Reiche und Nackte

Gregor Gysi ist ja nicht mein politischer Freund. Aber mit seinem koboldhaften Witz trifft er manchmal ins Schwarze. Etwa mit seiner Analyse, dass es immer die Mittelschicht ist, die für die Politik bezahlt. Denn die Reichen, so Gysi, hauen notfalls ab, wenn die Steuern zu hoch sind, weshalb man bei ihnen nichts holen kann. Und die Armen, die haben ohnehin nichts. Den Nackten kann nicht mal ein Sozialist in die Taschen greifen.

Für die Großzügigkeit der Politik zahlen also die, die weder nackt sind noch besonders reich. Diese bedauerliche Gruppe nennt man meistens Mittelschicht. Zu ihr gehören Menschen, die Berufen nachgehen, ihre Familien durchbringen und für die Kinder eine bessere Zukunft wollen, weswegen sie sich auch um Bildung kümmern, vom Sportverein bis zur Universität. Es sind die, die – angefangen beim Kindergarten – immer die höchste Beitragsstufe zahlen und bei denen steigende Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung voll durchschlagen. Früher stand diese Gruppe im Mittelpunkt der Politik. Gerhard Schröder führte einen Wahlkampf um die „neue Mitte“; Angela Merkel steht und stand sowieso immer schon in der Mitte.

Nur neuerdings, in der fatalen großen Koalition, haben beide Parteien die Mitte aus den Augen verloren. Das gigantische Steuererhöhungsprogramm dieser Regierung hat dazu geführt, dass der allmählich auslaufende Konjunkturaufschwung in der Mitte jedenfalls kaum angekommen ist. Die Konjunkturgelehrten mögen sich streiten, ob von jedem zusätzlich verdienten Euro 88 Cent oder nur 75 Cent in die Staatskasse gewandert sind. In beiden Fällen ist das Ergebnis: Die den Wohlstand erarbeiten, gehen leer aus.

Die SPD unter Kurt Beck hat Gysis Gesetz noch nicht gelernt. Sie versucht ständig, die Reichen abzukassieren, mit einer speziellen Reichensteuer und neuerdings mit der Begrenzung von Vorstandsbezügen. Ansonsten verteilt die SPD gerne Wohltaten zu- lasten der Mittelschicht – für die vielen Armen, die sich schon irgendwo finden.

Nicht besser ist die Union. Gerade hat sie die Rentner noch bessergestellt. Für Steuersenkungen aber sei kein Geld da, hieß es noch am Montag. 24 Stunden später drehte Merkel bei, lobte die CSU-Steuersenkungspläne – doch konkret wurde sie nicht.

Wer uns vorrechnet, dass die Steuern nicht sinken können, ist Finanzminister Peer Steinbrück. Er ist ein Finanzminister im Glück. Seine Steuerquellen sprudeln, der Fiskus nahm zwischen 2004 und 2007 zusätzliche 91 Milliarden ein. Trotzdem: Einen ausgeglichenen Haushalt verspricht er erst ab 2011. Auch dieses ferne, selbst gesteckte Ziel wird er nicht erreichen. Denn mittlerweile flaut die Konjunktur ab, und die vielen tollen Ausgabenprogramme der Regierung fressen neue Riesenlöcher in seinen Wackel-Etat. Steinbrück hat seine Chance gehabt – und verspielt.

Nun also lehnt dieser finanzpolitische Bock mit dem sardonischen Grinsen des selbst ernannten Gärtners Steuersenkungen ab. Kein Geld!

Die Wahrheit ist: Sie haben es längst ausgegeben. Schlimmer noch: Sie haben, siehe Rentenerhöhung, auch das schon ausgegeben, das sie noch gar nicht haben.

Was ist zu tun? Die Antwort klingt paradox. Gerade deswegen brauchen wir schnellstmögliche Steuersenkungen. Damit diese Regierung gar nicht erst in den Genuss von Steuermitteln kommt, die sie ohnehin nur verschludert und verschleudert. Die Steuern müssen dahin zurück, wo sie herkommen. In die Mitte.

Übrigens wissen wir seit Langem, dass dann sogar die Steuereinnahmen wieder steigen. Weil die in der Mitte sogar gerne arbeiten, wenn man ihnen wenigstens die Hälfte lässt. So bescheiden sind wir schon geworden. Wir in der Mitte, die immer zahlen.

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Alle Kommentare [41]

  1. Ich finde die Entwicklung auch sehr beunruhigend und habe mich entschlossen etwas dagegen zu unternehmen.
    Es ist nicht nur eine Internetseite (www.mittelschicht.com) mit einem dazugehörigen Forum, es steckt auch eine Idee dahinter, die es ermöglicht außerhalb der Parlamente wieder Einfluss zu gewinnen.
    Von \“nur mal vorbeischauen\“ bis \“aktiv mitmachen\“ wird alles geboten.

    Übrigens – ohne Rechts oder Links !

