Tick. Tack. Noch 18 Tage bis zum Ironman Maastricht-Limburg. Ein Blog ohne Bilder

Zeit.

Tick.

Tack.

Das waren drei Sekunden Ihres Lebens.

Tick.

Tack.

Acht.

Es sind kaum drei Wochen vergangen seit meiner Teilnahme am Ironman Klagenfurt. Es kommt mir ewig lang her vor.

Tick.

Tack.

Die Zeit rast, wenn sich ein Wettbewerb nähert. Stunde um Stunde, Tag für Tag, Woche für Woche scheinen rasend zu verrinnen, ohne dass man nennenswerte Fortschritte zu erzielen scheint. Das Rennen rückt näher, die versäumten Einheiten lasten schwer.

Ist ein Monat Erholung viel? Ist es wenig? Erinnert sich der Körper noch an die Belastung? Tut er nur so? Ist wieder alles wie zuvor? Fit und wieder regeneriert?

Was wäre, wenn man ihn fünf Wochen später wieder so belastet? Was macht der Körper? Streikt er? Rebelliert er? Hat er sich vielleicht an den Kampf gewöhnt? Macht er das gar so einfach mit, weil er es noch in sich stecken hat?

Training ist gezielte Überlastung mit anschließender Entspannung – das ist zumindest grob der Stand heute der Trainingslehre. Das war nicht immer so, das muss nicht so bleiben. Vielleicht ist das permanente Überlasten ohne Erholung doch wieder eines Tages en vogue. Die Zeit wird es zeigen.

Ich werde es an mir probieren. Beim Ironman Maastricht-Limburg. Am 6. August und damit exakt 35 Tage nach dem Wettkampf, der eigentlich meine diesjährige körperlich größte Herausforderung sein sollte.

Tick…
3,2,1….

WARUM???

Das fragen Sie sich spätestens jetzt.

 

Ich habe mich das auch gefragt. Ich weiß es noch nicht genau. Ich ahne es in mir. Ich habe da irgendwo einen Zipfel Erkenntnis zwischen den Fingern gehabt, konnte ihn aber nicht festhalten und nach oben befördern ins Bewusstsein.

 

Unzufriedenheit mit dem Ergebnis in Klagenfurt? Vielleicht. Hoffnung, dass plötzlich der Fuß besser ist und der Marathon gelaufen wird? Der Wunsch, ohne verklemmten Rücken an den Start zu gehen, der sich in Klagenfurt nach gut 20 Kilometern des Marathons irgendwie mit der Lage abfand? Das alles.

 

Oder sind es vielleicht auch Dinge fernab des Sports, das normale Leben mit seinen Herausforderungen und Niederlagen? Entwicklungen, die den Geist vor die Wand laufen lassen. Entscheidungen und nicht zu beeinflussende Wendungen des Lebens, die einen fast verzweifeln lassen.

 

Der Sport, der sonst nur funktioniert, wenn der Kopf frei genug ist, sich seinen Regeln zu widmen um ihn dann zu nutzen, sich zu sortieren, beruhigen, aufzubauen – das Ventil des Alltags. Kann er gelingen als brachialer Akt der Ablenkung? Ist es das?

Sicher ist auf jeden Falle eines: Die kindliche Neugier ist ein Motiv. Die schiere Freude an Absurdem. Die Begeisterung am Unmöglichen. Es ist nicht möglich. 3800 Meter Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und danach einen Marathon laufen. Es ist und bleibt an dem Tag mit der optimalen Vorbereitung unvorstellbar.

Dann binnen weniger als 40 Tagen gleich zwei Mal?

Anything is possible.

Und irgendwo da steckt die Antwort. Alles geht. Auch das. Mind over Water – mein Lieblingssportbuch. „Lessons on Life from the Art of Rowing“

„Ein Nein ist als Antwort nicht akzeptabel.“ ist einer der zentralen Sätze.

Ich habe das oft bemüht im Training, in den Tempoläufen, in den Intervalltrainingsläufen, auf dem Rad. Du willst das schaffen. Mach es. Ein Nein als Antwort ist nicht akzeptabel. Es ist selten, aber es gibt diese Momente, in denen ich mich innerlich anbrülle, dass ich das wollte. „Don’t accept no for an answer.“

Sie sind wichtig diese Momente. Sie dürfen nicht Überhand nehmen. Aus diesem Spruch wird schnell eine Manie, eine Sucht, ein Weg, der in eine Sackgasse führt für einen normalsterblichen Menschen mit Verpflichtungen, die außerhalb des Sports liegen, den er unter Umständen betreibt, um diese zu bewältigen. Aber sie sind wichtig.

Wer beim Balancieren auf dem feinen Grat zwischen der Überwindung seiner Grenzen, dem Verlassen seiner Komfortzone und dem Verlust über die Anerkennung dessen, was wirklich zählt im Leben auf die eine Seite kippt, fällt mit Pech hinter seine eigenen Ansprüche oder aber aus seinem Umfeld – seinem Leben.

Aber mein Weg führt auf dem Grat über diesen zweiten Start. Er ist sportlich schlecht vorbereitet (was Wunder, nach dem die Anmeldung zwei Woche nach dem Start in Klagenfurt Anfang Juli), er ist unterbrochen von Regeneration und einer Rückkehr in mein anderes Leben, das aus Genuss besteht.

Ich will das wissen. Aber was?

Was ich genau wissen will, weiß ich vielleicht im Ziel. Ich werde es dann hier alle wissen lassen.Die Zeit wird es zeigen.

Tick.

Noch 18 Tage.

Tack.

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Alle Kommentare [2]

  1. ….dazwischen stets die GENÜSSLICHE Ablenkung…das könnte IHR GEHEIMREZEPT sein. Derart intensive spezielle Entspannung hat sicherlich kein Mitbewerber!
    Jedoch die zähe Kraft für derart wiederholte Beanspruchung!!?
    …Staunen und höchste Bewunderung. (..da helfen keine Tannine…und wenn sie noch so „seidig“ sind…