Rettet die SPD

Deutschland hat dieser Partei zu viel zu verdanken. Sozialdemokraten haben sich gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz gestemmt und sich mit demselben Mut gegen die Zwangsvereinigung mit den Kommunisten gewehrt. In manchen Gefängniszellen, in denen zunächst die Opfer der Nazis eingesperrt waren, folgten dann die Gegner der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), deren Rechtsnachfolger heute als „Die Linke“ firmiert. Der große Erfolg des Modells Deutschland ist auch ein Erfolg der SPD, ohne deren Unterstützung die Agenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder so nicht möglich gewesen wäre. Von den seit 2005 neu geschaffenen 1,7 Millionen Arbeitsplätzen führt Wirtschaftsforscher Hans-Werner Sinn nicht weniger als 1,1 Millionen auf dieses Reformpaket zurück. Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten ist es gelungen, die Sockelarbeitslosigkeit zu senken.

Jetzt demontiert sich die SPD gerade wegen dieses Erfolgs selbst. Die Linke in der SPD zerstört Schlag für Schlag das eigene Reformpaket und bereitet so den Siegeszug für Die Linke vor, den erklärten Feind der eigenen Partei. Statt die Erfolge ihrer eigenen Politik zu feiern, zertrampelt die SPD die jetzt heranreifenden Früchte dieser Politik. Wer solche Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr. Denn große Teile der SPD wenden sich heute gegen die historischen Wurzeln der Partei. Die SPD ist die Partei der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, der gesellschaftlichen Moderne, des technisch-wirtschaftlichen Fortschritts, der Aufstiegs- und Leistungswilligen. Sie hat sich aus der Elite der Arbeiterschaft rekrutiert. Die Setzer, Buchdrucker, Lokomotivführer des 19. Jahrhunderts sind die Internet-Nerds, die Informatiker und Maschinenbauingenieure der Gegenwart: technisch versiert, wirtschaftlich orientiert, der Zukunft zugewandt. Einst haben sie sich und ihre Klasse mit Arbeiterbildungsvereinen am eigenen Schopf aus dem Dreck gezogen und dazu beigetragen, Wirtschaft und Gesellschaft Schritt für Schritt zu modernisieren, die Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Wohlergehen, an Staat und Gesellschaft zu beteiligen.

Doch Schritt für Schritt hat seit drei Jahrzehnten eine Art intellektuelles Prekariat Mehrheit und Meinungsführerschaft in den Ortsvereinen, Parteitagen und stellenweise in den Fraktionen übernommen. Es sind dies Sozialdemokraten, die niemals eine Fabrik, Bank oder ein Dienstleistungsunternehmen von innen gesehen haben. Ihnen fehlt das Verständnis dafür, dass nur das verteilt werden kann, was vorher erwirtschaftet wurde. Sie brauchen ihre Partei-, Staats- und Stiftungsämter, weil sie außerhalb dieser geschützten Werkstätten nicht erwerbsfähig wären. Aus der Partei der Aufsteiger wurde die Partei der Abstauber. Sozialpolitik ist für sie nicht Hilfe zur Selbsthilfe, sondern Mittel zum Selbsterhalt: Je mehr Menschen am Tropf des Sozialstaats hängen, umso größer, so ihr Kalkül, ist eine potenzielle Wählerschaft, die sie mit dem Versprechen ködern, ihre Löffel zu füllen. Mit Karl Marx könnte man sie intellektuelles Lumpenproletariat nennen. Der Zweikampf, den sie mit dem traditionellen Flügel austragen, lähmt die Partei und führt sie in die Tiefenzone der Demoskopie.

Freuen kann sich auch die Union nicht über den Niedergang des ewigen Machtkonkurrenten. Auch die Zustimmung zur CDU ist unter ihr Ergebnis gefallen, das sie bei der letzten Bundestagswahl erzielen konnte, und das war schon jämmerlich genug. Wenn die Mitte implodiert, droht eine Gesellschaftskrise.

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Alle Kommentare [76]

  1. Quoten-Saftschubse an die Macht!

    … oder wie ein boshafter Analyst zur Berufung von Carli Fiorina bei HP einst meinte: „That should pretty much finish them off.“

    Lieber Herr Tichy, Ihrer Sorge um die alte Dame SPD alle Ehre, aber denen ist nicht zu helfen. Sollte Y. wirklich gewählt werden, was ich nicht glaube, was dann? Ein verlockendes Gericht, bis zur nächsten Bundestagswahl. Das Kabinett möchte ich sehen. Mein alter ego würde sagen: Mahlzeit!

