Ciao, Aufschwung

Passanten auf der Straße diskutieren, ob eine holländische Direktbank genauso gefährlich ist wie die Zinsschnäppchenklitsche aus Island, deren Namen wir vor sechs Monaten zum ersten Mal gelesen haben: Die Folgen der Finanzkrise sind in der Wirklichkeit angekommen. Moderne Krisen haben eine lange Vorlaufzeit. Sie sind sinnlich unverstehbar, man kann sie nicht anfassen. Die Klimaerwärmung ist auch unverstehbar, daher die gewagt konstruierten Bilder von Eisbären auf schmelzendem Eis. Wir sollen verdichteten Diagrammen glauben, deren Umsetzung durchschaubar manipulativ angelegt ist – und doch Abbilder der Wirklichkeit darstellen. Die Finanzkrise ist bisher auch unbebildbar – außer mit den gefeuerten Jungs von Lehman Brothers mit ihren Umzugskisten, die gar nicht so traurig in die Pleite gehen.

Krise beginnt, wenn Tom Buhrow in den „Tagesthemen“ ernster als sonst ins Wohnzimmer guckt. Aber das Leben geht weiter. Mein ICE hat wieder Verspätung. Das Gute daran ist: Es ist nur ein angeblicher Riss im Rad der Bahn; es hat nichts mit der Finanzkrise zu tun. Es gibt Semmeln beim Bäcker und Scheine am Bankautomat; Benzin an der Tankstelle sogar etwas billiger; und Kollegen schreiben gutgelaunt Karten aus Mauritius mit bunten Fischen drauf und braunen Bikinischönheiten (eigentlich zu gewagt fürs Büro).

In vielen Unternehmen stecken zwar die Controller schon wieder die Köpfe verschwörerisch zusammen, mit Mienen wie ein Hinrichtungskommando. Wenn die sich wichtigmachen dürfen, wird es gefährlich. Aber wo; verdammt, geht’s hier zur Krise? Wie kann man sie packen? 500 Milliarden für die Banken, so viel wie eine halbe DDR – ist Geld eigentlich beliebig vermehrbar? Warum streiten wir über ein paar läppische Millionen für Hartz-IV-Empfänger und haben dann Hunderte Milliarden über Nacht zur Hand? Die Finanzkrise ist ein seltsames Konstrukt: Sie ist da, bedrohlich und doch Theorie, eine Schimäre in Gestalt schwindender Zahlen auf dem Depotauszug. Die Sozialarbeiterin von nebenan ist dabei am entspanntesten. Arbeit mit Behinderten war schon immer schwierig; und Geld, das man verlieren könnte, ist bei ihrem Gehalt nicht ansparbar.

Irgendwie klammert sich jeder an die Hoffnung, dass die Krise wieder weggeht, so wie sie gekommen ist: Wir haben doch gelebt auch ohne intime Kenntnisse von CDS und Subprime, Interbanken-Markt und Collateralized Dept Obligations, Begriffe, mit denen wir heute so charmant parlieren wie Peer Steinbrück über das Grauen, wenn er sagt, dass er in immer neue Abgründe schaut. Was sieht man da eigentlich?

Zunächst verdichten sich nur die Meldungen über stornierte Aufträge, gestoppte Fließbänder, gefeuerte Zeitarbeiter, eingefrorene Konten, sinkende Umsätze. Ciao, Aufschwung! Tschüss, Wohlstand! Aber oft wird man den Verdacht nicht los: Es ist auch eine gute Ausrede für allerlei Murks und Maßnahmen, was man sich sonst nicht zu sagen und schon gar nicht anzupacken traute. Nicht einmal in Sindelfingen, wo keine Autos mehr gebaut werden, ist die Krise sichtbar. In Kronberg im Taunus surren die schwarzen Limousinen wie ehedem und werden Pinscher Gassi geführt. Deutschland ist auch in der Krise noch solide. Nicht so wie in China, wo Hunderttausende ohne Lohn morgen vor verschlossenen Fabriken stehen, die gestern noch auf Hochtouren für das Weihnachtsgeschäft in New York und Frankfurt Ware lieferten.

So kriecht also eine Krise heran. Sie kriecht wie Kälte in die Kleider und drückt auf die Stimmung, wird so Wirklichkeit. Die WirtschaftsWoche beginnt in dieser Ausgabe mit einer Serie über die Zukunft des Kapitalismus – mit einem Aufsatz unseres Mutterblatts, des „Deutschen Volkswirts“ aus dem Jahre 1932, zur damaligen Weltwirtschaftskrise.

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Alle Kommentare [190]

  1. Vielen Dank für Alexander Rüstows zur richtigen Zeit wiederpublizierte Lektion „ Der Staat zur Beute“ sowie für Ihre Thesen und die Serie „ Zukunft des Kapitalismus“.

  2. Ich vernahm die Worte Konjunkturprogramme, Verantwortung, Früh und Altbier, selektiv33, wie ich überhöre und zuhöre. Hier in Frankfurt war mir, als ich zu ersterem in Unterfranken Schreie der Verzweiflung vernahm. Zur Verantwortung gäbe es vieles zu sagen, aber außer machen hilft nichts, auch kein Appell. Zu Früh würde ich sagen, zu Sylvester wird gegenüber im Dom der dicke Pitter geläutet, das hat etwas. Zu Altbier, man kann das Kölsch auch schon in Köln trinken, ohne es in Düsseldorf aus Väterchen Rhein zu holen. Früh am Veedel, das Haus Unkelbach und das Päffgen haben Charakter, der Früh am Dom, nun ja. Um es gefühlsmäßig auf Münchnerisch zu übersetzen, der Unterschied ist so groß wie der von Hofbräuhaus und Hirschgarten, quasi ein dialektischer Strahlensatz. Ich weine noch immer über den Verlust des Riefkochebüdsches an der Domplatte, man war das lecker und vor allem heimatlich und volkstümlich.

    Mein lieber Eysel, das Phänomen hat mehr als zwei Seiten: Zum einen, das gebe ich zu, mag meine Meinung etwas schwankend sein. Zum anderen, das wirst Du auch zugeben, Deine Wahrnehmung ebenso. Und dann mag es ja so sein, dass wir in vielen Dingen gleicher Meinung sind, aber bei weitem nicht in jeder Hinsicht. Sicht. Auch eine Frage der eigenen Umstände und Wahrnehmung, Deiner wie meiner. Alleine schon wie Deine Burgwonne und mein Hauself gerade so gelaunt sind, könnte bei uns trotz fachlich gleicher Meinung für Unstimmigkeiten sorgen. Ähnlich könnten wir darin sein, dass es sehr schwierig ist, unsere Meinung zu ändern. Wenn ich deine Meinung hören will, dann sage ich sie dir, könnte ja von uns beiden sein, oder? ;-)))

    So wie ich bei nasowas und Magic große Übereinstimmungen sehe, geht es mir bei Buffett und Loriot auch. Seltsam, nicht wahr?

