» 14.10.2010, 14:48

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Tesla verdient Millionen an Toyota-Kooperation

Tesla Motors ist so etwas wie der Popstar unter den Elektroauto-Pionieren: Die kalifornische Firma ist seit Ende Juni an der Börse notiert, hat mit Daimler und Toyota zwei äußerst namhafte Kooperationspartner gewonnen. Doch in letzter Zeit fällt Tesla vor allem durch Finanzdeals statt echter Auto-Innovationen auf.

Am Pariser Autosalon Ende September hatte Tesla gerade mal die neueste Version seines Roadsters im Gepäck. Doch von dem seit langem angekündigten Elektro-Viersitzer Model S, der bereits 2012 ausgeliefert werden soll, existiert außer hübschen Werbefotos und tollen Beschleunigungs-Versprechungen noch nichts.

Als Technologielieferant ist Tesla aber offensichtlich gut – und teuer: 60 Millionen Dollar will der Autobauer Toyota an Tesla zahlen, wie aus einem gestern veröffentlichten Dokument an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Tesla übernimmt für diesen Betrag die Entwicklung einer Batterie, Steuerelektronik, Motor und Schaltung für die Elektroversion des Geländewagens Toyota RAV4, der ab 2012 erhältlich sein soll. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg umfasst die Vereinbarung nur Teslas Forschung und Entwicklung, nicht die Lieferung der Komponenten. Tesla und Toyota haben nun 60 Tage Zeit, den exakten Zeitplan für die RAV4-Auslieferung zu vereinabaren.

Tesla baut Autos in ehemaliger Toyota-Fabrik

Im Juli waren der Autoriese und der Pionier übereingekommen, bei dem Elektro-Geländewagen zusammenzuarbeiten. Die formale Ankündigung ist nun der erste wichtige Schritt in dem Projekt. Toyota und Tesla sind erst seit kurzem Partner: Im Mai hatten die Japaner angekündigt, mit 50 Millionen Dollar bei Tesla einzusteigen, sobald der Börsengang von Tesla erfolgt sei. Seit Ende Juni ist Tesla ander New Yorker Technologiebörse Nasdaq notiert. Teslas zweiter Kooperationspartner, der deutsche Autobauer Daimler, hatte gegen diesen Schritt nichts einzuwenden.

Mit dem Toyota-Einstieg hat sich Tesla auch Fertigungskapazitäten gesichert: Teil des Deals war die Übernahme einer Autofabrik im kalifornischen Fremont, die Toyota und GM bis vor kurzem gemeinsam betrieben (wattgetrieben berichtete). 42 Millionen Dollar hat Tesla für die Fertigungshallen bezahlt,  in denen künftig Elektroautos gebaut werden sollen. Zudem soll Tesla für 15 Millionen Dollar Montagegeräte übernommen haben, wie der Blog VentureBeat Ende August meldete. Die Fabrik ist für eine Jahresproduktion von 100.000 Autos ausgelegt – das ist bei weitem mehr, als Tesla bisher brauchen kann. Der 2003 gegründete Elektroauto-Pionier hat bis heute aber gerade einmal 1000 Tesla Roadster hergestellt. Mit einem Preis von rund 90.000 Euro wird der Roadster aber weiter ein Nischenprodukt bleiben.

Geheimnisvolles Modell S

Teslas Hoffnungsträger für den Massenmarkt, das 50.000 Dollar teure erhältliche Model S, soll laut Aussagen von Tesla-Chef Elon Musk ab 2012 in Stückzahlen von 20.000 bis 40.000 Stück gebaut werden. Die restlichen freien Kapazitäten könnte der Elektro-RAV4 füllen, dessen Benzinversion im vergangenen Jahr Toyotas bestverkaufter Geländewagen war.

Doch weiterhin warten Experten sehnsüchtig auf mehr Details zu Teslas Hoffnungsträger S. Auf der Automesse in Los Angeles, die Mitte November stattfindet, will Tesla den Elektro-RAV4 vorstellen. Vielleicht geben die Kalifornier dort auch endlich eine ausführliche Antwort auf die drängenden Fragen rund um das S-Modell.

» 14.10.2010, 14:48

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