    Putzig finde ich ja die Sorge der Bundes-SPD bezüglich der Wahl im Land der Bayern, unsere Farben weiß und blau … Als wenn das irgendwen auf dem eigenen Kontinent interessieren würde, was die Randgruppenpartei im Apfelweingebiet macht. Früher gehörte die Pfalz ja zu Bayern, bei der nächsten Gebietsreform gliedern wir sie wieder ein. Den Bärtigen gleich mit, prädestinierter CSU-Politiker. Wir geben dem Mann Orientierung, na was meint Ihr?

    Schon klar, als WiWo-Bossredakteur darf man nichts sagen, auch wenn es juckt, oder? Wie frei sind Sie, wie abhängig? Haben Sie das Interview mit Martin Walser im Capital gelesen? Fast möchte ich sagen, beim ehrlichen Häuten der Zwiebel ohne Nobelpreis, Punkt für Klaus Schweinsberg. Schweigen ist Gold, ich weiß.

  2. Ballade vom Loch

    Der große Ökonom Oskar meinte einst, dass Autos keine Autos kaufen. Der linke Flügel seiner damaligen Machtbeschaffungspartei applaudierte und hängt noch stets der angeblichen Theorie von Keynes nach, welche hier angesprochen nur ein kleiner Verweis auf die Nachfragetheorie des 19.! Jahrhunderts darstellte. Was will man auch dagegen sagen, die Leute sollen doch ordentlich entlohnt werden, sehr menschenfreundlich.

    Mithin sind auch alle, die anders argumentieren, Menschenfeinde, kalte neoliberale Raffkes. Wenn wir ein Produkt haben, dass sich ohnehin schon schlecht verkauft, erhöhen wir also dessen Preis und hoffen auf Absatzsteigerung? Machen wir bisher nicht nachgefragtes Angebot an Arbeit noch teurer, was wird passieren? Die Arbeitsnachfrage, die Unternehmen, werden beherzt zugreifen, es könnte ja noch teurer werden?

    Aber der sich als Allheilmittel selbst begreifende Staat regelt das schon irgendwie, die Arbeitslosigkeit wird nicht steigen, wir haben eine Kuh, die im Himmel frisst und auf der Erde gemolken werden kann.

    Oskar gründete also seinen eigenen Staat der sozialen Gerechtigkeit. Arbeit bei erklecklichem Lohn für alle. Geschäftsmodell sehr übersichtlich gehalten, staatlich gelenkt:

    25% der Bevölkerung graben überall im Lande Löcher, 25% schütten diese Löcher wieder zu und 50% kontrollieren und reglementieren das System. Alle Beschäftigten bekommen jährlich 100.000 Loch-€. Absolute Vollbeschäftigung! Über den Export von zugeschütteten Löchern (Erbpacht in harten Devisen) werden wir Export-Weltmeister und leben glücklich und zufrieden bis an unser Lebensende (in rund 50- 60 Tagen, wenn wir verhungert sein werden, der letzte unseres Volkes wird Calli sein).

    Arbeit bezeichnet einen Prozess, bei dem hinten mehr herauskommt, als vorne hineingesteckt wird. Wenn tausende von Politikern, Finanzbeamten et. al z.B. ein Steuersystem ersinnen, bei dem meist tausende von Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern et. al nur noch einigermaßen durchblicken und versuchen, das Schlimmste zu verhindern, graben wir vorne Löcher, die hinten wieder notdürftig zugeschüttet werden. Klar, jedes Loch hat seine Begründung, klingt auch alles gut, nur bitte was soll das? Versicherer kaufen Risiken gg. Cash, die andere nicht wollen, ähnlich das Geschäftsmodell der Müllabfuhr, was machen Steuerberater? Und wer bitte schmeißt den Steuermüll auf die Straße? Ein Beispiel von vielen, welche Ressourcen die ausufernde Bürokratie bindet. Welche derzeit brachliegenden Potenziale könnten wir freilegen, würden wir die sicherlich klugen Köpfe beider Seiten der Verteilungsgerechtigkeit entziehen und für Wachstum freigeben.

