Neue, alte Wirtschaft

Nein, liebe Kartellwächter, übers Geschäft werden die beiden schon nicht geredet haben, der Maestro des Automobilriesen und die Primadonna des riesigen Zuliefererkonzerns. Aber eine Art Sinnbild war es schon für die neue, alte deutsche Wirtschaft: Da mögen andere reden von Bio-, Nano- und sonstigem Highesttech, über den Marsch in die Dienstleistungsgesellschaft und die Innovationen von Private Equity – und hier zeigt sich ein Erfolg, den es eigentlich so nicht geben darf: Familienunternehmen reißen die Macht an sich und sind Symbole der Stärke mit den industriellen Produkten des vorigen Jahrhunderts: Autos, Kugellagern und Bremsscheiben.

Erstaunlich erfolgreich stemmt sich die deutsche Industrie gegen die globale Rezession. Bayer verdient mit Agro-Chemie, Siemens mit langfristigen Infrastrukturprojekten wie Kraftwerken (wobei der Konzern verschweigt, mit welchen Mitteln neuerdings die Aufträge hereingeholt werden). Der Maschinenbau hat nach wie vor dicke Auftragspolster; viele mittelständische Anlagenbauer strotzen vor Selbstbewusstsein. Kali und Salz ist die erfolgreichste Börsenstory der letzten Jahre; und die Stahlhütte Salzgitter fast doppelt so viel wert wie TUI, das ursprüngliche Mutterunternehmen, das zum erfolglosen Touristikkonzern mutierte und dafür seine industriellen Wurzeln brutalstmöglich kappte.

Der zweite Frühling der Old Economy ist nicht allein ein deutscher Trend. Lakshmi Mittal hat einen globalen Stahlkonzern geschmiedet, der härter ist als Kruppstahl. In China und Indien entstehen familiengeführte Konzerne, die in ihrer industriellen Ausrichtung den alten Riesen des 19. Jahrhunderts zum verwechseln ähneln. Rohstoffe, Landwirtschaft, Stahl und Infrastruktur – während High Tech den Wohlstand der ersten Welt ausgepolstert hat, bestimmt jetzt der Boom eines neuen Gründerzeitalters in der Dritten Welt das wirtschaftliche Geschehen – und Deutschland, lange als Fußkranker auf dem Weg in die Dienstleistungsgesellschaft verlacht, verdient daran mit.

Hinter der Fassade des 19. Jahrhunderts allerdings verbirgt sich, dass die erfolgreichen Unternehmen wie selbstverständlich die neuesten Erkenntnisse aus allen Wissensgebieten in die ursprünglichen Strukturen integriert haben: Sie packen jede Form von High Tech in die alten Produkte und veredeln die Green Bananas aus den kreativen Zuchtstätten mit den oft denunzierten deutschen Tugenden wie Verlässlichkeit, Systemqualität, Liefertreue und Ingenieurskunst zu wirklich unschlagbaren Produkten.

Jetzt sieht es so aus, als seien die Piëchs und Schaefflers (und wie sie alle heißen) ein paar Jahre bei Banken, Hedgefonds und Private-Equity-Buden in der Lehre gegangen – jetzt schlägt das alte Geld mit den neuen Finanztricks zurück. Auch hier verbinden sich alte Werte wie nachhaltiges, ja oft dynastisches Denken mit der zwar raffinierten, aber längstens an das Quartal orientierten Finanzierungstechnik zu einer neuen Qualität.

Offensichtlich kommt die deutsche Wirtschaft mit den wilden Wachstumsökonomien in Asien ganz gut zurecht – besser jedenfalls als jene, die glauben, nur von Finanzierungstechniken leben zu können.

Aber über alledem liegt auch ein Schatten. Ingenieurmangel bremst die Old Economy. Der große Banker Hermann Josef Abs wusste um die Menschen als dem eigentlichen Wert eines Unternehmens: „Unser Kapital fährt mit dem Aufzug nach oben.“ Warum, um nur eine unserer Torheiten zu nennen, lassen wir in Deutschland so viele Frauen vor den Aufzugstüren warten?