    Für Chefredakteure volkswirtschaftlicher Herkunft auf Ideensuche:

    http://www.aei.org/publications/filter.all,contentID.20038142219000216/default.asp

    Immer lang, aber meist auch sehr geistreich. Im letzten Beitrag ging es um Keynes und Friedman, kommt uns das nicht bekannt vor? 😉

  3. olympic: sorry, bin nicht aus zschopau sondern stand im fordistischen zeitalter am fließband. aber diese these: geschichte wiederholt sich nicht. nun ich bin mir nicht mehr so sicher! leider. und da herr so brilliert mit dostojewksi. ich habe ihn in einem vergangenen leben nicht verstanden. trotz philosophiestudium. es war eine wiederentdeckung. und habe jetzt eine ausgabe stefans zweig von 1934 geschenkt bekommen. essais über dostojeweski, tolstoi und nietzsche. und mann tut den alten herrn unrecht, wenn sie für das nicht vorhandenseins eines happy-ends verantwortlich zu machen. sie hätten so gerne eine happy-end gehabt. große leute können glaube ich kein happy-end geniessen. und das meine ich leider auch etwas traurig.

  4. @nasowas wegen Dämonen in times of Obama:

    Auf dem seinem Grabstein auf dem Tichwinsker Friedhof im Alexander-Newskij-Kloster hat Dostojewski über ein testamentiertes Vermächtnis eingravieren lassen:
    \“Usain, wenn nasowas in den nächsten 125 Jahren auf mich zu sprechen kommt, geh\‘ nicht darauf ein!\“
    Nun, die 125 Jahre sind seit 2 Jahren rum, aber ganz ohne Worte kommst du mir nicht davon, sehr geehrter nasowas aus Zschopau;-)
    Seine zweite Frau, die Snitkina gebar ihm seine Tochter als 49 war, kurz danach den ersten Sohn, danach \“gebar\“ er als vorletztes grosses Werk die \“Dämonen\“ – wie in seinem letzten Opus \“Die Gebrüder Karamasow\“ widerspiegelt der Roman das Ringen zwischen Nihilismus, Sozialismus, Konservatismus und religiöser Position am Beispiel der Romanfiguren. Es herrschen Mord und Totschlag, Neid und Missgunst, Liebe und Leid, Krankheit und Leidenschaft, Sinnloses und Tiefsinniges. Dostojweski kennt kein Happy End, völlig unamerikanisch, viel zu sehr verwickelt als das sich irgendetwas seicht zu Ende lesen ließe. Typisch russisch eben, russisch zu Zeiten Bismarcks, Zeiten zu denen die russische Seele auf der Suche nach sich selbst noch nicht in die wodkabetäubt in die Abgründe des Kommunismusses versunken war, sich aber bereits geistig revolutionslüsternd taumelnd dorthin vorarbeitete.
    Zamir würde sagen: eine Zeitenwende zog auf, mag sein;-) über hundert Jahre her, Geschichte wiederholt sich nur, wenn die Menschheit nichts daraus lernt. Und im Lernen sind wir doch ganz groß in Tichy-Town, in der Berliner Republik und in der 1000-Tage-after-Bush-Enttäuschten-Kolonie Texas, der Wind of Change weht jetzt aus Chicago – ach sowas, jetzt hätt\‘ fast \“The Possessed\“ von Fjodor Michailowitsch vergessen, vergiss das Büchlein, du bist in Tichy-Town, das ist der postmoderne virtuelle Relaunch der olen Dosto-Story;-)
    Yours Magic Usain

  5. @ Pampa, wer sagt, dass geld nichts kosten darf? Du übertreibst. Und Geld für Innovation MUSS ordentlich was kosten. Weiig überraschenderweise! Vielleicht hat Grünspan zu spät reagiert, kann sein, näher liegt mir allerdings die schlichte Sündenbock-Vermutung.
    @ Programmatischer Falke,
    gelegentlich, immer öfter höre ich dich mutig, dann wieder recht verzagt, eher „konventionell“. Schwankend. Das fiel mir auf. Ein Eindruck.

  6. an tichy-town: danke für die antworten hier. besonders an klaus F. also icke habe auch vor kurzem aktien gekauft. Und es war ein einstieg, der davon ausging, dass ich das geld verliere. Ziel war die überprüfung meiner bewußtseinsveränderung. starre ich nun auf die imaginären kurven. antwort ist: ja ich starre!! 🙂 Stimmt vielleicht doch: das materielle sein bestimmt das bewußtsein. wenn ich dem geschreibsel der pro-aktionären glauben soll, sind aktien so eine form von eigentum an bestimmten betrieben. meine frage an die aktien-besitzer. haben sie ein eigentümer-bewußtsein? ich behaupte das kann sich nicht mehr entwickeln. alle maßnahmen sowohl der finanzkreise, als auch des staates gehen in richtung, dass sich eigentümerbewußtsein nicht entwickeln kann. und irgendwie war es auch eine aufgabe oder doch mehr selbstbetrug dieser heutigen form der gesellschaft ein eigentümerbewußtsein zu entwickeln. Ich halte aber eigentümerbewußtsein um den konservativen entgegenzukommen, für ein äußerst produktives bewußtsein. Zur diskussion: würde die aussetzung der abgeltungssteuer für langfristig gehaltene aktien (mindestens 5 Jahre) helfen?
    und ist es nicht eigenartig, wie aktuell dostojewski geworden ist. ich habe vor einem jahr die „dämonen“ wieder gelesen. war besser als jeder spiegel, wiwo oder …. na ja vielleicht ist der anspruch zu hoch. um nachfragen zu verhindern. ich bin nicht reich-ranicki. 🙂

    und ich finde mitleid mit herrn tichy unangebracht. er ist der chef und trägt verantwortung für seinen laden.

  7. Gerne nehme ich den Früh-Vorschlag auf und erneuere mein Angebot: Schicken Sie mir Ihre Adresse und wir laden Sie zu den örtlichen Veranstaltungen der WirtschaftsWoche sehr gerne ein – in Ost und West und Süd und Nord, je nachdem zu welchem Thema und Zeitpunkt.
    Im Raum Düsseldorf / Köln auch gerne auf ein Alt.
    Stichwort: Früh; Adresse dürften bekannt sein.

    Roland Tichy

  8. @Pampa nur ruhig Blut mit voreiligen Schlussfolgerungen, junger Mann, lies die Story in Harvard Business StillRuh bitte für unser Geschäftsmodell inkl. EMIR von besonderem Wert…
    @ Eysel Ohhhh,… zu dir oder zu mir;-)

  9. @Eysel + Magic: Euch beide würde ich ja gerne mal schmusen sehen. Aber wie heißt es so schön, die erste Milliarde ist die einfachste.

    http://www.fool.com/news/foth/2001/foth011016.htm

    Aus der Dachkalle saufen, damit bekommst Du liebevolle, unterfränkische Blicke ab, wette ich Magic. Erinnert mich etwas an Zuckerstücke über einen Zaun zu werfen, für das Gefühl, dass unter der großen Frau auf der anderen Seite der Hecke ein Pferd sitzen muss. Und was macht Ihr, wenn auf der Autobahn eine B52 vor Euch landet? Also ich blicke dann immer in den Rückspiegel, ob mich kein U-Boot verfolgt. Trotz Thor.

