» 23.07.2012, 15:50

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Hamburg-Köln-Express: Erfolgreicher Start

Die Deutsche Bahn hat seit heute einen neuen Wettbewerber auf der Fernstrecke. Pünktlich um 6:35 Uhr startete der Hamburg-Köln-Express (HKX) am Bahnhof in Hamburg-Altona in Richtung Köln, wo er mit sechs Minuten Verspätung um 11:03 Uhr ankam. Zurück ging es um 12:01 Uhr pünktlich ab Köln in die Hansestadt.

Der Betriebsstart war ein voller Erfolg. Auf der ersten Strecke Richtung Süden fuhren rund 90 Passagiere – angesichts des frühen Starts eine ordentliche Quote. Zurück Richtung Norden saßen rund 190 zahlende Gäste im Zug. Bei einer Kapazität von 450 Sitzplätzen entspricht dies einer Auslastung von 42 Prozent. Die Deutsche Bahn liegt im Durchschnitt aller Fernverkehrszüge bei rund 45 Prozent. Geschäftsführerin Eva Kreienkamp zeigte sich angesichts der Zahlen auch zufrieden. Einen ersten Eindruck des HKX zeigt auch das Video.

Der HKX könnte sich so durchaus als Alternative zum Intercity der Deutschen Bahn zwischen Hamburg und Köln etablieren. Die Tickets kosten zwischen 20 und 60 Euro und sollen laut HKX-Chefin Kreienkamp vor allem jene Fahrgäste überzeugen, die keine Bahncard50 haben und eher seltener fahren. In Köln stiegen auf der Jungfernfahrt auffällig viele junge Leute in den Zug. Offenbar scheint der HKX für Studenten, die eher sporadisch ihre Reise in die alte Heimat antreten oder in ihre Unistadt fahren, ein attraktives Angebot darzustellen.

Für das Geld bietet der HKX in den Waggons durchaus angemessenen Komfort. Die Sitze sind breiter und angenehmer als die Intercity-Sitze in der Zweiten Klasse der Deutschen Bahn. HKX hat sich für den Betriebsstart frühere Rheingold-Wagen der Ersten Klasse gemietet. Das schwarz-weiße Design der Sitze wirkt modern und angenehm. Das Unternehmen wird solange mit den nostalgischen Zügen unterwegs sein, bis die eigenen Züge, die derzeit renoviert werden, fertig sind. Bei der Modernisierung kam es zu Verzögerungen. Die HKX-Züge sollen 2013 einsatzbereit sein.

Tipp bei der Ticketbuchung: Derzeit können Fahrkarten im Internet unter hkx.de oder telefonisch gekauft werden, allerdings kann HKX dem Fahrgast keinen Sitzplatz mit Steckdose garantieren. Wer sicher gehen will, kauft sich daher am besten das Ticket im Zug. Für die Spontanreisenden hat HKX je zwei Abteile pro Wagen reserviert, die jeweils über Steckdosen verfügen.

Der Wettbewerb scheint sich mit dem HKX nun  im Fernverkehr auf der Schiene langsam zu etablieren. Vor zehn Jahren startete bereits der Interconnex, der zurzeit zweimal am Tag zwischen Leipzig und Berlin sowie einmal pro Tag zwischen Leipzig und Rostock fährt. 2011 nutzten nach Unternehmensangaben 400.000 Menschen den Interconnex, doppelt so viele wie in den Anfangszeiten. Betrieben wird der blau-gelbe Zug von dem Bahnunternehmen Ostseeland Verkehr, einer Tochter des französischen Konzerns Veolia. Laut Veolia fährt der Zug schwarze Zahlen ein.

Für Herbst hat sich zudem ein weiterer Konkurrent angemeldet. Der Party- und Sonderzugbetreiber MSM will die Städte Köln, Hamburg und Berlin über das Drehkreuz Hannover miteinander verbinden. Damit böten sich für Reisende zwischen Köln und Hamburg künftig drei Alternativen. Zudem dürfte die Qualität deutlich steigen. HKX will ab 2013 die eigenen, umgebauten Züge mit deutlich mehr Komfort einsetzen. Als Antwort auf die Wettbewerber plant die Deutsche Bahn  offenbar ab Dezember 2013 den Einsatz von neuen Doppelstockwagen von Hersteller Bombardier. Die “Dostocks” sind derzeit ausschließlich im Nahverkehr im Einsatz, sollen dann aber für den Fernverkehr aufgerüstet werden.

 

» 23.07.2012, 15:50

    2 Kommentare zu “Hamburg-Köln-Express: Erfolgreicher Start”


  1. Karl Korn sagt:

    Schön, dass es diese Zugverbindung jetzt gibt. Mag sein, dass der Charme der alten Rheingoldzüge bei den Fahrgästen besser ankommt als die doch recht drögen IC Züge der DB.

  2. Dan sagt:

    Bahnfahren kann eine Alternative zum Auto sein. Die Züge müssen sauber sein, alle Tickets werden gleich mit Sitzplatz verkauft – so macht das Spass. Ein überfüllter ICE (Standard im Ruhrgebiet) hat da nur noch den Charme einer rasenden Strassenbahn.