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Alle Kommentare [38]

  1. Hallo Stierchen,
    das Conti-Spiel ist jetzt over. Die Gedanken sind wieder frei.
    Wollen wir mal wetten, wer der nächste Fall von Denkste sein wird:
    Daimler oder Deutsche Bank? Und wo lauern die Angreifer? was sond die Helfershelfer? Merill Lynch mal wieder?
    Das Gezetere, so was wie Auflauern gehöre sich nicht, klingt eher wie das Morgengebet von Tiefschläfern, oder?
    Gruß dein Walter

  2. Ein netter Gedanke von Pampastier. Wir hatten in der Ausgabe 32 schon auf das Schaeffler-Risiko hingewiesen (s.u./Auszug):

    „Was aber, falls der Conti-Kurs fällt? Auch dann tragen die Banken kein Risiko, wohl aber Schaeffler. Denn der Total Return Equity Swap nimmt die Franken in die Pflicht. Geht die Conti-Aktie in den Keller, muss Geißinger Verluste zwischen einem vorher festgelegten Preis und dem dann niedrigeren Conti-Kurs ausgleichen. Zweites Risiko für Geißinger: Sollte der Conti-Kurs bis zum 27. August, dem Ende der Angebotsfrist für das Schaeffler-Übernahmeangebot zu 70,12 Euro je Aktie, abschmieren, könnten alle freien Aktionäre Schaeffler ihre Papiere zu eben diesem Preis andienen. Bei Schaeffler könnte dann ein Buchverlust in der Bilanz auflaufen. Für die Banken ist ein solches Swap-Geschäft „auf jeden Fall eine sehr elegante Lösung“, so ein Investmentbanker eines großes britischen Geldhauses. Und da sie mit ihren Paketen wiederum jeweils die Meldegrenze von drei Prozent nicht erreichten, blieb die feindliche Übernahme – Codename „Mozart“ – im Dunkeln.“

  3. Wie brechen wir der Schäffler-Gruppe das Genick? Seltsamerweise wird in den Medien, u.a. in der FAS, nur darüber spekuliert, wie Wennemer die Übernahme verhindern könnte. Die Börse quotiert Conti ja nicht viel über dem Schäffler-Angebot, wenig überzeugend.

    Wenn es stimmt, dass Schäffler über Swaps Zugriff auf Conti haben soll, wo sind sie dann verwundbar? Wie auch immer die Swap-Verträge aussehen, sie haben ein fixed leg, sprich sie müssen Conti-Aktien zu einem bestimmten Preis nehmen bzw. über Cash-Settlement ausgleichen. Wenn es so einfach wie vielfach dargestellt wäre, hätten die Konsortialbanken ja auch selber zugreifen bzw. ins Risikofeuer gehen können.

    Gelingt es, Conti-Aktien in den Süden zu schicken, heult jemand in Unterfranken ganz gewaltig auf. Das wäre doch mal ein dibelischer Abwehransatz, Angriff als beste Verteidigung. Ordentlich über befreundete Banken shorten, danach Big-Bath-Accounting, ein rabenschwarzer Ausblick und dann sehen wir mal, wer zuletzt lacht. Bei dem Größenverhältnis wäre Maria Theresia nachher fällig.

    Was meint Ihr, okay ziemlich verwegen? There is no free lunch, der Stier verliert aber auch nicht immer.

    Pampastier

  4. Schon in Ordnung, war nur als kurzer Einwurf gedacht, bevor Ihr Euch zu einig werdet. Wie üblich, kann man alles von mindestens zwei Seiten aus betrachten, schließlich ist der Kopf rund … 😉

  5. So kann man es (ver)drehen, muss aber nicht.
    Ich bin KEIN Consultant. Und spreche auch nicht von der Notwendigkeit von Externen.
    Der Focus liegt auf der GESCHWINDIGKEIT von Entscheidungen und deren VERANTWORTUNG!
    Dass es ( mindestens gelegentlich auch externe ) Spezialisten als Berater braucht kan kaum bestritten werden. Schon mal was von „GEFANGENHEIT“ in eigenen Systemen gehört? Betriebsblindheit? Die fast wütende Ablehnung ( siehe Bartwickel-Witz ) sagt ja auch was …
    Und „bullshit gossip“ dürfte ja wohl – auch betriebsintern bei der Meinungsfindung – kein Fremdwort sein.

