Ein Gastbeitrag von Martin Jendrischik, Chefredakteur von Cleanthinking.de
Für Teslas Roadster Sport 2.5 gibt es eigentlich nur ein einziges, dafür ziemlich gewichtiges Vernunftargument: Er fährt emissionsfrei - mit Strom aus der Steckdose. Dagegen spricht: Mit einem Verkaufspreis von 118.000 Euro ist der Tesla nur etwas für wohlhabende Autofans. Als Familienauto taugt der Zweisitzer auch wegen seines minimal dimensionierten Kofferraums nicht. Die aus 6.831 einzelnen Zellen bestehende Lithium-Ionen-Batterie braucht mindestens dreieinhalb Stunden für eine Vollladung. Und der Strom in Deutschland wird zu einem Teil in Kohlekraftwerken erzeugt, was das Umweltargument…
Es ist schon ein Spaß, einen historischen Rennwagen vom Typ Renault Alpine A110 durch die Serpentinen der schweizer Alpen zu jagen. So manch Manager gönnte sich und seinen engsten Kollegen in der Vergangenheit das Erlebnis, dass der frühere Formel-1-Rennfahrer Eric Comas zahlungskräftigen Firmenkunden seit zehn Jahren anbietet.
Tesla Motors ist so etwas wie der Popstar unter den Elektroauto-Pionieren: Die kalifornische Firma ist seit Ende Juni an der Börse notiert, hat mit Daimler und Toyota zwei äußerst namhafte Kooperationspartner gewonnen. Doch in letzter Zeit fällt Tesla vor allem durch Finanzdeals statt echter Auto-Innovationen auf.

Toyotas Hybridmodell Prius soll 2012 in den USA als Elektroauto auf dem Markt kommen
Das Debakel um klemmende Bremspedale hat der japanische Autohersteller Toyota mit einigen Image-Kratzern überstanden. Nun bemüht sich der weltgrößte Autobauer um deutlich positivere Schlagzeilen – und lässt mit einer Ankündigung aufhorchen, die es in sich hat.
Schickes Lotus-Chassis, eine Gründungsstory mit Laptopakku-Mythos und einen Chef, dessen Ruf zumindest im US-Technologiemekka Silicon Valley untadelig ist: Der Elektroauto-Hersteller Tesla Motors verfügt über viele Bausteine für eine erfolgreiche Börsenstory. Immerhin hat der E-Mobil-Pionier Kooperationen mit Daimler und Toyota an Land gezogen. Zig Artikel sind in den letzten Monaten über Tesla erschienen. Zum illustren Kundenkreis der knapp 100.000 Euro teuren Tesla-Vehikel gehören George Clooney und Arnold Schwarzenegger.
Diese Pressekonferenz war Chefsache: Vergangenen Freitag konnten Journalisten im kalifornischen Palo Alto gleich drei Wegbereiter des Elektroauto-Zeitalters auf einmal erleben. Elon Musk, Chef des Elektroauto-Pioniers Tesla, saß da gemeinsam mit Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger und Toyota-Chef Akio Toyoda an einem Tisch. Das ungewöhnliche Dreigespann verkündete einen ebenso ungewöhnlichen Deal: Toyota steigt mit 50 Millionen Dollar bei Tesla ein, wenn Tesla im dritten Quartal 2010 an die Börse geht. Wie groß Toyotas Anteil an Tesla dann sein wird, ist derzeit noch unklar. Der Blog Hybridcars schreibt unter Berufung auf eine Toyota-Sprecherin von einem Zwei-Prozent-Anteil.