  2. Die Behauptung, die so geschimpfte Mittelschicht würde ausgebeutet werden, kann ich leider nicht nachvollziehen. Schließlich befinden der WiWo-eigenen Studie nach 54,1% der Deutschen Bürger in der Mittelschicht. Diese 54,1% tragen 51% der Sozialversicherungsbeiträge – dagegen ist nichts einzuwenden.

    Dass diese Mittelschicht nun langsam wegbricht, ist ein volkswirtschaftlich ganz natürlicher Prozess – schließlich ist eine Gleichverteilung absolut illusorisch und kann auch durch staatliche Umverteilung nicht aufgehalten werden. Vielmehr müsste der Werteverfall der Deutschen Bildungsabschlüsse aufgehalten werden, um auch Absolventen niedrigerer Abschlüsse reelle Arbeitschancen zu bieten.

  3. …der „Mittelstandsmotor“ muss eben wieder angeschmissen werden.
    Wir werden sonst totgemolken.
    Die Aussage in dem Gespräch auf N24 von einem Minister der SPD „…wir brauchen das Geld“ fand ich einen echten Hammer. Das ist also die Berechtigung uns ohne Rüchsicht auszunehmen?? WIR brauchen unser Geld genauso, ihr lieben Politiker.
    Wie sehr die Kluft der Gesellschaftsschichten immer mehr auseinander klafft zeigt die Begründung des Koalition die Diätenerhöhung zu stoppen: „…nicht vermittelbar“. Echt toll! Wie wäre es denn einmal mit etwas Solidarität? Kann man nicht sagen: „Wir alle müssen sparen und haben uns daher dazu entschlossen….“
    Aber es scheint so, als ob sich auch die Politiker wie Pipi Langstrumpf verhalten: „Machen uns die Welt… wie sie uns gefällt“.

    Dann ist die Gefahr groß, dass eines Tages wieder ein charismatischer Redner die Massen begeistert und für drastische Änderungen sorgt.
    Bleibt nur die Hoffnung, dass dieser aus der richtigen Reihe kommt….

  4. Ich verstehe die Menschern in diesem Land nicht. Alle schimpfen in Ihren vier Wänden über Politik und Steuern über die Abzocker Politik und trotzdem Wählt man Sie (die beiden großen Parteien) immer wieder. In anderen Ländern sind die Menschen nicht so Blöd wie die Deutschen. Dort gehen Sie zu tausende auf die Strassen und sagen es laut was Sie von den Politikern halten. Nur die Deutschen halten Ruhig und glauben einer Politikerin die vor der Wahl sagt sie wolle Deutschland dienen oder Sie wolle eine ehrliche Wahl. Da kommt mir das Kotztn. Wo dient sie denn Deutschland? Sie ist nur noch im Ausland kümmert sich nur um andere verspricht den anderen unser hart erarbeitetes Geld und das Deutsche Volk soll Zahlen und langsam vor die Hunde gehen.

  5. Es wäre doch eigentlich ganz einfach, alles zu ändern, man müsste nur mal wieder zusammhalten.
    1. die momentanen looser alle in den wind schießen, einfach entlassen, schließlich sind es unsere angestellten, inkl. merkel.
    2. die nächsten die man wählt, müsste man mit verträgen ausstatten, die jede nicht eingehaltene abmachung eine sofortige kündigung bewirkt.
    schaut doch, was die mit unserem sauer verdienten geld machen, beispiel:
    es stellte sich damals heraus, dass kohl korrupt war u.v.m..trotzdem erhält er ein heidengeld mtl.- unser geld. nun heiratet er, da er ja sowieso bald ins jenseits muss, schnell mal so eine tussi, damit seine rente, also unsere kohle, mindestens noch 40 jahre (und das ist nicht wenig, was kohl kriegt) an diese frau geht, damit seinem gierigen herzen ja nichts verloren geht. ist das nicht traurig. mit diesem monatlichen zahlungen an diese frau, könnte man locker einen ganzen stadtbezirk ernähren. soooo traurig

  6. Hallo Herr Neumann,

    in der Tat gibt es sowas wie einen Gesellschaftsvertrag, ebenso wie einen Generationenvertrag. Ich habe überhaupt nichts dagegen das die jetzigen Rentner aus meinen Rentenbeiträgen ihre Rente beziehen, schließlich haben unsere heutigen Rentner unseren, und wie Sie so schön erwähnten, auch meinen Wohlstand erst ermöglicht. Der Fairness halber würde ich aber auch gerne sicher sein können das die mir nachfolgende Generation für meine Rente sorgt. Leider erklären mir Riester und Kollegen das ich doch den maximalen Beitragssatz für die Rente zahlen darf aber wahrscheinlich so gut wie nix bekommen werde, längere Lebensarbeitszeit, dazu noch in nicht unerheblicher Höhe privat Vorsorge treffen soll, sowie die daraus resultierenden Einkünfte wiederrum versteuern möge. Von Zinssteuern meines hart Erspartem nicht zu Reden. Ähnliches beim Gesellschaftsvertrag. Wenn ich mit diesem Wissen morgens beim Rasieren in den Spiegel schaue kommt es mir immer häufiger vor als trüge ich eine Narrenkappe. Und mal Hand auf´s Herz, wer engagiert sich noch für eine Institution von der man sich schlicht belogen und betrogen fühlt? Da schlage ich doch lieber da meine Zelte auf wo Leistung sich noch lohnt.