  6. ..externe Schlaumeier sind eigentlich in allen Unternehmen entbehrlich, soweit die Theorie; praktisch ist das anders, glauben Sie Frau Schaeffler braucht einen Schlaumeier, der ihr demonstriert, dass einen Unterschied zwischen Schafen und Pferden
    geben soll, den er aber selbst nicht kennt? Genausowenig wie Herr Ackermann einen Objektivisten benötigt, der ihm erklärt, warum mehr besser wie weniger ist. Heisst aber noch lange nicht, dass sich beide Herrschaften mal was gönnen. Wie heisst et am Rhein so schön: man muss och jönne könne, ganz besonders sich selbst!

  7. Mir kommen die Tränen, werte externe Berater. Entscheidungen Pro dauern zu lange? Tja, eigentlich müsste die Entscheidung prinzipiell Contra heißen, abgesehen von wenigen Ausnahmefällen. Gut geführte Unternehmen brauchen operativ keine externen Schlaumeier, ein alter Witz dazu:

    Es war einmal ein Schäfer. Er stand mit seinen Schafen an einer Straße. Da fuhr plötzlich ein superneuer Jeep Cherokee vor und ein junger Mann in YSL-Anzug, Cerruti Schuhen, Rayban Brille und Gaultier Krawatte stieg aus. Der junge Mann fragte den Schäfer: „Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, geben Sie mir dann eins davon?“ Der Schäfer schaute den jungen Mann an, die Schafe, die rundherum grasten und antwortete :

    „Ja“. Da ging der junge Mann zu seinem Jeep, holte das Notebook und den GSM raus, schloss sich ans Netz der NASA an, erkundete das Terrain per GPS, erstellte eine Datenbank, 60 Excel Tabellen voller Algorithmen und Exponenten, erstellte einen Report über 150 Seiten, druckte ihn auf seinem High-Tech-Printer und drehte sich dann zu dem Schäfer:

    „Sie haben genau 1586 Schafe“. Der Schäfer antwortete: „Absolut korrekt, Sie können ein Schaf mitnehmen“ Der junge Mann nimmt ein Schaf und verstaut es in seinem Kofferraum. In diesem Moment sagt der Schäfer: „Wenn ich ihren Beruf errate, geben Sie mir dann mein Schaf wieder?“ Worauf der junge Mann antwortet: „Ja, sicher!“.

    Darauf der Schäfer: „Sie sind Consultant bei …“ „Wie kommen Sie darauf, das stimmt?“ fragt der junge Mann ganz erstaunt. „Ganz einfach“, antwortet der Schafhirte : „Sie sind hier aufgetaucht, ohne dass jemand Sie gerufen hätte. Sie möchten ein Schaf haben, um mir etwas zu sagen, was ich schon selbst wusste. Und Sie verstehen rein gar nichts von dem was ich tue, denn Sie haben meinen Schäferhund genommen!“

  8. Selbstverständlich wird überall „gelabert“. Vielleicht in straff geführten, etwas persönlicher geführten Firmen etwas weniger. Das „etwas weniger“ könnte schon kriegsentscheidend sein.
    Ganz bestimmt haben wir im Ausland das von dir beschriebene Bild. Und irgendwas wird schon dran sein.
    Ebenso haben wir allerdings das „fax“ ebenso verschlafen, wie mp3, usw. usw. Nur gibt diese Tatsache kein Unterscheidungskriterium für family oder Nichtfamily her. Sondern sagt möglicherweise was aus über Technikverliebtheit statt Marktfähigkeit.
    Von „ehernen“ Stärken kann ich nichts erkennen. Nichts ist ewig. Immer droht beim Ausruhen auf Erfolg der Abstieg in die Mittelmässigkeit. Der Abstieg von der Apotheke der Welt ist signifikant und gewissen Behinderungen durch Politik geschuldet. Japans Aufstieg zur Autonation: Auch wenn wir – vielleicht – die besten „Kisten“ haben. Japan verdient wesentlich mehr mit seinen Brot u. Butter Kisten, als wir mit den „besten Autos der Welt“.
    Währungseffekte treffen Family u. Nichtfamily gleichermassen.

