert er eine Untersuchung von zwei Städten in Brasilien. Die eine Stadt hatte Stromanschluß, damit die Möglichkeit zum Fernsehempfang. Die andere Stadt nur wenige Kilometer weit weg, hatte weder Strom noch Fernseher. In der Fernseherstadt fast 50 % Scheidungsquote, in der ohne ganz krass weniger, ich meine es waren um 20 % rum. Andere Grundbedingen gleich, war eine wissenschaftliche Studie. Als die stromlose Stadt Jahre später auch angeschlossen war, glich sich die Scheidungsquote exakt auf die von den anderen Stadt an…Schirrmacher wollte damit Beweis führen, welchen Einfluß die Medien auf das Verhalten von Menschen auswirken können. Menschen ahmen nach, was Sie sehen. In dem Fall das Auseinanderleben, wie es in Serien, Spielfilmen etc. gezeigt wird. Es scheint keine Zweifel daran zu geben, daß Medien unser Verhalten stark prägen.

    Gestärkt wird meine Überzeugung aus eigener Beobachtung im Umfeld. Es wird geskypt, gechattet, man sucht sich seine Freundin bei facebook, games ohne ende, einer betreibt einen eigenen blog usw.

    Ich hab meine Anregungen in Frageform zur Diskussion gestellt, ich denke, jeder hat seine eigenen Erfahrungen auf dem Gebiet. Daß sich etwas ändert und geändert hat, da bin ich mir sicher. Was im Menschen passiert, das überlasse ich den Psyodoktoren. Meine Hinterfragung bezog sich rein auf beobachtbares Äußeres. Neue Beziehungsstrukturen, Vernetzung, Änderung der Empfindungen etc.

    Tja, und was sagt der Journalist, wenn´s ihm die Sprache verschlägt? – ohne Worte –

    Aber: Da fällt mir schon wieder was ein….wart´s ab, bis Sonntag, da werde ich Dir was anderes beweisen…

  18. @WIM
    in sich hinein schauen ist gut. Höchst anspruchsvoll. Selbstanalyse. Selbst höchst versierte Psychiater müssen dafür einen “coach“ in Anspruch nehmen. ~
    Sich ändern: Da hab ich Zweifel. Es gibt Hinweise in der Epigenetik auf Änderungen. Wie das allerdings so richtig funzt, da stehen wir noch im Nebel. Auf jeden Fall sind es flüchtige Änderungen. – Im besten Fall erleben wir, dass durch neue Werkzeuge bekannte Möglichkeiten auf eine neue Art verknüpft werden. Daraus dann neue Resultate entstehen. Geändert an uns am setup, bios, Betriebsystem sich deshalb nichts. – Sonst verstünden wir Euripides,Aristoteles, Petronius und consorten heute nicht mehr. Tun wir aber. Na ja ein paar wenigstens. – Macht aber nichts, dass wir uns nicht ändern. Die Zahl der möglichen Verschaltungen unserer Neuronen ist so gut wie unendlich. – Das reicht für jede Menge Neues. – Einige Leute definiern Intelligenz auf diese Weise.
    Wo bleiben die konkreten Vorschläge eigentlich????
    Bin immer noch der einzige der was auf den Tisch gelegt hat.
    Nicht mal der Kritik wert?
    Na gut, warte auf Besseres.

  19. @ dtesch

    Mein Beitrag wollte nicht die EU behandeln, sondern versuchen in die Menschen „hineinzuschauen“ und aufzeigen, daß wir uns ändern – allein aufgrund der Tatsache, daß es ein neues Medium gibt! Und dies kennt eh keine Grenzen. Hoffe, daß es jetzt klarer ist. (Hab´halt auch schon den kreativen Wahn)

  20. @WIM
    Die Sache mit der EU sehe ich nicht so optimistisch wie DU. Dazu brauche ich nicht mal auf die Zukunft spekulieren.
    Das ganze ist verkappte Diktatur, und Greg wird jetzt gleich erklären, das man das Demokratie nennt oder ist.
    Ich bleibe dabei: Diktatur! Was kann denn daraus erwachsen?
    Gemeinsame Ideen? Wenn ja, welche? Dass wir die Politiker zum Teufel jagen wollen? Reicht das für eine gemeinsame Zukunft aus?
    Eysel hat recht: Manche träumen sich ihre Wunschvortellungen schön zusammen. In den Träumen muss man ja auch nicht die unterschiedlichen Meinungen und Ansichten Anderer berücksichtigen. Man unterstellt stattdessen, sie denken und handeln so, wie man selbst. Welch ein schöner Ausblick, vorbei an der Realität.