  7. Beide Seiten der Diskussion kann ich nachvollziehen. Ich bin 58 Jahre alt und stolz auf Vieles, was dieses Land hervorgebracht hat. Vor einiger Zeit sagte ein Freund: Wenn Du damals ( mit 30 blieb ich einer Ehefrau wegen, von der ich längst geschieden bin ) ins Ausland gegangen wärst, da wär „richtig was“ aus dir geworden. Du bist kein Mensch für das „Klima“ hier.

  8. @Günther und IBeJustme:
    Schön, dass Sie die Ausbildung und die Möglichkeit haben, ins Ausland zu gehen. Schade, dass in Ihrer Heimat nicht mehr sehen als den Ort, an dem Sie Steuern zahlen.

    Es geht mir eigentlich gegen den Strich, in dieser Diskussion ein System verteidigen zu müssen, an dem es tatsächlich einiges zu verbessern gibt. Aber das \“Ich gehe wegen der Steuern ins Ausland\“-Argument geht mir noch mehr auf den Keks.

    Ich finde, es gibt einen Gesellschaftsvertrag, der aus Rechten und aus Pflichten besteht. Die Tatsache, dass Sie als gut ausgebildeter Leistungsträger ohne weiteres in Ausland gehen können, verdanken Sie unter anderem der Tatsache, dass Sie als Kind von einem Gesundheitssystem profitiert haben, das die Allgemeinheit bezahlt hat. Sie waren auf Schulen und Universitäten, die die Allgemeinheit bezahlt hat. Sie sind nicht an vergiftetem Grundwasser gestorben, das sie aus einem weit entfernten Brunnen holen mussten und mussten mit 12 Jahren nicht als Hilfskraft in eine Fabrik, damit Ihre Großeltern nicht verhungern.

    Kurz: Die Gesellschaft hat in Sie investiert. Sie haben die Chance — im Gegensatz zu anderen — genutzt. Bravo! Aber Ihre Steuern sind nichts anderes als die Rendite des gesellschaftlichen Investments. Wenn Sie nur wegen der Steuern gehen, nehmen Sie der Gemeinschaft die Chance, in andere Kinder zu investieren wie sie es bei Ihnen getan hat.

    Ich kenne natürlich nicht Ihren persönlichen Lebenslauf und Ihre Lebensumstände. Daher ist das eine grobe Vereinfachung. Das das Prinzip stimmt: Wenn alle nur ihre Rechte in Anspruch nehmen und sich vor den Pflichten drücken, geht jede Gemeinschaft vor die Hunde.

    Die Kehrseite der Medaille finden wir übrigens in der Diskussion um die \“Gefühlte Armut\“.
    http://blog.wiwo.de/chefsache/2008/05/03/gefuhlte-armut/

    Dort echauffieren sich die Vertreter derjenigen, die ihre Chancen — warum auch immer — nicht genutzt haben und tun so, als gäbe es ein gottgewolltes Gesetz, dass der Staat immer genug Geld hat, um jedem Bürger ein sorgloses Leben zu garantieren. Es muss ja nur jemand kommen und Geld oder Jobs vom Himmel werfen. Auch dort lese ich kein Wort davon, dass jemand von den Transferleistungen irgendwelche Pflichten ableitet. Es ist immer nur von Rechten und Benachteiligung die Rede (ja, auch das ist vereinfacht, aber …).

    Die Lasten trägt dann in der Tat die ominöse Mittelschicht, die sich nicht vor den Pflichten drückt. Unfair ist, dass sie deshalb auch immer mehr Pflichten aufgedrückt bekommt. Das Ergebnis sehen wir jetzt: Wer bei einer Tube immer nur auf die Mitte drückt, drückt den Inhalt in die Ränder.