  9. Lieber Eysel und Kollegen,

    das labern, loten und sondieren gibt es überall, mehr oder weniger. M.E. hat dies mit der Rechtsform oder den Eigentumsverhältnissen nur gelegntlich und eher zufällig zu tun.
    Nachdem wir Tichys Frage, die hätte behandelt sein sollen, nunmehr kennen, will ich mal anregen, darüber nachzudenken, welche Eigenschaften (also z.B. Ordnungssinn, Akkuratess, Sekundär-tugenden aller Arten) uns Deutschen Nicht-Deutsche zuerkennen.
    Diese, in Kombination mit ein paar klassischen Produktionsfaktoren und über mehrere Generationen erworbener Macht und Stellungen relativer Stärke in bestimmten Schlüsselbranchen auf den Ozeanen der Weltwirtschaft, verleihen uns Deutschsprachigen nach wie vor oder immer noch (ganz wie du willst), jedenfalls nicht ein für allemal, ein bemerkenswerte Position über und unter Wasser. Neuere Formationsgewinne (SAP, unsere Automobilhersteller im Vergleich zu den Amerikanern) gehen einher mit klassischen fat ehernen Stärken (Maschinen-und Anlagenbau) und ein paar kleineren Verlusten (Hoechst, Boehringer Ingelheim etc.).
    All in all kommt es uns zugute, dass wir uns nie auf die Verteidigung unserer internationalen Position via Währungsgefloate, sondern immer tendenziell mehr auf unsere eigenen unternehmerischen Potentiale verlassen haben (mussten). \“Rise and decline\“ des Giganten Japan in der 80ern ff. belegen anschaulich wie es auf und ab gehen kann. Ed Thorp würde das japanische Schicksal partiell als decline to mediocrity bezeichnen, im grossen und ganzen selbstverständlich und von Ausnahmen abgesehen.
    Don\’t bogart your joints, dear friends, Ollis orientieren sich jetzt olle on de Ostsee. See You!

  10. Wer mit “Konzernen“ oder allgemein großen Organisationen, vielköpfigen Gremien, Hirarchieen zu tun hat, der kennt das Phänomen. Nicht mal ein klares „nein“ ist auf Anhieb zu bekommen. Von einem klaren „ja“ ganz zu schweigen. Es muss nicht nur „sachlich fachlich unendlich“ geprüft werden, sondern jede Maßnahme muss ZUSÄTZLICH erst mal darauf abgeklopft werden, ob sie der Karriere vielleicht nutzt, oder ob sie womöglich den eigenen „Stuhl“ gefährdet, in die „Strukturen“ passt. Der mögliche Nutzen für das Unternehmen hat recht oft keine Priorität. Die Bereitschaft, eine Verantwortung zu übernehmen wird bevorzugt an „Gremien“ übertragen. Eigene Verantwortung abgelehnt.
    Kann es sein, dass KLARE Übernahme von Verantwortung und Geschwindigkeit von Entscheidungen der wesentliche Qualität, Erfolg schaffende Unterschied von „Familienunternehmen“ zu „anderen“ Organisationen ist? Wer kennt nicht all die ergebnislosen, nur Zeit fressenden bullshit gossip Laberrunden die nur dazu dienen, Meinungen zu sondieren, Machtverhältnisse auszuloten?

  11. Werter Herr Pampastier,
    Willi Weber hat ernsthaft Interesse, aber Cora Schum…gibt ihn nicht frei:-( Well, …hm, hm, would you(!) become my manager, Pampastier?
    Ave Olli
    😉 dann noch den an olle: Kennt Ihr’n Wort mit drei „o“? — Korl-Morx-Stodt, hi, hi…

  12. @eysel, heissen Dank für diesen substanzvollen Beitrag zu den Tarifverhandlungen: Dummheit gibt’s gratis! Irgendwie genial!

