Vielleicht hat es Rüdiger Grube geahnt. Parallel zur laufenden Verhandlung im Lenkungskreis über die Fortsetzung des Großprojekts Stuttgart 21, ließ der Bahnchef eine Pressemitteilung an die Medien verteilen. Thema: DB-Chef Grube zeichnet die besten Projekte des Wettbewerbs “Bahn-Azubis gegen Hass und Gewalt” aus. Auf dem dritten Platz ehrt der Chef drei Azubis aus Stuttgart. Sie haben vier Schulklassen der Jahrgangsstufe fünf und sechs, in denen es viele Schüler mit Migrationshintergrund gibt, zu einem Erlebnistag im Stuttgarter Bahnhof eingeladen. Die Schüler durften Räumlichkeiten der Alten Post renovieren. Zum Schluss gab es eine Bahnhofsrallye.
So, als wäre nichts gewesen, hält die Deutsche Bahn auch weiter fest am Stuttgarter Bahnhof. Für den neuen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann ist das Ergebnis des Lenkungskreises eine bittere Niederlage. Der Grüne wollte den Bau des umstrittenen Bahnhofs eigentlich bis zum geplanten Volksentscheid im Oktober verhindern. Doch nun muss er zusehen, wie die Deutsche Bahn erneut Fakten schafft.
Die Argumente des Staatskonzerns waren offenbar zu gut. Die Bahn forderte, das Land müsse bei einer Fortsetzung des Baustopps die Kosten übernehmen. Bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse des Stresstests Mitte Juli wären dies nach Konzernangaben 50 und 60 Millionen Euro gewesen. Bis zu einer Volksabstimmung über S21 hätten sich die Kosten laut Bahn auf 410 Millionen Euro kumuliert. Die Landesregierung habe nun darauf verzichtet, einen Antrag auf Baustopp zu stellen.
Kretschmann wollte das finanzielle Risiko offenbar nicht eingehen. Es bleiben ihm die Hoffnungen auf die Ergebnisse des Stresstests. Doch davon dürfte keine wirkliche Gefahr für das Bauprojekt ausgehen. Die Experten der Schweizer Firma SMA sollen überprüfen, ob der geplante Bahnhof mit acht Gleisen ausreichen wird, um 49 Züge pro Stunde fahren zu lassen – eine Steigerung von 30 Prozent gegenüber heute. Die Gretchenfarge wird sein, welchen Fahrplan man dabei unterstellt. Da es keinen vorgegebenen Fahrplan gibt, sondern die Beteiligten sich auf zwei mehr oder weniger beliebige Fahrpläne geeinigt haben, die simuliert werden sollen, scheint der Nachweis des Leistungsplus wahrscheinlich.
Möglich ist, dass die Deutsche Bahn bereits Hinweise von SMA bekommen hat, dass der Nachweis des Leistungsplus machbar ist. Die Vehemenz, mit der die Deutsche Bahn in den vergangenen Tagen für die schnelle Wiederaufnahme der Bauaktivitäten getrommelt hat, lässt das zumindest erahnen. Selbst für den Fall höherer Kosten, hat Bahn-Vorstand Volker Kefer bereits Vorsorge getroffen. In der Wochenzeitung “Die Zeit” kündigte er an, der Konzern werde an Stuttgart 21 auch dann festhalten und weiterbauen, wenn die Kosten höher werden als geplant. Selbst wenn die von Bahnchef Rüdiger Grube genannte „Sollbruchstelle“ von 4,5 Milliarden Euro überschritten werde, bedeute dies nicht automatisch ein Aus für das Projekt. Die Hürden für einen Erfolg beim geplanten Volksentscheid sind ohnehin zu hoch.
Die Signale verdichten sich, dass die Deutsche Bahn am Ende an ihr Ziel kommt. Zwar schienen die Bahnhofsgegner kurz auf der Überholspur zu sein, doch vermutlich werden sie bald anerkennen müssen: Der geplante Tunnelbahnhof in Stuttgart ist nicht mehr zu verhindern.











15 Kommentare zu “Stuttgart 21: Der Bahnhof wird kommen”
Lustiger Artikel
) Noch jemand, der die Situation nicht durchschaut.
Dann lies doch erst mal den Artikel und nicht nur die Überschrift
)
Diese Sachlage war den Grünen und der SPD schon vor der Wahl klar.
Aber man wollte unbedingt die Regierungsverantwortund übernehmen,
koste es was es wolle !
Substantiell können die Herren nichts verändern, es sei denn Sie
zahlen und das ist Ihnen doch ein bisschen zu viel, gell !