  9. Welch begrüßenswerten Vorschlag einer Entlastung von insgesamt 28 Milliarden Euro für die Mittelschicht und Familien konnten wir vor kurzem den Medien entnehmen. Doch wie befürchtet hagelte es umgehend von allen Seiten an Kritik. In einem linksregierten Land, wo ich neben Kurt Beck auch unsere Bundeskanzlerin einschließe, und einem zunehmenden Bevölkerungsanteil der sozialistische Prinzipien befürwortet, gibt es leider für derartige Vorschläge keine Mehrheiten mehr. Vielmehr lässt sich Stimmenfang bei genau den Leuten machen, welche das System nicht tragen, nämlich bei den Hartz-IV-Empfängern mit einer Verlängerung der Bezugsdauer oder bei den Rentnern mit einer Rentenerhöhung. Der CSU-Entlastungsvorschlag gewänne auch nur an Glaubwürdigkeit wenn die notwendigen und durchaus möglichen Einsparpotentiale des Staates einhergehend erläutert werden. Immerhin sind 28 Milliarden Euro rund 10 Prozent des derzeitigen Bundeshaushalts, selbst wenn sich die Entlastungen auf mehrere Jahre beziehen. Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass der Vorschlag schon in naher Zukunft in den Ablageordnern der CSU landen wird und zog bereits vor Bekanntgabe der „mehr Netto vom Brutto“-Idee meine Konsequenzen. So werde ich mich im November dieses Jahres, wie auch 160.000 Deutsche im Jahr 2007, aus Deutschland verabschieden und mein Zelt in der Schweiz aufschlagen. Sicherlich erwartet mich auch bei den Eidgenossen kein Leben auf dem Ponyhof, doch dort sind zumindest die steuerlichen Rahmenbedingungen „leistungsfreundlich“. Bei einem deutlich höheren Einkommen als bei einer vergleichbaren Tätigkeit in Deutschland und einer geringeren Steuerbelastung von rund 5.000 Euro jährlich, geschweige denn den niedrigeren Sozialabgaben, hat bei mir jegliches Solidaritätsgefühl seine Grenzen. Daneben verstehe ich bis heute noch nicht die Rechtfertigung der Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer. Man darf sich gar nicht ausrechnen wie der Fiskus die Leistungsträger von der Wertschöpfung (Einkommensteuer), über die Ersparnisse (Kapitalertragsteuer/zukünftig Abgeltungssteuer), anschließendem Vermögensübergang (Erbschafts-/Schenkungssteuer) bis hin zum Konsum (Mehrwertsteuer) schröpft. Ja, früher waren es die Becker’s und Schumacher’s, heute sind es die qualifizierten Akademiker und gefragten Facharbeitern die mit ihren Füßen entscheiden.

    Freundliche Grüße
    Günter

  10. Tja, Leistung lohnt sich in diesem unserem Lande, dem Lande der Dichter und Denker, leider nicht mehr, im Gegenteil. Ich persönlich ziehe es vor in naher Zukunft im Ausland zu Dichten und zu Denken.
    In so ca. 25 bis 30 Jährchen werde ich dann unserer neuen Linken mit einem sardonischen Grinsen beim Umverteilen von Nichts zusehen.

  11. Sehr geehrter Herr Tichy,
    sie haben viele Kommentare der Abonnenten Ihrer Zeitschrift zu lesen, deshalb will ich Ihnen nur kurz mitteilen, dass ich mich jeden Samstag bzw. Montag auf die Wirtschaftswoche freue, ganz besonders auf Ihren immer treffenden Leitartikel.
    Wenn nur endlich mal die von uns gewählten Verantwortlichen Ihre Wahrheiten „bearbeiten“ würden.
    Weiterhin frohes Schaffen!
    Es grüßt Sie und Ihr Team
    Heidrun Dehnert

  12. Sehr geehrter Herr Tichy,

    vielen Dank für Ihren gelungenen Kommentar. Es ist schön zu lesen, dass endlich ein namenhafter Journalist die Inkompetenz des deutschen Finanzministers offen benennt, der zu unrecht oft als eiserner Gralshütter der Bundesfinanzen gefeiert wird. Auch Ihre offenkundige Zugehörigkeit zu der leider nur kleinen Schar von Pressevertretern, die mittelstandsentlastende Steuersenkungen fordern, ist mehr als erfreulich.

    Mit Ihrer Art zu schreiben treten Sie in den meisten Fällen beileibe nicht als Sympathieträger auf. Auch ich habe mich, vor allen Dingen während Ihrer Zeit als Chefredakteur des Handelsblatt, über den einen oder anderen Kommentar geärgert. Hierfür jedoch, und auch für die Kommentare der letzten Ausgaben der WiWo, vielen Dank!

  13. Ob Kölsch, ob alt
    das lässt mich kalt
    nur eins, das macht mich heiß
    Ro Tichy kriegt den Ludwig-Erhard-Preis!
    ein gratulor zu dieser crown
    und weiter so in Tichy-Town…

  14. Den Ärger mit dem Kölsch auf der Kö kann man ja noch mit „Lokalkolorit“ erklären … Mitte der 90er hielt ich bei der Friedrich Naumann Stiftung einen kleinen Vortrag zum Thema „Gesinnungsterror in dieser Demokratie?“. Ich begann mit der (selbst getesteten) Story: In einer deutschen Kneipe vertrete ich ernsthaft die Meinung:“Atomkraft find ich gut.“ Was geschieht wohl? Damals erntete ich mit meiner Warnung vor aufkommendem Gesinnungsterror als Bedrohung für die Gesellschft weitgehend Unverständnis. Heute darf man zwar DIESE Meinung langsam wieder vertreten, aber man „darf“ eine UNMEGE anderer Meinungen einfach nicht äussern, ohne – coram publico – schlimm ( primitiv )beschimpft zu werden, ins Abseits gedrängt, diffamiert zu werden: Wirklich Arme gibt es nur ganz wenige. Dies ist eine Neidgesellschaft. Hohe Einkommen für Leistungsträger sind gerechtfertigt. Autobahn ist eine tolle Sache.
    Kaltstellung ist die mindeste! Konsequenz. Inquisitionsartige Hexenjagd auf öffentliche Vertreter dieser Meinungen hat längst begonnen. Wohin entwickelt sich diese Diktatur der „political correctness“ NOCH ? ? ?

