T -139 Warmschwimmen!

Anprobe à la Norseman

Wenn es gut läuft – oder besser, wenn nicht, dann ist es komplett schief gelaufen – bin ich 140 Tagen um diese Uhrzeit auf dem Rad unterwegs. Und war zuvor schwimmen.

Wenn ich vom  @nxtri erzähle, dann erwähne ich natürlich stets, dass das Wasser im Fjord von Eidfjord auf keinen Fall wärmer wird als 14°Celsius. Das ist eine Dramatik, die die meisten Menschen verstehen, die vielleicht etwas weniger einordnen können, dass mir die mehr als 3500 Höhenmeter auf dem Radkurs von 180 Kilometer viel mehr Angst machen.

Der Wettbewerb spielt sehr elegant mit den Szenen auf der Fähre und dem Sprung von gut 5 Meter in den dunklen Fjord – es ist einfach ein Highlight und ich mache mir gleichzeitig so viel ins Hemd vor dem Moment wie ich mich drauf freue.

Wasserlage – verbesserungsfähig. Wasser – wärmerfähig.

Das kalte Wasser schreckt mich natürlich auch, ist ja nicht so, dass ich gerne friere. Aber – zumindest geht es im Wasser noch nicht aufwärts. Und gegen Kälte kann man sich schützen. Eine Ahnung, wie bitter das sein kann, habe ich. Bei meiner ersten Langdistanz 2013 in Hannover war das Wasser wegen andauernder Regenfälle an den zwei Tagen davor mit 14,8 Grad Celsius nur knapp über die erlaubte Grenze gerutscht. Auf die Frage, ob wir uns warm schwimmen wollten, löste sich hysterisches Gelächter beim ein oder anderen der rund 70 Starter. Rein und los, mehr wollte keiner

Die Distanz wurde allerdings halbiert, es galt also nur 1900 Meter zu schwimmen. Das reichte auch. Mein Anzug, den ich für alle meine Wettbewerbe bislang trage, ist das dünnste verfügbare Modell. Meinen ersten Triathlon 2011 in Hamburg absolvierte ich bei ca. 19 Grad Wassertemperatur noch in Badehose. Ich wusste ja nicht, ob mir das Spaß macht und scheute die Ausgabe.

Der Anzug Equipe LITE!!! mit nur 1 Millimeter Stärke des Neoprens ließ mich entsprechend ausgekühlt in Hannover aus dem Wasser steigen. Noch bestens gelaunt. In der Wechselzone brauchte ich jedoch gut 10 Minuten – bis ich mit sehr klammen Fingern alles aus- und wieder angezogen hatte. Auf dem Rad brauchte ich ewig, um ein wenig warm zu werden.

Mit Kälte kenne ich mich also ein wenig aus. Und für den Norseman bin besser vorbereitet. Ich habe den wärmsten Neoprenanzug gekauft, den man derzeit kaufen kann wohl für Triathlonschwimmen. 7 Millimeter am Körper und 5 Millimeter an den Gliedmaßen – und im innereren mit kuscheligem Frottee gefüttert. Ich bin also materialtechnisch gewappnet. Kalt wird es sicher dennoch, denn die Hände müssen frei bleiben und natürlich läuft auch dieser Anzug zu Beginn erstmal mit kalten Wasser voll. Erfrischend.

Danach bilden Luft, Wasser und Neopren die wärmende Schicht, die es überhaupt nur erlaubt, sich länger als 15 Minuten im Wasser aufzuhalten. Andererseits – zu meinen Sportfreundinnen gehören Frauen, die im Freiwasser auch bei 14 Grad ohne Anzug schwimmen gehen. Sie trainieren das extra – das geht. Ist aber eine eigene Disziplin – mir geht es ja schon auch ums schnelle Ankommen, außerdem sind Neos Pflicht.

Zum Glück.

In den Fotos der Anzug, mit dem das bestritten wird. Ich habe das Wetter genutzt.

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