    Gruß
    dtesch

  21. @ Gregor Neumann 11.12.2009 um 09:06 Uhr:
    @ All

    Darf ich Deinen Beitrag in den Spiegel des „kreativen Wahn“ stellen? Als Musterbeispiel?

    – Alles passt aus meiner Sicht, – war immer so. Aber…weil es nicht mehr so ist, wie es war
    weil sie sich dreht, die Kugel, hast Du mich doch zu ein paar Fragen inspiriert, zunächst ganz allgemein, ohne EU:

    **aber mehr als 200 Leute sind es wohl nicht zu denen wir parallel eine persönliche Beziehung aufbauen können.**

    …Frage: Brauchen wir die persönliche Beziehung in jedem Fall? Zu den 200 Leuten sind das alles „gute“ Beziehungen? Haste schon mal mit jemand richtig schön prozessiert? Siehst Du auch die „Belastung“, die aus einer persönliche Beziehung erwachsen kann?

    Gegensatz: Wir unterhalten uns hier völlig ohne – persönliche – Beziehung, wir können uns also ohne jeglichen „Balast“ unterhalten, über alles und jeden. – Siehst Du den Vorteil, bzgl. Kreativität, sich Blamieren, sich Beleidigen sich Offenbaren etc etc? …wenn´s mir nicht passt zieh ich den Stecker, fertig – aber in der – persönlichen – Beziehung…?

    ausserdem: Sind die Möglichkeiten der – Beziehungen – im Internet nicht fast unendlich? Hat sich unsere Beziehungsstruktur nicht komplett verändert? Sonst wären wir zwei doch wahrscheinlich nie zusammen gekommen? Und mit Pampa und mit Magic und mit Eysel und Klaus und junges Fohlen usw.

    **Für alles andere brauchen wir Menschen übergeordnete Konzepte, denen wir uns abstrakt verschreiben können.**

    …Konzepte machen Andere oder machst Du oder ich, entweder wir machen oder wir – werden gemacht -. Beides möglich, oder? (siehe auch pampa von soeben)

    **in größeren Gruppen zusammenzuarbeiten: unsere Schule, unser Verein, unsere Stadt, unser Land.**

    …..oder WiWo Abt. Chefsache, Thema: Kreativer Wahn oder usw., schau Facebook hat mehr Teilnehmer als die USA Einwohner – völlig was Neues, von einem 25-jährigen kreiert, dürfen wir das einfach so übersehn, fragt Opa

    **Je größer die Gruppe, um so schwieriger ist es, das verbindende Element mit Ideen aufzuladen, die bei allen dieselbe Begeisterung oder zumindest dasselbe Einverständnis hervorrufen.**

    …Du bist Nutzer von Wikipedia? Wieviele begeisterte Benutzer gibt’s da? Und besteht nicht ein Einverständnis dahingehend, daß es immer besser wird? Haste das i-net nicht gemeint und bewußt ausgeklammert? Beweist Dir nicht das i-net – im Gesamten – genau das Gegenteil, je größer umso mehr Ideen, Begeisterung, Dynamik, umso einfacher, wie Wiki, …? Hat sich in dieser Beziehung nicht die Welt auf den Kopf gestellt?

    **Ergo kann ein Projekt wie die EU nur durch gemeinsame Ideen gewinnen.**

    ….Laß uns die EU durch – wir – ersetzen…dann sind wir wieder voll beinander.

    Tja, wiederhole mich, wir sind in einem neuen Medium und das Medium verändert uns.
    Übrigens: auch irgendwann die EU, da dauert´s nur länger. …je mehr Balast umso schwieriger…siehe auch Cheffe…nichts desto trotz, die Zukunft hat begonnen!

    @ Magic

    **neckischen Orgie** für Einen hier ist es bitterer Ernst! Wir müssen Alle, wirklich Alle ! berücksichtigen, wollten wir nicht „sozial“ sein? Aber…Du sagst es ja selber…

    @Eysel

    **Oma würde sagen: Der einzige Mist auf dem was wächst ist der Optimist.**

    …und Opa nickt…weil der weiß, es gibt ja Internet, da muß ich mal Kinder und Enkel fragen..

    @ Pampa

    Laß Dir zeit, wenn du nicht wahnsinnig werden willst!