    Kreativität ins Ausland verlagern, die Fähigkeit SCHÖPFERISCHEN Denkens und Handelns? Ohne es gelesen zu haben, welcher Depp hat das denn geschrieben?

    Um das mal klarzustellen Magic, die Schöpfung sei mit uns. Alles andere können wir outsourcen auf unserem Eiland, das aber nicht. 😉 Mads Freilandeier und Eilandfreier deuten ja schon darauf hin, dass sie uns gedenkt mit dem ältesten Gewerbe der Welt auf unserer Insel abzuzocken. Mal sehen, welche Marktpreise sich ergeben. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass es keine gute Idee ist, jemanden mit Monopol-Stellung anzusiedeln. Wir brauchen mehr Mädchen im Sinne der Risikopolitik. Oder wir gehen kollektiv Golfspielen.

    PS

  10. @pampa, Eysel, Neumann..et alle anderen in Pampas eleven: dringender Literaturhinweis Kann man Kreativität ins Ausland verlagern? Fallstudie von Stephen Brown in: Harvard Business Manager, Spezial, Erfahrung, Heft November 2008, S. 42 ff
    – dort wird ein Fall dargestellt Serendipity Associates, ein Premium-Kreativberater, die überzeugt sind die besten der Branche zu sein. Plötzlich drohen Billiganbieter diesen genialen Methapherntextern Konkurrenz zu machen… Tichy-Towner, bitte mal lesen und nachdenken, wie wir verhindern können, dass Harvard Businees StillRuh uns, pampas eleven, EMIR et all that jazz zum Ground zero auf der Insel mit zwei Bergen degenerieren, bevor wir de facto am Markt sind??????????????????????

  11. @Eysel: Geld bzw. Kapital hat die dumme Eigenschaft, dass es mehrere Funktionen hat, wie Du ja weißt. Unter anderem die Umtauschfunktion. Nichts gegen Innovation, aber bedenke, die Zeit ist begrenzt, für jeden. Kapital sollte (im Idealfall, Du weißt ich bin kein Idealist) die Zeit und damit Innovationskraft der Menschen einigermaßen sinnvoll steuern. Wenn es zu billig ist, machen wir Menschlein immer wieder Unsinn. Auch wenn selbst bei dem Unsinn das ein oder andere Vernünftige dabei herausspringt. Irgendwie müssen wir ja eine vernünftige Mischung finden. Vielleicht kann ich Dich ja mit dem Gegenteil überzeugen:

    Wenn Geld nichts mehr kostet, Zins 0, würdest Du das für sinnvoll halten? Mir liegt es fern Greenspan zu kritisieren, er hat sehr lange einen tollen Job gemacht, aber „gefühlsmäßig“ (genau kann man das eh nicht eruieren, oder?) die Zinsen nach der letzten Bubble zu spät angehoben. Ein Beitrag zur Bubble am Immo-Markt, nicht mehr. Auch wenn ich jedem sein Häuschen gönne, spätestens bei Dingen wie Ninja-Anleihen hört es doch auf, oder? Als Hauptursache sehe ich aber nicht die Zinspolitik, sondern die implizite Sozialpolitik. Was da abging, war ja staatlich gewollt, aber die Zinspolitik trug ihr Scherflein bei, oder nicht?

    „SEI wirklich ein Falke! In deine Gedanken schleicht sich immer wieder …. ein.“ Was meinst Du genau, was bzw. welcher Vogel schleicht sich immer wieder in meine Gedanken ein? Ganz ernsthaft und interessiert. Keine Sorge, mimosenhaft bin ich nicht.

  12. Nein Pampa, es wundert mich nicht, dass es dich nicht wundert…. allerdings ist judo, so ziemlich das defensivste, was man machen kann, wie du sicherlich weisst.

  13. Hei Pampa,
    irgendwie erwartungsgemäss deine Reaktion auf chapter 11: Strafe muss sein. Du weißt, dass ich Kategorien wie Schuldzuweisun + Stafe für wenig sinnvoll halte. Problemlösung hat Priorität, denn sie ist zukunftsgerichtet, im Gegensatz zu Strafe. An der Vergangenheit kann ich e nix mahr ändern. ~ Landesbanken sind ne andere Baustelle. Kommt mir vor, wie die verdammten alten Kohlesubventionen …. Selbst das eine Zentralinstitut als Vollbank von dem manche wenigstens träumen, sollte sich auf seine KERNaufgaben beschränken.~
    „Außerdem schadet es nicht, wenn Kapital relativ knapp und teuer ist, dann wird auch nicht so viel Murks und Unsinn betrieben.“ Ich wundere mich. Teures Kapital ist innovationshemmend! Von was LEBEN wir? Letztlich von Innovation. Selbst der Irrtum hat – richtig verstanden – seinen Sinn. Falsch verstanden – leider sehr populär – führt er zu rückwärtsgewandtem, nichts mehr änderndem Denken. Einzig eine -nicht dümmlich wertende – Analyse der Fehler als „Quelle des Lernens“ macht Sinn. ~
    SEI wirklich ein Falke! In deine Gedanken schleicht sich immer wieder …. ein. ~
    @ Magic, keine Ahnung mehr wie sich das nennt. Ist 40 Jahre her. Ich glaube blau war der letzte Gürtel. Wolln wir mal probieren, was hängen geblieben ist??? ;-)))

  14. Fein Magic, damit dürftest Du auch die meisten Probleme, die Du mit dem Unterfranken hast, ausgeräumt haben. So unähnlich seid Ihr zwei Euch nämlich in der Denke aus der Ferne betrachtet nicht. In einem Satz zwei angeblich Verfeindete gleichzeitig beleidigen, mach mir das mal nach. RTY gehört ja auch in die Altersklasse … 😉 Zu Ende gedacht warte ich auf Prügel …

    Kyu oder Dan, welche Stufe Eysel? Wundert es Dich, dass mich das nicht wundert? 😉

    PS

  15. die Sache ist erledigt, Pampastier…ich konnte nicht ahnen, dass du nicht hellsehen kannst, von nun an bleibt’s simple, das namegame;-)

  16. Magic Inkassobüro Moskau, zwischen den Zeilen lese ich, dass man nicht Russisch sprechen muss, um Dich zu verstehen. Entschuldigen soll ich mich? Für was? Na gut, entschuldige bitte, dass ich ob Deiner Pseudonymwechsel nicht immer ganz sicher bin, aus wessen Feder mancher Text stammt. Zufrieden? ;-))) Du weißt ja, woher es kommt.

