Es ist kaum ein Jahr her, als sich Rüdiger Grube und Guillaume Pepy gegenseitig vorwarfen, den Wettbewerb im jeweils eigenen Land zu behindern. Der eine, Bahnchef Rüdiger Grube, behindere die französische Nahverkehrstochter Keolis über Gebühr; der andere, SNCF-Chef Guillaume Pepy, sperre sich gegen eine Öffnung des französischen Fernverkehrs, so die gegenseitigen Vorwürfe. Inzwischen hat sich der Streit nicht nur gelegt, sondern aus Feinden wurden Freunde: Hand in Hand ziehen die Bahnmanager gegen einen neuen Gegner, den sie in Brüssel ausmachen: Die EU-Kommission.
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Autozug nach Sylt könnte bald Konkurrenz bekommen
Im Streit um ihr Monopol bei Autozügen nach Sylt hat die Deutsche Bahn vor Gericht abermals eine Niederlage hinnehmen müssen. Ihre Tochtergesellschaft DB-Autozug muss demnach festlegen, unter welchen Bedingungen andere Bahnunternehmen die Autoverladestationen mitnutzen können. So sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass auf dem Hindenburgdamm nach Sylt Wettbewerb entstehen kann, entschied das Oberverwaltungsgericht in Münster (Aktenzeichen: 13 B 1818/10).
Eurostar-Zahlen sind gutes Omen für Deutsche Bahn
Die Pannen der Vergangenenheit haben Eurostar offenbar keine Nachteile bescherrt. Kurz vor Weihnachten 2009 sind wegen heftiger Schneefälle gleich fünf Hochgeschwindigkeitszüge im Eurotunnel unter dem Ärmelkanal liegen geblieben. Doch der befürchtete Kundenboykott blieb aus. Eurostar transportierte 2010 mehr Fahrgäste zwischen Paris, Brüssel und London als im Vorjahr.
Die Zahlen des Unternehmens überraschen: Die Zahl der Passagiere stieg um drei Prozent auf 9,5 Millionen, der Umsatz gar um zwölf Prozent auf umgerechnet 900 Millionen Euro (760 Millionen Pfund). Vor allem Geschäftskunden brachten zusätzliche Einnahmen. Wie das Unternehmen heute berichtete, habe Eurostar von der anziehenden Konjunktur profitiert.
Nur jeder fünfte Zug pünktlich
Geahnt hatte es jeder, nun ist es amtlich. Die Deutsche Bahn kann für den Monat Dezember nur eine miserable Pünktlichkeitsstatistik vorweisen. Wie “Der Tagesspiegel” berichtet, war im Fernverkehr zeitweise nur noch jeder fünfte Zug fahrplanmäßig unterwegs, im Regionalverkehr gelang es zeitweise nur sechs von zehn Zügen, pünktlich zu fahren. Das geht aus einer internen Statistik des Unternehmens hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt. Die Bahn hält ihre Pünktlichkeitswerte streng unter Verschluss. Ein Sprecher wollte sich zu den Zahlen daher nicht äußern. Die Betrachtung der Pünktlichkeit einzelner Tage nannte er „irreführend“.
Die miserable Kommunikation während der Weihnachtstage
Ausnahmezustand bei der Deutschen Bahn: Das Winterwetter im Vorweihnachtsverkehr machte dem Unternehmen zu schaffen. Doch nicht alles, was in den letzten Tagen auf den deutschen Schienen schief ging, darf man der Deutschen Bahn ankreiden. Gegen vereiste Oberleitungen gibt es kein Gegenmittel. Und auch herunterfallende Eiszapfen von den Hochgeschwindigkeitszügen, die wegen Schotterfluggefahr zu Höchsttempo 200 zwingen, sind zwar ärgerlich, aber nicht der Deutschen Bahn anzulasten.
Kommt bald der Doppeldecker-ICE?
Noch läuft die Erneuerung der Hochgeschwindigkeitsflotte bei der Deutschen Bahn auf die herkömmlichen ICE-Züge hinaus. Bis zu 220 Schnellzüge will der Staatskonzern bei Hersteller Siemens bestellen. Auch wenn sich die Verhandlungen wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen hinziehen, so steht das Modell fest: Der neue ICE ähnelt im Wesentlichen dem jetzigen ICE 3 – mit etwas bulligerer Schnauze und modernisierter Technik. Doch im Kern bleibt alles beim Alten: gleiches Design, ähnliche Geschwindigkeiten, selbiger Komfort.
Gut für den Steuerzahler
Bahnchef Rüdiger Grube hatte sich sehr früh auf die Konditionen des Arriva-Verkaufs in Deutschland festgelegt. Die Deutsche Bahn hatte den britischen Nahverkehrskonzern Arriva dieses Jahr für rund 2,8 Milliarden Euro (inklusive Schuldenübernahme) gekauft, muss aber die deutschen Bahn- und Bustöchter aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen. Grube wollte dafür einen möglichst hohen Preis erzielen. Derjenige, der am meisten bietet, bekomme den Zuschlag, verkündete der Konzerchef schon im Sommer.
Der Kompromiss, der keiner ist
Die Reaktion der S21-Gegner ließ nicht lange auf sich warten: „Lügenpack“, „Mappus weg“, „Oben bleiben“ – die altbekannten Sprüche der Protesttage vor dem Beginn der Schlichtungsgespräche Ende Oktober hallten gleich nach dem Schlichterspruch von Heiner Geißler durch das Rathaus. Die Enttäuschung der S21-Gegner war groß.
Ramsauers zweifelhafte Hinterzimmerpolitik
Zwei nahezu zeitgleich erscheinende Interviews entlarven Peter Ramsauer: Während der Bundesverkehrsminister davon spricht, er habe mit Rüdiger Grube “vereinbart”, dass die Deutsche Bahn künftig mehr Geld in das Schienennetz investieren will, scheint der Bahnchef davon wenig zu wissen.

