» 17.10.2012, 12:17

Wettbewerb auf der Schiene: Erfolgreicher Angriff gegen italienische Staatsbahn

Seit April blickt Europas Bahnindustrie auf Italien. Mit dem Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) tritt erstmals ein privates Konsortium massiv gegen eine etablierte Staatsbahn im Fernverkehr an – und der Großangriff scheint zu gelingen.

Italo-Zug: Gute Auslastung

640.370 Passagiere haben seit Betriebsstart am 28. April bis Ende August einen der 25 roten Schnellzüge gewählt, um etwa von Mailand nach Rom zu kommen. Die Auslastung lag damit im Schnitt bei etwa 45 Prozent – so viel wie die ICE-Züge der Deutschen Bahn. Das erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen.

Bei der französischen Staatsbahn SNCF, die an NTV mit 20 Prozent beteiligt ist, zeigt man sich über die Entwicklung erfreut. „Wir haben das Zugfahren in Italien neu erfunden“, sagt Guillaume Pepy, Vorstandschef von SNCF. Zu NTV gehören neben den Franzosen mehrere Privatinvestoren aus Italien, darunter Luca di Montezemolo, Aufsichtsratschef von Ferrari, der auch NTV als oberster Kontrolleur vorsteht.

Insgesamt investierte die Gruppe rund eine Milliarde Euro, um der Staatsbahn Trenitalia Konkurrenz zu machen. Seit Anfang Oktober verbindet der „Italo“ zusätzlich die Städte Venedig, Bologna und Florenz. Die Pünktlichkeit der Züge liegt bei 95 Prozent. Das Projekt ist ein wichtiger Gradmesser dafür, ob Wettbewerb auf der Schiene auch im Fernverkehr funktioniert. Anders als im Nahverkehr müssen die Unternehmen ohne öffentliche Subventionen zurecht kommen.

Bordunterhaltung: News von der Decke

NTV lockt Kunden mit einem Drei-Klassen-Konzept: Club, Prima oder Smart. Die Fahrgäste werden im Zug mit Sky-Nachrichten und Filmen unterhalten. Die Monitore sind unterhalb der Decke angebracht. Breitbandverbindungen, UMTS-Telefonnetze und kostenloses Wifi für das Internet ergänzen das Angebot. Die Bordgastronomie serviert typisch italienische Gerichte.

 

 

» 17.10.2012, 12:17

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