Eine Exklusivstudie belegt: Das mobile Internet wächst mit rasender Geschwindigkeit. Doch der eigentliche Umbruch steht uns erst noch bevor.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie diesen Text auf Ihrem Handy lesen, wird jeden Tag größer. Egal wohin man blickt, tippen, scrollen und wischen die Menschen auf ihren Telefonen herum. Sie planen Reisen, beantworten Mails, lesen Nachrichten und verschicken Fotos via Facebook. Das mobile Internet ist zum fünften Geburtstag des iPhones längst ein wichtiger Teil unseres Alltags. Es gehört zum Lebensgefühl, immer und überall online zu sein und immer mehr Inhalte via Telefon zu konsumieren.
Dabei war das erst der Anfang. Quer durch die Welt erforschen Unternehmen und Netzbetreiber weitere Einsatzfelder, von denen wir bislang nur grob ahnen können, wie sie unser Leben auf den Kopf stellen werden.
Das Mobiltelefon wird beispielsweise die Art verändern, wie wir einkaufen. In Supermärkten und Einkaufszentren sieht man schon heute, wie Kunden mit ihrem Smartphone Barcodes scannen, um Preise zu vergleichen oder um mehr über das Produkt selbst zu erfahren. Sie lösen virtuelle Gutscheine ein, zahlen Bahntickets mit dem Telefon und bestellen via App sogar in Restaurants. Über diesen Boom des mobilen Einkaufens sprachen wir hier bereits. In den nächsten Jahren wird das Telefon dabei die Kreditkarte als bargeldloses Zahlungsmittel ablösen.
Und es wird nicht mehr lange dauern, bis das Handy zu einem noch nützlicheren persönlichen Assistenten wird, wahrscheinlich ist es schon in einigen Monaten soweit: In der nächsten Android-Version etwa ist mit Google Now eine Funktion integriert, die dem Nutzer anhand seines Aufhenthaltsortes und seiner Termine passende Informationen liefert: Wann er losfahren muss, um trotz Stau pünktlich am Bahnhof anzukommen oder wie viel Zeit er sich lassen kann, weil der Flieger ohnehin verspätet ist. Natürlich auch: wie das Wetter am Zielort ist und zu welcher Zeit an der nahegelegenen Haltestelle der nächste Bus fährt.
Das Telefon analysiert dafür immer mehr alltäglich anfallende Daten. So liest das Smartphone mit Hilfe von Apps wie Cue sogar Mails mit. Hat ein Kollege etwa seine E-Mail-Signatur geändert, registriert das die App und ändert auf Wunsch den Eintrag im Adressbuch. Macht jemand einen Terminvorschlag via Mail trägt Cue auch das in den Kalender ein – künftig soll das Programm sogar schon dann einen Erinnerungen eintragen, wenn eine Fluggesellschaft eine Flugbestätigung schickt. Spätestens dann wird das Telefon zu einer Super-Sekretärin.
Das iPhone und all seine Nachahmer haben das Leben verändert. Doch die eigentlichen Veränderungen stehen uns erst noch bevor. Das zeigt auch die folgende Infografik, die in Zusammenarbeit mit Statista entstanden ist und die auf exklusiven Daten von Comscore basiert. Sie zeigt, wie stark das mobile Internet gewachsen ist. So waren im April 2011 rund 33 Prozent aller Handynutzer mit ihrem Gerät im Netz unterwegs, ein Jahr später waren es bereits 43 Prozent. Ein beachtliches Wachstum. Doch das Potenzial ist noch immer enorm: Insgesamt kommen erst knapp vier Prozent der Zugriffe auf Websites in Deutschland von mobilen Geräten. In den USA sind es bereits rund zehn Prozent. Und schon in einigen Jahren, da bin ich mir sicher, wird der mobile Datenverkehr 50 Prozent ausmachen.
Die große Zeit des mobilen Netzes, das zeigen die Daten, steht uns damit erst noch bevor.
Weitere Infografiken der Woche:
- E-Book-Studie: Gefährlicher Irrglaube
- Die Generation Facebook ergraut
- Elektronischer Bücher-Boom
- Wie Ebay sich in eine Bank verwandelt
- Fernsehen? Nicht ohne mein Tablet
- Deutschland ist (noch) Entwicklungsland in Sachen Twitter
- Pinterest wächst in Deutschland um 2956 Prozent
- Traffic-Explosion im mobilen Web
- Was 100 Dollar in Technologiewerte bringen können – und was nicht
- Wie das iPad unser Verhalten verändert
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7 Kommentare zu “Studie: Das mobile Web boomt und steht doch erst ganz am Anfang”
In meinem Ort bringen es die Mobilfunkanbieter nicht einmal fertig, ein stabiles und funktionierendes Netz aufzubauen, eine sms benötigt je nach Wetterlage Stunden bis Tage, ehe sie mich erreicht. So bleiben die genannten Optionen eine Zukunftsmelodie, die anscheinend nur in Großstädten funktioniert.
Apple = Orwell Telefone
Die Mobiltelefone VERGIFTEN unseren ganzen Planeten komplett mit Schwermettallen etc.
Warum schreiben Sie nicht über die Umweltverschmutzung und Grundwasserverseuchung !!!
@Coza: Leider haben Sie Recht. Aber auch in Städten kommt der Boom auch schon an seine Grenzen, siehe hier: http://bit.ly/AqUWzh Wahrscheinlich wird das Problem erst mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE gelöst – dann auch auf dem Land.
@ Propaganda: Wenn sie uns regelmäßig lesen würden, wüssten Sie, dass wir auch das Thema Recycling regelmäßig behandeln.
Ich kann den rasanten Anstieg der mobilen Nutzung des Webs als Seitenbetreiber von strassburg.eu bestätigen: Ca. 15% der User benutzen Smartphones und Tablet-PCs. Die meisten hiervon nutzen das iPhone und iPad. Und es wird weiter zunehmen, so meine Einschätzung. Aber es kommt auch auf den Content an. Ein touristisches Stadtportal verfügt in der Regel über mehr mobile User als eine reine B2B-Seite.
Der Boom ist unaufhaltsam. Allerdings steht der damit verbundene Datenmissbrauch auch erst am Anfang. Es fehlt nach wie vor ein wirklich effektiver Schutz, um die eigenen Daten bei Nutzung des Smartphones als Kreditkarte nicht ungewollt an Dritte weiterzugeben.
Das sind interessante Fakten. Es stellt sich nur die Frage wie viele Menschen über das Web etwas kaufen in Form einer mobilen Nutzung.