Also nichts als Schaumschlägerei, man hat halt Jahrzehnte verpennt;
das Projekt wäre legal zu verhindern gewesen, wenn die Bürger in
Stuttgart von Anfang an richtig gehandelt hätten und mit legalen
Mitteln das Bauvorhaben im Keime erstickt hätten. Die Gelegenheit
war über viele Jahre da !
Jetzt wird der “Schwanz” eingezogen, so diese Pfeifen einen haben.
@nx
Habe ich doch. Ich habe mich gut amüsiert
Die ganze Gegenbewegung ist doch bloß eine Modeerscheinung und ein letztes Aufblühen der 68′ Bewegung, den Leuten geht es einfach viel zu gut bei uns im Ländle… und die Grünen etablieren sich auch an der Macht als Meckerer ohne Erfolg… die Zahlen ja auch nicht die 33 Mio. für einen Baustopp bis zum Stresstest.
Ist wie bei den Hunden wenn se bellen, beissen sie nicht.
Der Bahnhof wird kommen….
Warum sollte die BW-Reg. Geld bezahlen, damit nicht weitergebaut wird? Was soll die Bahn denn bauen? Das Grundwasserproblem ist ungelöst, neue Gutachten gibt es keine, also Pause.
Tunnelangebote fehlen noch und vor allem, es fehlen Genehmigungen… Wenn die Bahn baut, so werkelt sie am Bahnhof rum, was sofort die Menschen auf die Barrikaden treibt. Schwierig!
Die Bahn hat den schwarzen Peter und da gehört er auch hin!
@nx
Kleiner Tipp: Stellungnahme von Pro Bahn lesen
OK, wenn der Bahnhof kommt, sind der BadenWler doppelt gearscht: sie bekommen das Bahnhofsmonster und haben sich die Grünen eingehandelt. Selber schuld.
Mal lesen, was manche Kleingeister noch nicht kapiert:
http://www.themenportal.de/wirtschaft/stuttgart-21-die-richtige-entscheidung-von-ministerpraesident-kretschmann-81012
[...] Damit verdichten sich die Zeichen, dass die Deutsche Bahn ihren Bahnhofsneubau bekommen wird. Train-Spotting Blog Archive Stuttgart 21: Der Bahnhof wird kommen – wiwo.de Politik braucht Druck und ich denke die B
Überraschung! Der grüne Lehrer tut nicht das, wofür er gewählt wurde.
Unglaublich!!!
Ob das Kretschmann schon wusste? Anzunehmen + clever:
http://www.swr.de/landesschau-aktuell-bw/-/id=98428/nid=98428/did=8173986/46sx0a/index.html
Bin gespannt, wieviel aufgezornte Rentner und Schüler die Berufsaktivisten am Dienstag noch flottmachen können. Finanziell scheinen sie ja keine Probleme zu haben. Wer da wohl sponsert? Diese Woche kamen sie jedenfalls in neuer schicker Einheitsmontur daher. In BLAU! Ist “GRÜN” denn jetzt schon out?
“Denn die Landesregierung hatte ein weiteres Ass im Ärmel:
Am späten Nachmittag kam das Landesumweltministerium mit dieser Pressemeldung ins Spiel:
Gutachten zum Grundwassermanagement bei Stuttgart 21: Neues Planfeststellungsverfahren erforderlich! ”
An alle, die glauben, daß es hier um eine vernünftige Verbesserung des Bahnverkehrs geht:
Die Kosten wurden so gewaltig geschönt, weil man weiß, daß am “point of no return” der Steuerzahler notfalls eine Vervielfachung der Kosten tragen muß, weil es kein Zurück mehr gibt, siehe Elbphilharmony oder Leipzig – Tunnel. Gerade letzteres ist ein Paradebeispiel für Fehlplanung, die außer für den Steuerzahler für keinen Verantwortlichen Konsequenzen hat. Das angestrebte Ziel: Leipzig mit München zu verbinden wurde wegen Planungsfehler unmöglich gemacht. Für die doppelte Summe sprangen gerade mal 4 S-Bahnstationen heraus.
In dem Moment , in dem Entscheider voll in die Verantwortung genommen werden, vor allem materiell, gehören mafiöse Projekte vielleicht der Vergangenheit an.
Genial, gab’s vor der Wahl wirklich jemand der geglaubt dass sich an Stuttgart21 was ändert mit Grün?
Wenn ja, Respekt.
Ist doch völlig Banane welche Farbe das Pferd hat das Lobbykarren zieht ob schwarz, rot, grün oder von mir aus Zebra. Die Richtung gibt eh jemand anders vor.