» 01.02.2013, 16:24

Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Woche 5

Das Thema der Woche: Die EU-Kommission schlägt einen Keil durch den Bahnkonzern. Außerdem muss der ICE-Chef bei Siemens seinen Posten räumen. Und Großbritannien baut nun auch Hochgeschwindigkeitsstrecken.

Trennung vom Tisch

Es ist eine merkwürdige Konstellation, die die EU-Kommission gewählt hat. Offiziell ist eine Trennung der Eisenbahnkonzerne zwar vom Tisch. Doch gleichzeitig verlangt Verkehrskommissar Siim Kallas die finanzielle, organisatorische und personelle Unabhängigkeit des Schienennetzsbetreibers. Wird die nicht umgesetzt, tritt ab 2019 eine Wettbewerbsklausel in Kraft, die EU-Ländern das Recht gibt, den Bahnkonzern als Wettbewerber auszuschließen. Das klingt nach viel Bürokratie. Und nach einer Zerschlagung durch die Hintertür. Die Deutsche Bahn opponiert. Mehr Infos bei wiwo.de und sueddeutsche.de.

ICE-Chef muss gehen

Die Lieferverzögerung beim ICE wurden Ansgar Brockmeyer (46) zum Verhängnis. Er muss den Chefposten an der Siemens-Sparte Hochgeschwindigkeits- und Regionalzüge für Nachfolger Jürgen Wilder (42) räumen. Elektroingenieur Brockmeyer war durchaus geschätzt und mitunter erfolgreich: Der Verkauf der mit dem ICE baugleichen Velaro-Züge nach Russland lief unter seiner Ägide. Doch auch das aktuelle ICE-Desaster geht auf seine Kappe. Mehr lesen.

Bund fordert Erklärung von Bahn bei S21

Stuttgart 21 bleibt Dauerthema. Die Deutsche Bahn soll auf Druck der Staatssekretäre, die im Aufsichtsrat sitzen, nun die Kostenexplosion erklären. Der Bahn-Vorstand hatte dem Kontrollgremium die 1,1 Milliarden Euro Mehrkosten in der Dezember-Runde mitgeteilt. Offenbar war man in den Ministerien über diese Summe “not amused”. Auch Kritik an Felcht kam auf. Mehr lesen.

Fritz Kuhns’ erste Mission

Kaum ist der Grünen-Politiker Fritz Kuhn Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, legt er sich mit der Deutschen Bahn an. Auf städtischen Flächen bleiben nun 56 von 63 Bäumen, die wegen des Bahnprojekts zur Fällung vorgesehen sind, zunächst erhalten. Sieben Bäume mussten aber dran glauben. Mehr lesen.

Auch Briten wollen schnell

In Großbritannien gibt es bis jetzt nur eine einzige Hochgeschwindigkeitsstrecke: die “High Speed 1″ vom Kanaltunnel nach London. Nun plant Großbritannien eine weitere Tempostrecke: Ab 2032 könnten Reisende aus Frankfurt oder Köln dann durchgehend nach Manchester, Birmingham und Leeds fahren. Mehr hier.

Historischer Sieg für MeinFernbus

Als erster deutscher Fernbusanbieter startet das Start-up MeinFernbus zwei neue Strecken, die nach der neuen Gesetzgebung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) genehmigt wurden. Nur sechs Wochen nach der Liberalisierung fahren damit zusätzliche grüne MeinFernbusse mehrmals täglich von Frankfurt (ab 22 Euro) und Leipzig (ab 8 Euro) in Richtung Berlin. Los geht es ab 14. Februar.

Schlecker-Frauen bei der Bahn

14 ehemalige Schlecker-Frauen bekommen eine neue Chance bei der Deutschen Bahn. Der Konzern bildet sie zu Weichenwärterinnen und Fahrdienstleiterinnen aus. Ihr Spitzname: “Herzstücke” – wie die Mittelteile von Weichen, die den Richtungswechsel ermöglichen.

Mein persönlicher Wochenrückblick – jeden Freitag. Den letzten Rückblick gibt es hier

 

» 01.02.2013, 16:24

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