  13. Der einzige „Rohstoff“ den wir haben, das ist „Hirnschmalz“.
    Bisher scheint – im Vergleich zu Anderen – diese Ressource gut genutzt zu werden. Unsere Zukunft hängt vom guten Umgang mit diesem unendlichen Rohstoff ab.
    BRAN EINS schrieb: „Dummheit gibts gratis.“
    Das Merkwürdige ist, dass rein „fachliche“ Bildung hoch geschätzt wird. Ein Studium Generale – als scheinbar zweckfreie Ausbildung – merkwürdigerweise wenig Anerkennung findet, eher als Kuriosum „belächelt“ wird.

  14. artigen Dank, vergiss Wurzen nicht (Ringelnatz), Monterey, Strasse der Ölsardinen (John Steinbeck) und Penig (Erich Kästner), nur für den Fall, das rty nach meiner Kontonummer fragt: 871904, Citibank Deutschland. Kennwort: Mehrwert mit Musketieren…;-)
    PS: du weisst ja, auch der Geheimrat brauchte etwas Taschengeld, also heuerte beim Freistaat an, so weit hat’s Schiller nie wirklich gebracht, also weiter so und ja auf alle deine Fragen: walle, walle manche Strecke, das zum Zwecke Honig fliesse …

  15. Deine Vorbilder wohnten einst in Jena und Weimar, Quax, der Hintersüdwestsachse. Aber Talent hast Du.

  16. zur Güte, Olli an olle:

    Herr Tichy wirft \’ne Frage auf
    wie stark ist Deutschlands Wirtschaft drauf?
    Im großen weiten Weltenmeere
    gereicht ihr was denn wohl zur Ehre?
    und da er denkt wir sind nicht dumm
    fragt außerdem er noch warum?
    Sind wir denn Jesus, oder doch,
    in Tichys cooler Wirtschaftswoch?

    Ist’s das Familieneigentum?
    Oder der Gründergeist posthum?
    die Techniklust der Ingenieure?
    dies können alle wir beschwören
    ist eine Ursach\‘ für das Gute
    lässt aus dem Stand sich leicht vermuten.

    Jedoch es muss noch tiefer gründen
    die Deutschen können gut erfinden
    China ist Meister im kopieren
    die Deutsche Bank tut\’s finanzieren
    vom Geiste her, das Geld im Sinn
    allseits agil treibt\’s Deutsche hin,
    so pocht auch die globale Gier
    an unser\’es Häusleins fesche Tür.

    Mylady Schaeffler und ihr Team
    verzagen nicht, sie geben Steam
    das Gummiboot von brother Wenni
    wird flugs geentert für\’n paar penny
    recht trickreich wird es angenähert
    sehr kunstvoll hebelhaft gehähert
    zu spät erkannt\‘ man dort den Mangel
    hängt nun kopfüber an der Angel
    der Schaefflerin von \’zogenaurich
    die lacht ins Fäustchen schmatzend sich
    und nebelt ein die Überreifen
    mit Dunst aus ihrer Imkerpfeifen.

    Und die Moral in Wirtschaftswoche
    tut\’s Hexlein an dein Häuslein poche
    nicht immer kommt\’s von Ferne her
    auch Mittelfranken kennt Begehr
    gib Gummi, Wenni, sonst wird\’s bitter
    nimmst Schoki du, dann weiss, von Ritter?!

    PS: Sehr geehrter Herr Tichy, darf ich Ihnen vorschlagen Ihre Frage leicht zu modifizieren, etwa so: Kann die deutsche Wirtschaft die Konjunkturbrise besser nutzen? Zum Beispiel, indem Sie die Kraft der Ideen und die Phantasie ihrer Aufzugfahrer besser aktiviert?
    .. wie war das nochmal aus des Meisters Munde? .. die Zeiten autoritären/r Journalismusses/Kochstudioführung sind vorbei?