  22. @all
    Habe etwas wenig Zeit gerade und kam nur dazu etwas quer zu lesen. Bezüglich Forum, ich wäre auch vorsichtig bezüglich real name, das Internet hat eine sehr inhumane Eigenschaft: Es vergisst nichts …

    … und nicht jeder von uns hat jeden Tag einen guten Tag.

    @allgemeine Entwicklung
    Es ist ein Trugschluss zu glauben, wir könnten ja gemütlich so weiterleben wie bisher. Das war noch nie so, das ist jetzt nicht so und wird auch nie so sein. Wir können die Zeit nicht an- oder aufhalten, alles ist im Wandel, immer. Meckie bläut seinen Jungberatern schon am ersten Tag, grow or go. Wie unmenschlich? Quatsch, das ist zutiefst menschlich und manche tendieren dazu das gerne mal zu vergessen, je älter sie werden, desto öfter. Den sicheren Weg in die Zukunft gibt es nicht, außer ziemlich sicher unterzugehen, wenn man keine Risiken nehmen will. Die Bewahrer täuschen sich, zum Teil weil sie seit 40 Jahren dasselbe machen und meinen „das haben wir schon immer so gemacht, das muss gut sein“ als Erfahrung versuchen zu verbuchen. Toll, die ganze Welt ändert sich und wir machen das, was wir schon immer gemacht haben bis auf einmal etwas „Unvorhersehbares“ passiert. Ich meine mir tun ja Leute bei Opel, Quelle und Konsorten menschlich leid, aber war das denn nicht absehbar und warum habt ihr nicht selber längst das Weite gesucht? Unternehmer ist auch, wer sich selbst als Angestellter als Unternehmen begreift.

    Kennt Ihr die Typen man, jeder, einer und irgendwer? Man sollte mal den Müll runter bringen, jeder sollte sich dem Gemeinwohl verpflichtet sehen, einer die Verantwortung über nehmen und irgendwer ist schuld, wenn mal etwas schief geht, wenn das Risiko zuschlägt.

    „Ich“ hingegen bringt den Müll runter, setzt sich persönlich für die Allgemeinheit ein, übernimmt die Verantwortung und trägt bewusst das Risiko zu scheitern. Ich zeigt nicht mit dem Finger auf andere Leute, ich macht selbst und delegiert nicht so viel wie möglich ins staatliche Nirwana.

    Wenn Ich die dritte Welt retten will, dann geht er runter und tut das eben. Man hingegen klettert auf die Klagemauer und sagt man sollte die dritte Welt retten, irgendwer ist schuld, dass das noch nicht passiert.

    Daneben noch ein paar Pseudoreligionen:

    Man bräuchte ein neues Weltfinanzsystem.
    Man bräuchte einen Weltklimakompromiss.
    Man … träumt, was ja schön ist, aber irgendwer ist schuld, dass sich Träume nicht erfüllen, der Phantasien sind keine Grenzen gesetzt.

    Pampa

    Ach übrigens, auch Sachwerte sind nichts anderes als der Net Present Value der diskontierten, zukünftigen Cash-Flows, die sie generieren, oder auch nicht. Da trügt die Wahrnehmung das Sicherheitsbedürfnis. Übrigens Anleihe Deutschland als Anker in Euro = Anleihe Italien plus CDS (Credit Default Swap). Anleihe Deutschland (Kauf) – Anleihe Italien (Verkauf) = CDS

    Wie wollt Ihr denn bitte dem Gott der Kapitalmärkte, nennen wir ihn Arbitrage, CDS verbieten? Derivate sind abgeleitete Finanzprodukte, keine originären. Die kann man nicht verbieten, die kann jeder nachbauen, lest nach bei Hull: Alles, was Du Dir derivat denken kannst, kann ich konstruieren, no problem.