    Leider fehlt es nicht nur weiten Teilen der SPD an der Einsicht, dass die regulierungssüchtige Lochgraberei gesamtgesellschaftlich höchst unbefriedigend ist. Wenn das Maximum an „sozialer Gerechtigkeit“ ist, dass am Ende alle das selbe haben, empfiehlt sich z.B. der Blick in die Geschichte der DDR oder auch der von Kuba: Alle gleich arm, nur ein paar Lochgraber lebten und leben in Saus und Braus. Che Gysi und Oskar Castro läuten die Sirenen aus ihren Palästen der sozialen Gerechtigkeit und die alte Dame rennt ihnen orientierungslos und konfus hinterher. Koalieren könne man mit der Linken derzeit! nicht, weil sie vor allem außenwirtschaftlich nicht bündnisfähig seien. Ansonsten offenbar schon, ist das nicht entlarvend und traurig?

    PCIIA

  3. Neulich begegnete mir ein Arbeitsplatz. Ich fragte ihn, wann bist Du geboren worden mein Sohn? Er meinte, mein Schöpfer investierte in mich 1973. Kürzlich teilte mir mein Schöpfer aber mit, dass ich Ende dieses Quartals sterben werde.

    Was die Menschen zum Leben benötigen, ist eine soziale Frage. Wie hoch dotiert bestehende oder kommende Arbeitsplätze dotiert werden, ist eine Investitionsfrage. Jeder Arbeitsplatz muss sich jeden Tag wieder neu „rechnen“. Ganz entscheidend dafür ist natürlich die Arbeitsproduktivität des Individuums, Preise bilden sich über Angebot und Nachfrage. Ein Physiker kostet natürlich mehr als ein Besenkehrer.

    Die ganzen gesetzlichen Rahmenbedingungen greifen in die Rahmenbedingungen ein. Bei unserem „richterlichen“ Kündigungsschutzgesetzen und allen möglichen anderen sozial anmutenden Gesetzesinitiativen, kann man kaum noch von Arbeitsmarkt reden.

    Unser Eysel hat ja schon auf etliche Zusatzkosten auf den Faktor Arbeit hingewiesen. Das kann man beliebig erweitern, sei es um Mieten, Rechtskosten, Steuern, Bürokratie etc. Aber auch Energie, warum entstanden nur so viele Automobilwerke in der Slowakei? Arbeitskosten? Klar. Energiekosten, die in der Fahrzeugproduktion fast den Stellenwert der Personalkosten erreichen? Augen zu, es kann nicht sein, was nicht sein darf?

    Die bösen Finanzmärkte, Rohstoffmärkte, neue, aggressive Marktteilnehmer aus der Globalisierung haben schuld? Wir können den Mond anheulen, auf exogene Rahmenbedingungen haben wir so gut wie keinen Einfluss. Damit müssen unsere Wettbewerber aber ebenso leben.

    Wo wir etwas zum besseren an den Rahmenbedingungen ändern können, liegt fast gänzlich im eigenen Land.

    PCIIA

  4. ??????????????????????????????????????????????????????????????
    Na denn verjünge Dich mal und leg los.
    Selbst ist die Frau … wie man in Walpuristan am Ramadan betet, wenn Weihnachten auf die Sommersonnenwende fällt und Olli beim Kirschkernweitspucken nen Null-Overt hat!

  5. Lieber Eysel, mir ist nur klar, dass die Herrschenden und Besitzenden, die vor uns liegenden Probleme, mit ihren dümmlichen
    Bereicherungsmethoden, nicht bewältigen können und werden.
    Vielleicht, gibt es eines, hoffentlich nicht so fernen Tages, eine
    junge, intelligente, starke und vernünftige Bewegung, unter allen
    Menschen, mit geöffneten Augen und zupackendem Herzen, die
    den momentanen „Zerstöreren der Zivilisation“=
    Big-Fat-Financial-Boys, das Fürchten lehren und dem regierenden
    Welt-Feudalismus, mehr als nur ein bisschen Angst einjagén wird.
    Gruss Zamir

