Ich presse die wichtigsten Nebensächlichkeiten mal zusammen. Vergangene Woche habe ich von X-Bionic einen Satz Kompressionsfunktionskleidung bekommen. Vor dem 2. Juni, meinem Debüt bei einer Triathlon-Langdistanz, wollte ich nicht mehr groß am Equipment rumprobieren, aber heute stand statt einer langen Einheit anlässlich der Einführung des Sommers im Wonnemonat Mai nur ein 10 Kilometer-Lauf, Eiscafé und Rheinspaziergang auf dem Trainingsplan. Da dachte ich, dass ich mal das ausprobieren könne für einen ersten Eindruck. Zum Glück nicht im Eiscafé.
Viel mehr als vom ersten Eindruck vorm Anziehen kann ich zu diesem Zeitpunkt auch kaum sagen, denn der geplante 10km-Lauf wurde nur 5 Kilometer lang in dem angestrebten Tempo – Abbruch, übernommen, Hitze, einfach zu schnell. Mehr als an meine platzenden Lungen konnte ich nicht denken. Was oder was eben auch nicht die Kleidung leistet, werde ich nach dem Lauf nicht sagen können. Nur das, was mir beim Anziehen so auffiel. Und wohl jedem, der mich sah.
X-Bionic hat ein – marketingerecht – so genanntes 3-D-System in dem Stoff. Ziel: Der Schweiß soll ruhig auf der Haut bleiben und dort verdampfen – um zu kühlen. Eine Art Stege durchquert das Material, sie halten den Stoff vom Körper fern und leiten den rinnenden Schweiß ab. Um eine Idee davon zu bekommen, wie das aussieht: Mich erinnerte es instinktiv an Seersucker-Stoff. Deutlich auffälliger ist zweifelsrei der hintere Aufdruck. „Power T-Shirt“. Es soll jeder wissen, der hinter einem läuft: „Der vor dir ist so schnell, weil er ein Power-T-Shirt“ trägt. Freimütig räume ich ein – unter normalen Umständen würde ich mich nie zum Affen machen und so ein Shirt tragen, das derart albern für sich wirbt. Dass es giftgrün die Blicke auf sich zieht, milder den Effekt sicher kaum. Aber für’s Blog gebe ich alles. Wenn schon nicht bei den 10 Kilometern heute.
Nichts gegen die Socken – englischer Adel wäre neidisch. Man sieht das immer öfter bei Läufern bei Amateurveranstaltern (wie im übrigen auch diese Klebebänder, dazu später vielleicht einmal) und ich kann nach dem miserablen Lauf heute nur sagen: Bis zur Lunge reicht die Wirkung nicht. Das muss aber noch nichts heißen.
Die Hose ist bedienerfreundlich: Innen steht, wo vorne ist. Danke. Von außen fällt der Lüftungsschlitz oberhalb – nun – der Private Parts auf. Ich hoffe, ich renne schnell genug, damit es keiner sieht.
Zusammengefasst macht man in dem Outfit nicht nur einen albernen Eindruck, sondern auch einen schlanken Fuß. Und Körper. Denn eines ist klar: Kompressionswäsche liegt sehr körperbetont an. Das fühlt sich gut an. Ich kenne das von meinem Trisuit, einem Einteiler für den Triathlon, in dem ich schwimmen, radfahren und laufen kann. Der Anzug erinnert mich an das Lied „Tankerkönig“ von Hannes Wader, einer irren Erzählung, in der sich der Protagonist „stark und unangreifbar“ fühlt – allerdings dank einer Waffe. Nun – die Kleidung liegt nicht nur eng an, ich fühle mich auch augenblicklich stärker und kompakter – auch wenn der gleiche alte Leib drinsteckt wie im Labber-T-Shirt. Man geht aufrechter – Kompressionskleidung wirkt vor allem mal sofort im Kopf. Da wird eh vieles entschieden, das ist also kein Nachteil. Allerdings begnüge ich mich sonst mit der Wirkung der Laufkleidung vom Discounter.
Was die Funktionskleidung von X-Bionic im Detail im Vergleich zu der Discounterware auszeichnet, werde ich weiter beobachten und hier in aller Ruhe und mit Gründlichkeit erörtern. Und hoffen, dass mich in der Zwischenzeit beim Ausprobieren nicht allzu viele Menschen sehen. Und wenn – von hinten.

Ich war lange Zeit sehr skeptisch bzgl Kompressionssocken, bzw. Calfs. Monate nach meinem Muskelfasserriss in der Wade habe ich sie mir im Winter fürs Laufen und Kendo zugelegt und möchte sie nun nicht mehr missen.
Es mag Vodoo sein und auch Selbstver***che, aber ich habe ua. das Gefühl meine Wadenmuskel bleiben im Winter wärmer. Schwieriges Thema! (s.a. Taping!)