„Nahaufnahme“-Fragebogen mit UCB-Pharma-Chef Peter Mitterhofer, der viel von guter Kinderstube hält – die einfachen Höflichkeitsregeln würden schon reichen

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Peter Mitterhofer, der Vorsitzende der Geschäftsführung der UCB Pharma in Deutschland, Österreich und Schweiz. Das Unternehmen machte weltweit zuletzt gut 4,5 Milliarden Euro Umsatz in 2017.

Sein Blog:  https://petermitterhofer.de/start.html 

 

Peter Mitterhofer, UCB (Foto: Presse)

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Als biopharmazeutisches Unternehmen stellt UCB Pharma Medikamente für Menschen mit schweren chronischen Krankheiten Epilepsie, Parkinson oder Rheumatoide Arthritis her, um ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag?

Ich gehe morgens joggen, um Kraft für den Tag zu tanken. Dann gibt´s ein gesundes Frühstück mit viel Obst und Gemüse wie Äpfel, Kiwi und Karotten, Start ist um 7.15 Uhr. Ich definiere das Ziel des Tages und bereite mich auf anstehende Besprechungen und Projekte vor.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben?

Zielorientiert und am Puls der Zeit. So haben wir in Projekten schon mal die Berichtslinien getauscht, um zum besten Ergebnis zu kommen. Das Thema Jobrotation ist zwar in aller Munde, ich bin mir nicht sicher, ob es auf allen Ebenen durchgeführt wird. Für uns war es ein Glücksfall.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Ich hoffe, dass sie „authentisch und mutig“ sagen. Ich spreche meine eigenen Misserfolge an. Für mich ist das der Grundstein für eine vertrauensvolle Beziehung zu den Mitarbeitern. Das, was bei mir im Privaten gilt, gilt auch beruflich: Bei mir zählt jede Stimme. Deshalb konnte zum Beispiel ein sehr junger Kollege mit gerade mal 22 Jahren, eine wichtige strategische Entscheidung der Geschäftsführung offen infrage stellen. Daraufhin haben wir unsere Verhandlungsstrategie völlig neu aufgesetzt – und das hat am Ende zu einem besseren Ergebnis geführt.

 

Tee oder Kaffee?

Kaffee. Als Wiener liebe ich die Kaffeehauskultur, deshalb habe ich bei dieser Frage gar keine Wahl… .

 

Ihr Spitzname ist…?

Mitsch. Der Spitzname kommt noch aus der Schulzeit und ist eine Abkürzung von Mitterhofer. Meine Freunde nennen mich bis heute so.

 

Verraten Sie eine Marotte?

Da ich gerne Zeit mit der Familie verbringe, jogge ich auch am Wochenende sehr früh – meist so gegen sechs Uhr. Wegen der Dunkelheit bin ich dann mit Stirnlampe im Wald völlig alleine unterwegs. Das hat für mich fast schon meditativen Charakter.

  

Was bringt Sie in Harnisch?

Ignoranz, Selbstgefälligkeit und respektloses Verhalten. Ich finde, dass man nur gut miteinander klar kommt, wenn jeder die einfachen Höflichkeitsregeln einhält. Also alles, was unter gute Kinderstube fällt.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

Meine Meetings vor acht Uhr morgens…ich bin ein Morgenmensch.

 

Was möchten Sie gerne im Ruhestand oder dann machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig sind, nicht mehr in Ihrer Firma tätig sind und ganz viel Zeit haben?

Ich würde mich zum Profi-Fotograf ausbilden lassen und durch die Welt reisen. Mich interessieren besonders ausdrucksstarke Gesichter, in denen sich das Leben widerspiegelt. Derzeit sind für mich viele afrikanische Länder besonders spannend. Hier entwickelt sich gerade enorm viel und die Natur ist wunderschön.

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Authentizität und Respekt anderen gegenüber. Ich finde es großartig, wenn sich jemand für andere einsetzt. Oder gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Aber ich habe das Gefühl, dass das heute rar geworden ist.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Sushi, Sport und Herausforderungen. Sushi habe ich in Wien vor etwa 35 Jahre schätzen gelernt, als die ersten Sushi-Lokale eröffneten. Die Besten habe ich in meiner Zeit in Boston gegessen. Hier soll es ja eines der besten Fischgebiete geben.

Am häufigsten gehe ich joggen, weil es mir die Möglichkeit gibt, die Natur zu genießen, mich fit zu halten und vor allem meine Gedanken schweifen lassen. Das ist für mich Entspannung und Kraftquelle zugleich. Herausforderungen sind eine wichtige Triebfeder für meine tägliche Arbeit.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Dann würde ich gern bei Ärzte ohne Grenzen im Krisengebiet arbeiten. Mich beeindrucken der Mut und der Antrieb dieser Menschen.

 

 

(Foto: privat)

Diese Maske in Peter Mitterhofers Büro hat er von einem einwöchigen Corporate-Responsibility-Projekt aus Ruanda als Erinnerungsstück mitgebracht. Ihn faszinieren dort in Afrika die Schönheit und manche Landesbräuche, besonders aber die Warmherzigkeit, die Gastfreundschaft der Menschen und der hohe Respekt füreinander: „Es war eine gute Zeit, mit vielen neuen Einsichten,“ so Mitterhofer.

 

 

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