  6. @RK,
    selbstverständlich brauchen wir den Niedriglohnsektur. Eine GENÜGENDE !!! Spreizung der Einkommen. Einen „guten“ Abstand von Hartz zu selbst Niediglohn. Das ist der TREIBSTOFF von dem alles lebt. Einen gesunden sich auch belohnenden Ehrgeiz, der den Ehrgeizigen nicht wieder dis Butter vom Brot klaut. Eine Mentalität die sagt „ohne Fleiss kein Preis“. Statt: „Die da (Staat) sind für mein „Glück“ verantwortlich.“ Und nicht das elende Gerede von fehlenden Aufstiegschancens. Was passiert ist, das ist: Erst nimmt man den Ehrgeizigen die Butter vom Brot und gibt sie den Unflexiblen und wenig ehrgeizigen um es ihnen „gemütlich“ zu machen, und dann beklagt man, dass DIE sich nicht am Riemen reissen. Einfach nur BESCHEUERT!

  7. @ZZ,
    Du redest in Rätseln!
    „durch Misswirtschaft, Geldentwertung und tagtägliche Kapitalvernichtung an den Weltbörsen, eine von niemandem gewollte Perspektivlosigkeit, als das Ende der derzeitigen Öl-Immobileien-Energie-Inflation-Rallye, tatsächlich zu erreichen. Dummheit, Unvermögen und Kapitalanhäufungen in wenigen Händen, unsere Kindeskinder sind jetzt schon im Nachteil.“
    Börse abschaffen? Ölquellen verstaatlichen (natürlich in D.) ?
    Kapitalanhäufing? Ich würde dich ja gerne verstehen, es KÖNNTE ja was dran sein an der unglaublichen FLUT der Ideen …???

  8. @zz
    Ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber findest du nicht, dass der Staat die größte Misswirtschaft und Kapitalvernichtung betreiben? Schau dir doch die Landesbanken an. Den Politikern Gesellschaft und Wirtschaft in die Hand zu geben ist der völig falsche weg. Ich komm aus dem Osten, glaub mir ich muss es wissen.
    Klar haben die Finanzbosse in Amerika und England viel schaden verursacht. Aber das liegt an der angelsächsischen Vorherschaft im Finanzwesen. Schau dir den Artikel in der wiwo an. (Nummer 27, Seite 94)
    Und eysel du hast völlig recht.

  9. Hallo Eysel, ich habe Dir nicht im Detail geantwortet, was bedeutet,
    dass deine Analysen, mit der bestehenden Realität einhergehen.
    Nur Eines noch „im Geheimen“: Nur der wirklich Dumme, lässt sich
    verdummen, verführen, verblenden etc.; nur der wirklich Faule, ist
    mit wenigen Brosamen abzuspeisen und nur an seiner Magenfüllung
    interessiert, nicht an den Zuständen im Ländle.
    Gruss Zamir

  10. @Eysel, und wir befinden uns im Allerheiligsten, der Tafelrunde.
    Wieviel Freiheit ist notwendig um die vorhandenen Ressourcen, weltweit, den kommenden Generationen zur Verfügung, stellen zu können, ohne in der Gegenwart, durch Misswirtschaft, Geldentwertung und tagtägliche Kapitalvernichtung an den Weltbörsen, eine von niemandem gewollte Perspektivlosigkeit, als
    das Ende der derzeitigen Öl-Immobileien-Energie-Inflation-Rallye, tatsächlich zu erreichen. Dummheit, Unvermögen und Kapitalanhäufungen in wenigen Händen, unsere Kindeskinder
    sind jetzt schon im Nachteil. Vive la, feste Jungs (Big-fat-financal-boys), macht nur weiter so, rabadabadumm.
    Gruss zamir

  11. Ja, aber mal krass gesagt: Man kann doch eine Putzfrau nicht wie einen Facharbeiter von VW bezahlen. Wir brauchen diesen Niedriglohnsektor. Denn wer sind denn die Arbeitslosen? Die vielen ungelernten ohne Schulabschluß. Die sind geparkt in 1€ Jobs. Vorher im Osten hieß das bei uns ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme). Und die Niedriglöhner müssen steuerlich aufgestockt werden werden. Weil ich finde das wichtigste ist doch das die Leute wieder in Lohn und Arbeit kommen. Es kommt auch noch die soziale Komponente dazu: Denn wer arbeitet, trifft sich nicht früh um zehn zum Bier trinken.