  17. Vielleicht.

    Gruß
    Pampastier

    P.S.: Entschuldigung, aber das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. Welche Weltwirtschaftskrise, wie kommen wir denn darauf? Wenn ja, besser als wer? Was hat das mit der Rechtsform von Unternehmen zu tun? Was hat das mit der Finanzierungsstruktur von Unternehmen zu tun? In welchen Branchen denn überhaupt? Was heißt bei Unternehmen eigentlich deutsch und was groß? Inwiefern spielt es im Zusammenhang mit der angeblichen Weltwirtschaftskrise eine Rolle, dass die Aufstiegschancen für Frauen hier schlechter als in manch anderer Nation sind? Woher kommt das, wenn es denn stimmt? Wird es besser, wenn wir es ändern? Wenn ja, wie ändern wir es konkret, damit es nicht nur gut gemeint ist? Fragen über Fragen zu impliziten Annahmen über Gott und die Welt.

    Allsamstaglich stehen wir nach geistiger Nahrung lechzenden Wichte mit unserem Tellerchen an, warten was der große Hexenmeister serviert, schaufeln es runter und reden dann darüber, wie man das Gericht eventuell verfeinern könnte. Bei dem jüngsten Gericht wird es aber beinahe theologisch. Alles in den großen Topf, einmal ordentlich püriert und heiß serviert. Na, wie schmeckt’s?

    Schwer zu sagen, was soll es denn überhaupt sein? Neue, alte Wirtschaft heißt das Gericht. Sowas ähnliches gab es vor zehn Jahren schon öfter, da war es zumindest schärfer differenziert, obwohl das Rezept damals schon eine kulinarische Verirrung war. Verzeihen Sie, aber das erinnert mich an einen alten Witz. Die junge Ehefrau zu ihrem Göttergatten: „Na Liebling, wie schmeckt’s?“ „ Suchst Du Streit?“

    Dass das nichts wahr, wissen Sie doch selbst. Schwamm drüber, passiert dem besten Sternekoch.

  18. bitte keine Blubbs und Beleidigungen sondern Beiträge zur Frage:

    Kann die deutsche Wirtschaft wegen ihrer besonderen Ausstattung (starke industrielle Basis, viele Familienunternehmen, Mittelstand) die weltweite Konjunkturkrise besser meistern?

    Gruß
    rty

  19. Blubbt’s unter Wasser nur noch Bläschen
    Denk mal an Möhren für die Häschen
    Jagt nur noch’s eyselchen durchs Gässchen
    fass dich mal an dein eigenes Näschen
    Wenn’st hirnst und dir ist nach Rabatz
    bewahr Humor wie Ringelnatz
    denn Ringelnatz-Economy
    im Wiwo-Blog, das gab’s noch nie!
    Und die Moral von der Geschicht
    ziert wiwo mal mit ’nem Gedicht!

  20. o.K. ich geb mich geschlagen, Zecke war als Kompliment gemeint, kleiner, zäher, bissiger Streikbrecher, nur wir sind von hier, doch ohne dich sind wir nichts..

  21. War das etwa schon Alles, was Ihr zu sagen hattet?
    …. Mach weiter Kinderverwirrspiel mit Mama….
    „Unter Wasser Bläschen machen“.

  22. krieg dich wieder eyn, Eysel, sei nicht so aufgeregt, Haifischzähnchen, kariesgeplagtes!

  23. genauso: Entwicklungsstillstand seit Mio Jahren, wiwo als lästiges Spinnentier, Eyselgeist als handlangernde Krone der Schöpfung, weiter so rty – das ist der rythmus wo jeder mit muss!

  24. Danke für das Kompliment „Zecke“.
    Zecken sind dem Menschen lästige Spinnentiere, die evolutionär so „reif“ entwickelt sind, dass sie – ähnlich den Haieen – zum Überleben seit rnd. 60 Mio Jahren keine Weiterentwickung mehr nötig hatten.

