Artikel mit dem Tag: kurz notiert

Zum Wochenende

Und während ich meine Sachen zusammenpacke denke ich noch, was für eine Woche. Für die deutschen Athletinnen und Athleten läuft es bei Olympia nicht so rund. Jedenfalls nicht aus Sicht der Politik. Schlechter steht es derzeit nur noch um das Ansehen der deutschen Politiker selbst und zwar in Südeuropa. Dabei kommt die Notenpresse für Griechenland gerade kräftig auf Touren; nicht ganz offiziell und nicht kontrolliert – aber wen interessiert das heute schon. Viel helfen wird die Geldschwemme Europas Konjunktur indes nicht. Selbst in Deutschland kühlt die Wirtschaft ab. Dabei war das vielleicht alles erst der Anfang: Laut einer IWF-Studie beginnen die meisten Finanzkrisen im September; es wird also möglicherweise recht ungemütlich die nächsten Wochen. Gut, dass man in der Schweiz derweil beherzt die ganz großen Probleme anpackt. So hat die Berner Bundeskanzlei von den örtlichen Politikberichterstatterinnen gefordert, ihre Bikinis nicht mehr zum Trocknen ins Fenster des dortigen Medienzentrums zu hängen. Ein Skandal. Denn der Anblick, so die Behörden, sei “nicht optimal”. In diesem Sinne, ein optimales Wochenende Ihnen allen.

Zum Wochenende

Und während ich meine Sachen packe, denke ich noch: Was für eine anstrengende Woche. Aus Angst vor dem immer wahrscheinlicheren Euro-Aus räumen die Griechen ihre Konten. In Spanien könnte es bald auch so weit sein; jedenfalls ist dort vorsorglich von einem 300-Milliarden-Euro-Rettungspaket die Rede. Und nachdem wir Deutschen kräftig über den drohenden Verlust unserer Top-Bonität gejammert haben, wird die Frage immer lauter, ob wir uns sowieso nicht längst mit der Euro-Rettung übernommen haben. Dass wir in dieser Gemengelage gar kein verfassungskonformes Wahlrecht haben, ist da nur noch eine Randnotiz. Aber wofür auch, wenn die EZB ohne Kontrolle mit Geld um sich werfen kann. Da könnte man fast denken, uns wäre das gute alte Sommerloch abhanden gekommen. Doch dann dürfen wir erfahren, dass der “Diktator von nebenan” (Süddeutsche Zeitung) Kim Jon Un offenbar geheiratet hat. Die Welt ist also doch noch ein wenig in Ordnung. In diesem Sinne, Ihnen allen ein schönes Wochenende – und einen regenfreien Olympia-Start.

Die Angst vor dem Umbruch

Man kann lange über die Angst vieler Menschen vor dem technologischen Wandel diskutieren, über Kulturpessimismus und Innovationsfreude auch. Man kann sich aber auch einfach diese Grafik ansehen. 

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Zum Wochenende

Und während ich meine Sachen zusammenpacke denke ich noch: Die Spanier sind wieder auf der Straße, die EZB knickt ein weiteres Mal vor den Euro-Rettern ein, der Bundestag beschließt irgendwelche Rettungspakete, die keiner so recht gelesen hat, die Tour de France ist gedopt und der Sommer, nun ja. Irgendwie sind wir auch nicht weiter als vor einem Jahr. Ein schönes Wochenende Ihnen allen.

Verräterische Worte

Sprache kann so entlarvend sein. Dieser Tage müssen wir in Zeitungen wieder öfter Sätze lesen wie “der Käuferstreik der italienischen Konsumenten belastet die Wirtschaft”. Von einem Käuferstreik zu sprechen gehört zu den üblichen Floskeln des Wirtschaftsjournalismus. Doch diese Worte offenbaren zugleich einen gefährlichen Denkfehler. Denn die Konsumenten (vulgo: die Menschen) streiken nicht. Sie wollen niemanden unter Druck setzen. Sie sind vielmehr von der wirtschaftlichen Entwicklung verunsichert. Viele Menschen in Italien, Spanien und Griechenland wissen nicht, ob sie in einigen Monaten noch eine Altersvorsorge, geschweige denn einen Job haben. Und in diesem Umfeld ist es durchaus rational, nicht blind Geld rauszuhauen. Der Ausdruck offenbart die Ideologie einiger Autoren, die glauben, dass ein auf Pump finanzierter Konsum die Wirtschaft beleben sollte. Aber dieses Prinzip – man hat es ja schon fast vergessen – hat einst einen großen Teil des gigantischen Schlamassels verursacht, in dem wir jetzt stecken. Aber sich daran zu erinnern ist dieser Tage von Nachrichtenschreibern natürlich zu viel verlangt.

