Schon das Losfahren ist extrem ungewohnt, da völlig geräuschfrei: Nach dem Ausstecken und Verstauen des Ladekabels im Kofferraum starte ich das kleine tiefschwarze Stromauto in der Tiefgarage unseres Verlagshauses. Einmal Schlüsselumdrehen … doch es ist nichts zu hören. Der stromgetriebene iOn von Peugeot, den mir Kollege Franz Rother zum Test auf Familientauglichkeit ein paar Tage lang überlassen hat, ist derartig leise, dass ich mir nicht sicher bin, ob der Motor wirklich angesprungen ist. Doch nach dem Einlegen des Rückwärtsgangs schnurrt das Wägelchen brav aus der Parklücke. Ich lerne: Auch wenn man ihn nicht hört, ist der Motor an, das Auto fahrbereit: Der grüne Schriftzug “Ready” im Zentraldisplay signalisiert es dem Fahrer.

Vier Tage nach Testbeginn haben sich die anfänglichen Reichweitenängste gelegt. Ich weiß jetzt so einigermaßen, was der Peugeot iOn kann – und was nicht: Das 49 kw (umgerechnet 67 PS) starke Elektromobil ist ein Auto für kurze Strecken, das sich in der Stadt wohl fühlt, hier wunderbar im Verkehr mitschwimmt und weder enge Gassen noch schmale Parktaschen scheut. Im Unterschied zum Fahrrad sitzt man trocken und dank sechs Airbags auch sehr sicher, kann zudem bis zu drei weitere Passagiere mitnehmen und in den kleinen Kofferraum auch noch eine Reisetasche oder den Einkaufskorb packen. Autobahnen und bergige Landstraßen hingegen mag das Elektromobil nicht. Da wird der kleine Peugeot schnell zu einem rollenden Verkehrshindernis, wenn der Fahrer nicht den Akku strapazieren möchte oder gerade die Möglichkeit der Technik nutzt, während der Talfahrt Bremsenergie zurückzugewinnen. Auch für die Fahrt in die Ferien taugt der kleine Van nicht, es sei denn, man wohnt direkt hinter dem Deich oder entscheidet sich für eine Stadtranderholung in der Laubenpieperkolonie.