Test Bose Soundsport Free Wireless Kopfhörer

Ich bin bekennender mit Musik-Sporttreiber. Schwimmen, Radfahren, Laufen – wenn es geht, habe ich im Musik im Ohr. Aus vielen Gründen. Schwimmen: Um der Ödnis des Bahnenziehens etwas entgegen zu halten. Radfahren: Weil es den Straßenlärm etwas mildert. Laufen: Teils, um mich wie beim Radfahren vom Verkehrslärm abzuschotten, teils motiviert das auch.

Ich habe als kurierter High-End-Junkie so einige Hörer durch in meinem Leben und brauche dennoch ständig neue, denn sie haben eine begrenzte Lebensdauer, die mit Kabeln noch die kürzeste.

Seit einigen Jahren gibt es nun die Bluetooth-Varianten, die pro Ohr ein unabhängigen Hörer haben. Apples Version ist wohl die am weitesten verbreitet. 2013 gründete in München ein gewisser Nikolai Hviid die Marke Bragi für die kabellosen Einzelhörer. Nun also die Marke Bose mit ihrem Soundsport Free Wireless Kopfhörer.

Ich muss vorweg schicken, dass ich das Konzept aus einem sehr einfachen Grund selber eigentlich nicht mag. Wenn ich mit meinen eigenen Bluetoothkopfhörern (Jaybirds Bluebuds) unterwegs bin, sind rechter und linker Hörer mit einem Kabel verbunden – sobald ich mal einen rausziehe oder auch beide, baumeln sie um meinen Hals und ich habe die Hände frei.

Größenvergleich Case und Uhr

Ziehe ich den Kopfhörer aus der Gattung unabhängiger Bluetooth-Headphones aus dem Ohr, muss ich den festhalten, in eine Tasche stopfen oder irgendwo ablegen. Ich persönlich sehe erst einmal keinen Gewinn an Komfort, wenn ich die Einzelteile gut bewachen muss, damit sie auch nicht auf den Boden fallen – womöglich über einem Gulli.

Andererseits: Dass selbst das leichteste Kabel (Wie an meinem Sony MDR EX71) am Hals stören kann, weiß ich. Da ich meist mit Kopfbedeckung unterwegs bin, stopfe ich entsprechend die baumelnden Teile unter das Kopftuch oder arretiere sie mit dem Klettverschluss der Laufmütze – auch nicht geküsst. Und bisweilen zieht das sich verhakende Kabel den Hörer aus dem Ohr – auch eher so mittel.

Und insofern muss halt jeder entscheiden, welchen Kompromiss er eingehen möchte. Und damit zum Bose Soundfree.

Aus Sicht des Hifi-Kritikers – ein typischer Bose mit nuanciertem Oberbass, der nun mal so verführerisch ist wie ein Stück frischer Blechkuchen. Das mollt alles hübsch ein, klingt vollfett. Mein Fall ist das nicht, ich gehöre zu einer Minderheit, die aufgepumpte Bässe ablehnen. Aber ich bin auch unbelehrbar.

Im Prinzip eine sehr gelungene Kombi mit den beschriebenen Einschränkungen.

Die Kopfhörer von Bose sind recht groß. Im Büro wird man da auch schon mal drauf angesprochen, wenn man mit zwei vermeintlichen Blumenkohlen in den Ohren sitzt – stark übertrieben wirkt man halt wie Frankenstein mit seinen zwei Gnubbeln an den Schläfen.

Das hat auch ganz handfeste Nachteile – im Winter lässt sich eigentlich nichts über die Ohren ziehen. Die Kopfhörer werden dann bewegt und verschieben sich und das empfindliche Schallräumchen im Ohr leidet.

Das ist schade, denn in einer Disziplin schlägt sich der Bose hervorragend: Sitz und Halt im Ohr. Da müsste man schon gewaltiges veranstalten mit seinem Kopf, um die Hörer zu bewegen, wenn sie erst einmal sitzen. Wie immer gibt es mehrere Größen bei den Manschetten, mir passte die Größe L. Leider stellte sich damit auch ein Tragegefühl ein. Das ist aber sehr individuell – der nächste mag nichts spüren. Da hilft nur ausprobieren.

Da das Gros des Tests zu recht kühlen Temperaturen erfolgte, die Mützenproblematik so ist, wie oben geschildert, stellte sich auch heraus, dass bei Temperaturen um und unter -5 Grad Celsius die Kopfhörer wohl derart auskühlen, dass sie sich schlicht abschalten. Erst einer, dann zwei. Das ist zwei Mal passiert – wer bei diesen Temperaturen nicht läuft, braucht sich darüber keine Gedanken machen. Auch nicht über den Akku.

Eine ganz großartige Lösung ist das Case, in dem die Wireless am besten immer ruhen, wenn man sie nicht nutzt. Das enthält einen Akku und lädt die Kopfhörer auf, wenn man unterwegs ist ohne Stromversorgung. Einen leeren Akku hatte ich nie. Allerdings muss man auch immer das Case im Format einer dickeren Zigarrenhülle nur halb so lang dabei haben. In der Sakkoinnentasche trägt sowas zum Beispiel auf.

Der große Moment dieser Kopfhörer ist sicher, wenn man ihn dann noch mit einer Sportuhr koppelt, die auch als Musikspieler fungiert, wie hier in den Bildern in Zusammenarbeit mit Garmins Laufuhr 645. Man braucht einfach weniger Material. Uhr hat man eh um, Kopfhörer eingesteckt – auf geht’s.

 

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