Aufgeschnappt (7) – Was man mittags in der City so hört: Wie Manager die Qualität in ihren Unternehmen ganz schnell ruinieren

Wie Manager die Qualität in einem Unternehmen ruckzuck ruinieren können? Das geht relativ fix, vor allem gemessen daran, wie lange es dauert, bis man einen hohen Qualitätsstandard erreicht hat. In maximal zwei Jahren, nachdem er über Jahrzehnte aufgebaut wurde: Gar kein Problem, erzählt mir ein Manager-Coach, der hier leider seinen Namen nicht offenbaren mag. Zwei falsche Stellschrauben und schon ist es geschafft.

 

Management-Methode Sparen: Einfach mal jeden zweiten Mitarbeiter entlassen

Das Rezept ist simpel: Es ist nämlich nur ein Rechenbeispiel der Management-Methode Sparen, erzählt der Berater. Und das geht so: Da hat ein Unternehmen 100 Mitarbeiter und beschließt, dass dieselbe Arbeit eigentlich auch 50 Leute schaffen können müssten. Mal so eben. Im Handstreich werden 50 Mitarbeiter gekündigt.

 

Keine Zeit mehr für Kunden oder zum Nachdenken

Das Resultat: Die verbliebenen 50 Kollegen haben viel mehr Arbeit zu bewältigen. Sie arbeiten wie im Hamsterrad, haben keine Zeit mehr für die Kunden oder Zeit zum Nachdenken und schon gar keine Zeit für die Zukunftsausrichtung des Unternehmens. Mit Ach und Krach wird das tägliche Pensum eher schlecht als recht absolviert.

 

Der Todesstoss für die Qualität: Jugendwahn und „der Rest wird digitalisiert“

Doch dann kommt Spar-Methode Nummer zwei und die versetzt der Qualität den Todesstoss: Von den verbliebenen 50 Mitarbeitern werden 30 ausgetauscht – gegen Jüngere, Billigere und man sagt, „der Rest wird digitalisiert“.

 

Ohne Fachwissen keine Qualität

Was ist zwangsläufig die Folge: Die Qualität leidet, sie schwindet und weil auch das Fachwissen fehlt, kann auch gar kein Qualitäts-Standard mehr erreicht werden. Die Folge: Fehler häufen sich und endlose Schleifen an Mehrarbeit sind nötig für die Fehlerbehebung.

 

Gleichzeitig fehlt die Zeit, nachhaltig und strategisch in die Zukunft der Company zu planen. Am Ende überholen sie andere Anbieter am Markt und das Unternehmen verschwindet.

 

Warum es tagtäglich so verkehrt und ungebremst läuft?

Zu dem „Warum?“: Die Manager wollen einfach mehr Profit erzielen. Für die Stakeholder, die Manager und ihre Boni oder einfach weil andere es auch schaffen. Und: der Posten Personal ist eben häufig der größte Hebel.

 


 

 

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*