» 07.06.2012, 11:25

Infografik: E-Mails werden zu einem Unterwegs-Medium

Wer ein iPhone, ein Blackberry oder ein anderes internetfähiges Smartphone besitzt, kennt das Phänomen: Auf einmal nutzt man die vielen kleinen Lücken des Alltags, um neue elektronische Post abzuarbeiten. Das führt zu einem mobilen Mail-Boom – und einer anderen Art, zu kommunizieren.

Das zeigt auch meine Infografik der Woche, die in Zusammenarbeit mit dem Datenportal Statista und den Marktforschern von Comscore entstanden ist. Die Daten belegen, dass mobile E-Mail-Nutzung in Deutschland zwischen März 2011 und Märze 2012 um 46 Prozent gestiegen ist. Der Rechner auf dem Schreibtisch hingegen wird acht Prozent seltener zum Mailen genutzt.

Wahrscheinlich ist das erst der Anfang. Denn die Zahl der Menschen, die sich ein Smartphone anschaffen, nimmt immer noch stark zu. Wenn wir uns also die gleiche Comscore-Auswertung in einigen Jahren noch einmal anschauen, dürften mobil verschickte Mails längst an erster Stelle stehen. Das beobachte ich an mir selbst: Im Büro beantworte ich nur noch die allerwichtigsten Mails. Alles andere schaue ich mir unterwegs an, auf längeren Bahnfahrten, am Flughafen oder schlicht auf dem Weg nach Hause.

Letztlich wird die mobile Mail-Revolution auch zu einer anderen Art von Nachrichten führen und das ist eine gute Nachricht. Denn wer von einem Telefon aus mailt, schreibt kürzere Nachrichten und kommt schneller auf den Punkt. Das ist nur gut. Denn nichts raubt mehr Zeit als langatmige Nachrichten.

Weniger Mail-Frust für alle ließe sich übrigens mit ein paar simplen Regeln erreichen:

… ich schreibe Mails nur, wenn es unbedingt sein muss.

… muss es dann sein, schreibe ich nur wenige Zeilen – und praktisch nie mehr als drei knappe Absätze. Ist mehr zu sagen, greife ich zum Telefon.

… habe ich mehrere Themen, mache ich sie mit Fettungen oder Bullet-Points sichtbar.

… niemals nutze ich Mails für Terminabsprachen mit einer großen Gruppe von Menschen. Das führt immer zu Mail-Chaos. Dafür gibt es mit Doodle bessere Tools.

… arbeite wir mit Kollegen an einem Dokument, verschicken wir nicht die jeweils aktuelle Word-Version an alle. Das gibt IMMER Chaos. Wir nutzen stattdessen Online-Tools wie Google Docs.

 

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» 07.06.2012, 11:25

    8 Kommentare zu “Infografik: E-Mails werden zu einem Unterwegs-Medium”


  1. Interessant wäre, in wie weit ein Rückgang bei SMS-Nachrichten und ein Wachstum bei Mails mit dem Handy zu beobachten ist. Auch in wie weit Dienste wie Facebook-Chat und Whatsapp einen Anteil haben.

  2. Details dazu suche ich schon länger. Hat hier in der Runde jemand eine Idee zu Sebastians Frage?

  3. Es gab dazu eine kleine Bitkom-Studie, die ich aber gerade nicht finde, hier ist sie zumindest erwähnt http://www.sueddeutsche.de/digital/neue-messenger-dienste-wie-whatsapp-warum-die-sms-ein-auslaufmodell-ist-1.1372183

  4. Florian Mayr sagt:

    ich würde es gerne noch um eine wichtige Komponente ergänzen: problem-focussierte Auseinandersetzungen (geschäftlich u/o privat) sind NIEMALS via mail u/o skype zu lösen. Immer erst zum Hörer greifen, digitale Medien maximal zur Vorbereitung, Dokumentation o. Verdichtung benutzen ~ meine Erfahrung … 

  5. Guter Punkt. Die Folge ist sonst schnell ein eskalierender Mail-Ping-Pong. Wobei ich Skype im Prinzip schon akzeptabel finde, weil es einem persönlichen Gespräch schon viel näher kommt als eine Mail.

  6. Moritz Berger sagt:

    Wie wäre es mit dem nächsten Sprung:

    Keine Mails mehr, siehe Atos:

    http://www.golem.de/news/atos-wir-werden-die-abschaffung-der-e-mail-durchsetzen-1204-90920.html

  7. Moritz Berger sagt:

    @Florian Mayr

    …problem-focussierte Auseinandersetzungen

    Herzlichen Dank :-)

    eine Fundsache für eine Lieblingswebseite:

    http://www.fightthebull.com/bullfighter.asp

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