God’s own country ist für deutsche Unternehmen ein wahrer Quell der Freude – trotz US-Haushaltskrise, drohenden möglichen Steuererhöhungen, drastischen Budgetkürzungen im Staatssäckel und der Eurokrise auf dem alten Kontinent.
Das gilt nicht nur für die großen Konzerne wie Siemens oder VW, sondern auch für Unternehmen aus dem Mittelstand, für die der amerikanische Markt immer wichtiger wird. Zwei Drittel der deutschen Unternehmen setzen 2012 in den USA mehr als im Vorjahr. Die Konzerne profitieren von günstigen Energiepreisen, niedrigen Personalkosten im Vergleich zu Europa und von einer, wenn auch noch schwachen, aber doch positiven Konjunkturentwicklung in den USA.
Für 2013 geht eine überwältigende Mehrheit von 95 Prozent von einer noch besseren Entwicklung der Geschäfte in den USA aus, mehr als 70 Prozent planen in 2013 neue Mitarbeiter einzustellen – so das Ergebnis der alljährlichen Umfrage „German American Business Outlook 2012“, einer gemeinsamen Umfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammern, des Deligierten der Deutschen Wirtschaft in Washington und der Unternehmensberatung Roland Berger. Rund 230 Unternehmen beteiligten sich in diesem Jahr an der umfangreichen Umfrage zu Umsatz- und Mitarbeiterzahlen, aber auch zu Herausforderungen auf dem US-Markt.
Rund 570.000 Menschen beschäftigen deutsche Unternehmen in Amerika – die meisten Mitarbeiter beschäftigen die großen Konzerne wie Siemens, VW, BMW oder Daimler. Dazu kommen viele kleine und größere Mittelständler. Siemens etwa hat in den USA mit 60.000 Mitarbeitern mehr Beschäftigte in den USA als der amerikanische Software-Riese Microsoft in seinem Heimatland.
So optimistisch die Stimmung der Deutschen in Amerika ist, umso mehr fürchten sie die Eurokrise. Eine Mehrheit erwartet eine weitere Abwertung des Euro und vertraut zunehmend auf den Dollar.
Fachkräfte fehlen in den USA – was für ein Luxusproblem
Einen Wehrmutstropfen gibt es aber doch: wie schon im vergangenen Jahr klagen die Deutschen über zu wenig qualifiziertes Personal in Amerika – da gibt es offenbar nicht genügend Fortschritt, obwohl Unternehmen wie VW, Siemens und BMW massiv in die Ausbildung von Fachkräften in den USA investieren. Das duale Ausbildungssystem – mit Berufsschule und praktischer Ausbildung in den Betrieben – die gibt es nicht in Amerika.
Der Mangel an genügend Fachkräften in den USA, das nenne ich Jammern auf hohem Niveau – zugegeben, es ist ein Dauerproblem – aber vielleicht sollten sich die Deutschen einfach mehr auf die Sitten in Amerika umstellen: hier ist Training on the Job angesagt – probieren geht über studieren.










