Der Winter bringt gute und schlechte Nachrichten für Nordrhein-Westfalen. Wegen Strommangel drohen 30 Prozent der Pendlerzüge im Nahverkehr an kalten Tagen stehen zu bleiben. Köln erhält mehr und bessere Anbindungen im Fernverkehr. Die Bahn-Woche in der Rückschau.
NRW droht Bahn-Chaos im Winter
Bleiben im Winter die Züge stehen? Bahnchef Grube warnte im WAZ-Interview vor bis zu 30 Prozent Zugausfällen in Nordrhein-Westfalen an kalten Tagen, weil der Deutschen Bahn der Fahrstrom fehlen könnte. Hintergrund ist die geplante Stilllegung von drei Blöcken des Kohlekraftwerks Datteln Ende des Jahres, der drei Viertel des Bahnstroms im Ruhrgebiet produziert. Ein neuer vierter Block geht wegen Planungsfehlern nicht rechtzeitig ans Netz. Kommentar im Blog und Grube-Interview.
Mehr Züge am Wochenende
Die Deutsche Bahn will zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember mehr Züge am Wochenende einsetzen. Gewinner dürften Pendler im Raum Berlin und Köln sein. Von Hamburg nach Köln setzt die Bahn beispielsweise modernsierte Intercity-Züge ein. Mehr Infos
Auslandsstrecken lassen SNCF-Umsatz steigen
Die Streckenangebote der französischen Staatsbahn SNCF ins Ausland kommen gut an. Die Fernverkehrssparte SNCF Voyages erwirtschaftete in den ersten neun Monaten dieses Jahres ein Umsatzplus von 2,6 Prozent – 18 Prozent ihres Umsatzes erzielt die Sparte bereits im Ausland. Die Hochgeschwindigkeitsverbindungen in die Schweiz, nach Belgien und nach Deutschland entwickelten sich alle positiv. Insgesamt verbuchte SNCF einen Konzernumsatz von 25,1 Milliarden Euro. Nur die Logistik schwächelt.
Neues vom Schienenkartell
Die Schlagzeilen um das Schienenkartell reißen nicht ab. ThyssenKrupp lässt nun prüfen, ob Stahlvorstand Edwin Eichler möglicherweise über das Kartell informiert war, aber nichts unternommen hat. Der Aufsichtsrat hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Rolle Eichlers zu klären. Mehr Infos hier.
Kostengrenze bei S21 gesprengt
Nun ist es offiziell. Die Kosten für das Bahnhofs-Projekt Stuttgart 21 laufen aus dem Ruder. Durch Änderungen an den Bauplänen im Zuge der Anbindung des Flughafens und zusätzlichen Brandschutz lägen die Baukosten voraussichtlich über der vereinbarten Obergrenze von 4,5 Milliarden Euro, sagte Bahn-Vorstand Volker Kefer am Montag in Stuttgart nach einer Sitzung des Lenkungskreises der Projektpartner. Vor einer Woche gab es dazu nur Andeutungen. Nun geht es um die alte Frage: Wer zahlt?
Energiewende erzürnt Nahverkehrsunternehmen
Weil Busse und Bahnen nicht im internationalen Wettbewerb stehen, sollen sie die volle EEG-Umlage bezahlen, so die Forderung einiger Politiker. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) widerspricht und fordert sogar noch mehr staatliche Unterstüzung. Schienenbahnen würden nur beim Verbrauch von Fahrstrom entlastet, nicht aber beim Stromverbrauch von Rolltreppen, Aufzügen oder Ticketautomaten. Das müsse sich ändern. Es geht um viel Geld: 2012 und 2013 in Summe fast 400 Millionen Euro.
Deutsche Bahn greift ODEG unter die Arme
Schon wieder kommen bestellte Züge zu spät. Die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) wartet auf 16 Doppelstock-Triebzüge von Stadler. Zum Fahrplanwechsel im Dezember hilft die Deutsche Bahn ihrem Konkurrenten nun mit je zehn Zügen und Lokomotiven sowie rund 70 Personen. Mehr Infos.
S-Bahn München soll in Teilen ausgeschrieben werden
Wie Berlin, so auch München. Die bayerische Landeshauptstadt will ihre S-Bahn 2017 am liebsten in Teilnetzen ausschreiben, um mehr Eisenbahnunternehmen an dem Wettbewerb zu beteiligen. Vorbild ist Berlin, wo das Nahverkehrsnetz in vier Teilen ausgeschrieben wurde. Mehr Infos.
Mein persönlicher Wochenrückblick – jeden Freitag. Den letzten Rückblick gibt es hier.