  15. …..eine kleine Anmerkung: Es wird häufig übersehen, dass wir in Deutschland heute schon aber einem Jahreseinkommen plus/minus 60.000 Euro zu den Spitzensteuerzahlern gehören.
    60.000 ist ja schön, aber sicherlich nicht „reich“.
    Das ist das Fatale an der rot-grünen Steuerreform: Man hat zwar kurzfristig Geld zurückgegeben – aber den Tarif zu steil konstruiert, dass jede geringe Trafilohnerhöhung oder Einkommenssteigerung oder auch nur Inflationsausgleich sofort zu einer extrem schnellen Steigerung des Steuersatzes führt. Das erklärt auch den augenblicklichen Ärger der Bevölkerung: Viele werden jetzt um ihre Einkommenssteigerung betrogen.
    Für mich ist erstaunlich, dass die SPD darauf mit der Ankündigung reagiert, mal wolle jetzt bei den „Reichen“ zulangen.

    Und eine Anmerkung zur Tichy-Town. Wunderbar. Nur als ich kürzlich auf der Kö ein Kölsch bestellte wurde ich fast verprügelt. Dort ist Alt das Pflichtgetränk.

    Erfreulich, dass allen diesen Differenzen zum Trotz jetzt wohl die Union doch auf Steuersenkungskurs geht. Sehr spät, aber immerhin.

    Pfingstgrüße an Alt- und Kölsch-Trinken, die sich das noch leisten können.

    Ihr Roland Tichy

  16. Darum zahle ich in Deutschland keine Steuern weil mir der Herr Steinbrück,Beck und Konsorten viel zu blöd sind…..Recht hat der Herr Tichy, aber wenn der Spitzensteuersatz bei einem EK von etwa 44000 brutto anfängt nennt man das Abzocke des Staates.Konsumsteuern will ich gar nicht aufzählen.
    Schöne Grüsse aus Österreich,…
    wo der Sprit noch 1,2€ kostet, keine Steuern auf Spekulationsgewinne, ok,1% mehr Mwst. aber der Konsum bleibt jedem selbst überlassen.
    MFG,ein deutscher Auswanderer…

  17. Unser Land leidet am kollektiven ADS, in Deutschland bekommt nur „Zuwendung“ wer sich Arm oder als Randgruppe definiert.

    Unser Finanzminister hat seit seiner frei erfunden „strukturellen Unterfinanzierung“ des Bundeshaushaltes, die eine Steuererhöhungsarie ohne Vergleich ausgelöst hat, für mich jede Glaubwürdigkeit verloren. Spätestens seit seiner Bekenntnis zum ausgeglichenen Aushalt irgendwann nach Ende seiner Amtszeit sollte man die Bilder in den Lexika Einträgen zu Baron Münchhausen durch seines ersetzen.

    Die Kilometerpauschale wieder einzuführen ist ja auch sinnvoll, sonst wird diese Steuersenkung noch dem Verfassungsgericht zugeschrieben das wäre ja fatal.

  18. Endlich sprichts mal einer deutlich und mit Überblick an. Ja, zu 50% Abgaben real! Das wäre doch ein schönes Wahlkampfplakat für 2009! Bitte gehen Sie durch alle Talkshows dieses Landes und erklären Sie’s denen die leider zu wenig Zeitung lesen. Vielleicht kommen unsere Politiker dadurch mal auf bessere Gedanken und wir eine echte Möglichkeit zur Wahl richtig zu entscheiden. Danke

  19. Passt! Ein hervorragender Artikel. Von der WIWO wird man mit sowas ja nicht gerade verwöhnt. Leider kommt er viel zu spät.
    Was die in Berlin dich erlauben, stinkt zum Himmel. Dumm daran ist
    nur, dass der Bürger 4 Jahre warten muß bis er sich wehren kann.
    Frage an Eysel. Sind sie besoffen oder haben sie das berühmte Keramiksyndrom ( Sprung in der Schüssel ) ?

