Das hatte sich Eurostar anders vorgestellt. Der Betreiber des Hochgeschwindigkeitszuges zwischen England und dem europäischen Festland profitierte zwar während der Zeit der Olympischen und Paralympischen Spiele von einer steigenden Nachfrage. Die Fahrgastzahlen stiegen in den gut vier Wochen, in denen die Spiele stattfanden, um vier Prozent. Doch vorher und nachher blieben viele Sitzplätze frei.
Die Zahl der vom Festland nach London reisenden Urlauber sank im Monat Juli im Vergleich zum Vorjahr und auch der Geschäftsmarkt brach ein. Offenbar legten die Unternehmen ihren Mitarbeitern nahe, “der Hauptstadt während des Ansturms auf die Olympischen Spiele fernzubleiben”, schreibt der Bahnbetreiber. Damit dürfte Eurostar-Chef Nicolas Petrovic alles andere als zufrieden sein.
Noch enttäuschender lesen sich die Umsatzzahlen, die durch den ungünstigen Sterling-Euro-Kurs belastet wurden. Der Umsatz sank im dritten Quartal um fünf Prozent auf 188 Millionen Pfund – in den ersten neun Monaten steht ein Minus von einem Prozent. Ohne Euro-Krise wäre der Umsatz allerdings gestiegen, berichtet das Unternehmen. Die Fahrgastzahlen im laufenden Jahr blieben immerhin stabil. Insgesamt fuhren seit Jahresbeginn 7,4 Millionen Reisende durch den Ärmelkanaltunnel – ein Plus von einem Prozent.
Die Nachfrage habe sich nach Olympia inzwischen normalisiert. “Die Aussichten für das Jahresende sind durchweg positiv”, sagt Petrovic. Er freue sich “auf den regen Betrieb im ‚postolympischen Nachglühen‘ der Stadt.“










