» 24.08.2012, 08:49

Nahverkehr: Fahrgäste lieben Münster

Münster bekommt von den Fahrgästen im Nahverkehr die besten Noten in Deutschland. Insgesamt bewerten die Bürger der Stadt die Stadtwerke Münster Verkehr (SWM) mit der Note 2,26. Es folgen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mit der Note  2,31 auf Rang zwei und die Freiburger Verkehrs AG (VAG) mit 2,42 auf Rang drei. Bei den Verbünden, die wegen ihres Umland-Verkehrs mit schlechteren Bewertungen rechnen müssen, liegt der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit 2,57 an erster Stelle, dicht gefolgt vom Hamburger HVV, der eine 2,61 erreicht.

Das ist das Ergebnis des ÖPNV-Kundenbarometers 2012, den TNS Infratest aus München gestern veröffentlicht hat. Insgesamt haben sich die Leistungen fast aller Verkehrsunternehmen demnach verbessert. In insgesamt 39 Verkehrsunternehmen und -verbünden in Deutschland konnten die Fahrgäste die Qualität nach bis zu 37 Leistungsmerkmalen bewerten. Grundlage für die Benotung ist eine Skala von 1 für „vollkommen zufrieden” bis 5 für „unzufrieden”.

Zwar hat Münster die beste Gesamtnote. In den Einzelbereichen sahnten aber die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) am häufigsten ab. Vier mal errangen die Schwaben den ersten Platz. Dresden und Münster kommen auf jeweils drei Einzelsiege.

Beispiele für einzelne Kategorien:

- Beste Anschlüsse: EVAG in Erfurt (2,58) und Üstra in Hannover (2,59)

- Bestes Linien- und Streckennetz:  Stuttgart (2,34) und Dresden (2,35)

- Höchste Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit: Freiburg (2,32)

- Beste Fahrkartenautomaten: Dresden (2,59)

- Die zufriedensten Internet-Nutzer: Dresden (2,28) und VWG in Oldenburg (2,32)

- Höchste Sicherheit abends in Bussen: Stadtwerke Landshut (2,49)

- Höchste Sicherheit abends an Haltestellen: Innsbruck (2,79)

- Beste Informationen bei Störungen und Verspätungen: Freiburg (2,95) und die EVAG Erfurt (2,96)

- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Münster (3,10) und RegioBus in der Region Hannover (3,12)

Leider veröffentlicht die Studie nur die Gewinner der Umfrage. Nahverkehrsunternehmen mit schlechter Qualität brauchen daher nichts zu fürchten.

Der Einwand von “Zweifler” in den Kommentaren ist berechtigt und richtig! Ich habe nachgefragt: Da es sich bei der Umfrage laut TNS um eine “Beteiligungsstudie” handelt, sind auch nicht alle Städte und Nahrverkehrsunternehmen berücksichtigt. Dies verzerrt den Gesamtüberblick natrülich immens. Berlin, München und Köln scheinen gar nicht erfasst zu sein. Die Studie mag daher einen groben Überblick gben und einzelne Lichtblicke nennen. Repräsentativ ist die Studie aber nicht!

 

 

» 24.08.2012, 08:49

    3 Kommentare zu “Nahverkehr: Fahrgäste lieben Münster”


  1. Zweifler sagt:

    Diese Statistik ist sehr fragwürdig, da eigentlich nur relative wenige Städte mit ihren Verkehrsbetrieben teilnehmen. Die tns-Infratest-Untersuchung enthält keine Daten zu Städten wie Berlin, München, Frankfurt oder Hamburg – wo ist da die Repräsentativität.

    Es wäre fair und guter Journalismus diese Limitierung der Datenbasis deutlich zu machen. Leider geht auch tns-Infratest mit solchen Fakten nicht so um, wie man es bei einer Untersuchung, die einen wissenschaftlichen Hintergrund vorgibt, erwartet.

  2. An “Zweifler”: Sie haben Recht: Ich habe bei TNS nachgefragt: Da es sich bei der Umfrage laut TNS um eine “Beteiligungsstudie” handelt, sind auch nicht alle Städte und Nahrverkehrsunternehmen berücksichtigt. Dies verzerrt den Gesamtüberblick natürlich immens. Berlin, München und Köln scheinen gar nicht erfasst zu sein. Die Studie mag daher einen groben Überblick gben und einzelne Lichtblicke nennen. Repräsentativ ist die Studie aber nicht!

  3. Zweifler sagt:

    Danke für die Bestätigung.

    Der Artikel hier ist noch halbwegs harmlos. Bemüht man Google, findet man auch Schlagzeilen wie “Münster hat das beste Nahverkehrsnetz Deutschlands”. Nichts gegen Lokalpatriotismus, aber das wäre auch dann nicht unumstritten, wenn die Studie repräsentativ wäre, da man über die Fragestellungen und Parameter auch lange streiten kann.

    Mich ärgert nur bei TNS, dass man schon ziemlich graben muss, um die Randbedingungen der Studie zu erkennen – und das machen die jedes Jahr so. Selbst das dort downloadbare Dokument “Ausführliche Informationen zu Zielsetzung, Untersuchungsaufbau, Modell und Berichterstattung des ÖPNV-Kundenbarometers” ist dahingehend unzureichend.

    Leider habe ich zumindest via Google keinen Bericht gefunden, der die Ergebnisse mal kritisch hinterfragt. Die Ergebnisse sind sicher bei > 250 Interviews pro Stadt halbwegs brauchbar (d.h. der lokale Auftraggeber erfährt, was die Kunden über seine Leistung denken). Aber nicht, um daraus irgendwelche bundesweiten Vergleichsaussagen abzuleiten. Dass es trotzdem gemacht wird, ist reines Marketing, um sich im umkämpften Markt der Institute zu behaupten. Und solche Meldungen verbreiten sich dann.