ICx der Deutschen Bahn: Wird der Schnellzug für Siemens ein Exporterfolg?

Noch ist nicht einmal der erste Zug für die Deutsche Bahn gebaut, schon hofft der Münchener Siemens-Konzern auf Folgeaufträge für den Schnellzug ICx. „Wir sprechen derzeit auch mit anderen Kunden über das Konzept des ICx“, sagte Hans-Jörg Grundmann, Chef der Sparte RailSystems beim Münchener Technologiekonzern, vor Journalisten in Berlin. „Die interessierten Unternehmen kommen auch aus Europa.“

Im vergangenen Jahr unterzeichneten Siemens und Deutsche Bahn einen Vertrag über Bau und Lieferung von 220 Schnellzügen, die ab 2016 zunächst die Intercity-Züge und später einen Teil der ICE-Flotte ersetzen soll. „Das Konzept des ICx ist ideal für den gesamten europäischen Fernverkehr“, sagt Grundmann. Die ICx-Züge werden auf eine Geschwindigkeit von 249 Kilometer pro Stunde ausgelegt sein. Höhere Geschwindigkeiten würden zusätzliche Anforderungen an Sicherheit und Technik erfordern, die den Zulassungsprozess verlängern. Trotz Stahlbau sollen die Züge leichter sein als herkömmliche Intercity-Züge.

„Der ICx wird 30 Prozent effizienter sein und fasst wegen längerer Wagen deutlich mehr Fahrgäste“, so Grundmann. Für hochfrequentierte Strecken mit vielen Halts sei der ICx daher eine wirtschaftlich attraktive Alternative zu bisherigen Hochgeschwindigkeitszügen wie der ICE aus dem eigenen Haus und der TGV des Konkurrenten Alstom, die für Geschwindigkeiten über 300 km/h ausgelgt sind. Ideal sei das ICx Konzept laut Grundmann etwa auch für den Fernverkehr in der Schweiz, Österreich, den Niederlande und Großbritannien.

Sollte Siemens den Zug ins Ausland verkaufen, wird auch die Deutsche Bahn profitieren. Sie zahlt rund sechs Milliarden Euro für die 220 Züge. Wird der ICx ein Exportschlager, würde der Konzern für sein Risiko als Erstkunde anschließend belohnt. Wie hoch, wird derzeit noch von beiden Seiten verhandelt.

 

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