    Eysel: Davon (Chapter11) halte ich gar nichts. Ganz im Gegenteil bin ich der Meinung, dass manches deutlichere Konsequenzen haben sollte, als durch staatliche Stützungsmaßnahmen verhindert wird. Nicht unbedingt pleite gehen lassen, aber bei den Landesbanken könnten wir ja gleich mal anfangen. Die dampfen wir auf eine ein, die nur noch als Clearingstelle für Sparkassen fungiert. Den DSGV braucht kein Mensch, SPKs privatisieren, in Verwaltungsräte kommt man nur noch mit entsprechender Ausbildung, WGZ und DZ zusammenlegen, der Finanzminister muss Minimum WP sein … etc., zufrieden, schwer auszurechnen bin ich ja (hier) nicht.

    Auch halte ich nicht allzu viel vom Wort Vertrauenskrise. Die Risikokosten waren vorher viel zu niedrig gepreist (siehe Taleb, Mandelbrot, Bruch der Verteilungshypothese et al), da werden wir so schnell nicht mehr hinkommen. Ich würde das eher Erwartungskrise nennen. Das, was wir jahrelang gesehen haben, war nicht normal. Noch schwappt die Erwartung ja durch die Märkte, aktuell wohl verstärkt bei Staaten. Auch da sind die Risikokosten im Moment zu niedrig, um nicht zu sagen, wir haben eine Bubble in Staatsbonds. Das könnte richtig hässlich werden, oder um es mit den Worten von Klaus zu sagen: Flat

    Risikokosten sind Bestandteil einer Forderung für Kapitalüberlassung, aber wem erzähle ich das. Das über Regulierung wieder herzustellen ist eine Illusion. Außerdem schadet es nicht, wenn Kapital relativ knapp und teuer ist, dann wird auch nicht so viel Murks und Unsinn betrieben. Aber ich könnte Dir auch mit einer Gegenfrage antworten: Was hältst Du denn davon, wenn wir Banken nicht nur vor Forderungen anderer Banken schützen, sondern auch vor Deinen auf ihrer Passivseite, sprich Kundeneinlagen? Auch ist der Schutz bei einer Bank auf der Passivseite gleichzeitig ein Problem auf ihrer Aktivseite gegenüber anderen. Und schon sind wir uns wieder sofort einig, oder? 😉

    Dass ich kurzfristig der Meinung bin, dass Zinssenkungen, große Tender und auch staatliche Hilfen akut angesagt sind, heißt nicht, dass ich langfristig kein Falke wäre. Speziell bei uns in Deutschland sollten wir mal anfangen aufzuräumen. Nicht über Regulierung, sondern Deregulierung, und da wären imho als erstes mal die ganzen Staatsbanken fällig. Jeder Bürgermeister hat seine SPK und (mit Einschränkung) RaiBa, jeder Landespolitiker seine Landesbank und auf Bundesebene wird z.B. mit der KfW gezockt. Das ist nicht die Aufgabe des Staates, mal abgesehen davon kann er es nicht. Wir können zwar Stimmen aber kein Hirn bei Wahlen verteilen. Steinbrück geht ja noch, aber schon der Lehrer vorher hat bis heute nicht eingesehen, welchen Unfug er jahrelang angerichtet hat. Von Oskar davor ganz zu schweigen.

    PS

  17. du kannst reden wie ein Nebenarm der Niagarafälle, alles pappelapapp: ich erwarte eine Entschuldigung von dir und sonst nichts, Ochse Pfandlmoser! Wenn die nicht kommt, stelle ich die 60,– Eu sofort fällig, und sei gewiss, wie man Geld, was man zu bekommen hat, bekommt, da kenn ich mich aus! Dein Dummpulver
    streu in die Richtung ey33..
    Dummheit hat viele Gesichter, auch hübsche, aber nicht jede gutausehende Sport-BH-Trägerin muss man gleich aus dem durch den Bund fürs Leben aus dem Verkehr ziehen;-) Und noch’n Tipp:
    hast du Stress mit deiner Jolie
    lies Gedichte nur von Olli
    Trink Binding Bier und gib es ihr
    trink Export dann geht die Rage fort!
    Ich warte … Magic
    P.S. dich hat zwar keiner gefragt, ob du Pampastier heissen möchtest, das ist korrekt, aber als ich dich so taufte, hast du’s Fenster ganz weit aufgerissen, durchaus zum Sinn und Frommen der Township;-) Und lenk nicht ab….CIA im blauen Geiste

  18. Hallo zweibeiniger testoschwangerer, nicht SportBH interessierter Staugeplagter,
    dann beschäftige dich mal mit was -vielleicht – Vernünftigem. Wie wär es, wenn weltweit zeitweise alle Banken unter den Schutz des §§ gestellt würden, bis wieder Ruhe im Schacht ist. Jede Bank wäre sicher vor den Forderungen der anderen Banken. Die Angst wäre raus. Das normale Geschäft könnte weiter laufen. Bin kein chapter 11 Experte, war ne Anregung für Gedankenspiele.

  19. Kinder, an und für sich bin ich ein gemütliches Wesen. Solange ich genügend Gras für meine vier Mägen bekomme, meine Kühe zufrieden lächeln, laufe ich auch nicht wutschnaubend auf jedes rote Tuch zu. Allerdings stand ich heute über eine Stunde im Stau, weil ein Idiot von Krakenwagenfahrer anstatt normal zur Seite zu fahren, Blaulicht und Warnblinkanlage anstellte und einfach mitten auf der Straße stehen blieb. Kaum zuhause, kriege ich dann erst zu hören, ich sei zu spät und kurz danach irgendetwas über Sport-BHs verklinkert. Für ersteres kann ich nichts und letzteres interessiert mich nicht. Dazu kann ich mir dann noch hier anhören, dass ich maximal Hauptschulniveau hätte, zumal ich nicht einstimme, dass jede Wachstumsfunktion eine e-Funktion sei.

    Worauf wollt Ihr eigentlich mit so bahnbrechenden Ideen hinaus, wie Banken delisten oder unter Chapter 11 stellen? Es tut mir leid, wenn ich so kleingeistig und –kariert bin, dass mir das nicht einleuchtet und dementsprechend stierdumm nachfrage. Ginge das etwas konkreter? Imagination, das Gegenteil von Ratio, finde ich ja gut, vor allem bei EMIR. Aber wenn wir über die konkrete Welt da draußen reden, wäre zumindest für mich ab und an etwas weniger irgendwie, irgendwo, irgendwann ganz hilfreich.

    PS

    @Magic: Die hohe Kunst der Intrige hast Du erst jetzt verstanden? Das glaube ich Dir nicht. 😉 Du wurdest Magic getauft, finde Dich damit ab, mich hat ja auch keiner gefragt, ob ich Pampastier heißen will. Tröste Dich, es hätte schlimmer kommen können, manche Kinder heißen Chantal Pfandlmoser.

