
Peugeot Ion: Teilt sich die Technik mit dem Mitsubishi i-Miev
Die Hupe ist fast das wichtigste Bedienteil des Elektroautos von Peugeot mit dem bemüht originellen Namen Ion. Denn in der lauten Großstadt wird das flüsterleise Auto nicht gehört, vor allem Fußgänger wenden sich nach dem Abbremsen des Elektroautos, mit erstaunten Augen dem Fahrer zu. Sie haben den Stromer nicht kommen hören. Deshalb hat Toyota jetzt in Japan ein Krachmacher für die Hybridautos entwickelt, um Motorengeräusche zu imitieren und Fußgänger und Radfahrer zu warnen.
Der Peugeot Ion, der diese Woche in Paris präsentiert wurde, fährt noch ohne künstlichen Krachmacher. Es ist ganz einfach: Den Automatikwählhebel des stufenlosen Getriebes auf D zu stellen, die Parkbremse lösen und „Strom geben“. Dann surrt der Ion, das neue Elektroauto von Peugeot, los. Wenn es sein muss bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. Wie alle Elektroautos entwickelt auch der im Heck untergebrachte Elektromotor des Ion schon vom Start weg sein volles Drehmoment von 180 Newtonmeter.
Auch bei diesem Elektroauto wandert der Blick ziemlich oft sorgenvoll auf die 16-stufige Ladeanzeige im Cockpit. Der Bordcomputer gibt die verbleibende Reichweite an. Sind die Lithium-Ionen-Batterien voll geladen, beträgt die Reichweite im idealen Fall 130 Kilometer, bei Autobahntempo oder bei Nutzung von Verbrauchern wie Klimaanlage, Heizung, Licht und Scheibenwischern reduziert sie sich dagegen auf 60 oder 70 Kilometer. Vollgetankt wird entweder sechs Stunden lang an 230-Volt-Steckdosen oder in nur 30 Minuten an einer der noch überaus raren Schnellladestationen, die die Akkus zu 80 Prozent aufladen. Für den Überlandverkehr eignet sich der Ion also eher weniger, dafür fühlt sich der wendige und übersichtliche Peugeot im dichten Großstadtverkehr besonders wohl. Dank des beeindruckenden Radstandes von 2,55 Meter (zum Vergleich: der Peugeot 107 misst nur 2,34 Meter) bietet er ein Raumangebot, das dem der Kompaktklasse sehr nahe kommt. Lediglich die in Japan für sogenannte Kei-Car vorgeschriebene Breite von maximal 1,48 Meter engt etwas ein. Sicherheitstechnisch hat der Ion alles an Bord: Den Schleuderverhinderer ESP, sechs Airbags sowie zwei Isofix-Sitze im Fond.
Der Ion-Technikzwilling von Mitsubishi mit dem für Deutschland eher unglücklichen Namen “i-Miev” fährt sich dank desselben Elektromotors, Batterie und Steuerungselektronik ähnlich, doch der Ion wirkt durch bessere Oberflächen und einem gefälligen Design wohnlicher. Das dritte Modell mit der gleichen Technik wird von Citroen, der Peugeot-Schwestermarke im PSA-Konzern kommen und C-Zero heißen. Durch die Großserie sollen die immer noch immensen Kosten für die Akkus sinken.
Peugeot will 2011 immerhin 3500 Ion verkaufen, 2012 schon 9000 und bis 2015 zusammen mit Citroen sogar 50 000 Einheiten. Das sind ehrgeizige Ziele. Denn ein Schnäppchen ist der Ion nicht. Flottenbetreiber, Behörden Carsharing-Betreiber aber auch Privattleute sollen ab Ende 2010 in Deutschland die ersten Nutznießer des Einstiegsangebots sein. Sie können den Ion zum Preis von immerhin 499 Euro mieten - inclusive Wartung und Service über fünf Jahre.
Datenblatt Peugeot Ion
Antrieb: Permanentmagnet-Synchronmotor der die Hinterräder antreibt
Leistung: 64 PS
Drehmoment: 180 Newtonmeter bei 0 bis 2000 Umdrehungen pro Minute
Batterie: Lithium-Ionen-Akku von Lithium Energy Japan mit 88 Zellen und einer Speicherkapazität von 16 Kilowattstunden (kWh)
Ladezeit: 6 Stunden an 220-Volt-Haushaltsteckdosen, 30 Minuten an Schnellladestationen mit 380 Volt
Reichweite: maximal 150 Kilometer
Betriebskosten: 1,50 €/100 km (Werksangabe)
Preis: 499 € pro Monat als Leasingfahrzeug
Lieferbar: Ende 2010










Ein Kommentar zu “Elektroauto Peugeot Ion: Das lautlose Stadtmobil”
[...] herkömmlichen Benzinmotoren fast ebenbürtig. Nur zum Vergleich: Peugeots rund 35.000 Euro teures Elektroauto Ion kommt auf eine Reichweite von maximal 130 Kilometern, der Tesla Roadster schafft mit seinen 6000 Lithiumzellen rund 320 Kilometer Reichweite – bei [...]