  25. ..ein tüchtiger Misch-Masch zwischen old und new, Familie und Nicht-Familie, garniert mit eine bisschen Abs und Mönchsberg-Aura, in der Küche würde man sagen Freitagsgulasch mit den Abfällen der Woche, irgendwie Prekariats-Menu a la carte, weiter so und du kannst es genauso gut auch sein lassen, mein Vorschlag. reiss dich am Riemen, bezieh die Besserwisser professionell mit ein, kreiere ein dezentrales Chef-Blog-Netzwerk, multi-intellektuel, in dem du der primus inter pares bist, dir aber die Potentiale den Teilnehmer nicht verloren gehen, schaffe Anreize, Ehrenpreise des Monats oder wie beim Fußball-Frühschoppen im DSF Zahlpflichten für den Spruch des Blogs oder so ähnlich, der Topf wird dann einmal im Jahr in eine Hauptgewinn „Platin-Club-Awards für Chef-Blog-Winners“ zusammen mit American Express oder so.. und so weiter und so fort: Think!

  26. um auf Ihre Frage nach den Frauen vor den Aufzugsgtüren zu antworten: weil es in der Regel nicht reicht, siehe Haderthauer, nur eine grosse Lippe zu riskieren..

  27. Der Wandel der Zeit wird nicht dadurch begünstigt das viele Einzelne Vieles bewegen, sondern des Einzelne vieles bewegen. Es waren nie iei Shareholder Value eines Rapperport die die ökonomischen Entwicklung voranbringen. Es sind vielmehr diejenigen die insich ruhen und aus der Mitte Ihres Wollens ihre Ziele erreichen. Das ist nichts mit kurzfristigen Aktiengewinen oder der kurze sCheinder Illusion das mannur mit Geld Gewinn macht.Gewinn macht mach tman mit Hirn, Geld und den wollen zu gewinnen. Clausewitz läßt grüßen.

  28. Der Autor wollte wohl an den Sonntags-FAZ Artikel von letzter Woche anknüpfen. Ein klein wenig relativieren. Leider ist ihm das wenig geglückt. Der „Unterton“ ist doch erkennbar vom dummen klischeehaften Geschreibsel der Majorität der „Presse“ beeinflusst. Oder bin ich wieder mal zu sensibel?

  29. Der Vorteil bei Familienunternehmen ist vor allen Dingen auch, dass es in den meisten Fällen darum geht sein Geschäft zu optimieren und nicht mit einer Blase nach der anderen in die Presse zu kommen.

    Vielleicht auch mal ein Weckruf an die Presse sich mehr um die „kleineren“ Unternehmen zu kümmern, als die Seiten nur mit Informationen der großen zu füllen. Egal ob als Wachstumsfaktor oder Jobschaffer – die Familienunternehmen oder Einzelunternehmen leisten deutlich mehr als Ihnen zugestanden wird.

  30. Moin, moin, stehe gerade auf und lese durch Zufall die Zeilen von Herrn Roland Tichy. Es reizt mich, hier kurz Stellung zu beziehen. Ich muss meinem „Vorschreiber“ beipflichten. Als Berater arbeite ich seit Jahren mit Familienunternehmen zusammen. Es ist jedes Mal wieder erfrischend zu erleben, wie schnell beispielsweise Entscheidungen gefällt werden. Neulich sprach mich beispielsweise ein Marketingleiter eines Maschinenbaukonzerns nach meinem Vortrag an, um einen gemeinsamen Gesprächstermin mit seinem Team und mir zu arrangieren. Was meinen Sie? Kam es zu diesem Termin? Nein, es scheiterte daran, mit allen einen Termin zu finden! Dieses Vertagen und Nicht-Entscheiden nervt – wirklich! Schlimmer noch: Es verschwendet kostbare Ressourcen! Bei dieser Gelegenheit kurz gefragt: Was meinen Sie, wie viel Zeit widmet sich das Management in Konzernstrukturen um das Phantom „Kunde“? Daher mein Resümee: Familienunternehmen sind schneller im globalen Umfeld und damit (meistens) überlebensfähiger! Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!