  20. Klaus F. am 07.11.2008 um 16:17 Uhr

    Diskurs ist doch eine gute Sache. Was hast Du denn mit Deinem Delisting Vorschlag erwartet? Ich habe ja heute alles von oben bis unten gelesen und finde, dass alles recht sachlich abgelaufen ist. Ich hoffe, ich mache da aus Deiner Sicht keine Ausnahme und habe auch angemerkt, dass ich eine Reizthese durchaus schätze.
    Beim Kölsch würde ich mich ggf. gerne anschliessen, wenn’s örtlich irgendwie passt.
    Cheers, g.b

  21. … was hast du mit Hoss Cartright zu tun? odr wer ist dein Landesbruder Ben?;-)))))))))))))))9

  22. @ Pampastier: jetzt weiss ich endlich was du mit \“intrigant\“ meinst, du hattest nach der Jahresmitte schon mal solche Anwandlungen mich betreffend, ich bin erleichtert und stelle klar: so was – das Pseudonym eines \“Mitspielers\“ zu nutzen hab ich nie praktiziert – auf Ehre und Gewissen: was hier in Tichy-Town von mir stammt wurde seit meinem ersten Auftritt unter RJK, Konstantin, Klassensprecher, Magic, Lyric Olli, Olympic Usain en gros und en detail unter ein paar verschiedenen – je nach Situation wechselnden – insbesondere beim Gekabbale mit eysel, gelegentlich auch bei Verteidigungsaktionen kontra extichytalen Angriffen auf einen der hiesigen pilgrim-Tichys – gern verwendeten Hilfspseudonymen (z.B. Dr.King, Whitney, Billy, Daumier, Zirrus, tuti, ;-),;-)),;-))), ;-(,;-((,;-((( – das waren die Witze – ) an den Mann gebracht. Nasowas bin ich nicht!
    That\’s it – capice, Pampa? – Dann: \’nen friedlichen, freundlichen, respektvollen Freitagabend
    Yours RJK – mit besten Grüßen auch vom Sohn des alten Hauptmanns in \“Die Gebrüder Karamasow\“;-)

  23. @ Bühler,
    O’s Chance besteht darin, ist vielleicht grösser als wir denken, dass er seinen Völkern – im Gegensatz zu jeder Regierung in D – eine ganze Weile sogar etwas ZUMUTEN kann. Die Begeisterung trägt, wenn er weiter so argumentirt und kommuniziert wie bisher. Und auf Europa kommt die Aufgabe zu MINDESTENS „mit zu spielen“ und ihm nicht in die Suppe zu spucken. Das K O S T E T!!! Und ich bin ob der kontinentalen Kleinkarietheit skeptisch. Die Welt muss begreifen, dass – geliebt oder gehasst – sie sich ein gut Stück nach den US richten muss. Und die Bringschuld der Amis ist es, im besten Sinne zu FÜHREN.
    Du hast Recht, eine Gefahr der Überregulierung besteht bei diesen Personen nicht. Und die Krise erst eröffnet die grosse Chance zu grossen und KLUGEN Veränderungen.
    Z.B. einem SUPER US-GAP an dem sich ALLE orientieren (müssen).

  24. @Eysel
    Aufregungsdienstleister, ja diese Branche muss es irgendwo geben. Früher war’s nicht so. Du kennst die Story mit dem Sack Reis in China.
    Und weisst Du was, die zählen sich selbstverständlich zur Realwirtschaft.

    @Pampa
    Schön, dass es Dir wieder wohler ist. Ja, hast Du geglaubt, wir lassen Dich in eine Art Postamt versetzen.

    Übrigens zu dem, was Eysel gerade zur Ratio gesagt hat, wenn man Fragen stellt, so ungefähr, wollt ihr wirklich wieder in Eurem verstaubten, muffigen Postamt arbeiten, oder wie neulich rty, wollt Ihr wirklich wieder Eure alten grauen Telefone zurück, dann wird schnell wieder die Rationalität abgerufen, und alle finden’s dann gar nicht so schlecht, das mit dem rosa Börsengang oder dass es einen wie Zumwinkel gab etc..

  25. Oh! Jetzt bekomme ich´s aber knüppeldick. Aber das bringt halt ein Querdenkertum so mit sich 😉 – und wer austeilt, der….. 😉

    Offensichtlich im Gegensatz zu Einigen von Euch und trotz meines Alters bin ich halt permanent in einer Meinungsbildung, ohne ideologischer Betonkopfmentalität. Hat übrigens den Vorteil, vermeintlich gute und überlegenswerte Argumente nicht perse zu negieren, sondern auch Bewusstseins erweiternd reifen und ggf. zuzulassen. Daher packe ich auch gern mal ein „heißes Eisen“ an. Denn, dass wir nun an einer gewissen Neuausrichtung stehen, dass dürfte langsam jedem hier klar sein – na ja, vielleicht doch nicht jedem 😉

    Übrigens, auffällig ist, dass hier mehr gegeneinander, als miteinander diskutiert wird. So dass am Schluss nicht die Sachlichkeit, Vernunft und gemeinsame Resultate obsiegen, sondern eher die Rechthaberei. Dabei möchte ich mich nun nicht auf die zugegebenermaßen streitbare Forderung von Bankendelisting beziehen. Aber die argumentativen Gedankengänge generell als absurd zu verteufeln, zeugt von gewisser Einfältigkeit.

    Wie bereits geschrieben: Neue Wege erfordern auch neues Denken – aber das benötigt natürlich auch Zeit und Reife.

    Stelle fest, es wird Zeit für ein gemeinsames Treffen im „Früh“ (lach)

    Klaus F.

    p.s.: Habe gerade erst dein Posting gelesen. Von daher – lieber ein gepfegtes Kölsch mit dir trinken und persönlich über „ALLES“ diskutieren, als hier rechthaberisch lammentieren 😉

  26. Aufregungsdienstleister
    TOLLER AUSDRUCK!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! ;-)))))
    Danke, in aktiven Wortschatz aufgenommen!

  27. Ah, wer hat an der Uhr gedreht, irgendwer hat die Techniker aufgeweckt, jetzt klappt es wieder …

  28. Langsam wird es mir unheimlich. Um 15.50 Uhr habe ich etwas geschrieben, in dem ich u.a. Eysel auf etwas antwortete, das deutlich später kam. Gruselig.

  29. @Roland tichy am 06.11.2008 um 10:54 Uhr

    Obama, kann er die Erwartungen einlösen? Nach allem, was nun von ihm erwartet wird (Auflistung fehlt hier), kann er das natürlich nicht. Er zeigt aber gleich von Anfang, dass er mit diesem Thema Erwartungshaltung, das entscheidend über sein Wohl und Wehe entscheiden wird, egal was er objektiv zustande bringen wird, erstklassig umgeht (Churchill lässt grüssen). Er hat ja schon mal angedeutet, dass manches, was er tun wird u.a. von Fehlstarts begleitet sein wird, und gleich noch eine zweite Amtszeit angefordert. Ob daraus eine Extension der 100 Tage Schonfrist bei den weltweiten Aufregungsdienstleistern erwächst, bleibt abzuwarten.