  12. @ZZ, Irrtum:“Niedriglöhne mit AUfstocker von
    Steuergeldern, bedeutet in Wahrheit, wir alle sponsern die bereits
    vor sich hin vegetierende deutsche Wirtschaft, oder wie ?“ Das sehe ich ganz anders. Durch „Auffütterung“wird erst ein für Unternehmen bezahlbares Lohnniveau ( im Vergleich zu anderen Standorten) geschaffen. Wobei zu bedenken ist, dass das Lohnniveau ziemlich oft falsch betrachtet wird. Zum Lohn gehören neben dem, was der Arbeitnehmener SIEHT sämtliche anderen Kosten: Es ist schliesslich KEINESFALLS so, dass der A.Geber 50% der KK-Kosten etc, etc, …zahlt. Er nimmt das Geld per Gesetz dem A-Nehmer vom Lohn weg und zahlt es in diverse Töpfe. Auch Lohnfortzahlung, Urlaub, schwachsinniger Kündigungsschutz etc. sind LOHNBESTANDTEILE !!!!! Im BEWUSSTSEIN der Arbeitnehmer allerdings nicht! Selbst die Bruttolöhne geben ja auch nur eine Teilauskunft!!! darüber, was an einem Arbeitsplatz „mindestens erwirtschaftet“ werden muss, damit der A-Geber den „lohn“ zahlen kann.
    STAAT ist der grösste Arbeitsplatzvernichter + Nichtaufbauer, da er Kompliziertheiten schafft, Verpflichtungen schafft die Geld kosten. A-Geber + Nehmer ZWINGT einen Grossteil allen Erwirtschaftetens durch die „Mühle“ der verschiedenen Haushalte ( incl. Soziales ) zu schicken. D.h., dass ANDERE mit dem grösseren Teil allen Erwirtschaftetens UMGEHEN, verplempern. Wie ich schon mal sagte: Aus anderer Leute Leder ist gut Riemen schneiden. Was bedeutet, dass man mit dem „Material“ ANDERER viel grosszügiger umgeht, als mit dem eigenen, verschneidet, eniger „passgenau“ als der Einzelne es täte…. wenn, ja wenn er das Geld überhaupt in die Finger bekäme. DAS ist die Wurzel des Übels. Entmündigung. Und der gesetzliche Vertreter der Entmündigten belügt diesen + betrügt ihn um ein Gutteil des Lohnes seiner Arbeit. Rechtfertigung: „sozial“

    „Arbeitsplätze schaffen“. Man kann keine Arbeitsplätze „schaffen“. Schon in der Formulierung ist ein Fehler. Die schaffen sich von selbst, wenn Bedarf an bezahlbaren Gütern entsteht. Die Bezahlbarkeit wird aber verhindert, weil 1.) Staat den Menschen viel ihrer Kaufkraft vorenthält, 2.) Preise hoch getrieben werden durch Verpflichtung von Unternehmen zu allen möglichen „Kompliziertheiten“ und Ineffzienzen. Pauschal-Rechtferigung: Alllgemeinwohl. Nach dem Motto: „Du lieber Bürger bist viel zu blöd mit deinem Geld umzugehen. Das machen wir für dich.“ DAS!!! ist letztlich die Zusammenfassung von 90% all dessen, was unter Sozialgesetzgebung verstanden wird.

  13. Lieber Eysel,
    das war auch garnicht abfällig gemeint, mit den Papiermedien, denn
    die Qualität Deiner Beiträge insgesamt, ist doch nach meinem
    Dafürhalten, brillant.(Obwohl ich mal etwas anderer ´Meinung war,
    aber man darf sich doch irren, oder ?)
    Reformen, ja, aber wo bleibt bitteschön die Ausgewogenheit.
    Generation Praktikum, nochmal: Niedriglöhne mit AUfstocker von
    Steuergeldern, bedeutet in Wahrheit, wir alle sponsern die bereits
    vor sich hin vegetierende deutsche Wirtschaft, oder wie ? Reformen,
    ja, aber doch nicht Rückkehr in die Steinzeit. ANstatt zu entlassen,
    sollten die wahnsinnig überbezahlten Krawatten-Männer, genug
    Kreativität besitzen um entsprechende, neue Geschäftsfelder,
    Arbeitsplätze und dergleichen zu schaffen. Nein, die Arbeitnehmer,
    als dumpfe, 16 lange Jahre, „verkohlte“ Masse, merkelt weiter vor sich hin und wird genasführt, am schlimmsten von den Deutschen
    Sozial Demokraten, die einen völlig anderen Slogan auf ihrem
    Gewerkschafts-Schild stehen haben. Danke.
    Gruss zamir

