Der Alltag ist ein einziges Gedränge in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch. Ständig muss man Menschen ausweichen, die einem auf den engen Gehsteigen zu Fuß, auf Krücken oder mit Fahrrädern entgegenkommen – und das bisweilen auf bröckelnden Betonplatten, unter denen stellenweise die unterirdischen Kanalisation zu sehen und zu riechen ist. Wer auf die Straße ausweicht, muss höllisch auf die Rikschas und Autos acht geben, deren Gefahr für Fußgänger durch den Dauerstau immerhin minimiert wird.
Artikel mit dem Tag: Einzelhandel
Chinesen-Plage in Hongkong
Quer durch die Kulturen ist der Sonntag ein Tag der Ruhe, des Innenhaltens – im britisch geprägten Hongkong nicht anders als in Europa. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, seit immer mehr Touristen aus China die Sonderverwaltungszone stürmen. Sonntag ist Shopping-Tag in Festland-China. Und das kann zuweilen ziemlich laut werden.
Die Gesichter der Armut
Dhaka / Bangladesch, im August
Demütig dankbar bin ich dem lieben Gott, dass er mich in der hessischen Provinz in die Welt gesetzt hat. Zuweilen mag es langweilig gewesen sein, das Dorfleben – aber es war stets hygienisch dort und zivilisiert, von Armut weit und breit keine Spur, nur Reichtum. In Bangladesch kann niemand der Armut entfliehen. Jeder H&M-Einkäufer, der in den engen Straßen von Dhaka mal im Stau stand, kennt den Anblick armloser Bettler mit verfaulten Zähnen. Fahrer der weißen Ausländer-Limousinen drücken dann hastig die Zentralverriegelung, damit die Armut bloß hinter der Glasscheibe bleibt und nicht auch noch die Tür aufreißt (wozu den Armen wohl eh die Kraft fehlt). So bleibt Armut schön abstrakt – wie im Fernsehen.
Geiz ist Geil und das bengalische Leben
Dhaka / Bangladesch, im August
Kaum angekommen in Bangladesch – und schon sehe ich die ersten Kinder bei der Arbeit: Zwei Jungen, nicht älter als Zwölf, hämmern barfuß Backsteine zu Backstein-Brocken. Mit dem Gebrösel stopfen sie in Dhaka die vulkanartigen Schlaglöcher, die der Monsunregen in die Straßen spült. Dutzende Ziegeleien säumen die Ausfallstraße in der Einflugschneise des Flughafens, doch die Schlöte rauchen nicht. Bis vor ein paar Tagen, sagt mein Begleiter, stand die ganze Gegend völlig unter Wasser, jetzt müssen die Ziegeleien trocknen. In der Regenzeit hat das dicht besiedelte Bangladesch immer wieder mit schwersten Überflutungen zu kämpfen. Die Menschen bleiben trotzdem in ihren Blechbaracken wohnen, denn sonst haben sie ja kein Zuhause.