    Bzgl. Wirtschaftspolitik, die Spielräume seiner Vorgänger Reagan (durch Steuersenkungen, Star Wars Konjunkturprogramm) oder Clinton (ihm zugefallen durch Technologiehype) hat er nicht. Dafür hat er vielleicht auch nicht einen bis an die Zähne agressiv bewaffneten Ostblock, oder gleich Kuwait oder 9/11 in der ersten Amtszeit. Für grosse, einzelne Ideen a la Mondlandung, die zwar die ganze Volkswirtschaft anheizen aber viel Geld kosten, ist wenig Spielraum, aber es könnte noch schlimmer sein.
    Ich denke, dass das durch viel Intelligenz, kleinere sparsame Ideen und gute handwerkliche Arbeit ausgeglichen werden muss. Das ganze rhetorisch brilliant verkauft, und mit viel weltweitem Vertrauensvorschuss, da kann er einige Probleme lösen.
    Eine Gefahr der finanzpolitischen Überregulierung besteht nicht, man schaue sich die Leute an, die jetzt als Finanzminister gehandelt werden. Hier werden zu allererst wolkige Systemveränderungserwartungen enttäuscht.
    Hinsichtlich Freihandel wird es auch keine Systemveränderung geben. Da wäre mit Sicherheit die Computer-, Medien- und Dienstleistungsbranche dagegen. Hinsichtlich spezifischer Grenzziehungen im Handel bzw. Subventionen (Flugzeuge, Militärausrüstung, Nahrungsmittel etc.) müssen die Europäer halt weiterhin hartnäckig ihre Interessen vertreten. Hier wird es keinen Paradigmenwechsel nach da oder dort geben.
    Mal konkret bzgl. Finanzmarktregulierung und der Blasen die hier auch diskutiert werden. Hier müssen die Spezialisten dicke Bretter bohren, alle 8 oder 5 oder 7 Punkte Pläne sind doch nur für die Medien. Mir fallen da einige Mechanismen in der Bilanzierung nach US-GAAP ein, die dazu führen, dass sich die Amplituden und Frequenzen in den Boom/Bust Zyklen globalisiert in zugegeben schwer erträgliche Bereiche vorgearbeitet haben. Da ist zum Beispiel das Thema ‚Value at cost‘ und mark-to-market sowie gelegentliche Abschreibungen im Gegensatz zum sog. Niederstwertprinzip nach §253HGB. Oder die Bilanzierung von Aufwand als Erfolg, also ‚Percentage of Completion‘ gegenüber dem Realisationsprinzip §252HGB. Beides führt u.a. sowohl in der Finanz- als auch in der ‚Realwirtschaft‘ (blödsinnige Unterscheidung) zu öffentlich unerkannten Blasen und Überraschungen. Das eine ist mehr chancenorientiert und das andere risikobewusster – weder gut noch schlecht. Das erstere ist dank MBAs und NYSE Listing heutzutage weltweit Standard. Es wäre hier eine Chance deutscher Politik ohne öffentliche x-Punkte Pläne und latenter Amerikafeindlichkeit (ich nenne es mal so – sollte ich jemandem Unrecht tun nehme ich es auch gleich wieder zurück) Einfluss auf die neue Administration zu nehmen und mehr Risikovorsorge zu etablieren, und zwar ohne neue internationale Monsterorganisationen und peinliches Systemveränderungsdünkel oder hohle X-Lateralismusüberlegungen.

  30. Lieber Klaus,

    Blogs haben etwas mit weiblicher Logik zu tun, nicht wahr? Man sucht sich heraus, was einem nicht passt und nagelt darauf ein. Wobei das Verb einnageln das Männchen verrät. Verrat ist überhaupt ein gutes Wort in Blogs, oder altmodisch Foren.

    Was ist denn passiert? Von unserem Austausch von E-Mails wissen die anderen hier nichts. Dafür möchte ich Dir explizit auch noch mal danken. Auch fände ich es toll, Deine EW-Analysen zu lesen, wenn ich auch ein Kritiker von Chartanalysen bin. Und? Widerspreche ich mir dabei selbst? Eigentlich denke ich nein. Wir suchen, finden werden wir außer Wahrscheinlichkeiten nichts.

    Allerdings: Früh-Kölsch beweist, dass Du zwischen Dusseldorf und der Stadt am Rhein, mit dem schönen Dom, haust. In der Friesenstraße gibt es Päffgen-Kölsch, die Köbese behandeln einen erwartungsgemäß unhöflich, schließlich sind sie nicht dem Gast, sondern dem Bier verpflichtet, einfach wunderbar.

    Die Bestellung eines Wassers wird schon mal damit kommentiert, dass man sich in einem Brauhaus und nicht in einer Badeanstalt befinde. Ein Limo ist ein Randgruppengetränk. Und ganz wichtig: „Hallo, ich würde gerne zahlen!“ wird beantwortet mit Hallo arbeitet hier nicht, der ist beim Früh.

    In diesem Sinne Klaus
    Ein schönes WE

    Früh am Veedel ginge aber, rational erfassen kann man das nicht. Dazu braucht man Kölsches Blut, selbst wenn man in Niederbayern geboren wurde. Ostfriesen verstehen das.

    @Eysel: „„Meine“ ist wegen der Haarfarbe und mangelndem Bauchspeck auch im Orient unverkäuflich. Muss also malochen…. dumm gelaufen ….für sie ( und mich).“
    Wenn Dein Mädchen das hört, kriegst Du Ärger, darauf schreibe ich einen Call. Das mit dem Kirschbaum ist gut. Übrigens, wenn Dich Stare ärgern, CD-Rohlinge in den Baum gehängt helfen, im Ernst. So vernetzt sich die Hardware-Branche mit der Landwirtschaft. 😉

    @Bühler: Ja, langsam wird es mir wieder wohler.

  31. Ja, Eysel, ab Du, Pampa, Magic und Neumann habt ihm ja durchgeholfen. Ich hab’s vor allem für den Rest geschrieben. Aliquid haeret semper. Bezüglich Klaus, man muss bedenken, dass der DAX momentan wirklich mörderisch wellt und zerrt. 🙂 (Aber ich will hier mal festhalten, dass die 4000 immer noch stehen. Die Jahreszahl schieb ich einfach mal eins zurück.)

    Wegen der Rationalität, da habe ich auch kein Rezept. Ich sehe es aber ähnlich. Meine Erfahrung ist, am besten kühl und rational Argumente dagegen halten. Und als Aufforderung zum Denken und Argumentieren ist mir ein Reizthema eigentlich immer willkommen. Also alles hat doch irgendwie sein Gutes. Eines kommt noch vorm WE.

  32. @ Bühler,
    du weist in deinem Beitrag indirekt auf ein Phänomen hin, das ich auch seit einiger Zeit beobachte: Selbst Menschen die über „ökonomische Zusammenhänge“ überdurchschnittlich gut gebildet und informiert sind „flippen“ aus und schlimmste planwirtschaftliche Gedanken schiessen ihnen durchs Hirn. Realitätssinn geht aus Angst hopps. Und Ebendieselben beschwören in gleichem Atemzug „Rationalität“ ( hallo Klaus!) ! Schon ein merkwürdig Ding, der Mensch!