  14. Also zum Thema SPD kann ich nur sagen: Die stellen sich doch selber ein Bein. Anstatt mit der Agenda zu werben und am besten (der für mich total enttäuschenden) CDU die Reformen weiter voran zu treiben, hat sie Angst vor der Linken bekommen und kräftig zurück gerudert. Sie hätte doch dafür werben können, dass die relativ gute Lage zurzeit im Land die Arbeit von ihr war. Aber ich denke, dass liegt auch an der mehr als dürftigen Personallage der SPD. Ich war vorher pro CDU und bin jetzt der FDP nahe, aber wir brauchen im Land eine stärkere SPD sonst bekommen die linken „Rattenfänger“ noch mehr zuspruch. Und das nächste ist, wenn sich eine Linke etablieren kann, bekommen wir dann bald auch eine Rechte? Wenn die CDU so weiter macht: JA!

  15. Lieber ZZ,
    1.) leider hab ich mehr mit „der Strasse“ zu tun, als ich mag. Kenne die Situation.
    2.) Unbetritten ist die zweifelhafte Qualtät der Inszenierungen des Medienkanzlers.
    3. Unbestritten ist die „Ausbeutung des Treibstoffes“
    All das ist so unbestritten wie die Tatsache, dass die Menge meines ( gelesenen) Zeitungspapiers beträchtlich ist. Und doch sollte man AUCH immerhin anerkennen, dass ER das Hatz Ding gemacht hat, was die CDU niemals hätte durchsetzen können, ohne Generalstreik, Strassenschlachen usw. zu riskieren. Die ganzen nötigen Reformen ( was für ein ausgelutschtes Wort! ) müssen – hübsch in rotes! Geschenkpapier! verpackt – von einem STARKEN Mann aus der linken Hälfte des Spektrums kommen, sonst sind sie „unverkäuflich“ …. ist halt meine Theorie. Alles was auch nur verdächtig ist, ein klein wenig von „rechts“ zu kommen, hat in einer Diktatur des Proletariats keine Chance. Deshalb find ich RTys Frage sehr angebracht.

  16. Lieber Eysel,
    die SPD ist seit zehn Jahren in der Regierungs-Verantwortung.
    Unser gemeinsamer Spezialfreund, war sowohl Autokanzler, Medienkanzler und ManagerwohlfühlKanzler. Falls Du in den
    letzten zehn Jahren, die FAZ, Südddeustche, Spiegel, Die Zeit,
    auch nur annähernd „in Anspruch genommen hättest“, dann würden Dir auch diese SPD-typischen Zusammenhänge etwas klarer erscheinen. CDU und SPD haben natürlich gemeinsam, wie Du es
    schön umschreibst, Fördern und Fordern, durchgewrungen. Aber
    die Steuerzahler, der Treibstoff dieses Landes, zahlen jedes Jahr,
    mehr als je zuvor, für diese unglückselige Erfindung. Natürlich benötigt man dazu, z.B. die erstklassige Berichterstattung einer
    Tageszeitung, wie der FAZ mit ausgesuchten Hintergrundkommentaren, zur damaligen Ehe zwischen Gazprom-
    gerdchen und Peter Hartz; eine Inszenierung wie am Hofe des
    französischen Sonnenkönigs, Ludwig XIV. Zahlen, Fakten und
    akribisch erforschte Zusammenhänge mit der sachlichen Abstimmung dazu, sind erforderlich, um den wirklcihen Halunken und Krawatten-Männern, hinter die Schliche zu kommen. Förden und Fordern steht zwar auf dem papier, aber die rauhe Wirklichkeit;
    auch mal auf die Strasse gehen und mit Betroffenen reden.
    Gruss Zamir

  17. Liebenr ZZ: Als S-Freund bin ich wirklich unverdaächtig, aber dass S sogar für \“Hartz, Schrempp, von Pierer, Kleinfeld, Postwinkel, alle LBS-Schnarchnasen etc., wissenschaftlich, organisiertes Ausspionieren eines ganzen Volkes (Telekom, Lidl und
    Konsorten)\“ verantwortlich sein soll … das zu begreifen, dafür fehlt mir wohl ne Hirnwindung …
    Ganz nebenbei: Für Hartz IV ( fördern u fordern )diese RICHTIGE ( kein Scherz ) Aktion ist er auch verantwortlich. Hätte ne CDU Regierung NIEMALS durchstzen können!!! Altersweisheit?