  20. @Stiemus,
    da kann ich nur zustimmen.
    Erst „schafft“ man sich eine leicht mit „Brot + Spielen“ zu beeinflussende Klientel, schafft entsprechende „Lager“, dann „hetzt“ man sie zum Klassenkampf auf. (Kommt mir irgendwie aus der Historie bekannt vor.) Erstaunlicherweise waren es die Parteien der bürgerlichen Mitte, die diese Polarisierung, in Arm und Reich zuwege gebracht haben, Robin Hood`sche Phantastereien nähren. Was zur Vollständigkeit des Systems noch fehlt ist eigentlich nur noch die Gleichsetzung von „Reich“ mit Nationalsozialismus. ( Und eigentlich ist ja schon jeder „reich“, der nicht von Hartz IV lebt ) Ein Beispiel, wie unendlich leicht solch eine abstruse Verknüpfung medial möglich ist, bekamen wir schon bei Kerner ( Eva Herrmann ) vorexerziert. Folgenlos für den nur so genannten Moderator; die Geschädigte musste ins „Exil“.

  21. Tichy-Town im Herzen Europas zu Zeiten der Globalisierung

    Also: Tichy-Town (oder Schildau, Kresi Torgau, ehemals Provinz Sachsen) war eine Kleinstadt mit Feldern, Gärten und Allmendewiesen vor den Ringmauern, mit Schweinen auf dem Marktplatz und Ackergäulen in den Ställen. Und die Bürger waren fleißig, tüchtig, erfahren, beherzt, gescheit und überaus eloquent. Wenn man anderswo nicht recht weiterwusste, schickte man einen Boten nach Tichy-Town, dass er guten Rat einhole. Schließlich kamen sogar Abgesandte aus fernen Königreichen, brachten fürstliche Geschenke und baten, Tichy-Town möge ihren Monarchen den ein oder anderen klugen Mann als ständigen Ratgeber schicken. So verließen im laufe der Zeit immer mehr Bürger von Tichy-Town ijre Vatersadt, erwarben sich im Ausland beim Mittelstand Ehre und Hochachtung und sandten ab und zu Geld nach Hause.
    Das mochte gut und schön sein, doch Tichy-Town geriet es nicht zum Besten. Denn nun mussten die Frauen dei Felder bestellen, das Vieh und das Federvieh schlachten, den Marktplatz pflastern, die Pferde beschlagen, dei Katastersteuern festsetzen, die Ernet verkaufen, auf die Hälfte der Einnahmen Steuern zahlen auf die andere Hälfte Brutto für Netto vereinnahmen, dei Kinder lesen und rechnen lehren – kurz, es war zuviel. Deshalb ging es mit Tichy-Town bergab. Die Felder verrotteten. Das Vieh verkam. Der Gemeinde-Etat war zerrüttet. Die Kinder wurden frech und dumm. Und die Frauen wurden vor lauter Sorgen, Tränen und Gezänk hässlich. Das hatte Gott Tichy so nicht gewollt, als er Klugheit predigte. Schließlich schrieben Tichy-Towns Faruen den Männern einen Brief, dass und warum es so nicht weitergehe, und sie sollten sich schleunigst heimscheren.
    Da erschraken die Auslandsschildbürger, packten die Koffer, verabschiedeten sich von den tiefbetrübten Kurfürsten und Königen und deren mittelständischen Hofschranzen und fuhren mit der Extrapost nach Hause. Hier schlugen sie erst einmal die Hände über dem Kopf zusammen. Dann krempelten sie die Hemndsärmel hoch und begannen vor ihrer eigenen Tür zu kehren, etwas was sie lange nicht mehr getan hatten, was aber außerordentlich wirkungsvoll war und schnell die Dinge wieder in die richtige Richtung brachte. Kehren vor der eigenen Tür!
    Ein paar Tage später trafen sich alle im \\\\\\\“Roten Ochsen\\\\\\\“ auf der Kö beim Kölsch und klagten einander ihr Leid. Vorm Gasthof standen schon wieder fünf Gesandte aus fernen Ländern mit dringenden Gesuchen. \\\\\\\“Schickt sie weg!\\\\\\\“ rief der Ochsenwirt um seinen Umsatz fürchtend. \\\\\\\“Diesmal können wir unseren guten Rat selber brauchen. Wir kehren vor unseren eigenen Tür.\\\\\\\“ Und dan überlegten sie, was zu tun sei.
    Man konnte, da Diplomatie zur Klugheit gehört und Klugheit schließlich das oberste Gebot des Göttervaters Tichy war, ehrenhafte Anträge fremder Potentaten nichr rundheraus ablehnen, das war klar. Andrerseits musste man Tichy-Town retten, Tichy-town, einst die Hochburg des steuerzahlenden Mittelstandes, war ja schließlich nicht irgendweine Stadt, so wie Düsseldorf, Magdeburg oder Chemnitz; außerdem ist ja jedem – auch und insbesondere in Tichy-Town, das Hemd näher als der Rock. Beim sechsten Glase Kölsch wischte sich der Schweinehirt, der in Mantua zehn Jahre lang Geheimrat gewesen war, und darüber zum erweiterten Führungskreis der Cosa Nostra aufgestiegen war, den Schnauzbart und erklärte mit leicht italienischen Zungenschlag: \\\\\\\“Die Klugheit war unser Verderb. Nur die Dummheit kann uns retten. Und sie wird es tun. Drum wollen wir uns künftig dumm stellen. Es wird nicht ganz leicht sein. Aber wer könnte es besser und naturgetreuer als so gescheite Leute wie wir?\\\\\\\“
    Der Antrag wurde einstimmig angenommen und als 24 Stunden später auch von Göttervater Tichy kein Veto zu vernehmen war, begann man mit dem Bau eines dreieckigen Rathauses, das in die Geschichte eingegangen ist, weil man die Fenster \\\\\\\“vergaß\\\\\\\“. Durch diesen Trick und anderen Streiche erlangten die Schildbürger von Tichy-Town eine nagelneue von ihrer früheren grundverschiedene Berühmheit. Mna holte sie fürderhin nie mehr ins Ausland, doch man kam nach Tichy-town. Der Fremdenverkahr blühte. Die Devisen flossen. Die Handelsbilanz wurd aktiv. Steuern brauchten keine mehr erhoben zu werden. Tichy-Town war gerettet. Und ihren Spaß hatten die Bewohner obendrein. So und nicht anders ist es gewesen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann wirken sie noch heute, die Tichy-Towner und ihre Frauen.