WirtschaftsWoche Green Economy: 50 Ideen für eine bessere Welt

Von den vielen Projekten, die ich als Ressortleiter bei der WirtschaftsWoche betreue, liegt mir eines besonders am Herzen: Das Magazin Green Economy, das dem Hauptheft alle drei Monate beiliegt. In der aktuellen Ausgabe habe ich mit meinem Team 50 Ideen gesammelt, die unsere Welt ein Stück besser machen können. Von gigantischen Meeres-Kraftwerken, über umweltfreundliche Containerschiffe bis bis hin zu Ideen für sauberere, und ja, lebenswertere Slums. 

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Grüne Hybris: Warum der ethisch korrekte Kunde ein Mythos ist

Heute ist die neueste Ausgabe der WirtschaftsWoche Green Economy erschienen. Wir fragen darin nicht nur, wie Wachstum künftig sozial und ökologisch verträglich gestaltet werden kann. Wir stellen auch Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker vor, die einen solchen Weg bereits überzeugend eingeschlagen haben. Und dabei habe ich eine interessante Beobachtung gemacht:

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Zum Wochenende

Und während ich mich auf den Weg nach London mache, denke ich noch, das kann unmöglich alles in einer Woche passiert sein. Obwohl Till Schweiger bereits zum Tatort Kommissar befördert war, konnte ein Briefbombenanschlag auf Ackermann nur knapp vereitelt werden. Zugleich verloren die Rating-Agenturen die Geduld mit Deutschland und drohten vor einem Verlust der Top-Noten, was bedeuten würde, dass bald so ziemlich die ganze Welt herabgestuft ist. Auch in Klimafragen muss die Welt ihre Erwartungen herabstufen, ihre Rettung ist diesmal wider Erwarten doch nicht geglückt – dafür die des Euro (für eine weitere Woche). Allerdings ohne die lupenreinen Europäer aus Großbritannien. Bei alledem ist fast nur noch eine Randnotiz, dass sechs deutsche Banken laut EU das Eigenkapital-Klassenziel nicht erreichen. Da muss wohl wieder der Staat ran. Aber das kennen wir ja schon. Bleibt eigentlich nur noch die wirklich entscheidende Frage: wie wir Kerner noch verhindern können. In diesem Sinne, ein schönes Adventswochenende.

Filmtipp: The External World

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Zum Wochenende

Und während ich meine Sachen packe, denke ich noch, das kann unmöglich alles in einer Woche passiert sein: Unsere europäischen Nachbarn wollen die EZB in einen Geldautomaten verwandeln, der niemals leer ist – nur kurz nachdem sich herausstellte, dass das griechische Haushaltsloch weit größer ist als befürchtet. Aber die Griechen lösen damit allenfalls noch Schulterzucken aus, weil die Krise nach Italien und Spanien nun auch in Ungarn heftigst am Türchen rüttelt. Klar, dass da auch der Ruf nach gemeinsamen Schulden, diesen verflixten Bonds, immer lauter wird. Ungeachtet dessen blockieren wieder Tausende den Tahrir-Platz in Kairo, weil die anfängliche Begeisterung über die Demokratie bei den herrschenden Militärs doch nicht so groß ist. Und als hätten wir nicht schon Probleme genug, arbeitet nun auch unser gefallener Lieblingsminister und Kandidat für die Kandidatenfrage, Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp (Wilhelm) Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, an einem Comeback. In diesem Sinne, ein schönes Wochenende, auf dass keiner von uns in diesem Airbus mit den 30 fehlenden Schrauben sitzt.