EU-Justizkommissarin Viviane Reding setzt die Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen jetzt durch, heißt es heute in den Nachrichtenagenturen wie AFP. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/aufsichtsraete-bruessel-einigt-sich-auf-frauenquote-11959756.html#Drucken
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Reding legt los: Sie wartet nächsten Monat mit einem Gesetzentwürfchen zur europaweiten Frauenquote auf
“Keiner mag Quoten, aber ich mag, was Quoten bewirken”, hatte Reding im März in Frankfurt für ihre Idee geworben. “Wir bräuchten sonst Jahrzehnte, um dahin zu kommen, wo wir hin wollen.” Die hat errechnet: In den Unternehmen in den wichtigsten deutschen Börsenindizes (Dax, MDax, TecDax, SDax) lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten im Jahr 2011 durchschnittlich bei knapp 14 Prozent, in den Vorständen sitzen demnach nicht einmal 4 Prozent Frauen.
Gedöns und Schau-Veranstaltung: Wenn die EU nur Frauen im Aufsichtsrat will – statt dort, wo die Luzie abgeht
Wieso sprach EU-Komissarin Viviane Reding immer nur von Frauen-Quoten für die Aufsichtsräte? Statt für die Vorstände, wo in Wirklichkeit die Luzie abgeht? Und nicht nur für die Kontroll-Gremien. Inzwischen ist es raus, in einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung” wurde die Luxemburgerin konkret: “Damit die unternehmerische Freiheit gewahrt bleibt, möchte ich nicht in das operative Management von Unternehmen eingreifen, sondern mich auf das Kontrollgremium Aufsichtsrat konzentrieren.”
Bad News für die großen AG´s in ganz Europa: Gesetzliche Frauenquote rückt näher
Kann man eine Steigerung von 0,6 auf 3,6 Prozent als eine deutliche Steigerung bezeichnen? Wenn das Ziel bei 30 beziehungsweise bei 40 Prozent liegt?
“Das Ziel ist, den Mensch als Individuum zu bewerten – nicht als Mann oder Frau.”
Jobst-Hubertus Bauer ist Partner der Kanzlei Gleiss Lutz und Professor für Arbeitsrecht. Er vertritt als Anwalt in erster Linie die Arbeitgeberseite. Wiwo.de hat Jobst-Hubertus Bauer zur Gleichstellung der Frauen in Führungspositionen befragt, denn es zeichnen sich Konflikte zwischen EU- und nationalem Recht ab. EU-Kommissarin Viviane Reding hat ganz konkret die EU-Frauenquote angekündigt – in zwei Schritten und mit einem mehrjährigen Zeitvorlauf, um Frauen zu qualifizieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat dagegen gerade ein Machtwort gesprochen und eine Gesetzesquote abgelehnt. Nachdem Ministerin Ursula von der Leyen die Frauenquote forderte – und Familienministerin Kristina Schröder den Rückwärtsgang einlegte und weiterhin auf die Freiwilligkeit setzen will, die schon seit zehn Jahren in den Unternehmen – Stichwort Corporate Governance – nichts bewirkt hat.

