Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet die PR-Größe Oliver Schrott, der Papier liebt

Den Fragebogen „Nahaufnahme“ beantwortet Oliver Schrott, Gründer von Oliver Schrott Kommunikation (OSK), – einer der führenden fünf PR-Agenturen Deutschlands mit rund 250 Mitarbeitern, zuletzt 39 Millionen Euro Umsatz und einem Büro im Silicon Valley. 

 

Oliver Schrott (Foto: OSK)

 

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut.

Oliver Schrott Kommunikation (OSK) unterstützt nationale und internationale Unternehmen – wie Daimler, ZF oder Michelin – dabei, ihre Kommunikation in einer immer komplexer werdenden Welt durch relevante Themen, intelligente Inhalte, unvergessliche Live-Erlebnisse und fruchtbare Dialoge erfolgreich zu gestalten.

 

Womit beginnt Ihr Arbeitstag ?

Etwa 50 Prozent meiner Zeit bin ich auf Reisen. Dann beginnt der Tag am Bahnhof, am Flughafen oder im Hotel. Sonst sitze ich um acht Uhr oder früher am Schreibtisch und genieße die ungestörte Zeit, bevor der alltägliche Meeting-Marathon startet. Zuerst lese ich die wichtigsten Zeitungen und Newsletter quer, dann beginne ich mit einem Thema, das Zeit und Ruhe braucht – etwa eine wichtige Mail, ein Konzept oder eine Präsentation.

 

Wie würden Sie sich selbst als Chef beschreiben? 

Den größten Teil des Tages verbringe ich damit, mit Kollegen zu reden, zu diskutieren, Dinge zu hinterfragen und Input zu geben. Ich bin oft unbequem, weil ich mich selten mit der erstbesten Idee zufriedengebe, aber versuche, gleichzeitig selbst zu einer besseren Lösung beizutragen. Aber ich gebe mir große Mühe, auch in schwierigen Situationen nett zu bleiben und Veränderungen auf freundliche, motivierende Art herbeizuführen.

 

… und was würden Ihre Mitarbeiter darauf antworten?

Dass ich mit meinem Perfektionismus manchmal nerve.

 

Tee oder Kaffee?

Morgens immer Kaffee, nachmittags gerne auch Tee.

 

Ihr Spitzname ist…? 

Oli mit einem „l“. Privat sagen das alle, in der Agentur und auf Kundenseite viele.

 

Verraten Sie eine Marotte.

Ich liebe Papier. Auch wenn ich heute die meisten Medien und Unterlagen auf dem iPad lese, liebe ich es, mich am Wochenende – ganz altmodisch – mit einem Stapel Zeitungen zurückzuziehen, Stellen zu markieren und Geschichten herauszureißen, die ich später in Ruhe lesen möchte. Die wandern dann in einen orangefarbenen Eckspanner für den nächsten Langstreckenflug. Auch Bücher lese ich am liebsten ganz klassisch als Print-Produkt.

 

Was bringt Sie in Harnisch?

Ungerechtigkeit und Denkfaulheit. Leider gehen beide oft Hand in Hand. Außerdem die großspurigen Marketing-Worthülsen in unserer Branche, hinter denen sich oft nur Substanzlosigkeit versteckt.

 

…und was bringt andere an Ihnen in Harnisch?

So richtig in Harnisch eigentlich nichts. Aber wenn überhaupt, dann ist es, dass ich zu viel gleichzeitig will.

 

Was möchten Sie gerne mal machen, wenn Sie wirtschaftlich unabhängig wären, nicht mehr in Ihrer Firma und ganz viel Zeit hätten?

Einen Verlag gründen und die Bücher produzieren, die ich vergeblich suche, vor allem zu meinen privaten Lieblingsthemen Geschichte, Architektur und Städtebau. Es gibt zwar unzählige Abhandlungen zu fast jedem Einzelthema, aber oft fehlt die Perspektive der Menschen dahinter. Wie haben sie gelebt? Welche persönlichen Auswirkungen hatte das eine oder andere Ereignis?

 

Was schätzen Sie an anderen Menschen am meisten?

Anstand, Engagement, Zuverlässigkeit, Loyalität, Offenheit.

 

Auf welche drei Dinge könnten Sie niemals verzichten?

Vor allem auf meine Familie – obwohl sie kein Ding ist. Aber auch auf Bücher sowie Autos, weil beide auf ganz eigene Weise neue Horizonte eröffnen.

 

Wenn Sie für einen Tag den Job von jemand anderem übernehmen könnten – welcher wäre das?

Ich bin von Haus aus Journalist und brenne bis heute für diesen Beruf. Ich würde gerne für einen Tag als Chefredakteur zurückkehren und meine Ideen zur Zukunft der Branche einbringen.

 

 

In Oliver Schrotts Büro steht diese Seifenkiste aus den 50-er Jahren – ein echter Scheunenfund. „Das Auto stammt von einem Weingut an der Mosel, wo es bei einem Umbau entdeckt wurde und über Umwege bei Ebay landete. Ich habe es sofort gekauft, weil es mich an unseren ersten Automobilkunden Opel erinnert, für den wir in den 90-er Jahren PR gemacht haben.“

Und noch etwas: An der Wand hinter seinem Schreibtisch hängt dieser alte englischer Flugzeugpropeller, den ihm seiner Frau geschenkt hat. Denn Schrott „liebt alles, was sich bewegt, fährt, schwimmt oder fliegt“, sagt er – und dass deshalb Mobilität das Hauptthema seiner Kommunikationsagentur wurde.

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