» 17.09.2012, 11:03

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Fernbusse durch Deutschland: Was die Unternehmen planen

Wenn es schnell geht, könnte der Buslinienverkehr durch Deustchland schon im ersten Quartal 2013 starten. Zahlreiche Busunternehmen positionieren sich nun für den künftigen Wettbewerb untereinander und mit der Deutschen Bahn. Die Pläne der Unternehmen:

MFB MeinFernbus: Das Berliner Unternehmen will früh ein flächendeckendes Fernbusnetz aufbauen. „MeinFernbus plant bereits konkret den raschen Aufbau eines deutschlandweiten Fernbusnetzes”, sagt Torben Greve, Gründer und Geschäftsführer der MFB MeinFernbus. “Gemeinsam mit mittelständischen Bus-Partnern etablieren wir unter einem gemeinsamen Markendach ein nationales Fernbusliniennetz.” Die grünen Busse verbinden heute schon die Städte Freiburg und München – nach eigenen Angaben mit “großem Erfolg”.

Deinbus.de: Drei Jahre lang habe das Unternehmen für die Liberalisierung gekämpft, heißt es auf der Internetseite. Endlich falle das Monopol. “Wir haben es geschafft.”Auch Deinbus.de, der junge Pionier und Angreifer, will das Busnetz ausbauen. München werde dabei “eine noch größere Rolle spielen als bisher”, sagte Alexander Kuhr von Deinbus.de der Süddeutschen Zeitung. Bislang betreibt das junge Unternehmen innerdeutsche Fernbus-Linien von München nach Freiburg, Prag und Frankfurt oder von Frankfurt nach Stuttgart, Düsseldorf und Köln. In den nächsten Monaten sollen laut SZ mindestens zwei weitere Städteverbindungen hinzukommen. Konkrete Zielorte nannte Kuhr aber nicht.

Deutsche Touring: Das Unternehmen gehörte früher zur Deutschen Bahn, nun könnte es dem Monopolisten auf der Schiene Konkurrenz machen. Schon früh kündigte das Unternehmen den Aufbau eines bundesweiten Fernbusnetzes an, sollte es zu der Liberalisierung kommen. Dabei scheinen zwei Strategien realistisch. Das heute zu einem spanischen Konzern gehörende Unternehmen dürfte zum einen interessiert sein, mit neuen Bussen eine qualitativ hochwertigere Konkurrenz aufzubauen. Teilweise könnte Touring Business-Busse mit größeren Sitzen und WLAN einsetzen. Zum anderen schielt das Unternehmen auch darauf, ihre schon heute quer durch Europa tourenden Reisebusse stärker auszulasten. Ein Bus aus Spanien mit Ziel Berlin könnte etwa für wenig Geld Fahrgäste in Köln aufgabeln.

Veolia Verkehr: Die Verkehrssparte des französischen Verkehrs-, Wasser- und Umweltkonzerns hat sich schon früh für eine Freigabe des Fernbusmarktes stark gemacht. Früheren Plänen zufolge stehen drei Linien im Fokus: 1. KIel-Hamburg-Hannover-Oberhausen 2. Oberhausen-Dortmund-Frankfurt-München und 3. Düsseldorf-Köln-Frankfurt/Flughafen-Karlsruhe-München. Momentan steht die Verkehrssparte des Veolia-Konzerns zum Verkauf. Das könnte die Expansion bremsen.

Deutsche Bahn: Der Deutschen Bahn gehört mit der Tochtergesellschaft Bex die derzeit größte Fernbuslinientochter. Das Unternehmen verbindet vor allem Berlin mit zahlreichen deutschen Städten wie Hamburg, Düsseldorf und München. Diese Ausnahmeregelung ist ein Überbleibsel des geteilten Deutschland. Der Aufbau eines bundesweiten Fernbusnetzes im Rahmen der Liberalisierung war aber zuletzt nicht geplant. Der Konzern hatte sich davon offiziell distanziert.

Die Deutsche Bahn wird den Wettbewerb ab kommendem Jahr vor allem auf der Schiene zu spüren bekommen. Die Busunternehmen werden die Bahn vor allem beim Preis angreifen. Allerdings werden die Unternehmen vor allem eine neue Klientel ansprechen. Studien haben ergeben, dass vor allem Studenten und Fahrgäste mit Migrationshintergrund die Billitickets nutzen werden, weil sie sich Bahnfahren oft nicht leisten können. Die Folgen für die Deutsche Bahn könnten als geringer sein als angenommen.

Im Herbst wollen Bundestag und Bundesrat eine Änderung des Personenbeförderungsgesetzes beschließen. Diese Regelung existiert seit mehr als 80 Jahren und hat die Eisenbahn in Deutschland vor Konkurrenz auf der Straße geschützt. Demnach wurden nur Buslinien in Deutschland genehmigt, wenn sie deutlich vorteilhafter waren als bestehende Bahnverbindungen, also beispielsweise zwei Städte ohne Umstieg verbindeten.

 

» 17.09.2012, 11:03

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