Es ist geschafft – nach langen erbitterten Kämpfen mit seinen Konkurrenten aus der eigenen Partei hat Mitt Romney die letzte Vorwahl zur Präsidentschaftskandidatur der Republikaner in Utah gewonnen. Der 65-jährige ist der designierte Präsidentschaftskandidat der Konservativen.
Rund 93 Prozent der Stimmen vereinigte der 65-Jährige Multimillionär in dem Staat auf sich. Kein Wunder, ist Utah doch die Hochburg seiner Glaubensbrüder, der Mormonen. Das Ergebnis wirkte wie Balsam auf die Seele des Multimillionärs. Pathetisch schrieb Romney seinen Gefolgsleuten: Ein Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen im November bedeute, dass „wir die Zukunft gerettet haben“.
Schön wär’s. Bevor der Wahlkampf um das Weiße Haus richtig losgegangen ist, sind Romneys Unterstützer ernüchtert. Wall Street vor allem. Die Geld-Vermehrer fürchten, dass sich nicht viel ändern wird für sie und ihre Branche, wenn Romney tatsächlich Präsident werden sollte. Romney werde in der derzeitigen schwierigen Wirtschaftslage kaum drum herum kommen, Steuern zu erhöhen. Auch die Finanzmarktregulierung könne Romney im Kongress nicht stoppen, heisst es an der Wall Street. Romney werde von denselben Problemen wie US-Präsident Barack Obama stehen. Wohl wahr.
Verletzte Seelen an der Wall Street
Trotzdem spendet die Finanzbranche vor allem für den Wahlkampf des Republikaners. Von der Finanzindustrie erhielt Romney bisher schon 9,4 Millionen Dollar. Obama sammelte von den Börsen-Guys nur 3,4 Millionen Dollar ein. Logisch, die empfindliche Seele der Finanz-Manager fühlt sich verletzt, wenn Obama von den „fat cat bankers“ spricht und die reichen Unternehmer aufruft, mehr Steuern zu zahlen. Dafür verunglimpft zu werden, dass man mit harter Arbeit viel Geld verdient, dass kommt nicht gut an bei den Amerikanern – schon gar nicht bei Amerikas Geldelite. Obama hat es sich mit den Börsen-Leuten ziemlich vermasselt.
Immerhin – in drei US-Schlüsselstaaten liegt Obama Umfragen zufolge derzeit vorn: In Florida, Pennsylvania und Ohio liegt sein Vorsprung vor Romney bei vier bis neun Prozentpunkten. Obama habe dort einen großen Vorsprung bei Frauen, jungen Wählern und Schwarzen. Seit 1960, so die Untersuchung der Quinnipac-Universität, sei niemand US-Präsident geworden, der es nicht die meisten Stimmen in mindestens zwei dieser drei Schlüsselstaaten gewonnen habe. Bei der letzten Wahl hatte Obama die Mehrheit in allen drei Staaten geholt. Doch bis November kann sich das Blatt noch erheblich wenden.










