DAX30-Vorstandsgehälter: SAP-Chef McDermott toppt alle – in Europa verdienen nur die CEO´s von InBev und Roche mehr

DAX30-Vorstandsgehälter

Die Schallmauer von zehn Millionen Euro durchbrechen die Vorstandschefs von SAP und VW, im internationalen Vergleich stehen DAX30-Vorstände gut da, zeigt die Analyse von DSW und TU München. Der InBev-Chef ist höchstbezahlte Vorstandschef in Europa, aber von den US-Bezüge sind die Europäer weit entfernt.  

 

Die beiden Höchstverdiener unter den DAX30-CEO´s sind SAP-Chef Bill McDermott mit gut zwölf Millionen Euro und der Ex-VW-Chef Matthias Müller mit gut zehn Millionen Euro. Immer noch – und schon wieder, denn die beiden standen auch im vergangenen Jahr an der Spitze. Analysiert hat die DAX-Vorstandsgehälter für 2017 die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz DSW zusammen mit dem Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Controlling der Technischen Universität München. Erstaunlich ist, dass die Autobranche trotz der Dieselaffäre und der aktuellen Probleme der Branche drei der ersten vier Plätze belegt: Auf den Plätzen drei und vier folgen Harald Krüger von BMW mit über acht Millionen Euro und Dieter Zetsche von Daimler mit knapp unter acht Millionen Euro (siehe Tabelle).

Dieter Zetsche, Vorstandschef von Daimler (Foto: Daimler Presse)

 

Im Schnitt 5,8 Millionen Euro für einen DAX30-Vorstandsjob

Im Schnitt erhielten die DAX-CEO´s 5,8 Millionen Euro, die anderen Vorstände demgegenüber 3,2 Millionen Euro. Obendrauf kommen noch die Pensionszusagen, die bei den DAX-Chefs im Schnitt bei 662 000 Euro liegen, aber insgesamt stark schwanken zwischen 130 000 bis 2,8 Millionen Euro.

 

Im Schnitt über 100.000 Mitarbeiter

Die hohen Bezüge rechtfertigen sich laut DSW mit der Zahl der Beschäftigten in den DAX30-Konzernen: Im Schnitt haben diese über 100 000 Mitarbeiter.

Am meisten zugelegt haben im vergangenen Jahr die die Lufthansa-Vorstandsbezüge mit einem Plus von gut 40 Prozent. Aber auch die Vorstände von BASF, Continental  und VW bekamen 20 Prozent mehr. Rückgänge gab es auch und zwar mehr als zehn Prozent bei der Deutschen Börse, MunichRe und Bayer.

 

Vorstands-Ladys bekommen weniger als die Männer 

Untersucht wurde auch die Differenz zwischen Männern und Frauen bei allen DAX-Vorständen: Mit 3,7 liegen die männlichen Vorstände deutlich vor den weiblichen mit 3,0 Millionen Euro im Durchschnitt. Dies ist laut DSW aber auch damit zu erklären, dass es keinen einzigen weiblichen CEO im DAX30 gibt – und die verdienen ja deutlich mehr als die übrigen Vorstände, was den Schnitt bei den Frauen senkt. Interessant ist, dass Vorstände, die nicht aus Deutschland kommen, im Schnitt vier Millionen Euro verdienen und damit deutlich über den deutschen Vorständen mit 3,4 Millionen Euro liegen.

 

Französische Vorstände bekommen weniger Geld als Deutsche, Schweizer mehr

Analysiert haben die Urheber der Studie dieses Mal auch den internationalen Vergleich der DAX-Vorstandsgehälter. Das Fazit von Christine Holz, Vergütungsexpertin der DSW: Die deutschen Bezüge sind international durchaus wettbewerbsfähig und nicht ungewöhnlich hoch. Im Schnitt liegt die Gesamtvergütung der DAX30-Vorstände in Deutschland bei 5,8 Millionen Euro und liegen damit über dem Europaschnitt von 5,5 Millionen Euro. Zum Vergleich mit den europäischen Nachbarn: Ihre französischen Kollegen verdienen 4,9 Millionen Euro, die Schweizer zahlen dagegen mit 5,9 Millionen Euro mehr.

