» 28.09.2011, 17:10

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Elektroautos setzen sich durch – auch ohne Staatshilfe


Brauchen Elektroautos einen kräftigen Schub vom Staat, um sich durchsetzen zu können? Kann das Autobauerland Deutschland seine Position ohne Subventionen halten? Es waren nicht zuletzt solche Fragen, die die hochkarätig besetze Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) im vergangenen Jahr beschäftigten. Einig waren sich Bundesregierung und Industrie in dem Gremium zumindest in einem: Auch im heraufziehenden Stromerzeitalter sollen hierzulande weltweit gefragte Autos gebaut und entwickelt werden.

Forscher der European School of Management and Technology (ESMT) gingen nun detailliert den Wirkungen und Nebenwirkungen von möglichen Stützmaßnahmen der Politik nach. Mit einem umfangreichen Marktmodell (http://www.mmem.eu) simulierten sie, wie und vor allem wie stark staatliche Starthilfe den Durchbruch von Elektroautos beeinflusst. Das wichtigste Ergebnis der detaillierten Studie: Es braucht gar keine helfende öffentliche Hand, um die langfristigen Ziele der Bundesregierung zu erreichen.

Im Jahr 2030 werden nach der ESMT-Prognose auch ohne Eingriffe der Politik rund sechs Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein – das ist ziemlich genau die Marke, die sich Berlin selbst gesetzt hat. Zwar werden rein elektrisch betriebene Flitzer auch dann noch in der Minderheit sein; dafür setzen sich umso mehr Hybridmodelle und Autos mit Range Extender durch. Dank eines steigenden Ölpreises, sinkender Batteriekosten und der geltenden CO2-Reduktionsziele (95 Gramm Ausstoß pro 100 Kilometer in 2020) werden alle Elektroautos zusammen in rund 20 Jahren etwa 15 Prozent des Marktes ausmachen.

Vor teurem Aktionismus auf Seiten der Regierung warnen die ESMT-Experten deshalb deutlich: „Auch eine noch so massive Subvention von Elektromobilität kann nicht gegen Marktkräfte Elektromobilität attraktiv machen“, schreiben sie in ihrem Projektbericht. Und weiter: „Unter den geltenden Rahmenbedingungen führt eine solche Maßnahme in Europa zu Wohlfahrtsverlust. Warum sollten Hersteller eine Innovation beschleunigen, die für Kunden noch nicht attraktiv ist? Und warum sollte der Steuerzahler diese Beschleunigung fördern und mit einer Infrastruktur ausstatten?“

Berechtigte Fragen. Es gäbe ohnehin nur zwei Maßnahmen, die nach dem Modell überhaupt einen signifikant fördernden Einfluss auf den tatsächlichen Markthochlauf hätten: Eine Kaufprämie und ein Bonus-Malus-System, das ökologische Autos belohnt und Stinker verteuert. Beide aber haben auch ziemliche Nebenwirkungen. Und bei beiden, auch zeigt das Marktmodell, sind die Kosten am Ende höher als der Nutzen.

» 28.09.2011, 17:10

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