    Übrigens habe ich nur quer gelesen, ich kann ja schlecht auf einen Sitz dreihundert Beiträge nachlesen … etwas mehr thematische Ordnung würde Alice gut zu Gesicht stehen. 😉

  23. Sonnenklar,
    dass ich „Sprach- schlimmer Denk-Regelungen“ verletzte.
    Klartext ist unerwünscht. „Unkorrekt“.
    Genau in der „pol. korrekten Traumtänzerei“
    dem Ausblenden von Wirklichkeit liegt das fundamentale Problem, das ( echten, nicht nur von Utopien getragenen“pseudo“ ) LÖSUNGEN entgegen steht.
    Fabulieren über eine erwünschte, „Ach-so-Schöne“ Traumwelt, statt mit DIESEN fehlerhaften Menschen eine Wirklichkeit zu bauen, die nie perfekt, aber jeden Tag ein wenig besser ist.
    Merkt ihr eigentlich nicht,
    wie weit all die Diskussionen ( wo auch immer )
    schon stark den Charakter eines „Wunschkonzerts“ statt einer Wirklichkeitsbewältigung haben???
    Dass da oftmals „Wünscher“ gegen Realisten antreten?
    Dass vielerorts „Wunschdenken“ schon zum Dogma geworden ist???

  24. Gerhard Schröder und die minarette, 2.Teil heute in der FAZ.net,
    unter dem titel: Gerhard Schröders fauler Friede.
    Na bitte schön wer schreibt’s denn ? Zum glück sind wir schon so weit, dass ein bekannter name nichtmehr ausreicht um allerhand blödsinn verbreitern zu dürfen. Ein dreifach hoch auf die feinheiten.

    Gruß Zamir

  25. ha, ha, hi, hy, Hartgesottener, hybris bedeutet bei Homer „zügellos werden“ oder „sich austoben“ und wird auf Flüsse,wuchernde Pflanzen und überfütterte Esel angewandt, die schreien und aufstampfen lt. Wiki – warum nur baggerst du immer solange an anderen herum, bis zum get no…? Du näherst dich mal wieder der Erträglichkeitsgrenze, Gesottener *#* Gebeiter aller Traumtänzer, unentbehrlicher, ha, ha, hi, hi

  26. @ Eysel,

    das beispiel siemens passt hervorragend. Bitte vorsicht dabei, dass Dir nicht die schwarzen kassenKatzen des herrn von pierer um die
    ohrwatschln fliegen; duck‘ Dich tief, das schwarze geld, samt seiner
    kasse kommt angeflogen. Aber die mannschaftsleiter mimen die große
    ahnungslosigkeit, bis sie von ihrer eigenen unvorsichitigkeit und arroganz eingeholt und vor den kadi gestellt werden. “ Ich war es nicht, es waren die chinesen, oder die italiener, oder die griechen, oder
    irgendein russischer mafiaboss“.

    Gruß Zamir

  27. 1.) Es existiert kein fehlerfreies „Betriebssystem“.
    ( Höchstens im Traum!)
    Fahrlässigkeit aller höchsten Grades wäre es,
    das Weltfinanzsystem, die gesamte Weltwirtschaft den gänzlich unkalkulierbaren Risiken eines völlig unerprobtes Betriebssystem auszusetzen, wie „Manche“ fordern.
    Ich stell mir nur vor, wie es wohl wäre, wenn Siemens auf ein neues und unerprobtes BS umstellen würde.
    CHAOS wäre nicht wahrscheinlich, sondern SICHER.
    Mir reichen meine gelegentlich unvermeidbaren EDV Umstellungen völlig. Wie geht es Euch?
    2.) Die zweifellos vorhandenen Fehler als „Krebsgeschwür und zerstörerisches Virus“ zu titulieren, die gesamte Weltwirtschaft alternativ und komplett unbeirrbar völlig unkalkulierbaren Risiken ( s.o. ) aussetzen zu wollen, zeugt von einer schwer zu übertreffenden Hybris die eigene Erkenntnisfähigkeit betreffend, vom religiösen Eifer eines Wanderpredigers, von Traumtänzerei. –

  28. Zeugt es wirlich von Pessimismus und Schwarzmalerei, wenn nach eigenen Erkenntnissen (scannen) die Überzeugung vorherrscht, dass offensichtlich ein zerstörerischer Virus das Betriebssystem wie ein Krebsgeschwür durchdringt und dies dann kundtut?

    Es wäre unverantwortlich nicht darauf hinzuweisen. Auch gegen so manche optimistische Beteuerungen, dass die s.g. Experten und Lenker dieser Welt, dieses Betriebssytems alles im Griff hätten.

    Vielleicht unterliege ich einem Trugschluss. Okay! Ich würde mich freuen und erleichtert einräumen, dass meine warnenden Erkenntnisse sich als haltlos erweisen. Doch mal ernsthaft überlegt, wenn nicht?

    Ich verweise diesbezüglich noch einmal auf mein Post von 02.49Uhr

    Klaus 🙂