Zuparken in den Kopf: Verkehrsunternehmen fordern härtere Strafen für Zweite-Reihe-Parker

Dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ist aufgefallen: Die massiven Probleme durch das Zweite-Reihen-Parken sind noch nicht in den Köpfen der Menschen angekommen – und müssen unbedingt da rein. Viele Autofahrer unterschätzen nämlich, wie breit Busse sind, übersehen die Haltestellenmarkierung oder stellen sich einfach zu nah an die Straßenbahnlinien.

Die deutschen Nahverkehrsunternehmen haben aber keine Lust mehr, ihre Busse im Zick-Zack-Kurs um falsch parkende Autos zu manövrieren oder die Abschleppdienste zu rufen. Die Politik soll die Bußgelder für das Zuparken von Haltestellen, Straßenbahngleisen und Busspuren saftig erhöhen. Bislang kostet die Ordnungswidrigkeit in Deutschland 15 bis 35 Euro. Der EU-Durchschnitt für das Zuparken von Geh- und Radwegen liegt hingegen bei 80 Euro, für das Parken in zweiter Reihe bei 100 Euro und von Behindertenparkplätzen bei 130 Euro.

Mit der Initiative Clevere Städte e. V., der sich auch andere Organisationen wie Pro Bahn angeschlossen haben, will der Verband Bewegung in die Sache bekommen. Wer als genervter Passagier von Bus und Bahn den öffentlichen Druck erhöhen will, kann sich einer Petition anschließen. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe überarbeitet seit August 2014 den Bußgeld-Katalog. Schöner Nebeneffekt: Das zusätzliche Geld könnte in den Ausbau der Verkehrswege fließen.

Alle Kommentare [1]

  1. Leider wird auch in der ersten Reihe falsch geparkt bzw. dort eigentlich hauptsächlich. Das Parken in der zweiten Reihe ist höchstens die Spitze des Eisbergs.

    In engeren Straßen muss man schon sehr genau parken, um eine Straßenbahn nicht zu behindern. Und die SUVs sind einfach für unsere Städte zu breit. Ein schönes Beispiel ist die Rumfordstraße in München. Und vielleicht unterstützt das Sitzen in solch unförmigen Geräten auch die immer mehr um sich greifende Rücksichtslosigkeit.

    Bei Bussen wird nicht nur die Breite unterschätzt, sondern auch die Länge. Dass ein Gelenkbus alle Türen so an die Haltestellen bringt, dass man auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen gut rein- und rauskommt, ist fast schon selten. Die nach StVO freizuhaltenden 15 Meter vor/nach einer Haltestelle halten die meisten Autofahrer für so üppig, dass sie meinen, da mit ihrem Vehikel auch noch reinzupassen.