  18. @Wilm Pabst, kann ich Dir in fast allen Punkten nur zustimmen. Die
    absolute Krönung, war doch der Kanzler, der mit grossen Versprechungen, die Karre noch tiefer in den Dreck gezogen hat.
    Wie hat dieser S., schon als Ministerpräsident. getrommelt, was er
    alles zum Besseren für das gesamte Volk verändern würde. Seine
    Realitäten, haben wir heute zu bestaunen: Umverteilungsmotor von
    Unten nach Oben, Niedriglohnparadies, ungebremstes Managerversagen: von Hartz, Schrempp, von Pierer, Kleinfeld,
    Postwinkel, alle LBS-Schnarchnasen etc., wissenschaftlich, organisiertes Ausspionieren eines ganzen Volkes (Telekom, Lidl und
    Konsorten); das reicht auch schon. Nur noch erwähnenswert bleibt, die Art und Weise der S.schen Regierungszeit, sobald der geringste
    Widerstand drohte, wurde der Rücktritt angekündigt. Ich muss
    Schluss machen, sonst wird mir noch schlecht, bei soviel Unzucht.
    Gruss Zamir

  19. „Sollte die SPD aufhören – von mir aus. Ich werde darüber nicht weinen!“ Schon wahr. Die Frage war allerdings, wohin die mehr oder weniger treue oder untreue Wählerschaft dann wandert? Ob die jetzige SPD nicht womöglich das KLEINERE Übel darstellt ????

  20. Ich kann die hohe Meinung des Herrn Tichy vor der SPD nicht teilen.
    Ich sehe: die SPD hat versagt – 1914, als sie von Bebel’s Friedenspartei längst auch schon in das Lager der Abenteurer um den Kaiser geschwenkt war und mit ihm und den Rechten von “ Deutschlands Platz an der Sonne “ träumte.
    In der Weimarer Republik hat sie versagt. Jaja, gegen das Ermächtigungsgesetz im März 33 hat sie gerade eben noch gestimmt, bot aber durch ihren Vors. Otto Wels gleich danach Hitler die loyale Oppositionsrolle an. Widerstand hätte anders ausgesehen.
    Verboten wurde die SPD dann doch, wie die anderen Parteien halt auch. Die NSDAP war ab dann die Partei.
    1948 versagte sich die SPD mit ihrem DGB der Erhard’schen Sozialen Marktwirtschaft. Jedoch wurde sie überstimmt durch den Wähler. 1972 drückte die Aufsichtsratsmitbestimmung in Deutschland durch. Ihre Kollegen vom DGB danken’s ihr. Der Preis: viele ausbleibende Investoren seit dem, die ihre Sitze im Aufsichtsrat, auch im Vorstand nicht mit „Arbeitsdirektoren“ teilen wollen, schon gar nicht mit so Bonzen wie Zwickel, Hartz noch Bsirske. Deutschland hat hier weltweit mal wieder einen besonders sozialen, eher aber sozialistischen, Sonderweg eingeschlagen. Die Dauermassenarbeitslosigkeit in D vermag das nicht zu verringern, eher im Gegenteil. 1989 war es die SPD, welche der sich anbahnenden Wiedervereinigung Deutschlands entgegenstemmte und im übrigen wenig dazu zu sagen wußte. Auch wenn Kohl wahrlich nicht doll dabei war, aber immerhin hat er was dafür getan.
    Die SPD-Genossen vom Schlage eines Björn Engholm oder dann Rudolf Scharping hatten keine Chance, sich bei Wahlen gegen Kohl duchzusetzen, egal wie aussitzend dieser 16-Jahre-lang-Kanzler seinerseits auch immer gewesen sein mochte, so zudem mit seinen Bimbes-Geschichten und drohenden Palast-Revolten. Sie SPD jedenfalls war immer deutlich schwächer. Dann kam 1998 die Nach-Kohl-Ära, so mit Merkel in der CDU und Schröder in der SPD.
    Jaja, diese “ Reformen „: Hartz 1-4, Agenda 2010, Aufbau Ost zur Chef-Sache und vorgezogenen Neuwahlen nach der SPD-Pleite in NRW. Aber alles kam noch schlimmer: Mit Münte-Merkel setzte es dann die GroKo seit Sep 2005, und das Aussitzen des deutschen Reformstaus ging immer weiter, die staatlichen Griffe immer wieder in die Taschen der Bürger hörten nicht auf. Voran ging gar nichts mehr.
    Mochte die Union gewesen sein, wie sie mochte, aber so deutlich besser war die SPD lange auch schon nimmer.
    Es wird Zeit in Deutschland für eine neue Parteienlandschaft!
    Der alten Tante SPD brauchen wir dabei nur wenig nachzuweinen. Sie hatte ihre Zeit, sie kriegt lange schon konzeptionell nur noch wenig auf die Reihe, an praktischer Alltagspolitik ebenso wenig Vorzeigbares. Sollte die SPD aufhören – von mir aus. Ich werde darüber nicht weinen!