    Frdl. Grüße und schöne Pfingsten an alle Mitglieder der Tichy-Town.Blog.Gemeinde ganz besonders an Göttervater Tichy.
    Ihr
    Raimund J. Köhnen

  22. Wenn ich die „fiskalischen Neid- und Gräbenkämpfe“ dieser Diskusionsrunde richtig interpretiere, dann kann ich konstertieren, das das „Volk“ schon restlos „verblödet“ ist., und der allmächtige „Abzocker- und Umverteilungsstaat“ auf breiter Front siegreich war. Der deutsche Staat kassiert durchschnittlich 70% der Einkommen seiner Bürger durch Abgaben, direkte und indirekte Steuern. Unter ein bisschen mehr bei der Mehrwert- oder Mineralölsteuer, oben ein bisschen mehr bei der Einkommens- und Reichensteuer. Politiker lenken von diesem System dadurch ab, dass sie die eine gesellschaftliche Gruppe gegen die andere in Stellung bringen. Ein erfolgreiches System, wie man an den Beiträgen erkennen kann.

  23. @Gefühl und Andreas Müller
    Mag ja sein, dass die Wiwo nicht gegen die von Ihnen vorgebrachten Erleichterungen aufbegehrt hat. Warum sollte sie auch? Das BVG hat die Vermögenssteuer gestoppt, der Spitzensteuersatz wird heute bereits in Mittelschichtseinkommen fällig, ebenso die Erbschaftssteuer. Insofern kann ich nur sagen, dass jede Steuer, die gesenkt oder abgeschafft wird, dem Mittelstand zugute kommt….da sie andernfalls unausweichlich aufgrund der chronischen Finanzierungslücken unseres Umverteilungsstaates eher früher als später dem gesamten Mittelstand zur Finanzierung der Untätigen und Prekariatselite dieses Landes auf´s Auge gedrückt werden.
    Letztlich ist es genau diese Geisteshaltung, die die Mittelschicht belastet. Ein leuchtendes Beispiel aus dieser Woche: plötzlich soll die steuerliche Absetzbarkeit von Schulgebühren für Privatschulen auch in Deutschland beendet werden….die Begründung sagt alles über die Qualität unserer politischen Elite im Finanzministerium aus: es sei nicht zumutbar, dass Gebühren für englische Eliteschulen in Deutschland steuermindernd angerechnet werden!
    Wenn alles, was vom kleinsten gemeinsamen Nenner nach oben abweicht als blanker Luxus dargestellt wird, wird es Zeit auszuwandern….

  24. @von Gefühl
    Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Wirtschaftswoche in den letzten Jahren bei der Abschaffung der Vermögenssteuer, Senkung des Spitzensteuersatzes, einer lächerliche Erbschaftssteuer, hohe Entlastungen im Unternehmenssteuerbereich, jemals zu Gunsten der Mitte aufbegehrt hat: Stopp, wer zahlt das alles? Oder wer trägt unser Staatswesen die Reichen und die Mitte oder nur die Mitte, die zudem durch durch Jobabbau und daraus resultierend zunehmend prekären Arbeitsverhältnissen immer mehr zerbröselt, und das alles unter dem Applaus der Wirtschaftswoche. Bei der Finanzierung der deutschen Einheit über die Sozialsysteme – das Geld fehlt da nämlich jetzt – habe ich auch keinen Aufschrei Ihrerseits gehört.

