» 04.06.2012, 16:30

,

Debatte um Alkoholverbot in Zügen: Deutsche Bahn lässt weiter trinken

Die Innenminister der Länder fordern ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen an Fußballspieltagen. Am vergangenen Freitag beschlossen sie auf der Innemninister-Konferenz im mecklenburgischen Göhren-Lebbin, sich für eine entsprechende Regelung stark zu machen. Details dazu sollen noch erarbeitet werden. Die Deutsche Bahn will das offenbar ebenfalls prüfen. Ein generelles Alkoholverbot lehnt der Konzern aber ab: Das Unternehmen will auch in Zukunft weiter trinken lassen.

Gerd Becht, als Vorstand für Compliance und Recht quasi auch Alkohol-Beauftragter der Bahn, sagte im Interview mit dem Mitarbeitermagazin “DB Welt”: “Ein grundsätzliches Alkoholkonsumverbot löst die Probleme nicht.” Die Erfahrungen mit Alkoholverboten in Hamburg und München seien “ernüchternd”. Das Verhalten der Menschen “verändert sich nicht spürbar”. Die Störer würden schon betrunken in den Zug steigen. “Der Alkoholkonsum vor Fahrtantritt ist damit das eigentliche Problem.”

Becht fordert daher bessere Vorsorge. Das Geld, das etwa anfallen würde, um bei einem Alkholoverbot Kontrollen zu verschärfen, “müsste der Steuerzahler tragen”, sagt Becht. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sei Ländersache. “Dieses Geld wäre besser in der Suchtprävention investiert, als in einem neuen Verbot.”

Becht gibt als Ursache für die Zurückhaltung der Deutschen Bahn aber auch rechtliche Bedenken an. “Wir befürchten, dass ein Alkoholkonsumverbot von den Gerichten gekippt werden könnte.” Versuche in Freiburg und Düsseldorf seien bereits gerichtlich gestoppt worden. “Dabei spielten die Grundrechte eine entscheidende Rolle.”

» 04.06.2012, 16:30

    2 Kommentare zu “Debatte um Alkoholverbot in Zügen: Deutsche Bahn lässt weiter trinken”


  1. toni sagt:

    Ich hab da mal ‘ne Frage, wenn ein Vandale vorher Brot gegessen hat, würden die Innenminister dann jetzt fordern Brot zu verbieten?

  2. thorben sagt:

    Weiter so, Pro Alkohol