  33. @ Klaus,
    Gott sei Dank…. hatte schon gedacht, sie würde mich der Anstiftung zum Menschenhandel bezichtigen …
    Keineswegs muss man die Instinktgetriebenheit einfach nur so hinnehmen. Doch selbst bei Ratiogeschulten und Trainierten wird alles Bemühen immer nur von begrenztem Erfolg sein. Von der stark überwiegenden Merhheit der Menschen die (fast) keine Selbstreflektion betreiben, da lass uns lieber ganz schweigen. Davon, dass „gut“ und “schlecht“ moralische, also überwiegend mehr „gefühlte“ als rationale Kategorien sind auch. Zu „Steckenpferd“: Ich denke, dass auf dem unendlichen Weg zu einem Quäntchen Weisheit es dazugehört, sich all der Abgründe bewusst zu werden, die man in sich birgt. – Dass ( die Mehrzahl der ) Menschen ANGST haben davor diese Abgründe zu entdecken, sich einzugestehen und deshalb diesen schmerzhaften Prozess LEIDENSCHAFTLICH meiden, lieber SCHULD bei Anderen suchen, statt „in sich zu gehen“ ist ebenfalls menschlich.
    @ Paarhufer,
    selbstverständlich entspricht die Erwartungshaltung nicht der Realität. Das I S T das Problem. Hier die knallharte Realität, dort die Erwartung eines utopischen idealisierten Menschen. Das MUSS schief gehen. Das Ausblenden ( siehe Beitrag von morgens ) der Realität hat schon geradezu phantastische Züge angenommen. Speziell in D. Der Pragmatismus der Amis hat genau deshalb eine wesentlich höhere Potenz die Probleme zu lösen, als das sozialistisch verzerrte idelisierte Weltbild der Europäer. Und das Wahnsinnige ist auch noch, dass nur der Ruf nach dem idealen Menschen lauter wird, statt des Rufes noch mehr Realitätsbezug. Motto: Wenn ich zu klein bin die Kirschen des Baumes zu pflücken, dann schimpf ich auf die Fehlkonstruktion Kirschbaum, statt ne Leiter zu holen. ~
    „Meine“ ist wegen der Haarfarbe und mangelndem Bauchspeck auch im Orient unverkäuflich. Muss also malochen…. dumm gelaufen ….für sie ( und mich).

  34. Hier geht’s ja ab! Sehr gut. Inhaltlich hervorragend, jetzt müsste man vielleicht an der Forumstechnik noch ein bisschen was tun… Ein Seitenblick auf die Konkurrenz wäre diesbzgl. vielleicht ganz hilfreich (http://www.ftd.de/debatte/showthread.html?t=9).

    Meinereiner hat die Krise einmal 3 Wochen niederfrequent/schmalbandig aus anderen Gefilden verfolgt, und ich muss sagen, es hat gutgetan. Nun etwas länger, da lange nicht da.

    @Klaus F. am 06.11.2008 um 22:37 Uhr e.a
    Klaus F., Bankendelisting, das meinst Du nicht ernst. Ich finde es ja wichtig, das man mal was in den Raum stellt, damit sich eine Diskussion entzündet, aber vielleicht schaust Du Dir nochmal Deine Wellen an.:-) Nein, ich muss jetzt ein paar ernste Worte dazu schreiben.
    Bankendelisting, hmmh, wenn man sich die Krise der deutschen Staatsbanken so ansieht (und die ist ja nicht erst 1 Jahr alt), dann ist Delisting wie immer das auch vonstatten gehen soll, immerhin sind Börse und AGs bisher noch private Institutionen, wohl nicht das Richtige (ich nehme den Nebenton oder besser die Prämisse ‚Verstaatlichung‘ wahr).
    Immerhin gibt’s ja auch Banken, die sich recht gut schlagen (relative Stärke, kennst Du doch), und etwaige staatliche Hilfen nur als Zubrot sehen, oder ganz ablehnen. Ich denke, wenn sich Banken so aufführen wie die IKB, um bei uns zu bleiben, dann ist es erste Investorenpflicht die Flucht aus dem Risiko zu ergreifen. So findet eine Bereinigung statt. Dieser notwendige Prozess würde durch ein wie immer geartetes Delisting nur verschleiert oder schlimmer – verhindert. Der einzige Investor Staat würde nicht flüchten, und schon hätten wir ein weiteres schwarzes Loch in den Haushalten.
    Neumann liegt hier richtig, wenn er sagt, die Konsequenz muss sein, dass im Gegenteil nicht-öffentliche Papiere (als z.B. CDOs nur OTC handelbar) verboten, ich würde sagen, stärker oder überhaupt reguliert werden, falls und wo das noch nicht der Fall ist. Die Börse sorgt übrigens bei Buchwerten wunderbar für Transparenz, indem ständig ein Haufen Stücke sozusagen testweise realisert werden – Übertreibungen hin oder her. Eine Übertreibung wie bei CDOs, dass von heute auf morgen gar nichts mehr geht und sie gar nichts mehr wert sind und zwar global und vollständig, gibt’s jedenfalls bei ‚gelisteten‘ Produkten nicht.

    Generell (nicht in Bezug auf KF): Bei dem ganzen Banken- oder auch Finanzinstitutionenbashing im Sinne ‚Böse Finanzwirtschaft (white collars – feist Zigarre rauchend) macht Gute Realwirtschaft (blue collars – ehrlich ölverschmiert) kaputt‘ fehlt mir die sichtbare Erkenntnis, dass die Kreditblase und die Buchwertblase fast aller Anlageklassen, den vorausgegangen Boom in der sog. Realwirtschaft erst ermöglicht hat.
    Wer hat denn die ganzen BMW, DB, Audi, Porsche, MAN, VW gekauft ? Leasing, realisierte Buchwerte, satte Managergehälter aus Boombranchen etc. oder wer ? Und mit Autos fängt’s nicht an und hört es auch nicht auf, Druckmaschinen, Stahlträger, Roboter, ERP Systeme, Strassen, Züge, Flugzeuge …. was wir halt so zu bieten haben.
    Oder die berühmte ‚Brücke von Millau‘ ? Hat die Kreditvergabe einer HRE irgendwas mit der Konjunktur in der Bauwirtschaft abseits vom Einfamilienhaus der letzten Jahre zu tun ?
    Also, man kann doch nicht das eine nehmen (Boom), sich u.a. seinen Staat und die Parteien davon finanzieren lassen, und dann das andere nicht haben wollen (Bust). Im Umkehrschluss: wenn man keinen Boom mehr haben will, dann kann man ruhig das ganze Finanzwesen verstaatlichen (oder in eine Art öffentlich-rechtliche, jedenfalls delistete Kungelbude verwandeln). Jeder bekommt einen blauen oder sonstwie einheitlich grässlichen Kaftan. In 30-50 Jahren heisst es dann wieder, „…wir hatten auch Geld, es war nicht so, dass wir kein Geld hatten, aber…“. Fragt sich nur, wem WIR oder die Kinder das dann erzählen können.

  35. ….bin ich kleinkariert und zudem antilinks. HILFE!

