In den vergangenen Wochen wurde verschiedentlich über die Zukunft des Bookmarking-Dienstes Mister Wong spekuliert. Nun ist klar: Das Portal wechselt den Besitzer.
Die Bremer Agentur Construktiv, die Mister Wong 2006 entwickelt hat, verkauft Mister Wong an den Weinheimer Social-Sharing-Dienstleister Ekaabo, der das Angebot in Richtung eines sozialen Nachrichtendienstes weiterentwickeln wird. Die Höhe der Verkaufssumme haben die beiden Unternehmen zunächst nicht verraten.
In Zeiten der großen Web 2.0 Euphorie gehörte Mister Wong zu den beliebtesten Seiten in Deutschland. Sie bietet Nutzern die Möglichkeit, interessante Links im Netz zu speichern, thematisch zu sortieren und mit anderen zu teilen. Auch als Instrument, neue Blogs und Seiten bei Suchmaschinen bekannter zu machen, wurde Mister Wong oft genutzt. Doch in Zeiten von sozialen Netzwerken und Evernote hat dieses Prinzip an Bedeutung verloren. Ich kenne jedenfalls kaum noch Menschen, die solche Dienste alltäglich nutzen.
Die Zahlen von Mister Wong sind zwar nicht katastrophal: Immerhin gehört die Seite laut Angaben der neuen Besitzer zu den am meisten verlinkten Domains in Deutschland. Laut Ekaabo findet der Dienst täglich sogar 200 neue Mitglieder. Doch früher erreichte Mister Wong an manchen Tagen 250.000 Besucher. Die Zeit dürfte längst vorbei sein. Zahlen von Alexa bestätigen den Trend: Die Reichweite der Seite sinkt.
Wie genau das Angebot nun weiterentwickelt wird, muss sich zeigen. Ekaabo-Gründer Marco Ripanti sagte mir: Mister-Wong hat wie viele andere Portale dieser Art den Zeitpunkt verpasst dem Social-Media Zeitalter beizutreten. Wir wollen mit unseren Möglichkeiten und unserem Portfolio Mister-Wong wieder zu einer Top-Adresse im Web machen wenn es um das Thema Empfehlungen geht. Dies kann von interessanten Inhalten, über Produkte bis hin zu Events gehen.”
An der grundsätzlichen Ausrichtung von Mister-Wong wolle er nicht viel ändern. “Was wir tun werden, ist ein optischer Relaunch und die eine oder andere Funktion ergänzen ohne die eine Social Media Plattform heute nicht mehr auskommt.”
Seine Einschätzung: Wir vernichten mit Social Sharing, wie es viele heute betreiben, viel Wissen: “Früher war es ganz normal, dass wir Links für uns auf einer Plattform gespeichert haben. Später kam mit Plattformen wir Facebook und Twitter der Wunsch in uns hoch, diese Links mit Freunden zu teilen.” Das Problem: “Wir teilen so viele gute Inhalte den Tag über und wenige Stunden später sind diese weg.”
Das Problem will er nun mit Mister Wong lösen. Künftig sollen die Nutzer Inhalte teilen und abspeichern können.
Geschäftsführer der neuen Mister Wong-Niederlassung in Berlin wird der Online Marketing-Spezialist Phuc Tran. Er wird Mister Wong in des Social Ad-Network Spreadly Ekaabo integrieren. Zudem will er mit seinem Team “das Portal grundlegend modernisieren”.