  25. Schon wieder zuviel Gefühl. Um im Bild zu bleiben: Roland Tichy steht mit herunter gelassenen Hosen vor seinem Publikum. Denn warum ist die Mittelschicht in den letzten Jahren so belastet worden? Nicht wegen der Kürzungen im Sozialetat … . Sondern weil die Steuer- und Abgabenpolitik systematisch zugunsten der hohen Einkommensgruppen und der Vermögenseinkommen verändert worden ist. Abschaffung der Vermögenssteuer, Senkung des Spitzensteuersatzes, eine lächerliche Erbschaftssteuer, hohe Entlastungen im Unternehmenssteuerbereich. Was war außer Konsolidierung des Bundeshaushalts, die hat es übrigens gegeben, die neue Politik? Finanzierung der deutschen Einheit über die Sozialversicherungen, Umsteuerung des Steuersystems zugunsten der indirekten Steuern (fast 10 %!), Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen durch Abgaben – und nicht Steuern. Wen trifft das? Genau die Mittelschicht, deren Interessen Sie vermeintlich vertreten … . Die hat darüber hinaus das Problem, dass sich die Verteilungsrelationen zwischen Arbeitseinkommen und Rentiers (nicht Rentner!) Einkommen zugunsten der Letzteren verändert haben. Die Reallohnverluste in den letzten zehn Jahren im Medianbereich der Einkommensbezieher sprechen ja Bände.

    Conclusio: Manche sind nackt, nicht immer schön, aber herunter gelassene Hosen auch nur selten ein ästhetischer Anblick.

    Gleichwohl – Schöne Pfingsten. Mit zugeknöpften Hosen, trotz des guten Wetters …

  26. Vielerorts beschwert man sich, Aufstieg sei unmöglich geworden.
    Ich kann das nicht sehen. Ich sehe nur, dass der ANREIZ zum Aufstieg geringer geworden ist, ganz einfach, weil er zur „Falle“ geworden ist: Einmal steuerlich, zweitens ansehensmässig. Wer etwas verdient, der wird „geschnitten“, wer sich bildet, der wird als „Elite“ schon regelrecht geächtet. Ausserdem wird „unten“ das Bett ( Transferleistungen) immer bequemer ausgestattet. Ich komme mir nur noch „verarscht“ vor, wenn ich zur Arbeit gehe und stadtbekannte Bezieher von Sozialhilfe im Caffee beim Frühstück sitzen sehe.

  27. Das Thema ist nur eine Facette der Tragödie, die unsere politisch Verantwortlichen aufführen.
    Das ganze ist zu komplex, das solche und andere dringend anstehende Probleme in unserer „reifen“ oder sollte man besser sagen dekadenten Gesellschaft gelöst werden können.
    Die Mehrheitsverhältnisse erlauben keine konsistente Politik, die eine klare Linie erkennen lässt.
    Absolute Persönlichkeiten, die allgemein anerkannt sind und auch Widerstände überwinden können (und auch wollen) sind auf politischer Bühne eine aussterbende Spezies.
    Workaholics aus der Mittelschicht werden weiterhin und in zunehmenden Maße das Weite suchen und dahin gehen, wo sich ihre Arbeit lohnt.
    Ergo der Leidensdruck ist noch nicht groß genug, dass Veränderungen angegangen werden, die die Leistungsträger entlasten.
    Unsere Parlamentarier genehmigen sich lieber eine Diätenerhöhung. Macht den Laden Bundestag kleiner und gebt Fachleuten als Quereinsteigern eine Chance.
    Na ja. Ich träume eben weiter…

  28. „Wenn zwei Nackte einem Dritten die Hose klauen ist das normalerweise Diebstahl….oder aber ein umverteilungswütiger Staat…“ Schönes Bild. Ich würde vielleicht noch ergänzen: Zwei nakte Schreihälse einem still arbeitenden Dritten…

  29. Sicher ist es sinnvoller, die Mitte zu stärken, unglücklicherweise besteht das grösste Wählerpotential in diesem Land mittlerweile bei Rentnern und dem Teil der Bevölkerung, der, ob arbeitend oder nicht, zum hohen Teil auf staatliche Transfers angewiesen ist. Wenn zwei Nackte einem Dritten die Hose klauen ist das normalerweise Diebstahl….oder aber ein umverteilungswütiger Staat, der nicht nach Leistungsgerechtigkeit sondern nach Gleichmacherei strebt, da er den Zusammenhang zwischen Leistung und Wohlstand negiert…

  30. Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Sie sprechen mir aus der Seele. Als typischer Vertreter der Mittelschicht habe ich den Eindruck, dass immer mehr Fürsprecher abhanden kommen und die Politik ihre Schwerpunkte nicht mehr auf diese Klientel setzt.

    Dabei wäre es m.E. sinnvoll die Mitte zu unterstützen und zu mobilisieren, weil es oft gerade diese Leute sind, die in Schulen, Sportvereinen etc. ideelle und monetäre Unterstützung leisten. Davon profitieren wiederum alle Teilnehmer. Daneben ist die „Mitte“ oft noch in der Lage, einen ordentlich Teil der Altersvorsorge aus eigener Kraft zu organisieren und somit das staatliche System in Teilen zu entlasten.
    Vielleicht fügt es sich ja irgendwann zum Besseren…

  31. „… für die vielen Armen, die sich schon irgendwo finden.“
    Ein Lacher, diese Formulierung, ein trauriger.