» 26.05.2011, 16:37

Energiewende gibt Erfindern Aufwind

Zwischen 200 und 500 Kilometer weit kommt der Tesla Roadster, der weltweit erste elektrisch betriebene Sportwagen der Neuzeit. Wie weit man mit einer Akkuladung kommt, hängt entscheidend davon ab, wie tief der Fahrer das „Gas“-pedal durchdrückt – auf deutschen Autobahnen und bei Vollgas kann der Spaß schon nach 250 Kilometern zu Ende sein, bei Schleichfahrt über die Landstraße kommt man entsprechend weiter. Klimaanlage oder Heizung sollte man dabei aber tunlichst ausgeschaltet lassen, denn diese Verbraucher zehren mächtig an der Kapazität der Batterien, in denen der Fahrstrom gespeichert ist.

 

Um dem Autofahrer die Angst zu nehmen, zu später Stunde mit leerem Akku auf einsamer Landstraße liegenzubleiben, bauen einige Fahrzeughersteller wie Opel, Peugeot oder Fisker in ihre Elektroautos kleine Verbrennungsmotoren ein. Geht der Ladestrom zur Neige, springen die benzin- oder dieselgetriebenen Maschinen an und produzieren den für die Weiterfahrt oder den Weg zur nächsten Ladestation nötigen Fahrstrom. Paul Hunkemöller aus Coesfeld brachten solche Reichweitenängste auf eine andere Idee. Offenbar angeregt durch die kleinen Windräder, mit denen Kinder gerne ihre Fahrräder schmücken, hat er einen Plan entwickelt, um die Reichweite von Elektroautos zu vergrößern: Er möchte auf dem Autodach – je nach Platz – einen oder mehrere Propeller installieren und den Fahrtwind dazu nutzen, um die Bordbatterie wieder aufzuladen.

 

„Die kleinen Propeller können jeweils mit einem kleinen elektrischen Generator zusammenwirken, so dass die vergleichsweise geringe mecahnische Antriebsleistung, die ein kleinerer Propeller benötigt, auch möglichst wirkungsvoll in elektrische Energie umgesetzt werden kann“, schreibt Hunkemöller, der in Coesfeld ein Beratungsunternehmen („Advanced Solutions“) betreibt. Der Erfinder denkt dabei je nach Montageort an verschiedene Propellertypen, an einen Flügelpropeller oder einen Walzenpropeller – schließlich dürfe der Fahrwiderstand durch den Propeller nicht so groß werden, dass die gewonnene Windenergie durch den erhöhten Stromverbrauchs des Elektromotors nicht aufgezehrt wird. „Der Propeller wird vorzugsweise derart angeordnet, dass er nicht den Fahrtwiderstand des Fahrzeugs erhöht, sondern lediglich die ohnehin während der Fahrt erzeugten Luftbewegungen zu seinem Antrieb nutzt.“ Wenn Hunkemöller dies gelingt, hätte er das Perpetuum mobile erfunden. Bislang reichen Propeller, die beispielsweise im Fahrradhandel angeboten werden um sie an Oberarm oder Lenkerstange zu befestigen, nur dazu, um unterwegs den Akku eines Handys aufzuladen.

 

EUKLID – Klimabrücke zur Energiewende

 