  21. Der Trost zum Donnerstag:

    „Wer mächtig ist, muß nicht unbedingt Verstand besitzen. Wer ohnmächtig ist, muß noch lange nicht ohne Verstand sein.“

  22. Ein Mangel an Analysen herrscht wohl eher nicht. Nicht an den „neutralen“ und schon garnicht an den „tendenziösen“die man sich eigentlich sparen kann, weil schon vorher klar ist, was rauskommt.
    Das Problem ist das ZER-REDEN!
    Das zerreden durch Klientel-Politiker die das GANZE vergessen,
    lieber ihre „Kundschaft“ bedienen. Die tatsächlichen dahinter stehenden SACHFRAGEN werden dabei weitgehend ignoriert.
    Priorität hat praktisch IMMER der ideologische Aspekt.

    @ HPKHN,
    ohne die Schrift zu kennen behaupte ich mal frech, dass Y sie auch nicht kennt, sich einfach viel zu weit von S. entfernt hat. Wenn die SPD tatsächlich sich S. Gedankengut wieder zu eigen machen WÜRDE, hätten wir ja eine wählbare Partei.

  23. Mit den technischen und wissenssspezifischen Möglichkeiten in einer
    modernen Demokratie, könnte auch die SPD, ihre derzeitigen Probleme überwinden, jedoch althergebrachtes Machterhaltungs-
    Kalkül und der EInfluss pareiübergreifender Interessengruppen,
    verhindern die dringend notwendige Systemanalyse und dringend erforderliche, richtungweisende Umkehrmanöver. Die SPD wird noch
    solange von ihrer Restsubstanz leben können, bis auch diese Endreserve aufgebraucht ist und die Übriggebliebenen von den
    bereits lauernden Auffanggesellschaften freudig aufgenommen werden.
    Gruss Zamir

  24. @Eysel: Ich dachte, angeregt duch den zweiten Satz, an Kurt Schumacher`s Dissertation“ Der Kampf um den Staatsgedanken in der deutschen Sozialdemokratie“ Ist aber 82 Jahre her. Ob Frau Y. diese Schrift kennt? VIELLEICHT

  25. Wo bitte sind noch GRUNDSÄTZE ???
    In WELCHER Partei???
    Hab ich etwa eine übersehen?
    Wenn man ganau hinschaut und viel Glück hat,
    kann man VIELLEICHT noch eine „Tendenz“ erahnen.

    Wer sagte das ?
    Prognosen sind schwierig,
    speziell, wenn es um die Zukunft geht.
    Ich möchte ganz unverbiestert und unpessimistisch hinzufügen:
    „… speziell, wenn es um diese Politik geht.“

  26. Sehr geehrter Herr Tichy,
    Ihre Betrachtung in Ehren, auch mein Respekt vor den Lesermeinungen, aber die Antwort lautet: Nein!
    Was soll ich mit einer Partei, die des opportunistischen, kurzfristigen Erfolges wegen ihre Grundsätze vergisst und deren Vorsitzender in einer Art „Glauben an Grundsatzprogrammromantik nach Pfälzer Art“ Die Lehren aus dem Handeln eines Herbert Wehner ignoriert.