Es ist die zweite Kampfansage innerhalb weniger Tage. Die französische Staatsbahn SNCF will im Nahverkehr in Deutschland neu durchstarten. Derzeit ist die Tochter Keolis die Nummer fünf im deutschen Nahverkehrsmarkt auf der Schiene. “Wir werden uns weiter an Ausschreibungen beteiligen”, sagte Guillaume Pepy, Vorstandschef der SNCF, auf der derzeit stattfindenden Bahnmesse Innotrans in Berlin. Insgesamt zeigte sich Pepy mit der Entwicklung von Keolis noch nicht zufrieden. “Wir müssen besser werden”, so Pepy. “Dafür werden wir auch Geld in die Hand nehmen.”
Artikel mit dem Tag: SPNV
Nahverkehr: Fahrgäste lieben Münster
Münster bekommt von den Fahrgästen im Nahverkehr die besten Noten in Deutschland. Insgesamt bewerten die Bürger der Stadt die Stadtwerke Münster Verkehr (SWM) mit der Note 2,26. Es folgen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mit der Note 2,31 auf Rang zwei und die Freiburger Verkehrs AG (VAG) mit 2,42 auf Rang drei. Bei den Verbünden, die wegen ihres Umland-Verkehrs mit schlechteren Bewertungen rechnen müssen, liegt der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit 2,57 an erster Stelle, dicht gefolgt vom Hamburger HVV, der eine 2,61 erreicht.
Nahverkehr zum Nulltarif: teurer Blödsinn
Die Piraten in Nordrhein-Westfalen starteten vor einigen Wochen einen zaghaften Versuch: Die Einführung des Nulltarifs im Nahverkehr wurde in der Partei eifrig diskutiert. Doch wie absurd die Idee ist, zeigt eine neue Berechnung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). Demnach würde die Einführung eines Nulltarifs allein im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), also der kostenlosen Bus- und Bahnnutzung für alle Bürger, die öffentlichen Kassen und damit den Steuerzahler in Deutschland mit jährlich mindestens zwölf Milliarden Euro mehr belasten.
Nahverkehr: Die gefährliche Forderung nach Direktvergaben
Eine Überraschung war es nicht, was der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gestern in Berlin verkündete. Für den Vormittag lud der Interessenverband der Bahnunternehmen in Deutschland zur Pressekonferenz nach Berlin und erneuerte die Forderung nach Direktvergaben als Instrument für die Vergabe von Nahverkehrsleistungen. Grund dafür: Bis 2015 werde die Hälfte des Nahverkehrsmarktes ausgeschrieben. Die Nahverkehrsbahnen seien nicht mehr in der Lage, an allen Verfahren mitzubieten. Seit Mitte 2010 wurden bereits vier Ausschreibungen aus Mangel an Bewerbern im ersten Versuch aufgehoben, weitere sechs Verfahren hatten nur einen oder zwei Bieter. Von echtem Wettbewerb könne da also keine Rede sein.