  31. Ich wundere, dass man sich wundert!
    Wieso agieren Familienkonzerne angeblich hinter der Fassade des 19 Jahrhunderts? Welches dieser Unternehmen hat eine Fassade aufgebaut? Wieso ist es erstaunlich, dass Familienkonzerne ganz normales financial ingeneering – der Autor nennt merkwürdigerweise „Finanztricks“ – verwenden???
    Da scheint das „Bild“ des Autors nicht mit der Wirklichkeit überein gestimmt zu haben. Allerspätestens seit den hidden champions von Langenscheidt ist klar, dass ein sehr nennenswerter scheinbar ausgesprochen profitabler Teil der Wirtschaft (nicht nur in D) aus eben „Familieformen“ besteht. Dort, wo unter der Belegschaft oft Teamgeist statt Resignation vor der „Macht des Kapitals“ existiert. Mir scheint dieser Artikel eher Ausfluss der hierzulande durchdringenden „Vorbehalte“ gegen „den kalten Kapitalismus“ zu sein. Erstaunen darüber, das man irgendwie „vergessen“ hat auch Familienunternehmen in das dumme Klischee mit ein zu beziehen. Man sich das für die Zukunft auch mal vornimmt. //
    Was Familenunternehmen besser machen ist das Thema Kommunikation mit dem Mitarbeitern. Sie vermeiden ein Teil der „Entfremdung“ die Marx so treffend beschrieb. Sie geben Gelegenheit zur Identifikation.
    Selbstverständlich bringt eine nicht an die große Glocke gehängte, langfristig von persönlichem Engagement getragene Strategie mehr als das anonyme „hit and run“ der Apolgeten der „modernen Zeiten“. Es ist keineswegs so, dass in Familienunternehmen KEINE Risiken eingegangen würden. Möglicherweise sogar mehr. Nicht selten unter Einsatz des letzten Tafelsilbers. Nur solche nicht, die mehr Zeitströmungen geschuldet sind, als der Aussicht auf dauerhaften Erfolg.
    Ein Schachspiel besteht auch nicht nur aus einer Eröffnung mit Figurengewinn.

  32. Ich wundere, dass man sich wundert!
    Wieso agieren Familienkonzerne angeblich hinter der Fassade des 19 Jahrhunderts? Welches dieser Unternehmen hat eine Fassade aufgebaut? Wieso ist es erstaunlich, dass Familienkonzerne ganz normales financial ingeneering – der Autor nennt merkwürdigerweise „Finanztricks“ – verwenden???
    Da scheint das „Bild“ des Autors nicht mit der Wirklichkeit überein gestimmt zu haben. Allerspätestens seit den hidden champions von Langenscheidt ist klar, dass ein sehr nennenswerter scheinbar ausgesprochen profitabler Teil der Wirtschaft (nicht nur in D) aus eben „Familieformen“ besteht. Dort, wo unter der Belegschaft oft Teamgeist statt Resignation vor der „Macht des Kapitals“ existiert. Mir scheint dieser Artikel eher Ausfluss der hierzulande durchdringenden „Vorbehalte“ gegen „den kalten Kapitalismus“ zu sein. Erstaunen darüber, das man irgendwie „vergessen“ hat auch Familienunternehmen in das dumme Klischee mit ein zu beziehen. Man sich das für die Zukunft auch mal vornimmt. //
    Was Familenunternehmen besser machen ist das Thema Kommunikation mit dem Mitarbeitern. Sie vermeiden ein Teil der „Entfremdung“ die Marx so treffend beschrieb. Sie geben Gelegenheit zur Identifikation. . // Selbstverständlich bringt eine nicht an die grosse Glocke gehängte, langfristig von persönlichem Engagement getragene Strategie mehr als das anonyme „hit and run“ der Apolgeten der „modernen Zeiten“. Es ist keineswegs so, dass in Familienunternehmen KEINE Risiken eingegangen würden. Möglicherweise sogar mehr. Nicht selten unter Einsatz des letzten Tafelsilbers. Nur solche nicht, die mehr Zeitströmungen geschuldet sind, als der Aussicht auf dauerhaften Erfolg. //Ein Schachspiel besteht auch nicht nur aus einer Eröffnung mit Figurengewinn.