Gerade ist Amazons neuester Kindle mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm herausgekommen. Heute hatte ich ihn in der Post. Eine abendliche Kurzkritik.
Es gibt neben meinem Büro-Computer wahrscheinlich kein Gerät, das ich so häufig nutze wie den Kindle von Amazon. Seit ich ihn vor einem Jahr angeschafft habe, lese ich nicht nur überwiegend elektronisch. Ich lese auch mehr als früher – und ich kaufe mehr Bücher. Fragen Sie mich nicht, warum.
Ich habe mich deshalb auch dazu entschieden, den neuen Kindle Touch zu bestellen, das Top-Modell in Amazons E-Reader-Familie, mit 3G-Verbindung. Das Gerät ist zwar etwas schwerer als die kleinste Version, die mit 170 Gramm weniger wiegt als jedes Taschenbuch. Doch ich mache mir während des Lesens oft Notizen und das ist mit dem kleinsten Modell ohne Tastatur mühsam. Das mittlere Modell mit Tastatur wiederum, das schon seit einem Jahr auf dem Markt ist, ist mir zu unhandlich und es ist mit 247 Gramm noch schwerer als die Version mit berührungsempfindlichem Bildschirm.
Nun habe ich den Kindle Touch getestet und bin nach den ersten Stunden recht angetan.
Zwar scheint das Umblättern etwas länger zu dauern als in dem Modell ohne berührungsempfindlichen Bildschirm. Aber es ist nur der Bruchteil einer Sekunde. Dafür wird es mit der Technik viel einfacher, durch die (immer noch etwas unübersichtlichen) Menüs zu navigieren. Markiert man in Büchern mit dem Finger zudem ein Wort, liefert der Kindle sofort Vorschläge aus einem Wörterbuch. Und streicht man behutsam über eine Zeile, ist diese markiert.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Display, das Amazon ein wenig in das Gerät versenkt hat. Grund dafür ist die Touch-Technologie: Weil E-ink-Displays nicht berührungsempfindlich sind, wie etwa das Display des iPad, ist das Gerät am Bildschirmrand mit winzigen Infrarotsensoren ausgestattet. Diese Sensoren erkennen, auf welchen Teil der Seite der Leser gerade mit dem Finger tippt. Insofern hat der Kindle Touch streng genommen gar kein berührungsempfindliches Display sondern eher ein bewegungsempfindliches Display.
Wie auch immer: Die Sensor-Technik funktioniert. Die Reaktionszeit ist gut und schon nach wenigen Minuten kann man sich kaum noch vorstellen, wie das ging, ein Kindle ohne Fingersteuerung.
Viele fragen sich, ob der Aufpreis für ein Gerät mit 3G-Anschluss lohnt (189 statt 139 im Falle des Kindle Touch). Ich habe mich für das 3G-Modell entschieden, weil ich häufig unterwegs bin und Dokumente aller Art (vor allem lange Texte aus dem Internet) an das Gerät schicke, um sie abends darauf zu lesen.
Diese Funktion (die ich hier erklärt habe) möchte ich jederzeit nutzen können – auch wenn mal kein kabelloses Internet verfügbar ist. Außerdem decke ich mich auch im Urlaub gern mit neuen Büchern ein, weil dann Zeit ist, ausgiebig durch Neuerscheinungen zu blättern. Das ist möglich, weil sich der Kindle 3G (ohne Aufpreis) in sehr vielen Ländern mit dem Internet verbindet.
Wer also viel liest und oft Anmerkungen in Büchern macht, kommt um die Touch-Variante nicht herum. Wer ausschließlich liest, den Browser des Geräts selten nutzt und mit der Tastensteuerung klarkommt, für den reicht der kleine Kindle, der immerhin schon ab 99 Euro zu haben ist. Wer dagegen genervt davon ist, dass Amazon seine Bücher nur für dem Kindle verkauft, dass man sie nicht verleihen kann und dass der Kindle ohne Zusatzprogramme die Formate kostenloser Titel (ePub) nicht zulässt, sollte sich bei anderen Herstellern wie etwa Sony umsehen.
Wie Sie Ihren Kindle mit kleinen Zusatzprogrammen noch nützlicher machen, erfahren Sie hier.











5 Kommentare zu “Kindle Touch: Für wen sich der neue E-Reader von Amazon lohnt”
Habe ihn auch seit gestern. Zum Tippen ganz klar ein großer Fortschritt, nicht nur gegenüber dem Spar-Modell, sondern auch gegenüber meinem bisherigen (amerikanischen) Kindle Keyboard. Dennoch ist, wie Sie schreiben, der “tiefer gelegte” Screen gewöhnungsbedürftig, auch beim Blättern… Ausserdem mag ich nicht, dass mir beim Einschlafen im Bett jetzt noch ein paar Gramm mehr auf die Nase fallen
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Ich wage zu behaupten, dass man sich 3G schenken kann. Ich lade mir vor Reisen mehr auf den Kinder als ich lesen kann. Außer in kleinen Berghütten oder bei Busreisen zum Khyber-Pass oder durch Patagonien ist eigentlich auch (fast) immer ein Starbuck’s mit Wifi in der Nähe
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@Sebastian ich kann dir nur zustimmen. Der Kindle Touch ist wirklich ein sehr guter eBook Reader. Wenn man die technischen Daten der drei besten Touch eReader (das ist meine persönliche Auswahl) miteinander vergleicht http://www.ebook-reader-vergleich.de/ereader-vergleich/direktvergleich/default.aspx?gids=67,21,4 dann wird auch klar warum Amazon so viel Erfolg mit dem neuen Gerät hat. Der Kindle unterstützt die meisten eBook Formate und hat den größten internen Speicher. Schade ist jedoch das er keinen externe Speicherkarte bietet. Wie Sebastian kann auch ich den Kindle Touch nur weiterempfehlen.
Ich finde den Kindle ohne Touch schon vollkommen ausreichen. Zum Umblättern benörige ich keinen Touchscreen, da tuts die Taste an der Seite auch. Ausserdem bekommt man das Gerät schon für knapp 80 EUR (http://www.ebookreader-schnell.de/index.php/kindle)
@Marvin (Impressum: Marvin Thamm)
Deinen Spam-Link möchte hier aber keiner sehen. Wenn es wenigstens ein sinvoller Link wäre der uns einen Mehrwert bringt dann wäre das ja ok aber nur ein Link zu einen alten Gerät das macht hier doch keinen Sinn. Es gibt bereits einen neuen überarbeiteten Kindle Touch das sollten Sie als Betreiber der Seite wissen.