 

InBev-CEO Brito verdient in Europa am meisten: 13,5 Millionen Euro   

Riesig ist traditionell der Unterschied zu amerikanischen Vorstandsgehältern: Dort verdienen Vorstände im Dow Jones Industrial Average, dem DJIA, im Durchschnitt 16,7 Millionen Euro, also fast dreimal so viel wie die DAX30-Vorstände. Europaweit hat das höchste Vorstandsgehalt ein Belgier: 13,5 Millionen Euro bezieht Carlos Brito, der CEO des Getränkegiganten AB InBev. Auf Platz zwei folgt das Pharmaunternehmen Roche aus der Schweiz mit 13 Millionen Euro für den CEO Severin Schwan und auf Platz drei SAP-Chef McDermott.

 

US-Top-Manager: Disney-Chef Iger führt mit 32 Millionen Euro Jahresgehalt

Die Top-Verdiener der USA sind der Disney-Chef Robert Iger mit 32 Millionen Euro. Wie riesig diese Bezüge differieren und wie sehr sie von der aktuellen Performance abhängen zeigt dieser Vergleich: Im Vorjahr stand Nike-Chef Mark G. Parker noch auf Platz eins mit 43 Millionen Euro in 2016 und fiel jetzt auf Platz 26 mit 12,2 Millionen Euro.  Das zweithöchste Gehalt unter den DJIA-Chefs erzielt JPMorgan-Chase-Chef James Dimon mit 25 Millionen Euro gefolgt von Ian Read von Phizer mit 23,2 Millionen Euro.

 

Nur Coca-Cola und General Electric zahlen unter zehn Millionen Euro

Insgesamt bekamen von den 30 CEO´s im DJIA 28 Gehälter von über zehn Millionen Euro. Nur Coca-Cola und General Electric zahlten ihren Unternehmenslenkern weniger.

 

Gesamtvergütung der DAX30 – CEO´s in 2017

Rang Vorstandsvorsitzender Gesellschaft Gesamtvergütung [T€]
1 Bill McDermott SAP 12.874
2 Matthias Müller Volkswagen 10.141
3 Harald Krüger BMW 8.383
4 Dieter Zetsche Daimler 7.810
5 Stefan Oschmann Merck 7.310
6 Bernd Scheifele Heidelberg Cement 7.110
7 Joe Kaeser Siemens 6.969
8 Werner Baumann Bayer 6.401
9 Kasper Rorsted Adidas 6.400
10 Hans van Bylen Henkel 6.387
11 Elmar Degenhart Continental 6.111
12 Stefan Heidenreich Beiersdorf 6.043
13 Rice Powell Fresenius Medical Care 5.934
14 Frank Appel Deutsche Post 5.721
15 Kurt Bock BASF 5.610
16 Stephan Sturm Fresenius 5.473
17 Patrick Thomas Covestro 5.331
18 Johannes Teyssen E.ON 5.310
19 Oliver Bäte Allianz 5.309
20 Carsten Kengeter Deutsche Börse 4.963
21 Timotheus Höttges Deutsche Telekom 4.953
22 Heinrich Hiesinger ThyssenKrupp 4.709
23 Carsten Spohr Deutsche Lufthansa 4.554
24 Aldo Belloni Linde 4.032
25 Rolf Buch Vonovia 3.909
26 John Cryan Deutsche Bank 3.621
27 Rolf Martin Schmitz RWE 3.531
28 Joachim Wenning Munich RE 3.245
29 Martin Zielke Commerzbank 2.876
30 Reinhard Ploss Infineon 2.577
  Median DAX   5.542
Ø DAX 5.787
Quelle: DSW/TU München 2018

 

 

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