» 16.11.2010, 18:16

Opels Elektroauto Ampera wird ein teures Vergnügen

Er schafft Reichweiten bis zu 500 Kilometern, fährt sich spritzig und überzeugte Testfahrer wie etwa wattgetrieben-Autor Franz Rother mit seiner Alltagstauglichkeit: Opels Elektroauto Ampera, das Schwermodell von GMs Volt, rollt zwar erst 2011 Richtung Europa. Doch die ersten Interessenten können das Auto seit wenigen Tagen vorbestellen: Unter http://www.opel-ampera.com/ hat Opel alle Informationen über das Elektroauto zusammengestellt und nimmt erste Reservierungen entgegen.

Seinen ePionieren, wie Opel Interessenten tauft, bietet der Autobauer exklusive Neuigkeiten sowie die Möglichkeit einer Probefahrt. Doch billig wird der Pionier-Status nicht: Ab 42.900 Euro soll der Ampera in Deutschland verkauft werden. Erhältlich ist das Auto erst ab dem vierten Quartal 2011 – US-Amerikaner können bereits ab Anfang 2011 mit ihren Volts durch die Gegend gleiten.

Der spätere Verkaufsstart gibt Opel aber Gelegenheit, die schlimmsten Kinderkrankheiten des Volts zu beseitigen. Zudem unterscheidet sich der Ampera äußerlich doch ein wenig von seiner großen Schwester: Die Vorderlichter in Form eines Boomerangs sind beim Volt deutlich weniger ausgeprägt, auch das Heck des Ampera ist etwas gefälliger geraten als das Volt.

Im reinen Elektrobetrieb kommt der Volt 80 Kilometer weit. Ein Range Extender in Form eines Benzinmotors, der elektrische Energie erzeugt, vergrößert die Ampera-Reichweite auf 500 Kilometer.

Mit dem ökologisch verträglichen Auto will Opel auch bei der Jugend punkten.  Song-Contest-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut ist seit einigen Wochen Opel-Markenbotschafterin. Ihr zur Seite steht seit gestern die Sängerin Katie Melua. Der Ampera wird die britische Sängerin auf ihrer Europa-Tour im nächsten Jahr begleiten. Ihr Fahr-Erlebnis im Ampera fasste sie in dem Satz zusammen: „Das war großartig”.

Vom Ampera-Preis sind aber selbst Opel-Fans ein wenig verschreckt. „Warum ist der Ampera so teuer, wenn der Volt für 25.000 Euro in den USA verkauft wird?”, fragt Henry Osterhassel auf der Ampera-Fanseite bei Facebook. Opels Antwort: Wechselkursschwankungen, Transportkosten, Importzölle und andere Sicherheitsstandards verteuern das Auto.

Weiterhin unklar ist, ob der Ampera in Europa produziert wird – die ab 2011 erhältlichen Modelle werden in den USA gefertigt. Mit dem Preis wird der Ampera vorerst ein Vergnügen für gut Betuchte bleiben – es sei denn, Opel lässt den Ampera-Preis noch deutlich purzeln.

» 16.11.2010, 18:16

    7 Kommentare zu “Opels Elektroauto Ampera wird ein teures Vergnügen”


  1. Rolf Lienau sagt:

    Bei diesem prohibitiven Preis ist klar, dass Opel dieses Auto gar nicht verkaufen will.

  2. Molch sagt:

    Wenn diese Lena für 3 Monate inclusive ist, dann bestelle ich vielleicht einen Ampera. ;-)

  3. e64 sagt:

    Die Solarzellen sind auf den Dächern, weil der Staat reichlich Zuschüsse gibt, weil es umweltfreundlich ist. Wenn der Staat bei einem umweltfreundlichen Auto auch Zuschüsse gibt….
    Er kann sich doch etwas verschulden, ist doch für die Umwelt…

  4. Mr. Q sagt:

    @e64
    ein bisschen verschulden für die Umwelt, ob das der richtige Weg ist? Ich bin auch für Subventionen an Privatkunden, die ein Elektroauto kaufen möchten, wie es bspw. in Frankreich oder England schon geschieht. Aber das Geld sollte wohlüberlet eingesetzt werden.

    43.000 ist natürlich echt teuer. Da werden sich viele zweimal überlegen, ob sie sich den Ampera holen, mit oder ohne Lena und Katie.
    Wenn man den Ampera hier bauen würden, könnte man sich doch Importkosten, Wechselkursschwankungen und Zölle sparen. Wäre das nicht was?

  5. RRR sagt:

    Klar ist der nicht billig, aber wo liegt denn in D der Durchscnittspreis? Ich meine der paßt da gut rein.
    Ich finde es ok.

  6. Rico sagt:

    In Europa hofft GM, mit dem Ampera wohl erst mal das Sahnehäubchen vom (Öko-Hype-)Markt abschlürfen zu können. So wie andere Hersteller auch. Im Heimatmarkt USA gibt es anscheinend keinen Öko-Hype und keine Sahnehäubchen, aber viel Konkurrenz. Hier wird gleich Ernst gemacht.

  7. [...] Tagen hat Opel den offiziellen Preis bekanntgegeben. Mit 43.000 Euro wird das schicke Fahrzeug nicht gerade billig. Opel-Chef Nick Reilly, den mein Kollege Franz Rother und ich vor kurzem für die WirtschaftsWoche [...]

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