In deutlich größeren Dimensionen denkt ein Erfinder aus Mecklenburg-Vorpommern, der vorerst noch anonym bleiben möchte. Er schlägt vor, durch den Bau einer großen Ostsee-Brücke von Rostock nach Gedser in Dänemark das Problem einer sicheren Energieversorgung mit dem Problem der Reduzierung der CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu verknüpfen und obendrein der Magnetschwebebahn zu einer neuen Trasse zu verhelfen: Die für den Betrieb des Schnellzugs erforderliche Energie würden eine Unzahl von Windrädern auf der Ostseebrücke erzeugen. „Euklid“ hat der ehemalige Bahningenieur sein Projekt getauft – in Erinnerung an den altgriechischen Mathematiker gleichen Namens. Die sechs Buchstaben stehen aber auch für „Europäisches Klimaprojekt für Deutschland und Dänemark“. Der gute Mann hat auch schon alles genau durchgerechnet: Mit Hilfe von Wind und Wellen würde die Konstruktion jährlich bis zu 170 Gigawatt Strom erzeugen – Deutschlands Energieprobleme wären damit praktisch für alle Ewigkeit gelöst, die Versorgung sämtlicher Elektroautos mit Fahrstrom wäre kein Problem mehr. Zumal überschüssige Energie gleich vor Ort in synthetische Kohlenwasserstoffe wie Methan umgewandelt würde und somit auch in Zeiten einer Flaute über der Ostsee zur Verfügung stünde.

Nach den Berechnungen des Ingenieurs würde die Realisierung des Projekts „maximal“ 200 Milliarden Euro kosten und damit nur halb so teuer wie das Projekt Desertec zur Erzeugung von Solarstrom in der Sahara. Der Ingenieur arbeitet schon seit einigen Jahren an „Euklid“ und hat seine Ideen auch schon verschiedenen Politikern angetragen. Bislang ohne großen Erfolg. Die Energiewende und die ehrgeizigen Pläne zur Förderung der Elektromobilität, könnten das jetzt ändern: Energiekommissar Oettinger – übernehmen Sie!

 

» 26.05.2011, 16:37

    5 Kommentare zu “Energiewende gibt Erfindern Aufwind”


  1. Joker1 sagt:

    Jede Idee ist kostbar und zumindest Wert objektiv geprüft zu werden !

  2. Space sagt:

    A: das gibt es so ähnlich schon – von dem monegassischen Hersteller Venturi. (Venturi – Eclectic). Dieses Modell sammelt aber nur den Wind, den man beim Stand ernten kann.

    B: von dem Fahrtwind zu erwarten, dass man OHNE Erhöhung der Fahrwiderstände den Strom zum Antrieb des E-Motors zum Fahren erzeugen kann … zeugt von hochgradiger Perpetula Mobilis Pektroris.
    Diese Krankheit befällt Gehirn und Geist, und gauckelt Energiegewinnung durch eigenen Antrieb vor.

    Wieso eigentlich nimmt noch niemand eine Luftschraube als Antrieb, und erzeugt den Strom dazu mit einem Windrad?

    WAS FÜR EINE IDIOTIE!

  3. raimund popp sagt:

    Förderung der Elektromobilität durch die Bundesregierung sorgt für neuen Gründergeist
    da kann ich ja nur lachen. Gefördert werden nur die Großen. Prüfen Sie es doch mal nach. Die Konzepte sind nicht ausgelegt zur Förderung von Kleinst-Unternehmern und Erfindern.

  4. kauser sagt:

    Jeder der einer objektiven Prüfung dieser Idee kritisch gegenübersteht muss sich in Kiste der Lobby innerhalb der Öl- und Energiekonzerne stecken lassen. Grüne Politiker die dies nicht unterstützen aus Angst eine Brücke über die Ostsee könne dem Wähler nicht gefallen zeigen wiedereinmal ihre Doppelmoral. Könnte ja blöd aussehen so ‘ne Brücke

  5. Klaus-Dieter sagt:

    Das Energiebrückenkonzept aus MV fasziniert. Dies auch vor dem Hintergrund eines zukunftsträchtigen, und damit den nachfolgenden Generationen zugute kommenden Umgangs mit den natürlichen Ressourcen unserer Welt. Hier wäre aber auch ein wesentlicher Ansatzpunkt zu einer strategischen Unabhängigkeit von Importen fossieler Energieträger und damit zur Vermeidung künftiger internationaler Auseinandersetzungen im Kampf um ebendiese Rohstoffe. Hoffentlich wacht die Politik auf, wenn nicht, sollte die Internetgemeinde dafür sorgen. Es geht nicht nur um uns, sondern auch um unsere Kinder und Kindeskinder!

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