» 15.10.2012, 14:29

Europcar-Chef: “MIt dem Smart können Sie hochkant am Baum parken”

Interview: Jan-Peter Ellerbrock, Deutschland-Geschäftsführer von Europcar, will mit dem Carsharing-Konzept Car2Go neue Kunden ansprechen und 2014 die Gewinnschwelle erreichen.

Herr Ellerbrock, als Autovermieter sind Sie in das Carsharing eingestiegen. Zusammen mit Joint-Venture-Partner Daimler gehen Sie mit Car2Go in vier Städten an den Start. Kannibalisieren Sie damit nicht Ihr Kerngeschäft?

Nein. car2Go zielt auf die kurzfristige Miete von weniger als einen Tag. Europcar vermietet Autos mit einer Dauer von mindestens einem Tag. Das Geschäft ist eine Ergänzung. Das Mobilitätsverhalten der Kunden hat sich verändert und darauf reagieren wir.

Was hat denn Europcar konkret von dem Joint Venture mit Daimler?

Wir können eine Klientel ansprechen, die wir vorher nicht erreicht haben. Wer sich für car2go registrieren will, kann das etwa in einer unserer Europcar-Filialen tun. Zudem bieten wir auch eine Partner-Card an, die 15 Prozent Rabatt gewährt, wenn ein car2go-Nutzer ein Europcar-Auto ausleiht. In Hamburg hat schon jeder Dritte car2go-Kunde mindestens einmal ein Europcar-Auto gemietet. Das sind klassische Synergien. Am Ende soll car2go natürlich auch Geld verdienen.

Ist es denn schon soweit?

Noch nicht. Wir sind in der Expansionsphase. Das kostet Geld. Aber die Entwicklung ist positiv. Jede Woche kommen fast 100 Neukunden hinzu. Bis 2014 soll car2go in einzelnen Städten profitabel sein. car2go ist in Deutschland ja schon jetzt in Berlin, Hamburg, Ulm, Köln und Düsseldorf unterwegs.

Die Konkurrenz schläft nicht. Auch BMW und Citroën preschen in den Markt vor. Warum sollte Car2Go der bessere Carsharer sein?

Weil der Smart das perfekte Auto ist. Mit dem können Sie hochkant am Baum parken. Für innerstädtische Fahrten wie bei car2go üblich ist das einfach genial. Weitere Vorteile des Konzepts sind die minutengenaue Abrechnung und damit Kostentransparenz, die Unabhängigkeit von Standorten und die Einfachheit und Flexibilität in der Nutzung.

Die Parkplatzsuche kann dennoch nerven. Setzt Car2Go vielleicht auch mal auf feste Stationen?

Nein. car2go bleibt stationsfrei. Wir schließen aber nicht aus, auch andere Mobilitäts-Konzepte, die auf feste Stellplätze setzen, in Erwägung zu ziehen.

Wie hat sich Ihr Kunde in der Vergangenheit verändert und was bedeutet das für Ihr Kerngeschäft, die Autovermietung?

Die Smartphone-Generation ist an einfachen und unkomplizierten Ausleihprozessen interessiert. Wir bringen die Autos zum Beispiel immer öfter vor die Haustüre. In Hamburg starten wir außerdem zusammen mit der Hochbahn und car2go bald eine App, die wichtige Funktionen miteinander vereint: die Suche von Nahverkehrsverbindungen, die Ortung des nächsten car2go-Autos, den Kauf von ÖPNV-Tickets und die Buchung eines Mietautos. Ziel ist es, alle Transaktionen über eine Rechnung laufen zu lassen.


» 15.10.2012, 14:29

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