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Der Gesundheitsminister befasst sich lieber mit Servicewünschen, statt der heimlichen Rationierung in der Medizin

Ein Wochenende, zwei Schlagzeilen zweier verschiedener Zeitungen – und man meint, nicht in ein und derselben Welt zu leben. Da titelt gestern die „Rheinische Post“, dass Hausärzte künftig keinen Kassenpatienten mehr länger als 30 Minuten warten lassen dürfen sollen. Klingt gut, jedenfalls im ersten Moment. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere: Im zweiten Moment, wenn man selbst der Patient ist und nicht nach Fahrplan abgefertigt werden will, ist es dann doch nicht mehr so toll. Weil der Arzt vielleicht an Ort und Stelle direkt noch weitere Untersuchungen machen muss, weil jemand noch – sprechende Medizin soll ja angeblich belohnt werden! – sein Herz ausschütten muss (vielleicht sogar berechtigt, weil eine Krankheit mit seinem Problem in Zusammenhang steht und eben weil´s ja der Hausarzt ist), weil ein Notfall vorgezogen werden muss oder weil der Arzt einen Fachkollegen hinzuziehen muss oder ein Krankenhaus anrufen muss. Um den Patienten rasch weiter zu überweisen. Oder ein Patient hat Venen, die Ärzte so schnell nicht treffen. Oder ein Patient kippt um. So vielfältig das Leben ist, so viele Möglichkeiten gibt´s eben auch, aufgehalten zuwerden.
Im Klartext: Wäre man selbst dieser Mensch, der plötzlich mehr ärztliche Betreuung braucht als zunächst erwartet, würde man dann ungerne – nach Ablauf der planmäßigen Zeit – nach Hause geschickt werden. Um sich einen neuen Termin geben zu lassen. Ein anderes Mal eben. Tschüss.

Ein hoher Preis, nur um nicht mal auf andere kranke Menschen warten zu müssen. » Weiterlesen