    Mööönsch Pampa 🙂

    Auch dir sollte es doch mittlerweile klar sein, dass virtuelle Kommunikation den persönlichen Kontakt, mit all seinen authentischen Merkmalen und Vorteilen, nicht ersetzen kann.

    Die Versuchung etwas in das hier Geschriebene hinein zu interpretieren, was so nicht vom Verfasser gewollt ist, liegt in der Natur der Sache. Bin überzeugt, bei einem Glas Früh-Kölsch wäre das nicht passiert und wir würden sehr schnell zu richtigen Männerthemen übergehen 😉 Apropos Beipackzettel, gibt es dazu einen hilfreichen Link – falls nicht physisch vorhanden, wie ebenfalls in meinem Fall?

    Auch dir ein schönes Wochenende 🙂
    Klaus

  36. Irgendwie blicke ich nicht mehr durch. Mein Eindruck ist, dass die Wirklichkeit mancher Erwartungshaltung nicht entspricht, ebenso andersherum. Dem Geld werden seine Nullen vorgeworfen, Banken sind keine karitativen Einrichtungen, Indices sind private Produkte und wenn ich einwerfe, dass das Delistung von Banken, wie auch immer das gemeint sein mag, etwas arg weltfremd ist, bin ich kleinkariert und zudem antilinks. HILFE!

    Hm, fünf Kamele hast Du für Deine bezahlt Eysel. Meine war umsonst, ist aber auch nicht blond. Jedenfalls die Anschaffung, aber die Betriebskosten … standen nicht im Beipackzettel. Das sollten wir besser regulieren. Vor Gericht und auf hoher See, apropos Ehe- und Mietrecht … da haben wir ja besonders viel reguliert, das muss gut sein.

    Das mit RTY fand ich witzig Gregor. Ist es nicht bezeichnend. Der Bossredakteur ist der einzige, der hier mitmacht. Deswegen ist er auch prädestiniert dafür, dass er die Prügel bezieht, die einige in der Technikabteilung verdient hätten. Bemerkenswert finde ich auch, dass sich kein Redakteur findet, der ab und an mittextet. Was habt Ihr eigentlich für ein Betriebsklima? Oder schreibt RTY die WiWo unter diversen Synonymen allein?

    It’s a kind of Magic?
    Ein zutiefst verwirrter Paarhufer

    P.S.: Magic lass das, auch wenn es hier möglich ist Wer neu kommt, kann nasowas nicht zuordnen und kommt sich leicht verarscht vor. So sympathisch Du mir sonst bist, das namegame geht zu Lasten dritter. Selbst bei Mad und Zamir bin ich mir nicht immer ganz sicher, ob nicht Du dahinter steckst. Willst Du das denn? Jeder intrigante Versuch wird mit 500 Jahren Fegefeuer bei 400 Grad Celsius bestraft, wie mir mein Landesbruder Ben bestätigte. Der reguliert auf etwas erhöhter, transzendenter Ebene, sei vorsichtig! 😉

    @Oskar: So ist es!

  37. Danke, Eysel 🙂 …der Reiz ist verflogen, denn kochen kann sie – meine Holde 😉

    Die Tatsache das Streben und Manipulierbarkeit die Grundlage jeden Handels ist, bedeutet aber nicht zugleich sie unreflektiert hinzunehmen.
    Der ewige Kampf zwischen „Gut und Böse“ „gut und schlecht“ darf doch in einer vermeintlich „aufgeklärten Zivilisation“ nicht zugunsten des „Bösen und Schlechten“ resignierend aufgegeben werden.

    Gestern noch mit meinem Sohnemann ein erzieherisches Streitgespräch geführt, nach dem er seiner kleineren Schwester….naja, möchte jetzt nicht zu privat werden 😉
    Jedenfalls der Satz: „Was du nicht willst, was man dir zufügt, dass füg´ auch keinem Anderen zu“, hat unter Strafandrohung bei Wiederholung, so glaube und hoffe ich, Wirkung gezeigt 😉

    Aber ich sehe, wir kommen wieder von `Höckschen auf Stöckschen´ und der damit verbundenen Reduzierung auf den, wie bereits erwähnt, immer währenden Kampf zwischen „Gut und Böse“ – den tiefenpsychologischen Einblick in die Abgründe menschlichen Handelns – wohl dein Steckenpferd, Eysel 😉

    Schon wieder viel zu viel Zeit hier verbracht. Muss mich jetzt wieder um´s Verdienen der Sonntagsbrötchen kümmern.

    Gruß und schönes Wochenende zusammen 🙂
    Klaus

  38. Bei so vielen geistig-philosophischen Ergrüssen, kann ich nur mit offenen Mund staunen. Hier wird nichts weiter betrieben, als die Gier bestimmter Menschen und Institutionen Facettenreich zu verzerren. Hier zeichnet sich schon einen Krise ab, wenn der wöchentlche Gang ins Restaurant nicht realisiert werden kann, während es in anderen Ländern um das bare Überleben geht.

    Von den Krisen in den einzelnen Sachbereichen, wie Bildungskrise, Krise im Gesundheitswesen, etc. zur Finanzkrise, Wirtschaftskrise etc. gesteigert in die ökologische Krise, die dann alle anderen Krisen in den Schatten stellt, insbesondere durch die Tatsache, dass sich diese Krise nicht durch Steuergelder in ihrem verheerenden Ausmaß beeinflußen läßt.

    Unsere Regierung zeigt sich im Krisenmanagement wie die Heilsarmee, die mit Steuergeldern versucht, die Auswirkungen der Krisen zu lindern, doch bei der herannahenden ökologischen Krise, hilft nur noch beten. Das wirklich Schöne ist, wir alle Wissen um die selbstverursachten Krisen, meist lange bevor sie wirkungsvoll in Erscheinung treten – tun nichts – suchen die Schuld bei anderen, etc. aber wie heißt es doch so schön: Es hätte doch alles viell schlimmer kommen können und in der Tat, es kam alles viel viel schlimmer !!!!!

  39. @Eysel:
    „deine Regentropfen-Auto-Metapher ist ja ganz nett, leider ist sie eher ein Beispiel dafür, dass Metaphern VÖLLIG daneben gehen können“

    Öhhh, danke für die Blumen, aber das Zitat stammt erstens von Magic (07.11.2008 um 00:11 Uhr); ich zitiere gerne am Anfang, damit man bei den Gewusel weiß, worauf sich ein Kommentar bezieht. Deshalb auch die Anführungszeichen.

    Zweitens geht es im Vergleich darum, ob man jedem Regentropfen ausweichen muss. Und die Frage finde ich berechtigt, weil wir tatsächlich eine Wirtschaftsmentalität haben, in der nur Wachstum gut ist. In einem zyklischen System gehören auch Abschwünge dazu, um die Stabilität zu erhalten. Unsere Wirtschaftspolitik sieht aber so aus: Wenn’s gut läuft, darf man den Aufwung nicht gefährden, wenn’s schlecht läuft brauchen wir ein Konjunkturpaket.

    Die Folge: Wir häufen Staatsschulden an, ohne das erkennbare Ziel, sie jemals wieder deutlich zu reduzieren.